Cord Hagen

 3.5 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Der Schlund und Aquagene.

Alle Bücher von Cord Hagen

Der Schlund

Der Schlund

 (9)
Erschienen am 03.09.2007
Aquagene

Aquagene

 (4)
Erschienen am 01.11.2010

Neue Rezensionen zu Cord Hagen

Neu
Jisbons avatar

Rezension zu "Aquagene" von Cord Hagen

Am Anfang zäh, aber sehr interessant
Jisbonvor einem Jahr

! Enthält eventuell Spoiler

Cord Hagens Buch spielt im Jahr 2021 und geht von einer sehr starken Klimaerwärmung aus, die gravierende Folgen hat. Die Gletscher beginnen zu schmelzen, Staudämme brechen unter den neuen Mengen an Wasser, nebenbei droht noch ein dritter Weltkrieg um die letzten Ressourcen der Erde. Die Regierungen sind ratlos, versuchen aber, das zu vertuschen.
Die nahe Zukunft, die der Autor zeichnet, sieht recht düster aus, ist aber durchaus möglich. Die Erderwärmung wurde in den letzten Jahren heiß diskutiert und deshalb kann man sich vorstellen, dass es eines Tages (wenn auch vielleicht nicht schon in acht Jahren) so kommen könnte, wie es hier beschrieben wird. Der Autor liefert zudem auch wissenschaftliche Erklärungen, die meiner Meinung nach gut recherchiert zu sein scheinen.

Die titelgebenden Aquagene finde ich ebenfalls interessant. Hagen berichtet von Lungenatmern und Kiemenmenschen – Kiemenmenschen, die durch die Evolution als Reaktion auf die veränderten Umweltbedingungen entstanden sind, um den Fortbestand der Menschheit zu sichern. Auch das ist durchaus möglich; selbst wenn es ein wenig an Science-Fiction erinnert, kommt es mir unter den im Buch gegebenen Umständen logisch vor. Wir wissen, dass die Geschöpfe sich über die Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg an veränderte Lebensbedingungen angepasst haben, die Entwicklung, die Hagen beschreibt, ergibt also Sinn. Zudem fand ich die Vorstellung sehr faszinierend und ich finde, der Autor hat alle Seiten gut abgedeckt. Er schildert, wie es ist, als Kiemenmensch zu leben, wie ihre Mitmenschen mit ihnen umgehen und wie verschieden die Reaktionen auf sie sind.Durch Fußnoten, die manche wissenschaftliche Begriffe näher erklären, wird man zu eigener Recherche angeregt und bekommt einen tieferen Einblick in die Situation.

Insgesamt ist das Buch sehr „biologisch“ beziehungsweise naturwissenschaftlich geprägt, was das Buch zu keiner sonderlich leichten Kost macht und mir gerade am Anfang den Einstieg sehr erschwert hat. Man versteht zwar meistens, wovon der Autor beziehungsweise seine Figuren gerade sprechen, dennoch habe ich mich ein wenig erschlagen gefühlt von diesen ganzen naturwissenschaftlichen Erklärungen und Theorien für Umweltkatastrophen.Ich muss aber sagen, dass es sich für mich gelohnt hat, am Anfang nicht aufzugeben; die ersten hundert bis zweihundert Seiten erschienen mir zwar eher zäh zu sein, doch dann stieg die Spannung, die Geschichte wurde meiner Meinung nach auch atmosphärisch dichter und schien nicht mehr ganz so trocken zu sein und man konnte wirklich gut mit den Protagonisten mitfühlen und sich um ihren Weg sorgen – auch wenn für mich die Beschreibung der Welt, in der das Wasser sich immer weiter ausbreitet, und die Konsequenzen, die das nach sich zieht, viel interessanter war als die Geschichte von Jenna oder Brandel. Ihre Schicksale dienen sowieso eher dazu, die Entwicklungen in der Umwelt, der Politik und dem Leben allgemein darzustellen.Dadurch blieben die Figuren zwar ein wenig blass, ich würde fast austauschbar, sagen, aber man kann sich dennoch mit ihnen identifizieren und interessiert sich dafür, wie es mit ihnen weiter geht.

Das Ende hat mir nicht gefallen. Eine Person, die sehr strikt in ihren Ansichten ist und überhaupt nicht nachgeben möchte, zu allem entschlossen ist, ändert plötzlich eben doch, quasi mitten auf der Seite, seine Meinung, seine Vorbehalte sind vollkommen vergessen. Dieser plötzliche Meinungsumschwung war für mich nicht nachvollziehbar; das Ende an sich ist zwar ganz schön, aber ging mir viel zu schnell ging und wirkt, als wäre der Autor krampfhaft auf ein Happy-End aus gewesen.

Insgesamt fand ich "Aquagene" gut. Diese mögliche, düstere Zukunftsaussicht mit all ihren Facetten, die Cord Hagen hier entwirft, fand ich sehr spannend (auch wenn ich hoffe, dass es nicht so kommt). Die vielen Erklärungen, Fußnoten und wissenschaftlichen Aspekte waren für mich auch sehr interessant, auch wenn mir dadurch der Einstieg in die Geschichte erschwert wurde und es mir stellenweise zu naturwissenschaftlich war – vor allem hat mir aber ein Nachwort des Autors gefehlt, in dem er die Hintergründe der Geschichte erklärt. Da es doch sehr biologisch war, wäre diese Erklärung sehr gut gewesen und als am Ende keine kam, war ich wirklich enttäuscht. Da die Geschichte an sich jedoch sehr gut erzählt und interessant war, gebe ich 3,5/5 Sternen.
______________________
ursprünglich 2013 hier veröffentlicht

Kommentieren0
25
Teilen
simonfuns avatar

Rezension zu "Der Schlund" von Cord Hagen

Cojones
simonfunvor 4 Jahren

Ja, cojones braucht man hier. Endlose Andeutungen, viel Erklärungen und trotzig in die Länge gezogene Szenen waren irgendwann entnervend. Das Buch als Thriller zu bezeichnen ist fast schon frech. Gut, die Unterwasserszenen am Ende (!) des Buches sind gut und bildhaft, werten aber die Geschichte nicht wirklich auf. Schreibstil ist in Ordnung, die Protagonisten eigentlich ganz gut erfasst und die Umgebungsbeschreibungen solide. Der Held entpuppt sich als Randfigur und die Puppe ist die eigentliche Heldin. Der Schluss ist wie ein weiser Mönch, der sich kurz vor der Offenbarung in den Schatten zurückzieht und seine Weisheit für sich behält. Den zweiten Stern gebe ich lediglich für die Unterwasserszenen kurz vor Ende der Geschichte.
Wie auch immer - kurz vor Zeitverschwendung!

Kommentieren0
2
Teilen
anushkas avatar

Rezension zu "Der Schlund" von Cord Hagen

Rezension zu "Der Schlund" von Cord Hagen
anushkavor 10 Jahren

Vor der Küste La Palmas verschwinden zwei deutsche Taucher. Vinzent Born, Versicherungsagent, wird damit beauftragt, diesen Fall zu untersuchen und Vermutungen zu prüfen, die beiden Taucher seien in Wahrheit noch am Leben. Auf dem Flug nach La Palma lernt er Susanne Brecht kennen, die auch auf die Insel will - allerdings, um den dortigen Wissenschaftlern und Behörden bei der Installation eines Tsunami-Frühwarnsystems zu helfen. Einer der Sensoren sendet nicht mehr. Und zwar derjenige an der Stelle, an der die Tauscher verschwunden sind. Gemeinsam kommen Born und Brecht einem großen Diebstahl auf die Spur, aber auf der Insel geschehen auch unerklärliche Dinge und irgendetwas lauert in den Tiefen vor der Küste ...

Wenn das menschliche Ungeziefer überhand nimmt, schüttelt sich die Insel so lange, bis sie wieder sauber ist - glauben die Einheimischen. Und auf dieser Insel scheint es von diesem Ungeziefer mehr zu geben als alles andere. Die Verschwörung reicht bis in die höchsten Reihen, alle sind korrupt und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Die Ureinwohner schotten sich ab, die Spanier hassen die Touristen und ganz besonders die Deutschen. Dieses Buch zeichnet kein besonders gutes Bild der Insel. Und genau dieses Bild war beim Lesen teilweise sehr belastend und bediente sämtliche Klischees. Cord Hagen - Pseudonym eines "bekannten deutschen Schriftstellers" - ist selbst Deutscher, scheint diese Tatsache aber mehr als zu verfluchen ... denn in welchem Ausmaß in diesem Buch (natürlich den spanischen Charakteren in den Mund gelegt) auf den Deutschen herumgehackt wird, ist beim Lesen kaum erträglich. Aussagen wie "diese deutsche Schlampe" wiederholen sich mit Regelmäßigkeit. Warum dann auf eine deutsche Leserschaft abzielen und das Buch nicht lieber in Spanien verkaufen? Dies ist jedoch nicht der einzige Wehrmutstropfen beim Lesen dieses Buches. Immer wieder schien sich der Autor nicht mehr erinnern zu können, wie seine Charaktere eigentlich heißen: da heißt die Frau des Polizeichefs mal Rosita, mal Rosina, der Polizeichef selbst mal Levante, dann wieder Levantes. Auch das Forschungsschiff heißt mal Esperanza und mal Esperanta; ein deutlicher Beweis, dass Lektorenstellen in Verlagen durchaus ihre Berechtigung haben.
Aber auch inhaltlich weist "Der Schlund" zahlreiche Schwächen auf. Angepriesen wird das Buch im Klappentext als "Ein packender Wissenschaftsthriller für alle Fans von Frank Schätzing und Michael Crichton". Fans dieser Autoren würde ich von diesem Buch abraten, da Hagen in keinem Fall auf deren "wissenschaftlichem Niveau" schreibt. Hier geht es eher um "Der weiße Hai meets prähistorisches Fossil" und wer würde den "weißen Hai" schon als Wissenschaftsthriller bezeichnen? Allein die Anwesenheit von Wissenschaftlern in einem Roman erfüllt noch nicht den Anspruch an einen Wissenschaftsthriller.
Auch die Charaktere sind eher einfach gezeichnet: gut ist gut, moralisch, mitfühlend und am Schicksal der gesamten Menschheit interessiert. Böse ist böse, machthungrig, geldgierig, egoistisch und löst alle Probleme durch Mord. Und wie bei jedem Buch dieser Art braucht man natürlich nicht fragen, wer das Zusammentreffen mit den "rocas carnivoras" überlebt und wer nicht. Gewürzt ist das ganze noch mit einem einheimischen Kult, der natürlich alle Antworten hat und den wissenschaftlichen Fortschritt verflucht.
So hat man in diesem Buch klare Schwarz-Weiß-Zeichnungen, Klischees und Vorurteile auf allen Seiten, ein bißchen Mord und Totschlag und ein alles verschlingendes Tiefseemonster ... Was will man mehr für kurzweilige, blutrünstige Unterhaltung auf niedrigem literarischen Niveau?

Kommentieren0
18
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 29 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks