Cordelia Fine

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Alle Bücher von Cordelia Fine

Cordelia FineWissen Sie, was Ihr Gehirn denkt?
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Wissen Sie, was Ihr Gehirn denkt?
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 (3)
Erschienen am 15.03.2007
Cordelia FineDie Geschlechterlüge
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Die Geschlechterlüge
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 (3)
Erschienen am 16.03.2012
Cordelia FineDie Geschlechterlüge: Die Macht der Vorurteile über Mann und Frau
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Die Geschlechterlüge: Die Macht der Vorurteile über Mann und Frau
Cordelia FineDelusions of Gender: The Real Science Behind Sex Differences
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Cordelia FineDelusions of Gender
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Delusions of Gender
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 (0)
Erschienen am 04.08.2011
Cordelia FineA Mind of Its Own
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A Mind of Its Own
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Erschienen am 01.06.2008
Cordelia FineThe Britannica Guide to the Brain
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The Britannica Guide to the Brain
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Erschienen am 26.06.2008

Neue Rezensionen zu Cordelia Fine

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ErichLedersbergers avatar

Rezension zu "Die Geschlechterlüge" von Cordelia Fine

Wenig Unterschied zwischen den Geschlechtern
ErichLedersbergervor 4 Jahren

„Die Macht der Vorurteile über Mann und Frau“ – so der Untertitel des Buches "Die Geschlechterlüge" von Cordelia Fine. Die Autorin beschreibt humorvoll, verständlich und wissenschaftlich fundiert die Trennung der Welt in Frau und Mann und verlegt viele (Vor)Urteile ins Reich Absurdistan.

Abgesehen von den bekannten (sexuellen!) Geschlechtsunterschieden tendieren die restlichen gegen Null. Genausogut, ätzt Cordelia Fine, hätte man sich auf den Unterschied zwischen Rechts- und Linkshänder/innen konzentrieren können. Dann gäbe es heute wahrscheinlich statt einer „feministischen Forschung“ eine „linkshändische Forschung“.

Weil Menschen aus Sicherheitsgründen aber gerne an Mythen festhalten, können Frauen zwar „nicht einparken“, aber sie sind „multitask-fähig“.

Männer können nicht zuhören, aber sie sind „zielorientiert und naturwissenschaftlich begabt“. Die Gehirne von Frauen und Männern arbeiten nämlich von Natur aus unterschiedlich, darum gibt es rätselhafte „weibliche Gehirne“ und auch „männliche“.

Das meinen zumindest die Verfasser verschiedener Bestseller, die grassierende Vorurteile „wissenschaftlich“ untermauern wollen.

Mich erinnerten solche Aussagen schon immer an eine Art „geschlechtlichen Rassismus“, der sich nur wenig von den Versuchen unterschied, die Intelligenz eines Menschen durch die Größe seines Gehirns oder Messungen seines Kopfes zu erklären. Außerdem habe ich bei Durchsicht meiner Freunde und Freundinnen festgestellt, dass es keinen Zusammenhang zwischen Geschlecht und Charakter gibt.

Ich fand Männer, die weich und Frauen, die hart waren. Ich fand konservative Frauen und progressive Männer. Ich fand balzende Männer und kokette Frauen. Und alle Eigenschaften ebenso beim jeweils anderen Geschlecht.

Einen Zusammenhang zwischen Geschlecht und Charakter konnte ich nur in Wahrscheinlichkeiten feststellen. Ja, es gibt mehr Männer, die Karriere machen wollen und das zu ihrem Lebenssinn erheben. Aber da es ebenso Frauen gibt, klingt die Erklärung, das liege am sexuellen Geschlecht, doch sehr banal. Und da es auch Frauen gibt, die ihre Kinder (und Männer) verlassen, erscheint etwa auch das Wort „Mutterliebe“ als ziemlich plumpe Idealisierung der Wirklichkeit.

Die Zuordnung von sexuellem Geschlecht und sozialer Rolle im Verhältnis Eins zu Eins ist ein sprachlicher Irrtum mit unsinnigen gesellschaftlichen Folgen. Die Tatsache, dass Männer keine Kinder bekommen können, wirkt sich wenig auf das Verhalten aus. Mehr schon die Erziehung zum „echten Mann“ – und die wird überwiegend von Frauen betrieben. Auch ein biologisches Naturgesetz? Oder eine Ideologie?

Weil Frauen in irgendeiner Embryoentwicklung weniger Testosteron erhalten, sollen sie die Welt grundlegend anders sehen wie Männer? Dann kann die Menschheit genausogut in kurzsichtige und weitsichtige Menschen unterschieden werden, im physikalischen Sinn des Wortes. Schließlich haben auch sie eine unterschiedliche Entwicklung durchzumachen.

Cordelia Fine, glücklicherweise eine Frau und daher weniger verdächtig (übrigens ein Versuch, herrschende Vorurteile für eigene Zwecke auszunutzen), fasst in ihrem Buch „Die Geschlechterlüge“ auf 374 Seiten – Anmerkungen, Bibliographie und Verweise beinhalten weitere 100 Seiten, aber die muss man nicht unbedingt lesen – wissenschaftliche Erkenntnisse lesbar (!) zusammen, die sich gegen herrschende Mythen und Legenden richten.

Selbst wenn sie feministisch begründet werden.

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M

Rezension zu "Die Geschlechterlüge" von Cordelia Fine

Rezension zu "Die Geschlechterlüge" von Cordelia Fine
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

Stereotypen statt Veranlagungen

Nicht „natürliche Anlagen“ sind es, die den Menschen letztlich in seiner Persönlichkeit formen, sondern in weitaus höherem Maße ist es das, was an Denken vermittelt wird, an kulturellen Vorurteilen, an Stereotypen, letztlich.

Auf der Basis dieser Erkenntnis entfaltet Cordelia Fine ihr erfrischend im Ton und allzeit verständlich im Stil geschriebenes Buch, in dem sie sich den behaupteten „natürlichen“ Unterschieden zwischen Frauen und Männern zuwendet. Und die „wissenschaftlichen Erkenntnisse“ intensiv betrachtet und auseinanderbaut, die so viele aber nur vermeintliche „Tatsachen“ über Mann und Frau neurowissenschaftlich in den Raum gesetzt hat,

Ob es jenes Vorurteil ist, dass „Männer in Sachen Empathie eben komplett ungünstig verdrahtet sind“, weile ihre „Neuronen eine Testosteronmarinierung“ über sich ergehen lassen mussten oder eben die andere Seite der Medaille, dass Frauen nun mal nicht „räumlich genug“ denken können, um korrekt ein Auto einzuparken.

Oder auch, warum es so wenig Frauen in Führungspositionen gibt, gar, dass viele Frauen gar nicht zu solch „höheren Weihen“ hinstreben. Natürliche Veranlagung? Oder festgefahrene, stereotyp Denkweisen, die quasi mit der Muttermilch bereits weitergegeben werden?

Eines wird schon zu Beginn der Lektüre klar, die Sache mit der „natürlichen Veranlagung“ hat etwas bequemes im Denken, etwas so heimelig „Unveränderbares“, so dass man sich nicht allzu sehr damit beschäftigen müsste. Das ändert aber nichts daran, so weist die Neurowissenchaftlerin Fine überzeugend in ihrem Buch nach, dass die psychologischen Einflüsse Persönlichkeiten „Machen“ und dass diese geprägt sind von tradierten Stereotypen, die dann zu selbsterfüllenden Prophezeiungen werden.

Demgegenüber ist die Folgerungen Fines im Buch eine entgegen gesetzte: „Männern und Frauen ist alles möglich“. Wenn es entsprechend gelingt, die einengenden Stereotype zu erkennen, zu benennen und zu überwinden. Männer sind eben nicht rein hormonell bereits mathematisch begabter, auch wenn an mancher Stelle diese Wahrheit nicht gerne gehört werden wird. Stereotype, die bereits von klein auf geprägt werden durch die unterschiedlichen Erwartungshaltungen von Eltern und Familien an Kinder männlichen oder weiblichen Geschlechtes. Erwartungen, die sich von Geburt an ausdrücken in unterschiedlichen Spielzeugen und Rollenerwartungen. Jungens sollen eben nicht Mädchen sein („Du Mädchen“ ist ein klassisches Schimpfwort für “zu weiche“ Jungen“) und Mädchen eben nicht herb, Mannfrau oder sonstiges in sich entdecken, sondern sich doch eher den Puppen zuwenden (um sich auf das „wirkliche“ Leben vorzubereiten).

Locker in der Sprache, immer praxisbezogen, mit vielen Beispielen und durchaus sanfter bis stärkerer Ironie wendet sie sich einem eben nur halbwegs sich ändernden Denken zu, zeigt den „Neurosexismus“ auf, der in seinen „Verdrahtungen „ „aufgepfriemelt“ werden müsste und plädiert für ein klares „Gender-Recycling“, ein „sich dehnen“ über die einengenden inneren Stereotyp Schranken hinaus. Eine beharrliche Dehnung des soziologischen Vorstellungsvermögens ist wohl die bete Möglichkeit, den eigenen Engen im Denken zu entkommen.

Ein Buch übrigens, dass in dem, was Fine impliziert, durchaus über das engere Thema Mann und Frau hinausgeht. Stereotype sind ja nicht auf Geschlechterrolle festgelegt, sondern finden sich in so gut wie allen Bereichen des Lebens und der „Vorbereitung von Kindern auf das Leben“ wieder. Auch hier wäre eine angesprochene „Dehnung“ für ein konstruktives Miteinander der Menschheit durchaus ratsam. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre über das, was Menschen zutiefst für ihr Leben prägt. Und wie es überwunden werden könnte.

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