Cordula Nolte

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Cordula NolteFrauen und Männerin der Gesellschaft des Mittelalters
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Frauen und Männerin der Gesellschaft des Mittelalters
Cordula NoltePrincipes
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Principes
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Erschienen am 01.09.2002
Cordula NolteWissenschaft für Alle
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Wissenschaft für Alle
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Erschienen am 16.11.2012
Cordula NolteFamilie, Hof und Herrschaft
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Familie, Hof und Herrschaft
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Erschienen am 01.10.2005
Cordula NolteConversio und christianitas
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Conversio und christianitas

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Heike110566s avatar

Rezension zu "Frauen und Männerin der Gesellschaft des Mittelalters" von Cordula Nolte

Rezension zu "Frauen und Männerin der Gesellschaft des Mittelalters" von Cordula Nolte
Heike110566vor 7 Jahren

Wie war das Leben im Mittelalter wirklich? - Auf jeden Fall war es komplexer, vielschichtiger und differenzierter als uns in der allgemeinbildenden Schule, in modernen Romanen über das Mittelalter und vielen Dokus und reißerischen Büchern suggeriert wird. Diese Vielschichtigkeit des Mittelalters kann man sich nur erschließen, wenn man tiefer in die Materie eindringt und nicht nur das als die miitelalterliche Wirklichkeit annimmt, was als Fettaugen an der Oberfläche schwimmt und einem förmlich ins Auge springt, sprich also die Herrscher und allgemein-plakative Verkürzungen. Je mehr man sich mit Details des Lebens in dieser Zeit beschäftigt, desto faszinierender wird diese Epoche, denn das Leben war von weit mehr gekennzeichnet als Kriege, Fehden, Gewalt, Scheiterhaufen oder Hexenverfolgungen.
Um sich das komplexe Leben im Mittelalter zu erschließen, ist es für Interessierte sehr hilfreich, Literatur zur Hand zu haben, in der entsprechende Themen von fachkundigen Historikern aufbereitet werden. Claudia Nolte ist Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Bremen und in diesem hochinteressanten Buch widmet sie sich speziell dem Zusammenleben von Frauen und Männern in der Gesellschaft des Mittelalters, stellt also eine geschlechterdifferenzierte Betrachtung über das Dasein in dieser Epoche hier an.
Dieses Buch richtet sich zwar in erster Linie an Studierende und Lehrende, aber auch für historisch Interessierte, die schon einige Grundkenntnisse zur Epoche besitzen und die mit wissenschaftlicher Lektüre, also Fachliteratur nicht in populärwissenschaftlicher Umgangssprache, sondern wissenschaftlich korrekter Sprache, vertraut sind, ist diese Veröffentlichung sehr gut geeignet und sicher auch ein großer Gewinn.
Claudia Nolte betrachtet in dieser Abhandlung alle Klassen und Schichten der Gesellschaft und unterscheidet dabei stets die Rolle der Frauen und die der Männer. Dies aber nicht nur in der Form, dass jetzt auch hier wieder verkürzt wird und z. B. gesagt werden würde: Beim Adel war es so und so und beim Klerus so und bei der Bauernschaft so ... Nein, praktisch jeder relevante Lebensbereich innerhalb einer Schicht wird nochmal extra betrachtet: also Familie, Arbeitsleben, Sozialisation, Kulturleben, Religion, Bildungsmöglichkeiten ...
Daneben werden verschiedene Lebenskonzepte und Leitbilder vorgestellt und daraus resultierende Normen sowie wie diese Normen dann tatsächlich gelebt wurden.
Frau Nolte stellt das Zusammenleben im Mittelalter dar. Im Vordergrund steht Wissensvermittlung, nicht Wertung des Geschehenen. Es wird also nicht das Dargestellte beurteilt resp. verurteilt, wie es in sehr vielen "populärwissenschaftlichen" Veröffentlichungen im Massenbuchhandel der Fall ist und wo noch völlig unwissenschftlich unsere heutigen Wertmaßstäbe als Beurteilungsgrundlage dienen, statt im Kontext in dem sie geschahen. Dadurch gelingt es ihr, den Leser zu animieren, selber zu durchdenken, was er an umfassenden Informationen bekommen hat, sich also diesen Komplex so durch differenzierte Überlegungen wirklich zu erschließen.
Dieses geballte Wissen ist detailliert, aber dennoch kompakt dargestellt. Dies macht das Buch zu einem sehr guten Wissensspeicher und zu sehr guter Einführungsliteratur in das Thema. Und dies ist auch das Ziel der preiswerten Reihe "Geschichte kompaktr" der WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt). Damit es für das Zielpublikum auch erschwinglich bleibt, wird in dieser Reihe darauf verzichtet, jede Einzelaussage der Historiker durch historische Quellen seperat zu belegen. Dafür muss man dann doch die Archive, wie z. B. Stadtarchive, Kirchenarchive usw, selbst aufsuchen, so man Zweifel hegt, ob das im Text Dargestellte so stimmt, was ja dann wieder Forschungsarbeit im oben genannten Sinne wäre, die es ja gerade zu umgehen galt, um an fundierte Informationen für ein Thema zu kommen.
Was es aber gibt, ist eine sehr gut sortierte Auswahlbibliographie, die für jedes Kapitel gute weiterführende Literatur auflistet.
Dieses Buch war für mich von großen Nutzen, um mich mit der Vielschichtigkeit des Lebens im Mittelalter vertraut zu machen.

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