Corinna Böck

 3,7 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf

Corinna Böck (30) kommt aus dem Allgäu und lebt in München. Die Kommunikationswissenschaftlerin verbrachte nach der Schule je ein Jahr in Australien und Chile. Dort und in ihren darauffolgenden Jobs wurde sie mit zahlreichen Themen konfrontiert, über die sie gerne viel früher Bescheid gewusst hätte.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Corinna Böck

Pragmatisch und kritisch

Jeder sollte sich mit jeglichen Themen auseinandersetzten, die mit dem "richtigen" Leben zu tun haben. Unser Schulsystem ist nicht unbedingt pragmatisch und zeitgemäß - dieses Buch hilft dabei und gibt zumindest den Anreiz sich weiter mit dieser prekären Situation auseinanderzusetzen. Alles, was das Leben leichter macht, ist zu empfehlen - so auch dieses Buch.

Praktisch

„Warum lernen wir in der Schule eigentlich nicht, glücklich zu sein und ein erfülltes Leben zu führen? Warum lernen wir nicht, neugierig zu bleiben und mutig zu sein? Warum lernen wir nicht, uns mit Dingen zu beschäftigen, die uns wirklich interessieren und begeistern? Nichts gegen die Schönheit von Parabeln, die ein exponentielles Wachstum abbilden, oder den genialen, wohlausbalancierten Kreislauf der Photosynthese, der Leben ermöglicht, ohne Müll zu produzieren, und somit ein perfektes Vorbild für die Umsetzung von Kreislaufwirtschaft darstellt.“ (S. 15)


Alles, was du in der Schule nicht gelernt hast, aber fürs Leben brauchst ist ein gutes Buch für alle, die keinen Plan haben. Nicht nur für Schüler nach der Schule, sondern auch für Menschen, die einen Lebensabschnitt hinter sich lassen und nun auf eigenen Beinen stehen müßen. Ich hätte das Buch durchaus mit fast 30 Jahren sehr gut gebrauchen können.

Das Buch beginnt mit einer humorvollen Einleitung, die trotzdem voller Wahrheiten steckt. Die kleine Schrift ist gewöhnungsbedürftig, aber Schüler sind vermutlich kleine Schriftarten in großer Masse noch gewohnt. Das Inhaltsverzeichnis verrät, daß es wiederkehrende Themengruppen gibt. Die Kapitel sind übersichtlich, gut strukturiert und bauen aufeinander auf. Es wird nicht jedes Themengebiet nach dem anderen abgearbeitet, sondern immer wieder erweitert. Zum Beispiel fängt das Buch mit Psychologie 1 an, gefolgt von Job und Karriere 1, Organisation und Alltag 1, Finanzen und Steuern 1, um dann mit Psychologie 2 weiter zu machen. Alle genannten Quellen werden im Quellenverzeichnis aufgelistet, genauso wie Literaturempfehlungen zur Vertiefung einzelner Themen. Rundum gibt das Buch eine gute Übersicht zu verschiedenen Themen und macht es zu einem guten Begleiter für das Leben. Nicht nur für Schüler.


Trotzdem gibt es einige Kritikpunkte. Es werden häufig Persönlichkeitstest empfohlen, um gewisse Dinge zum Beispiel über sich selbst herauszufinden. Leider wird aber kein spezieller Test empfohlen, sondern auf das Internet hingewiesen. Da man im Internet alles findet, auch viel Schund, gerade bei Persönlichkeitstests, hätte ich mir hier einen direkten Link gewünscht.

Neben dem Gendern in diesem Buch (Mitarbeitende, Studierende) stört mich die Politik. So ein allumfassendes Buch sollte politikfrei sein, denn Politik gehört immer in eine gewisse Zeit, die dieses Buch theoretisch überdauern sollte. 

In dem Kapitel Kommunikation 2 geht es um Meinungen und Fake News. Als Hinweis, um Fake News zu erkennen, gibt es den Unterpunkt „Prüf die Quelle: Stelle sicher, dass die Nachricht aus einer seriösen Quelle stammt, die sorgfältig recherchiert und die Fakten gecheckt hat. Zu den verlässlichen Quellen zählen die öffentlich-rechtlichen Sender, sowie qualitativ hochwertige journalistische Nachrichtenportale wie spiegel.de, zeit.de, suedeutsche.de, faz.net oder tagesschau.de.“ (S. 305)

Es gibt genügend Beispiele, wo die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender und auch einiger Nachrichtenportale mehr als mangelhaft war, vor allem aber sind sie einseitig und nicht neutral. Unter sorgfältig recherchiert und Fakten gecheckt verstehe ich was anderes. Daher empfinde ich diese allumfassende Aussage, die nicht mehr als eine Meinung ist, als ziemlich aufdringlich und beeinflussend.


Alles, was du in der Schule nicht gelernt hast, aber fürs Leben brauchst ist ein guter Ratgeber, den man nicht zu ernst nehmen sollte. Er hat durchaus gute Ratschläge, erklärt vieles, aber man sollte, um dem eigenen Tipp auf S. 306 zu folgen, skeptisch sein. 

Eine absolute Empfehlung für junge Erwachsene!

Erinnert ihr euch noch daran, wie es war, als ihr in der Schule diese vielen Millionen Dinge gelernt habt, in vielen verschiedenen Fächern und AGs und als ihr dann den Abschluss hattet – egal ob Hauptschule, Realschule oder Abitur – feststellen musstet, dass ihr den Großteil dessen nie wieder braucht? Euch im Gegenzug aber die reale Welt, die realen Herausforderungen der Erwachsenenwelt total fremd waren? 

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Und genau hier setzt dieses Buch an.

 

Habt ihr in der Schule gelernt, wie man sich zwischen Ausbildung, Schule und Dualer Ausbildung entscheidet? Habt ihr gelernt, wie man eine Steuererklärung macht, oder einen Mietvertrag unterschreibt? Wie man fürs Alter vorsorgt oder wie man Karriere macht? Richtig: ich auch nicht.

 

Ich finde es toll, wie hier in vielen verschiedenen Bereichen jungen Erwachsenen erklärt wird, was im Leben so auf sie zukommen wird. Das fängt mit der simplen Unterscheidung zwischen Steuer-ID und Steuernummer an, geht weiter mit ‚wie mietet man eine Wohnung‘ oder ‚wie funktioniert eine Steuererklärung‘. Es geht um etliche Themen, die alle zum Erwachsenenleben dazugehörten, die aber in den Schulen nicht gelehrt werden.

 

Teilweise hätte ich mir etwas mehr praktische Beispiele gewünscht. Ja, es gibt viele, aber zum Beispiel klingt es bei Steuer-ID und Steuernummer sehr technisch, da hätte man sich auch zwei Beispielnummern ausdenken können, um das zu verdeutlichen, wie sie konkret aussehen können und wo man sie findet. 

 

Was mir ebenfalls zu kurz kam, war die Auseinandersetzung mit dem Thema „Selbstständigkeit“ bzw. dem Status als „Freiberufler“. Ich bin darauf sensibilisiert, weil ich betroffen bin, aber gerade, wenn es um dieses Thema geht, erhält man nur sehr wenige Informationen im Buch. Ich hätte es schön gefunden, wenn da mehr gekommen wäre oder wenigstens ein Verweis darauf, wo man mehr Infos erhalten kann. Klar wird der Großteil der Jugendlichen entweder eine Ausbildung oder ein Studium machen aber es gibt eben auch welche, die den Weg der Selbstständigkeit wählen werden und die so nicht nur in diesem Buch vernachlässigt werden.

Selbstständigkeit wird hier gleichgesetzt mit dem Dasein als Künstler oder Kunsthandwerker, dabei gibt es so viel mehr Möglichkeiten, wie man am Ende in der Selbstständigkeit landen kann. Deswegen hätte ich mich gefreut, wenn das Thema ausführlicher behandelt worden wäre.

 

Davon aber mal abgesehen gefiel mir das Buch wirklich richtig gut. Das Wissen wird kompakt aber verständlich vermittelt. Man kann immer wieder nachschlagen und es ist echt ein Rundumschlag, auch im Bereich psychische Gesundheit und Achtsamkeit.

 

Von mir bekommt es 4,5 Sterne.

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