Corinna Hesse Israel Hören - das Heilige Land

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Inhaltsangabe zu „Israel Hören - das Heilige Land“ von Corinna Hesse

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  • Rezension zu "Israel Hören - das Heilige Land" von Corinna Hesse

    Israel Hören - das Heilige Land

    HeikeG

    08. August 2009 um 13:54

    Zwischen den Horizonten . Am nördlichen Ende des gewaltigen, 6000 Kilometer langen Grabenbruchs, der die afrikanische Erdplatte von der arabischen trennt, liegt ein Land, das eine bewegte Geschichte hinter sich hat und dessen politische und religiöse Vergangenheit auch in jüngster Zeit immer wieder die Zündschnur für vielfältige blutige Auseinandersetzungen liefert. . Schon immer war Israel ein Land der Gegensätze. Allein geografisch kann es mit einer Fülle Divergenzen aufwarten. In En Gedi am Toten Meer mit seinen heilenden Salzen und der gesunden Luft liegt zum Beispiel der tiefste Punkt der Erde - mehr als 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Die fruchtbaren Flusstäler des Jordans wechseln sich mit kahlen Gebirgszügen und faszinierenden Wüstenlandschaften ab. Diese geografischen Kontroversen erzeugen zum Teil schroffe Wetter- und Jahreszeitenwechsel. "In der sommerlichen Trockenzeit bleibt der Regen aus, das Land verdorrt. Herbst und Winter bringen heftige Stürme und Gewitter.", weiß der Sprecher des Hörbuches "Israel hören" - der Schauspieler Rolf Becker - zu berichten. . Zum Chaos der Natur gesellt sich das nicht immer friedliche Miteinander seiner Menschen, hervorgerufen durch ein Potpourri verschiedener Glaubensrichtungen, von denen zwei ihren Ursprung in diesem Land haben - das Juden- und das Christentum. Moses führte die Israeliten Ägyptens aus 500 Jahre Sklaverei in das Land Kanaan - wie es damals im Vorderen Orient hieß. Jesus wurde hier geboren, wirke als Wanderprediger und verkündet das Reich Gottes, in welchem das Böse enden und das Gute vollkommen wird, bis er - der Aufsässige - gekreuzigt wird. Später baut man in Jerusalem die Grabeskirche über seinem offenen Grab. . In unglaublich fesselnden 80 Minuten spannt die Produktion des Silberfuchs-Verlages der beiden Kulturjournalistinnen Corinna Hesse und Antje Hinz einen großen zeitlichen Bogen von der Antike und der ersten frühen Hochkultur (in Megiddo, einer mehr als 5000 Jahre alten Stadt im Norden Israels, fand sich ein Fragment des sumerischen Gilgamesch-Epos, der ältesten erhaltenen Literatur der Menschheit) bis in die heutige Gegenwart. Unterlegt mit musikalischen Beiträgen, die den gesprochen Text harmonisch und authentisch untermalen, ist dieses Hörbuch erneut ein überaus wissensreiches und interessantes Zeitzeugnis eines widerspruchsvollen Landes. Äußerst sensibel wird dabei die dramatische Geschichte von Vertreibung, Verfolgung, Wiederbesiedlung und die große Friedenssehnsucht Israels erzählt. Corinna Hesse, die Autorin konzentriert sich dabei vor allem auf die frühe Geschichte des Landes und spürt dem nach, was die Juden, das Volk Israel, überhaupt erst zu dem gemacht hat, was es ist, und welche Spuren es in anderen Kulturen hinterlassen hat. Der Holocaust wird zwar nicht ganz verschwiegen, spielt aber ebenso wie die Moderne nur eine geringe Rolle. Verbindende Elemente sind immer wieder die drei großen Weltreligionen, die die Autorin abseits der religiös-politischen Reibungsflächen überaus behutsam einflicht und dadurch eine sensitive Brücke zwischen Orient und Okzident schlägt. . "Israel hören" reiht sich erneut wohltuend ein in die Serie anspruchsvoller, aber immer leicht verständlicher Hörbücher über Länder und ihre Kulturen, die aus dem Haus in Kayhude, vor den Toren Hamburgs gelegen, kommt. Alle zeichnet ein fundiert recherchierter Inhalt in einer spannenden, lebendigen, abwechslungsreichen und ausdrucksstarken Aufbereitung aus. Aber nicht nur der Inhalt der von Roswitha Rösch künstlerisch gestalteten CD - eine wohltuende Mischung aus Musik (40 Musikbeispiele des jüdischen Kulturraumes) und Wort, vorgetragen von einem großartig intonierenden Rolf Becker, mit seiner sonoren und wohl modulierten Stimme - offenbart Opulenz und Vielfalt, auch das 19seitige Begleitheft überrascht mit einem zusammenfassenden Geschichts-"Stakkato" und vielfältigen Abbildungen von archäologischen Funden, Tempelreliefs, Ikonenmalereien oder Fotos der Festungsanlage von Masada und des Felsendoms in Jerusalem. Eine kleine, feine optische Ergänzung zum akustischen Genuss. . Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Land endlich zur Ruhe kommt, denn Ausdauer und Geduld hat es längst bewiesen. "Es kam aus dem Mittelpunkt der Welt, wanderte rund um den Globus und kehrte dann zurück. Wenn es auf die Weisheit seiner Väter vertraut, können die Söhne vielleicht in Frieden leben. Die Geschichte ist wie ein Buch, das keinen Anfang hat und kein Ende.", leitet Rolf Becker das letzte Kapitel im Hörbuch ein, um anschließend den israelischen Schriftsteller Amos Oz zu zitieren: "Als kleiner Junge wollte ich, wenn ich einmal groß wäre, ein Buch werden. Nicht Schriftsteller, sondern ein Buch: Menschen kann man wie Ameisen töten. Auch Schriftsteller umzubringen ist nicht schwer. Aber Bücher - selbst wenn man versuchte, sie systematisch zu vernichten, bestand immer die Chance, dass irgendein Exemplar überlebte und sich weiterhin eines Regallebens in der Ecke einer abgelegenen Bibliothek erfreute. Menschen kommen und gehen, werden geboren und sterben, doch Bücher sind unsterblich." Ein kleines bisschen unsterblich ist auch dieses Hörbuch. . Fazit: "Israel hören" weckt wohltuend jenseits von jeglichen Vorwürfen und Wertungen Verständnis, Neugier und Interesse für die jüdische Kultur, die die abendländische nicht wenig beeinflusst hat. Das Hörbuch ist eine überaus spannende und lehrreiche Reise durch ein fremdes, aber zeitweilig auch vertrautes Land. Den Hörer erwarten anspruchsvolle Informationen in 21 kurzen etwa vier-minütigen Kapiteln.

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