In dem neuen Buch von Corinna Kastner geht es um eine spannende Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen. Zwar ist das Buch schon einmal unter einem anderen Titel und in einem anderen Verlag veröffentlicht worden, hat aber seinen neuen schönen Anstrich im Emons Verlag bekommen. Neugierig bin ich direkt durch das geheimnisvolle Buchcover geworden und die Geschichte hat mich auch direkt ins Geschehen hineingezogen. Es geht nämlich um Viktoria, die Schriftstellerin ist, und völlig unerwartet von einem ihr unbekannten Mann, die Hälfte an der Kranichburg an der Ostsee erbt. Sie hat diesen Mann auf ihrer letzten Lesereise kennengelernt, als er sie angesprochen, dann aber nicht mehr für sie zu sprechen war. Kurze Zeit später ist er verstorben und sie sitzt mit vielen Fragen vor dem Testament. Roman, ein ihr unbekannter, aber sehr attraktiver Mann, erbt die andere Hälfte und weiß ebenfalls nicht warum. Nach den Auflagen im Testament müssen sie zwei Monate gemeinsam in dem Haus leben, nur dann erben sie tatsächlich. Hier kommt es nun zu einer Annäherung beider und gemeinsam fangen sie an das Geheimnis zu ergründen. Dabei finden sie nicht nur ein verstecktes Tagebuch, sondern viele Hinweise, denen sie nachgehen.
Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen, die Autorin versteht es eine sehr atmosphärische Stimmung zu beschreiben. Auch die Gefühlswelt der Protagonisten wird intensiv beschrieben. Dabei erzählt die Autorin auch sehr geschickt in einzelnen Teilen mal in der Jetzt-Zeit und dann wieder in der Vergangenheit. Besonders gut haben mir die Erzählstränge in der Vergangenheit gefallen. Da ging es nämlich um Marie und Doro, Zwillingsschwestern, die den gleichen Mann liebten. Das war unheimlich spannend beschrieben und gerade diese Teile habe ich sehr gefesselt gelesen. Leider hatte das Buch für mich aber auch einige Längen, beispw. wird die frühere Beziehung von Viktoria zu Hendrik, der Testamentsvollstrecker ist, für meinen Geschmack viel zu ausführlich erzählt, denn sie bringt die Geschichte nicht wirklich weiter. Auch ihre Freundin und die Schwester von Hendrik blieb blass, so dass auch diese Nebenfigur eine viel kürzere Darstellung gut getan hätte. Aber, und das war wirklich toll, wenn ich manchmal dachte, ich wüsste, wie es weiter geht, hat mich die Autorin dann doch wieder überraschen können. Insgesamt hat mir dieses Familiengeheimnis schöne Lesestunden und so einiges Miträtseln bereitet. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter.




























