Corinna Mieth Handbuch Gerechtigkeit

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Inhaltsangabe zu „Handbuch Gerechtigkeit“ von Corinna Mieth

Was ist gerecht? Ist gerecht, was dem Gesetz entspricht? Wie sind gesellschaftliche Güter gerecht zu verteilen? Wie ist globale Gerechtigkeit zu erreichen? Und wie die Gerechtigkeit gegenüber zukünftigen Generationen? – Das Handbuch stellt die Geschichte des Gerechtigkeitsbegriffs dar, erläutert die unterschiedlichen Gerechtigkeitstypen und deren philosophische Grundlagen wie Utilitarismus, Diskursethik sowie Kritische Theorie und betrachtet die Gerechtigkeit im Kontext von Moral, Menschenwürde und Menschenrechten. Das Schlusskapitel beleuchtet aktuelle Anwendungsfragen wie Generationengerechtigkeit, Gesundheitsversorgung und Lohngerechtigkeit.

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  • Interdisziplinäre, wissenschaftliche Betrachtung von „Gerechtigkeit“

    Handbuch Gerechtigkeit
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. November 2016 um 14:20

    Interdisziplinäre, wissenschaftliche Betrachtung von „Gerechtigkeit“Es scheint zu stimmen, worauf John Rawls im Rahmen seiner Theorie der Gerechtigkeit baut.„..dass Menschen normalerweise über einen Gerechtigkeitssinn verfügen“. Das somit das Empfinden, die Haltung zu und der Umgang mit „Gerechtigkeit“ eine Form der „natürlichen Grundausstattung“, zumindest aber der frühkindlichen Prägung in hohem Maße darstellt.Von der Alltagssprache („wie ungerecht!!) bis hin zu theoretischen Untersuchungen mit hohem Abstraktionsgrad, von der „ganz praktischen“ gesellschaftlichen Seite her, die zur Zeit immer mehr zum weltweiten Thema Nummer eins wird bis hin zum Sport auch auf untersten Ebenen der Ligen, „Gerechtigkeit“ lässt keinen kalt und wird intuitiv eingefordert.Wobei, und das legen die Herausgeber dieses Handbuches bereits in der Einleitung eindeutig vor Augen, „Gerechtigkeit“ nicht nur kein einfacher Begriff ist, sondern auch solch vielfältigen Bezügen vorkommt (unter Personen, im Blick auf Institutionen, auf die „gerechte“ Gesellschaft an sich, in der Entfaltung innerhalb religiöser Systeme („der Gerechte“), in der Rechtsprechung bis zum Finden eines Strafmaßes, bis hin zu einfachen Spielen mit ihren Regeln, bei denen es „gerecht“ zugehen soll (und muss, wenn Interesse an einem „Weiterspielen“ durch alle Beteiligten bestand haben soll).Das all wesentlichen und wichtigen Gebiete des menschlichen und gesellschaftlichen Miteinanders von diesem Begriff durchdrungen sind, dass von der Rechtsprechung über die Bildung („Bildungsgerechtigkeit“) bis zur global betrachteten „Gerechtigkeit“, was Rohstoffe und Arbeitsplätze angeht kaum ein Bereich gefunden werden kann, in dem nicht „Gerechtigkeit“ eine der grundlegenden Elemente der Beziehungsgestaltungen darstellen, macht es den Herausgebern dieses Handbuches nicht einfach, zumindest eine grobe Struktur und einen wesentlichen Überblick über die Füllung des Begriffes zu geben.Dennoch gelingt es, die „großen Felder“ im Buch differenziert und fundiert darzustellen, auch wenn die Lektüre einer hohen Konzentration Bedarf, was die wissenschaftliche Sprache und, in Teilen, die hohe Abstraktion der Diskussion des Begriffes betrifft.„Deswegen ist es nicht leicht, abstrakt viel dazu zu sagen, was Gerechtigkeit überhaupt ist, ohne auf die ein oder anderer dieser Positionen (philosophisch, religiös, kulturell u.a.) unmittelbar Bezug zu nehmen“.Daher setzten die Herausgeber in ihrer Vorgehensweise ein klares Ziel.„…die verschiedenen Aspekte des Gerechtigkeitsbegriffes umfassend darzustellen und den aktuellen Stand der Forschung zu den jeweiligen Gerechtigkeitsfragen zu präsentieren“.Ein Anliegen, das den Herausgebern im Gesamten des Handbuches am Ende hervorragend gelingt.Von den zentralen historischen Phasen der Entwicklung der Gerechtigkeitsidee (ausgehend von Europa) und die Suche nach den Wurzeln dieser „Gerechtigkeitssystem“ leitet der zweite Teil des Werkes dann über, zentrale Gerechtigkeitstypen und Aspekte des Begriffes vorzustellen (von der Empirischen Gerechtigkeitsforschung über Tauschgerechtigkeit hin zu internationaler Gerechtigkeit, sozialer Gerechtigkeit und vielem mehr.Grundlagen, die im dritten Hauptteil sehr konkret und anschaulich in ihrer Ausprägung und ihren Einflüssen in „Gerechtigkeitskonzeptionen“ einfließen, die je ausführlich vorgestellt werden.In diesem dritten Hauptteil ist der Kern des Werkes auch für die weitergehende Diskussion zu finden, denn im Anblick der vielfachen Konzepte von Gerechtigkeit lassen sich doch Teilmengen der einzelnen Felder ausfindig machen, die für die gegenwärtig ganz praktische Situation der (zumindest gefühlten) zunehmenden „Ungerechtigkeit“ zunächst als Hilfe zu Zielfindungen in bester Weise dienen können.Wobei auch hier deutlich wird, dass es keine einfachen, prägnanten und fassbaren Bestimmungen der und Wege zur Gerechtigkeit geben kann, wenn man allein die im vierten Hauptteil sorgfältig vorgelegten Beziehungen der Konzeptionen zu entsprechenden Kontexten wie „Menschenwürde“, „Moral“, „Grundrechte“, „Staat“, „Gesellschaft und Kultur“ u.v.a. sich vor Augen führt.„Gerechtigkeit“ ist keine einmal zu definierende Sache, sondern, wie im Buch deutlich wird, ein dynamischer Prozess mit zumindest Unterschieden in den Feinheiten, die bedacht werden wollen auf dem weiteren Weg zu einer „gerechten Welt“ oder einem „guten Leben“, wie es in entsprechenden Theorien zum Begriff als Ziel anklingt.Die aktuelle Diskussion was die „Anwendung“ angeht bildet das Ende des Handbuches. Und auch hier finden sich alle „großen“ gesellschaftlichen Themen strukturiert bearbeitet vor. „Anwendungsfragen“ trifft es dabei als Titel dieses abschließenden Teils auf den Punkt, denn nur im (kontinuierlichen) Diskurs werden Anwendungsfragen bearbeitet und erprobt werden können, eine Zusammenfassung von geschlossenen „Antworten“ ist nicht möglich.Eine umfassende, in den einzelnen Themen gut dargestellte Betrachtung des Begriffes (und der dahinterstehenden Wirklichkeit) „Gerechtigkeit“, die vielfache Anregungen zu weiterführender Literatur am Ende jedes thematischen Kapitels enthält und in bester Weise die wichtigen, existenziellen Bezüge der „Gerechtigkeit“ umfassen benennt, herausarbeitet und in diesen dann interdisziplinär den aktuellen Stand der Forschung vor Augen führt.

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