Corinna Rückert Lustschreie

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Inhaltsangabe zu „Lustschreie“ von Corinna Rückert

Sinnenfreuden pur! Eine Frau macht sich auf zu einem Blind Date. Sie ist gespannt. Plötzlich hat sie eine Binde vor den Augen und wird zart und doch fordernd von einem Unbekannten verführt. Ihre Erregung ist grenzenlos – und ihre Überraschung groß, als sie herausfindet, wer der Fremde ist. Anregend und sinnlich erzählt die Autorin in dieser und vielen anderen erotischen Geschichten von der grenzenlosen Lust an der Lust.

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  • Rezension zu "Lustschreie" von Corinna Rückert

    Lustschreie

    Azahar

    12. November 2009 um 12:50

    Nicht jeden erregen die gleichen Dinge, nicht jeder findet das gleiche erotisch. Deshalb möchte ich auch gar nicht auf den Inhalt des Buches eingehen. Meine schlechte Bewertung gründet sich vor allem auf der schreibtechnischen und erzählerischen Ausführung von an sich eigentlich ganz interessanten Ideen. Es scheint, die Autorin hätte sich zum Ziel gesetzt, in keiner Geschichte jemals eine Umschreibung eines menschlichen Geschlechtsteils zu wiederholen (so als ob Umschreibungen überhaupt notwendig wären). Das hatte eine bizarre Fülle von Verlegenheitswörtern zur Folge, die die Schriftstellerin in mir zum Weinen brachten und die Leserin Tränen lachen ließen. Nehmen wir uns nur mal zwei Seiten der Geschichte "Sushi" vor: Liebesstab, Amorpfeil, Amors Gerät, Speer, Pfahl, Latte, Rute, Pflaume, Prachthammer, Lanze, Schmetterling etc. Viele der so genannten Kurzgeschichten, sind außerdem eher Szenen, Ausschnitte, oder flüchtige Einblicke, die nichts als die sexuelle Handlung an sich beschreiben. Es gibt keine Rahmenhandlung, keinen Spannungsaufbau, der Höhepunkt wird schon im ersten Satz auf dem silbernen Tablett serviert, falls er überhaupt kommt. Der Leser wird somit jeglicher Möglichkeit, sich mit seinen Helden zu identifizieren, mitzufühlen und mitzufiebern beraubt. Sie bleiben nichts als leere Hüllen. Dieser Eindruck hat sich noch dadurch verstärkt, dass alle Geschichten mit einer gewissen Distanz erzählt werden, die den Gefühlen der beteiligten Personen so gut wie keinen Raum geben. Niemals zögert jemand, niemals verschwendet er / sie einen zweiten Gedanken daran, was er / sie tut, es passiert einfach. Der Realismus, die Glaubwürdigkeit der Handlung und somit die Identifikationsmöglichkeit des Lesers gehen dadurch vollkommen verloren. Ich könnte das Buch nicht guten Gewissens weiterempfehlen.

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