Corinna S. Bille

 4 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf von Corinna S. Bille

Corinne Bille war eine bedeutende Schriftstellerin der französischen Schweiz; sie wurde 1912 in Lausanne geboren und starb 1979 im Sierre.

Ihr Werk ist eng mit ihrer Heimat, dem Wallis verbunden.Sie war verheiratet mit Maurice Chappaz, der ebenfalls ein erfolgreicher Schrittsteller der französischen Schweiz war.

Alle Bücher von Corinna S. Bille

Cover des Buches Venusschuh9783858696618

Venusschuh

 (3)
Erschienen am 19.06.2015
Cover des Buches Dunkle Wälder9783858695697

Dunkle Wälder

 (1)
Erschienen am 24.06.2013
Cover des Buches Alpenblumenlese9783858694904

Alpenblumenlese

 (0)
Erschienen am 15.07.2012
Cover des Buches Von der Rhone an die Maggia9783858694584

Von der Rhone an die Maggia

 (0)
Erschienen am 10.09.2011
Cover des Buches Für immer Juliette9783858697417

Für immer Juliette

 (0)
Erschienen am 22.05.2017

Neue Rezensionen zu Corinna S. Bille

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Rezension zu "Ich werde das Land durchwandern, das Du bist" von Corinna S. Bille

Alles in allem ein interessantes Buch mit vielen wundervollen Passagen.
Gwhynwhyfarvor 3 Monaten

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/ich-werde-das-land-durchwandern-das-du.html

«Am Tag, nachdem ich von dir wegging, war ich so traurig, dass ich sterben wollte, doch dann hat sich alles aufgehellt und jetzt bin ich glücklich, ein stilles, gewaltiges Glück, Maurice, wir besitzen eine ganze Welt, wir können uns nie langweilen, wir können nie wirklich unglücklich sein.»


Corinna Bille und Maurice Chappaz waren ein Schweizer Liebespaar (wohl das unkonventionellste Schriftstellerpaar dieses Landes), Eltern von drei Kindern. Ein Paar, das immer auf Reisen war, häufig seperat, sie wohnten bewusst oft getrennt, später gingen sie viel gemeinsam auf Reisen. Lis Künzli hat ca. ein Drittel des Briefaustausches des Paars herausgesucht und aus dem Französischen übersetzt. Ein Buch, das ich nicht in einem Zug gelesen habe, da es sehr persönlich ist: die aufkeimenden Liebe, eine gefestigte Liebe, Schreibblockaden, Trauer, Wut, Eifersucht, Einsamkeit, Sehnsucht, depressive Phasen, Geldsorgen, Probleme mit Kindern und Verwandten, zum Ende auch die Krankheit von Corinna Bille. Der erste Brief beginnt mit ihrer ersten Begegnung 1942 und endet mit dem Tod von Corinna Bille im Jahr 1979. Letztendlich ist dies auch ein Zeitdokument. Komischerweise wird der Krieg, Politisches völlig ausgeklammert. Maurice Chappaz wird während des Zweiten Weltkriegs eingezogen, an der Grenze zu Italien und Frankreich Dienst zu schieben und er hat bei dem ein oder anderen Flüchtling weggeschaut. Viel mehr wird zum Krieg nicht erwähnt, auch nichts zum Nachkriegsgeschehen. Da dies eine Auswahl ist, mag es sein, dass diesbezügliche Korrespondenz ausgeschlossen wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man hierüber völlig hinwegtappte im Austausch. Beim Lesen stockt man häufig, grübelt, was wohl der Auslöser zu dem Brief gewesen sein mag. Wütende Briefe, depressive, ständiges Entschuldigen, besonders von Corinna, bei der die Ursache nicht immer klar ist. 


«Deine Zärtlichkeit umhüllt Körper und Seele noch immer wie ein Balsam.»


S. Corinna Bille wuchs als Tochter des Glasmalers Edmond Bille im Wallis auf und heiratete 1934 den Schauspieler Vital Geymond, lebte mit ihm in Paris, reiste nach Italien und Spanien. Zurück im Wallis, lernte sie den Schriftsteller Maurice Chappaz kennen. Beide verliebten sich sofort. Es gibt wundervolle Passagen in den Briefen, wie die beiden ihre Liebe beschreiben, gandios, ganz ohne Kitsch und doch so innig vertraut. Als verheiratete Frau musste Corinna Bille ihre Liebe zu Maurice Chappaz im erzkonservativen, katholischen Walis zunächst verheimlichen. Sie verabredeten sich im Verborgenen, Chappaz kaufte im Laufe der Zeit diverse Chalets, in denen sie sich u.a. trafen. Als 1944 ein uneheliches Kind aus dieser Beziehung hervorging, musste der Junge heimlich in einem dieser Chalets aufwachsen. Chappaz schickte Corinna hierhin Lebensmittelmarken für Milch, Butter und Sahne. Einmal ließ er ihr eine Gams zukommen, erklärte, wie man das Fleisch zerlegt, pökelt, einkocht. Es dauerte Jahre, benötigte viele Kämpfe, bis die Kirche einer Annullierung der unglücklichen Ehe von S. Corinna Bille und Vital Geymond zustimmte. Auch für  Maurice Chappaz war es schwierig, seinem strengen, verhassten Vater und den Verwandten seine Vaterschaft beizubringen, seine Beziehung zu Corinna. Das Paar heirateten 1947 und sie hatten drei Kinder. 1957 zogen sie nach Veyras. Später reisten sie durch die Welt.


«Meine Romanprojekte haben bereits Schiffbruch erlitten. Ich habe es probiert, ein Dutzend Seiten, und das hat nichts ergeben. Die Lust allein reicht nicht, wie für alles andere. Du kannst also beruhigt sein, da Du Dich ja so davor gefürchtet hast, dass ich etwas Neues in Angriff nehme.»


Der Briefwechsel spiegelt die Zeit. Corinna hütet die Kinder, macht den Haushalt, hat weniger Zeit zum Schreiben, während Maurice ständig unterwegs ist, sich zum Schreiben in eins der vielen Chalets zurückzieht. Aber beide suchen Unabhängigkeit und Freiheit. Bei Corinna führt die Isolation in Haushalt und Kinderbetreuung zu depressiven Schüben. Maurice kümmert es wenig, er nimmt sich die Freiheit, zu gehen. Corinna reißt oft aus dem Alltag aus, überlässt die Kinder Verwandten. Und anscheinend ist Maurice das ein oder andere Mal eifersüchtig auf ihren Erfolg, siehe Zitat. Neben den Schwierigkeiten am Anfang der Beziehung, die bestehende Ehe aufzulösen, zeigt ein anderer Umstand die Stellung der Frau in der Gesellschaft: die Arbeitsaufteilung. Corinna beschreibt, wie die Bankangestellten der «Crédit Suisse» sie auslachen, als sie vom gemeinsamen Konto Geld abheben will. Denn bis 1981 standen Schweizer Frauen unter der Vormundschaft ihrer Ehemänner. Das Wahlrecht für Frauen wurde erst 1971 eingeführt. Unglaublich, wenn man heute darauf zurückblickt!


«Ich brauche nichts hinzuzufügen, du bist so ganz und gar wunderbar, dass ich eine Ewigkeit brauchen werde, um das Land zu durchwandern, das du bist.

Es ist auch mein Land, nicht wahr?

Gib mir deine Hand und drück fest die meine, so werde ich nie sterben.

Du bist mein Freund, mein Kind, mein Bruder, mein Vater, mein Gott.

Ich liebe dich im Wissen, dass ich nur noch dich lieben werde.»


Alles in allem ein interessantes Buch mit vielen wundervollen Passagen. Historisch relevant lediglich ein wenig gesellschaftlich, weil Geschichtsträchtiges nicht erwähnt wird. Ein Band für bibliophile und Freunde von Brief-Dokumenten. 


«Hier, an der Seite eines Tyrannen (und ich glaube, dass alle Männer Tyrannen sind), verausgabe ich täglich jede Menge Energie, nur um frei atmen und denken zu können.» (Corinna über ihren Vater)


https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/ich-werde-das-land-durchwandern-das-du.html

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Rezension zu "Venusschuh" von Corinna S. Bille

Besonderes Buch
leserinvor 5 Jahren

Die Originalausgabe erschien 1952, die deutsche Ausgabe erstmals 2007.
Martin Lomense rettet eine Frau aus den Walliser Bergen vor dem Selbtmord in der Rhone.
Er begleitet sie in ihr Dorf zurück und erlebt eine karge Gegend, eine eigentümliche Dorfgemeinschaft. Die Männergesellschaft ist von schönen Französin Bara hin und hergerissen.  Der Inhalt dreht sich um Liebe, Dramatik, Tod und Verrat.
Ein Buch ohne TV- und jeglichen Handy- sowie Medien-Bezug .

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W

Rezension zu "Dunkle Wälder" von Corinna S. Bille

Rezension zu "Dunkle Wälder" von S. Corinna Bille
WinfriedStanzickvor 8 Jahren

Zu ihrem 100. Geburtstag würdigt der Züricher Rotpunktverlag eine der außergewöhnlichsten Schriftstellerinnen der Westschweiz, indem er den letzten Roman von S. Corinna Bille noch einmal veröffentlicht, den sie kurz vor ihrem Tod niedergeschrieben hat, und der erst 1989 posthum publiziert wurde.

Er erzählt von der etwa fünfzigjährigen Blanca, die in ihrer ganzen Lebensführung doch einige Ähnlichkeit mit der Autorin selbst hat. Denn sie verbringt den Sommer in einem Chalet in den Walliser Bergen, ganz allein, mitten in der Natur, begleitet nur von einem Hund und einer Katze. Ab und zu bekommt sie Besuch von ihrem Mann, der aber bald wieder ins Tal absteigt.

Vor dem Chalet erstreckt sich ein dunkler Wald, den sie jeden Tag etwas tiefer erkundet. Sie lernt einen von Hof zu Hof wandernden Knecht kennen, Guerin, der ihr fortan immer wieder Naturalien aus dem Wald bringt. Guerin ist ein besonderer Mensch, roh und feinfühlig. Blanca fühlt sich von ihm angezogen und gleichzeitig abgestoßen.

Eines Tages wird Blanca tot in ihrem Haus in den Bergen aufgefunden. Alle glauben an ein Verbrechen und auch zu wissen, wer es verübt hat…
Schon lange vorher wird der Leser durch eine dichte und fast hypnotische Sprache auf dieses Geschehen vorbereitet. Schon zu Beginn des Buches spürt er den lauernden Tod, der die idyllische Natur stören wird.

Ein wunderbares, dichtes und poetisches Buch, das lange nachhallt.

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