Corinna Stremme

 5 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Corinna Stremme

Corinna Stremme liebt es Geschichten zu erzählen, bei denen besondere Kinder im Zentrum stehen. Sie ist Lehrerin, coacht ehrenamtlich Familien im Verein "Hamster im Kopf", Fachbuchautorin, Kleinstverlegerin der Ideen-Stifterei und Lerntherapeutin. Sie lebt mit drei Kindern, ihrem Mann, Hund und Katz in der Lüneburger Heide. Alles, was sie tut, tut sie mit großer Begeisterung und einem Herz für Eltern mit besonderen Kindern.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Corinna Stremme

Cover des Buches Töffel und Bruno trauern auf ihre Art (ISBN: 9783985952212)

Töffel und Bruno trauern auf ihre Art

 (3)
Erschienen am 15.02.2022

Neue Rezensionen zu Corinna Stremme

Cover des Buches Töffel und Bruno trauern auf ihre Art (ISBN: 9783985952212)4

Rezension zu "Töffel und Bruno trauern auf ihre Art" von Corinna Stremme

Freunde helfen einander
4draussenunterwegsvor 4 Monaten

🦊 Dieses Bilderbuch - ab 5 - der @ideenstifterei, geschrieben von Corinna Stremme und illustriert von @Britta.Bolle, ist ein Buch über den Umgang mit Trauer.



Im Buch geht es um das Hamstermädchen Töffel, die eines Morgens beim Frühstück saß und nicht so fröhlich wie sonst wirkte, da sie heute mit Ihren Freunden Mariechen und Löffel weiter am Baumhaus arbeiten wollte, aber Regen angesagt war. Doch die Stimmung sollte sich nicht nur wegen des aufklärenden Wetters auf dem Weg zur Schule bessern, sondern auch weil Töffel ihren alten Freund Bruno den Bär wieder traf.


Bruno, das wusste Töffel aber zunächst nicht, zog mit seinen Eltern wieder in die Nähe um schneller in einem Hospiz zu sein, in dem seine Schwester Emma lag. Seine Eltern sprachen nicht mit ihm über Emmas Zustand und wenn sagten sie nur, dass alles gut werden würde. Doch Bruno merkte es seinen Eltern an, dass es nicht so ist. Als Bruno und Töffel zusammen waren, vergaß er für einen kurzen Augenblick seine Sorgen und Ängste und so nahmen sie sich vor gemeinsam am Baumhaus weiter zu bauen. Doch Bruno kam nicht. Als Löffel Bruno am nächsten Tag darauf ansprach, brach es aus Bruno heraus. Die Freunde versprachen sich für einander da zu sein und Töffel kam auf die Idee zur alten weisen Eule zu gehen um ihren Rat zu bekommen, die Töffel aber absagte.

Werden die Freunden dennoch einen Rat gegen die Traurigkeit bekommen und warum reden eigentlich Eltern so ungern mit ihren Kindern über unangenehme Dinge, wie Schmerz und Tod?



Eigener Eindruck:


Die Zweite aber nicht weniger warmherzige Töffelgeschichte, geht total als Herz und wird erneut durch wunderschöne und bezaubernde Illustrationen untermalt. Die Protagonisten sind zwar merklich älter geworden, da sie optisch ihren Eltern ähnlicher werden, aber sofern man das erste Buch nicht gelesen hat, stört es nicht weiter, da es zwar eine aufbauende Handlung aber dennoch ein Thema für sich ist.


Im Buch wird deutlich, dass es wichtig ist, dass Freunde in schweren Stunden für einen da sind und man sich die Zeit und den Raum nehmen sollte in Ruhe zu Trauern und Abschied zu nehmen. Trauern ist sehr wichtig, aber man darf gleichzeitig nicht sich selbst vergessen. Man sollte weiterhin Spaß am und mit dem Leben haben, denn sind wir doch mal ehrlich, hätte sich das der/die zu Betrauernde gewünscht, dass man Trübsal bläst?


Wie auch im ersten Teil von Töffel, befinden sich im Inneren Tipps für Eltern, wie man mit einer solchen Situation umgehen könnte. Am Ende befinden sich weitere Hilfsmittel über den Umgang mit Trauer und Gefühlen (wie Gefühlskarten), die Eltern oder anderen Beteiligten in einer schwierigen Situation als Unterstützung dienen können.


Eltern tun im Übrigen alles dafür, dass ihre Kinder glücklich sind und versuchen so gut es geht ihnen den Schmerz und Leid zu nehmen, dazu gehört auch, dass man die Kinder vor Kummer beschützt und das nicht weil man jemanden nicht liebt, sondern genau weil man einen Menschen so sehr liebt.



Bewertung: 🦊🦊🦊🦊🦊



Geht mit Töffel und ihren Freunden auf ein neues Abenteuer und helft Bruno dabei seinen Schmerz zu lindern.


Viel Freude beim Lesen, Vorlesen und Träumen. 🦊🐰

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Cover des Buches Töffel und Bruno trauern auf ihre Art (ISBN: 9783985952212)Seelensplitters avatar

Rezension zu "Töffel und Bruno trauern auf ihre Art" von Corinna Stremme

Vergiss nicht in miesen Zeiten auch Glücksmomente zu sammeln
Seelensplittervor 5 Monaten

Meine Meinung zum Kinderbuch:

Töffel und Bruno trauern auf ihre Art


Inhalt in meinen Worten: 

Bruno der Bär und beste Freund von Töffel trifft Töffel schlecht gelaunt an, doch er weiß was es bedeutet jemanden glücklich zu machen, nur ist er es aktuell gar nicht, was Töffel im ersten Blick gar nicht sieht, doch als es dann wirklich darum geht Bruno aufzuheitern mit ihren neuen Freunden ist klar, sie brauchen Hilfe, das geht nicht von alleine. Denn Brunos Schwester liegt im Krankenhaus und seine Eltern sind furchtbar traurig und das verunsichert Bruno sehr. Zum Glück weiß die weiße Eule Rat und vermittelt die Freunde an ihren Kollegen, der auch wirklich Rat weiß und den Eltern einen Brief schreibt. 

Wie das endet? Nun lest am besten selbst diese Geschichte. 


Wie ich das Gelesene empfinde:

Einmal mehr überrascht mich, warum man noch nie vorher auf die Idee kam, diese tollen Gedanken zu Papier zu bringen. Denn ich hätte mich als 9 jährige wohl sehr über diese Zeilen gefreut, denn als meine Uromi verstarb war alles ganz anders, nichts war mehr, wie ich es gewohnt war, und das schlimmste ich wurde krank mit Bauchschmerzen und verlor mich selbst. Wie gut hätte es mir da getan, die Tipps und Tricks die Töffel hier erleben darf selbst gewusst zu haben. 


Traurigkeit:

Es ist an sich keine Krankheit, doch kann sie ganz viele verschiedene Facetten annehmen, zum Teil mit Schmerzen einhergehen, aber auch mit Unglaube, und Versöhnungsgedanken, doch manchmal ist es einfach zu spät und man kann nichts mehr machen, außer der Trauer den Raum zu geben, den sie braucht, um wieder gehen zu dürfen, und manche Trauer bleibt einem erhalten, sie wird nur schwächer und hier trumpft das Kinderbuch. Denn es beschäftigt sich mit der Trauer und den Auswirkungen, indem man z.B. mit Gefühlskarten mit Kindern arbeitet, oder mit Skalen, die helfen zu zeigen, wo das Kind gerade steht, aber auch als Erwachsene bekomme ich hier sehr viele wertvolle Tipps und einer Menge Anregungen wie man mit dem Thema gut umgeht. 


Die Kindergeschichte:

Trotz der Traurigkeit gibt es auch viele tolle leichte Momente in dieser Geschichte, die zeigen, das man auch in der Trauer Freude empfinden darf und sogar muss. So zeigt sich auch der Adler aus dem ersten Teil wieder, der den Tierkindern nicht vergaß wie sie ihm halfen, aber auch die Eulen sind einfach toll, und gerade weil es nicht diese eine Allwissende Eule gibt sondern tatsächlich auch diese Eule für andere Fälle jemanden braucht, macht das Kinderbuch so nahbar und authentisch. 

Am Ende gibt es für die Kinder noch Malseiten und diese speziellen Karten, die im Anhang auch gut erklärt werden und somit kann man selbst sich damit gut beschäftigen und den Gefühlen Raum geben. 

So ist es zwar eine Kindergeschichte aber mit extrem Mehrwert!


Spannung:

Das überwiegende Gefühl im Buch ist die Traurigkeit und das ist eher melancholisch als spannend aber so wie die Geschichte an mich heran getragen wird und wie Töffel ihrem besten Freund versucht zu helfen, macht die Geschichte spannend und ich wollte sie nicht aus der Hand legen, dafür war ich viel zu neugierig was noch kommen mag. 


Empfehlung: 

Ich denke das man nicht früh genug mit einem Kind über Traurigkeit und Verlust sprechen kann und manchmal braucht man einfach Hilfe, und wenn man diese vielleicht gerade nicht im außen finden kann, vielleicht dann ja durch dieses Buch. Deswegen klare Leseempfehlung und klare Lebensempfehlung! Warum Lebensempfehlung? Dieses Buch kann helfen ein guter Ratgeber im Leben zu sein und zeigt auf, welche Schritte Trauer fordern und manchmal kann man gar nicht anders als sich in sein Schmusekissen zu kuscheln und einfach zu weinen! Manchmal helfen aber auch Freunde, um abgelenkt zu werden und manchmal einfach nur eine heiße Tasse Kakao!


Bewertung: 

Fünf Sterne für einen sehr wertvollen Ratgeber mit einer sehr berührenden Geschichte. 

Kommentare: 1
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Cover des Buches Töffel und Bruno trauern auf ihre Art (ISBN: 9783985952212)Kinderbuchkistes avatar

Rezension zu "Töffel und Bruno trauern auf ihre Art" von Corinna Stremme

Ein sehr vielfältiges, vielschichtiges Kinderbuch über Trauer aus der Warte eines Geschwisterkindes von einem schwerkranken Kind.
Kinderbuchkistevor 6 Monaten

Wie fühlt sich ein Kind, 

wenn Bruder oder Schwester schwer krank / todkrank ist?

Eine einfühlsame, vielschichtige Geschichte,

 über Traurigkeit und Trauer, Gefühle und Emotionen, 

und vor allem über Wege mit der Trauer umzugehen

für Kinder ab 5 Jahren

Vorab: 

Das Buch besteht aus zwei großen Teilen. 
Der Geschichte um Töffel und ihren Freund Bruno, der einen Weg aus seiner Traurigkeit findet 
und einem Praxis/ Theorieteil mit Hilfestellungen, Literaturliste und wichtigen Anlaufstellen.


Der ein oder andere kennt  Töffel, das kleine Hamstermädchen, das ADHS hat schon. Auch wenn sie auch dieses Mal eine wichtige Rolle innerhalb der Geschichte spielt geht es dieses Mal um ihren Bärenfreund Bruno, dessen Schwester so schwer erkrankt ist, das sie wahrscheinlich sterben wird. Bruno ist verzweifelt, niemand spricht mit ihm über seine Schwester, aber er merkt wie schlimm es seinen Eltern geht und das es Emma wirklich nicht gut geht. In ihm herrscht ein einziges Gefühlschaos, das ihm nicht nur Bauchschmerzen verursacht, sondern so tief traurig macht, das er sich nicht mehr traut seine Lieblingsmusik zu hören oder mit seinen Freunden etwas zu unternehmen. Er ist traurig und sogar wütend. Er leidet darunter, das die Eltern ihm gegenüber nicht eingestehen, wie schlimm es um seine Schwester steht, er leidet darunter, das sich alles nur noch um Emma dreht, das er mit ins Hospiz muss obwohl er viel lieber auch mal etwas allein machen möchte. Er schämt sich für den Gedanken vielleicht etwas Glück oder Unbeschwertheit zu verspüren wenn er seine Musik hört oder mit seinen Freunden am Baumhaus baut. Er liebt seine Schwester und die Vorstellung, das sie bald nicht mehr da sein wird ist unerträglich. Er kann verstehen, das die Eltern nur für Emma da sind, aber er ist doch auch noch da. Er braucht doch auch jemanden, der ihn tröstet, der ihn in den Arm nimmt. Es gibt so viel, was Bruno durch den Kopf geht, was Bruno belastet, ihn verunsichert. Er kann seine Gefühle nicht einordnen. Weiß nicht was richtig und falsch ist. Die tiefe Traurigkeit, die sich in ihm ausbreitet und beherrscht fühlt sich weder gut an noch passt sie zu ihm. Zu sehen, das es seiner Schwester und seinen Eltern so schlecht geht erdrückt ihn fast. Doch er hat Glück. Seine beste Freundin Töffel merkt das etwas nicht stimmt und schafft es, das Bruno sich ihr anvertraut. Aus ihrer eigenen Geschichte weiß sie aber auch, das Bruno Hilfe braucht. Das es Dinge gibt, die man nicht mit sich ausmachen kann / muss und das man sich dann Hilfe holen muss. Und es kommt noch besser Töffel weiß sogar wen Bruno fragen kann. Frau Prof. Dr. Eule hat ihr damals sehr geholfen, als sie in einem Gefühlschaos (ADHS) steckte, bestimmt würde sie auch Bruno helfen können. Frau Prof. Dr. Eule kann Bruno zwar nicht helfen, da sie sich auf ADHS spezialisiert hat aber sie schickt Bruno und Töffel zu ihrem Freund und Kollegen Abraham Uhu, der sich auf Gefühle wie Trauern und Traurigkeit spezialisiert hat. Abraham Uhu hört sich Brunos Geschichte an. Er nimmt seine Traurigkeit ernst und vermittelt ihm einfühlsam und klar, dass es schlimm ist, das Emma krank ist und sterben wird, aber das es nicht oky ist, das die Eltern ihn außen vor lassen und nicht nicht mit einbeziehen. Er erklärt Bruno, dass es völlig oky und auch gut ist, wenn er trotzdem seine Freunde trifft und unbeschwerte, ja sogar glückliche, fröhliche Momente erlebt. Er gibt ihm Strategien mit auf den Weg mit der Traurigkeit umzugehen und er bietet ihm an, seinen Eltern einen Brief zu schreiben um sie darauf aufmerksam zu machen, wie Bruno sich fühlt. Mehr noch, er gibt auch den Eltern Ratschläge. Und so gelingt es, das Bruno sich wieder traut unbeschwerter zu leben und zu seinen Eltern findet. Ihnen war nämlich gar nicht bewusst, wie ausgeschlossen sich ihr kleiner Bär fühlte und das er auf ganz viel Zuwendung verzichten musste, die er gerade in der Situation so sehr brauchte. Bruno lernt aber nicht nur mit der Traurigkeit umzugehen, er lernt auch anderen zu vermitteln was er gerade für Hilfe braucht. Manchmal ist es eben einfach nur schön nicht alleine zu sein. Manchmal ist es einfach schön in den Arm genommen zu werden und zu spüren das da jemand für einen da ist, das man zusammen Schweigen kann.

Das alles klingt schwer und emotional. Das Thema ist eben alles andere als leicht. Besonders für Kinder nicht. Das alles ist aber nur der Kern der Geschichte, die ganz viele Nebenschauplätze hat, die nicht nur schwer sind. Es wird auch leicht, fröhlich, mal spannend und aufregend und sogar lustig. Wer Töffels Geschichte kennt, der kennt auch die Figuren, die hier auftauchen. Freche Tiere, die Töffel, Bruno und ihren Freunden versuchen das Leben schwer zu machen  genauso wie Adler Arnold, der immer zur Stelle ist, wenn Töffel und ihre Freunde Hilfe brauchen. Es gibt aber auch Figuren, die neu sind. Wir lernen ein verpeiltes Glühwürmchen kennen, das Töffel an Elton John erinnert und Frau Gans, die um ihren Mann trauert. Wir hören von einem Zaubergefieder und müssen herzlich lachen als die Fieslinge Fuchs, Igel und Schildkröte wieder einmal Reißaus nehmen.

Brunos Geschichte aus der Position des Bruders einer schwer kranken Schwester beinhaltet die unterschiedlichsten Gefühle, Ängste und inneren Auseinandersetzungen, in denen sich betroffene Kinder sehr stark wiederfinden werden. Es ist ein Buch in dem Kinder ihre Trauer erkennen und dadurch reflektierter, mit dem Blick von außen, die Parallelen finden. Allein das liefert schon kleine Aha, Momente. In Kombination mit Abraham Uhus Hilfestellungen wird die Geschichte selbst zu einer großen Hilfe. Da wird von so viel berichtet, was man selbst kennt, fühlt und durchlebt, das man sich verstanden und aufgehoben fühlt. Dieses Gefühl öffnet gleichzeitig aber auch ein Tor heraus aus der Traurigkeit. 

Zum Ende der Geschichte bekommen die Kinder noch einen wichtigen Satz mit auf den Weg 

"Vergiss im Traurig-Sein Dein Glück bloss nicht!"

Genau das ist es, was wichtig ist zu begreifen. Das man sich nicht selbst aufgeben darf. 

Im zweiten Teil des Buches haben die Kinder nicht nur die Möglichkeit etwas auszumalen sondern es gibt einen Elternratgeber und einen Ratgeber für die Therapie. Hier findet man unter anderem Gefühlskarten, die ausgeschnitten werden können und nicht nur die unterschiedlichsten Gefühle visualisieren sondern auch ein wichtiges Einsatzmittel in der Therapie sein können, genau wie eine Gefühlsskala. 

Wichtig: Sowohl der Elternteil als auch der Therapie Teil sind für alle Leser sehr hilfreich!

Das Nachwort sollte unbedingt gelesen werden, denn hier wird genau erklärt wie man mit dem Buch / der Erzählung umgeht. Ohne Vorbereitung sollte das Buch auf keinen Fall gelesen werden! 

Auch für Eltern ist es wichtig zu wissen was Trauer ist und wie ein Trauerprozess abläuft.

Trauer ist ein Gefühl, das aus vielen Elementen besteht. Daher ist es wichtig sich auch mit Gefühlen im Allgemeinen auseinanderzusetzen.


Wir haben das Buch mehrfach mit Kindern unterschiedlicher Gruppen gelesen. Mit dabei waren 6 Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren, die in einer ähnlichen Lage wie Bruno sind. 10 Kinder im Alter zwischen 6 und 11 Jahren hatten Familienangehörige die im Hospiz lagen und 4 Kinder zwischen 5 und 13 Jahren hatten im engsten familiären Umfeld bzw. Freundeskreis jemand der in einer ähnlichen Lage wie Bruno waren. Dazu kamen noch einige interessierte Kinder im Grundschulalter+ (zwischen 8 und 12 Jahren)

Bis auf die Grundschulkinder ohne Backround werden alle der Kinder in irgendeiner Weise psychosozial betreut. 

Unsere Eindrücke und das Feedback der Kinder folgt nun hier:

Wir haben Figuren aus dem Buch kopiert, vergrößert und dann laminiert und ausgeschnitten und an kleine Rundhölzer geklebt, so dass wir Figurenstecker, ähnlich Kellen hatten. So konnten wir den Kindern erst einmal die Protagonisten vorstellen und ihnen ein klein wenig, über sie und ihre Geschichte bzw. ihre Rolle in der Geschichte, erzählen.

Beim Vorlesen habe wir immer mal wieder eine kleine Pause gemacht in der über kurz über das Gehörte gesprochen haben. Die Geschichte in einem fort zu lesen ist auf Grund der Komplexität und Länge weder ratsam noch wirklich möglich. Gerade die jüngeren Kinder hatten viel was sie bewegte, oder wo sie Parallelen sagen und ihre Gefühle oder Gedanken gleich teilen wollten. Hätten wir nur für Kinder ab 8 Jahren gelesen wäre das vermutlich etwas anders gewesen. 

Fazit in der Beobachtung der Kinder: 

sie waren tief bewegt, teilweise etwas aufgewühlt. Die jüngeren Kinder sind in vielerlei Hinsicht richtig in der Geschichte mitgegangen, haben des Öfteren auch gesagt, "das kenne ich", oder "wie bei mir"..... . Die Größeren waren hier wesentlich zurückhaltender, die hörten durchweg ruhig zu, ohne zu kommentieren. In lustigen oder neutralen Geschichtenmomenten konnten die Kinder auch mal richtig lachen oder Schmunzeln.

Fazit der Kinder:

Die Geschichte war sehr interessant, vielleicht ein bisschen lang. Es gab viele Momente, die sie kannten, viele Gefühle, die ähnlich ihren waren. Besonders Abraham Uhu gefiel ihnen und betroffene Kinder wünschten sich auch jemanden wie Abraham Uhu ( was wir erstaunlich fanden, da alle Kinder schon betreut wurden). Besonders das Verhalten der Eltern wurde immer wieder Thema und es stellte sich heraus, das alle Kinder versuchten möglichst unauffällig im Familienleben zu agieren, damit die Eltern nicht noch mehr Sorgen oder Arbeit hatten. Die Kinder, die Freunde hatten, die in einer betroffenen Familie leben, konnten sehr gut Parallelen benennen und fanden es sehr hilfreich, dass sie durch die Geschichte nun etwas mehr Anhaltspunkte hatten, wie sie helfen können. Besonders das einfach für den anderen da sein, auch mal zusammen schweigen oder einfach in den Arm nehmen, kannten sie und machten dies bereits intuitiv. Das sie ihre Freunde auch zum Lachen verführen können und das gut tut, nahmen sie aus der Geschichte mit.

Das es auch lustige Momente gab und die Geschichte zwar sehr gefühlvoll, oft traurig ist aber immer wieder andere Momente dazwischen nicht so schwer waren fanden sie sehr gut.

Wir haben die größeren Kinder, die schon selbst und gut lesen können gefragt, ob sie sich von allein für das Buch interessiert hätten.

Die Antworten waren sehr gemischt aber gut begründet. Grundsätzlich fanden sie es gut, das es Bücher wie dieses gibt, die eine Art Lebensberatung beinhalten. Sie können sich darin wiederfinden finden es aber leichter vorgelesen zu bekommen und direkt jemanden zu haben mit dem sie über das Gehörte sprechen können. Die Reaktionen waren durchweg positiv, ich möchte aber auch den kleinen Kritikpunkt den es dann doch gab nicht verschweigen. Die meisten hätten sich andere Illustrationen gewünscht. Insbesondere die Metamorphose der Tierkinder gefiel ihnen hier nicht so gut. Alles in allem kam das Buch aber sehr gut an. Auch die Gefühlskarten, die später zum Einsatz kamen und die Möglichkeit, auch das die Eltern sich mit und im Buch Hilfe holen konnten wurde sehr positiv erwähnt. Einige Kinder wollte das Buch zuhause mit ihren Eltern lesen. Hier war in mehreren Fällen der Hintergedanke, das die Eltern über das Buch erfahren wie sie sich fühlen. So ist die Geschichte von Bruno auch ein Hilfsmittel, das Abraham Uhu geschickt haben könnte.


Ich hoffe euch mit dieser kleinen Schilderung das Buch etwas näher gebracht zu haben. Es ist sehr komplex und es gäbe noch einiges zu den Randgeschichten zu erzählen, doch alles möchte ich hier dann auch nicht verraten. Schaut ins Buch, entdeckt es selbst.

Ich würde mir wünschen, das es in jeder Bücherei sichtbar zu finden ist, dass es in vielen Kindergärten, Einrichtungen und dem ein oder anderen Kinderzimmer Einzug hält. Es ist kein Buch, das man einfach so mal eben in der Buchhandlung findet und mit nimmt. Es ist ein Buch das wir gezielt suchen müssen, doch dafür müssen wir erst einmal wissen das es so ein Buch überhaupt gibt.

Es wartet darauf gefunden zu werden! Helft mit es zu verbreiten.



Übrigens:

Das Thema ADHS kommt auch hier vor. Töffel findet nämlich durchaus Verbindungen zwischen Brunos Trauer und ihrem Gefühlschaos im ADHS. Sie ist es dann ja auch, die durch ihre Geschichte weiß, das man sich Hilfe holen kann. Corinna Stremme stellt deshalb im Anhang auch noch einmal kurz Töffels Geschichte vor.

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