Cormac McCarthy

 4,2 Sterne bei 1.379 Bewertungen
Autor von Die Straße, Kein Land für alte Männer und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Unter dem Namen Charles McCarthy wurde der US-amerikanische Autor am 20. Juli 1933 in Rhode Island geboren. In seinem literarischen Leben widmet er sich vor allem Plots, die sich am Rande der Gesellschaft ansiedeln, teils mit dystopischen Zügen. Seine Bücher erfreuen sich allseits großer Anerkennung, was Cormac McCarthy Auszeichnungen wie den Faulkner Award, den National Book Award und sogar den Pulitzer Preis - für sein Weltuntergangsszenario "Die Straße" - brachte. Privat lebt der Autor in New Mexico, zusammen mit seinem Sohn und seiner dritten Frau.

Alle Bücher von Cormac McCarthy

Cover des Buches Die Straße (ISBN: 9783644050518)

Die Straße

(720)
Erschienen am 27.02.2015
Cover des Buches Kein Land für alte Männer (ISBN: 9783644050617)

Kein Land für alte Männer

(142)
Erschienen am 27.02.2015
Cover des Buches Die Abendröte im Westen (ISBN: 9783499272400)

Die Abendröte im Westen

(62)
Erschienen am 11.03.2016
Cover des Buches All die schönen Pferde (ISBN: 9783644022911)

All die schönen Pferde

(34)
Erschienen am 01.03.2014
Cover des Buches Verlorene (ISBN: 9783499011610)

Verlorene

(33)
Erschienen am 14.03.2023
Cover des Buches Grenzgänger (ISBN: 9783644039513)

Grenzgänger

(31)
Erschienen am 01.03.2014
Cover des Buches Draußen im Dunkel (ISBN: 9783644022713)

Draußen im Dunkel

(31)
Erschienen am 19.07.2013
Cover des Buches Ein Kind Gottes (ISBN: 9783499267994)

Ein Kind Gottes

(26)
Erschienen am 28.11.2014

Neue Rezensionen zu Cormac McCarthy

Cover des Buches Die Straße (ISBN: 9783644050518)
E

Rezension zu "Die Straße" von Cormac McCarthy

emmy16
Die Straße

Das Buch ist düster, bedrückend und stellenweise geradezu erschöpfend. Cormac McCarthy wirft seine Leser in eine Welt, in der fast nichts mehr existiert: keine Hoffnung auf Besserung, keine funktionierende Gesellschaft, kaum Nahrung und kaum Menschlichkeit. Übrig bleiben ein Vater, sein Sohn und eine Straße, die sie immer weiter entlanggehen.


Die zerstörte Welt wirkt kalt, leer und trostlos. McCarthy braucht dafür erstaunlich wenige Worte. Viele Szenen haben sich beim Lesen regelrecht eingebrannt. Man spürt ständig die Anspannung, die Angst vor dem nächsten Menschen und die Unsicherheit darüber, ob hinter der nächsten Kurve Hilfe oder Gefahr wartet.


Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Während um sie herum alles zerfällt, versuchen beide, an einem Rest von Menschlichkeit festzuhalten. Gerade diese Verbindung verleiht der Geschichte ihre emotionale Kraft und sorgt dafür, dass das Buch mehr ist als nur ein weiterer postapokalyptischer Roman.


Trotzdem konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Der sehr reduzierte Schreibstil ist zwar bewusst gewählt und passt zur Geschichte, machte mir das Lesen stellenweise aber schwer. Die kurzen, oft abgehackten Sätze und die karge Erzählweise schaffen zwar Atmosphäre, aber wiederholen sich bestimmte Situationen und Motive recht häufig, was das Tempo gelegentlich ausbremst.


Auch die vielen offenen Fragen haben mich zwiegespalten zurückgelassen. Dass die Ursache der Katastrophe nie erklärt wird, kann man als Stärke sehen. Mir persönlich fehlten an einigen Stellen jedoch etwas mehr Hintergrundinformationen zur Welt und ihrer Entwicklung.


Dennoch bleibt Die Straße ein beeindruckender Roman, der lange nachwirkt. Kein Wohlfühlbuch, keine klassische Unterhaltung, sondern eine Geschichte über Verlust, Verantwortung und die Frage, was vom Menschen bleibt, wenn alles andere verschwunden ist.





Cover des Buches Die Abendröte im Westen (ISBN: 9783499272400)
Pascal_Maesss avatar

Rezension zu "Die Abendröte im Westen" von Cormac McCarthy

Pascal_Maess
Beeindruckend geschrieben, aber emotional blieb ich auf Distanz

Die Abendröte im Westen von Cormac McCarthy gilt für viele als eines der bedeutendsten Werke der amerikanischen Literatur. Nach der Lektüre kann ich nachvollziehen, warum dieses Buch einen solchen Ruf genießt – gleichzeitig hat es mich jedoch deutlich weniger begeistert als erhofft.

Zunächst das Positive: McCarthys Sprache ist beeindruckend. Besonders die Beschreibungen von Landschaften, Naturgewalten und der scheinbar endlosen Weite des amerikanischen Westens besitzen eine fast poetische Kraft. Viele Passagen wirken eher wie Literatur als wie klassische Unterhaltung und entfalten eine ganz eigene Atmosphäre.

Allerdings verlangt das Buch seinem Leser auch viel ab. Der ungewöhnliche Schreibstil, die fehlenden Anführungszeichen bei Dialogen, die oft altertümliche Sprache und die sehr knappe Einführung von Figuren machen die Lektüre stellenweise anstrengend. Häufig tauchen Personen auf, verschwinden wieder oder werden nur beiläufig erwähnt, was zusätzliche Aufmerksamkeit erfordert.

Mein größter Kritikpunkt ist jedoch der fehlende Spannungsbogen über weite Strecken des Romans. Große Teile bestehen aus Reisen, Naturbeschreibungen und Beobachtungen des Alltags einer Gruppe von Männern. Erst in der zweiten Hälfte gewinnt die Handlung für mich spürbar an Dynamik. Besonders dann, wenn sich die angestaute Gewalt, Frustration und Verrohung der Figuren entlädt, entwickelt das Buch eine enorme Wucht.

Trotzdem blieb ich bis zum Ende auf Distanz. Ich verstehe die zentralen Themen des Romans – Gewalt als Grundzustand, Krieg als Selbstzweck, die dunklen Abgründe menschlichen Handelns. Auch die Figur des Richters wirkt bewusst größer als ein gewöhnlicher Mensch und verkörpert Ideen, die weit über die eigentliche Handlung hinausgehen.

Und dennoch saß ich nach der letzten Seite da und fragte mich, was ich persönlich aus dieser Reise mitnehme. Ich habe verstanden, was das Buch sagen möchte, aber es hat mich emotional nie wirklich erreicht. Während andere Romane mich durch ihre Figuren, ihre Menschlichkeit oder ihre moralischen Fragen noch lange begleiten, blieb hier vor allem Bewunderung für die literarische Leistung zurück.

Fazit:
Ein sprachlich beeindruckender, anspruchsvoller und zweifellos bedeutender Roman, der sich bewusst gegen viele Erwartungen an klassische Erzählungen stellt. Ich respektiere das Buch mehr, als dass ich es liebe. Für Leser, die sich auf symbolische, philosophische und anspruchsvolle Literatur einlassen möchten, sicher eine Empfehlung. Für mich persönlich blieb die Wirkung trotz aller Qualitäten begrenzt.

Cover des Buches Die Straße (ISBN: 9783935125758)
lakitas avatar

Rezension zu "Die Straße" von Cormac McCarthy

lakita
In einer Welt voller Trost- und Hoffnungslosigkeit

weiterleben zu müssen, in ständiger Gefahr zu sein, zu verhungern oder getötet zu werden, was bleibt dann da noch an menschlichen Werten, die es zu erhalten gibt? Dieses Buch versucht, darauf eine Antwort zu geben und gibt es in der Figur des Kindes. Beindruckend ist, wie wenig eigentlich in diesem Roman passiert, denn die Handlungen von Vater und Sohn wiederholen sich unermüdlich, die Nahrungssuche, die Suche nach Unterkunft, etwas Sicherheit, Schutz und ein imaginäres Ziel, in den Süden der USA zu gelangen, in der Hoffnung, dass es dort wärmer ist. 

Während es für den Vater im Grunde genommen keine Werte mehr geben würde, gäbe es seinen Sohn nicht, hat es den Eindruck, dass sich im Kind all die menschlichen Züge, die ein gedeihliches Zusammenleben ermöglichen könnten, noch bewahrt haben, teils entwickeln sie sich sogar weiter. Dieses Zusammenspiel zwischen Vater und Sohn strahlt eine gewisse Faszination aus und entlässt den Leser nicht aus seinem Bann. Ich fürchte, dass exakt dieses Buch noch viel besser in unsere heutige Zeit passt als es das jemals zuvor tat. Es ist auf seine seltsam traurig stimmende Weise immer noch hochaktuell und somit lesenswert. 

Gespräche aus der Community

Mir ist aufgefallen, dass ich im Jugendbuchbereich schon einige Dystopien und Endzeitromane gelesen habe. Jetzt würde ich gern auch mal diese Genres in der Erwachsenenliteratur probieren. Welche Bücher kennt ihr bzw. welche könnt ihr empfehlen? Mir ist natürlich als erstes unser diesjähriger Leserpreisgewinner "Asylon" eingefallen, den ich bald lesen möchte und außerdem kenne ich noch von Peter Schwindt "Schwazfall" und "Die Straße" von Cormac McCarthy. Was sollte ich sonst nicht verpassen?
Zum Thema
11 Beiträge
Miringa_83s avatar
Letzter Beitrag von  Miringa_83
Zwei Klassiker, die ich sehr mag.
weißt vielleicht jemand noch mit lektüre aufzuwarten die sich damit befasst, dass menschen in grenzsituationen möglicherweise endzeitartig ähnlich the road oder metro etc kommt
Zum Thema
5 Beiträge
Mirkas avatar
Letzter Beitrag von  Mirka
Mir persönlich hat es nicht ganz so gut gefallen (siehe Rezension), aber "Endzeit" von Liz Jesen dürfte auch in die Richtung gehen.

Zusätzliche Informationen

Cormac McCarthy wurde am 19. Juli 1933 in Rhode Island (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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