Das Buch ist düster, bedrückend und stellenweise geradezu erschöpfend. Cormac McCarthy wirft seine Leser in eine Welt, in der fast nichts mehr existiert: keine Hoffnung auf Besserung, keine funktionierende Gesellschaft, kaum Nahrung und kaum Menschlichkeit. Übrig bleiben ein Vater, sein Sohn und eine Straße, die sie immer weiter entlanggehen.
Die zerstörte Welt wirkt kalt, leer und trostlos. McCarthy braucht dafür erstaunlich wenige Worte. Viele Szenen haben sich beim Lesen regelrecht eingebrannt. Man spürt ständig die Anspannung, die Angst vor dem nächsten Menschen und die Unsicherheit darüber, ob hinter der nächsten Kurve Hilfe oder Gefahr wartet.
Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Während um sie herum alles zerfällt, versuchen beide, an einem Rest von Menschlichkeit festzuhalten. Gerade diese Verbindung verleiht der Geschichte ihre emotionale Kraft und sorgt dafür, dass das Buch mehr ist als nur ein weiterer postapokalyptischer Roman.
Trotzdem konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Der sehr reduzierte Schreibstil ist zwar bewusst gewählt und passt zur Geschichte, machte mir das Lesen stellenweise aber schwer. Die kurzen, oft abgehackten Sätze und die karge Erzählweise schaffen zwar Atmosphäre, aber wiederholen sich bestimmte Situationen und Motive recht häufig, was das Tempo gelegentlich ausbremst.
Auch die vielen offenen Fragen haben mich zwiegespalten zurückgelassen. Dass die Ursache der Katastrophe nie erklärt wird, kann man als Stärke sehen. Mir persönlich fehlten an einigen Stellen jedoch etwas mehr Hintergrundinformationen zur Welt und ihrer Entwicklung.
Dennoch bleibt Die Straße ein beeindruckender Roman, der lange nachwirkt. Kein Wohlfühlbuch, keine klassische Unterhaltung, sondern eine Geschichte über Verlust, Verantwortung und die Frage, was vom Menschen bleibt, wenn alles andere verschwunden ist.





















