Cornelia Arnhold Rififi

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Inhaltsangabe zu „Rififi“ von Cornelia Arnhold

Rosemarie Feodora Luise – „Rififi“ genannt – ist der schönste Körper der 68er-Studentenbewegung. „Wer zweimal mit demselben pennt, der gehört schon zum Establishment“ – freie Liebe gehört zur Tagesordnung. Warum nicht also Geld dafür nehmen? … gemeinsam mit Udo schafft sich Rififi so eine komfortable Existenz. Revolution in Ewigkeit – bis Udo eines Tages beschließt, einen Nostalgiepuff zu eröffnen und Rififi die Nase voll von allem hat. Sie träumt vom Rückzug in den Ruhestand. Da kommt es ihr nur recht, dass sie eine alte Villa in Ostberlin erbt. Die sich jedoch als Bruchbude entpuppt … Dann taucht plötzlich Udo wieder auf und bittet um Asyl. Als er vom Balkon fällt und nicht mehr aufsteht, gibt es neben Rififi weitere Verdächtige – zum Beispiel die Russenmafia. AUSZUG AUS DEM INHALT Heftige Kopfschmerzen hämmern sie trotz Gegenwehr wach, und sie versucht sich zurechtzufinden. Etwas sticht im Kreuz. Rif zieht ihren tauben Arm unter Dutschke vor, der gestört knurrt, und wälzt sich von dem verbeulten Sofa. Benommen und ohne Zeitgefühl tappt sie durch das Halbdunkel. Durch die zugenagelten Fenster fällt kaum Licht. Dabei wird ihr allmählich klar, was sie geweckt hat. Über ihr, dort, wo angeblich eine alte Dame ein lebenslanges Wohnrecht hat, tobt das Leben im Supersound von Techno oder Heavy Metall. Außerdem stinkt es. Dutschke hat sich unter dem Tisch erleichtert. Vom gleichen, dringender werdenden Bedürfnis getrieben, braucht Rif lange, bis sie in einer Besenkammer im Treppenhaus, verborgen unter einem orangeroten Boxhandschuh, die Toilette findet. Noch länger dauert es, bis sie einen Wassereimer findet, da die Wasserspülung nicht funktioniert. Der Lärm hält unvermindert an. Mit dröhnendem Schädel steigt Rif die Treppe zum zweiten Stock hinauf. Ada Otter steht eingekerbt und rot ausgemalt auf dem ovalen Holzstück neben der Tür. Nachdem sie ein paarmal auf die Schelle gedrückt hat, öffnet eine große Frau in einem bodenlangen, schwarzen Kaftan mit Goldstickerei am Ausschnitt. Sie hat die strengen Züge und den starken Knochenbau einer märkischen Bäuerin, kombiniert mit dem karottenfarbenen Raspelschnitt einer minderjährigen Punkerin. »Was wollen Sie?« brüllt sie. »Die Musik …«, schreit Rififi zurück und starrt verblüfft auf die silbernen Eidechsen, die die Ohrläppchen der Frau so langziehen, dass sie fast die Goldstickerei berühren. Die Frau muss mindestens siebzig sein. Sie mustert Rif aus wasserhellen Augen von unten bis oben, als wolle sie Maß nehmen, dann knallt sie ohne ein weiteres Wort die Türe zu. Hinter der Tür dröhnt es ungedämpft weiter.
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