Cornelia Becker Die Unsterblichkeit der Signora Vero

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Inhaltsangabe zu „Die Unsterblichkeit der Signora Vero“ von Cornelia Becker

Der Weg zurück ist auch ein Weg nach vorn: "Ich suche jemanden, der mir in den Tod hilft! Dafür werde ich Sie nach meinem Tod als Alleinerbin einsetzen." Die reiche, exzentrische Beatrice Vero will sterben und wendet sich mit dieser ungewöhnlichen Bitte an Cordula, eine Autorin. Diese versucht die Signora davon zu überzeugen, so lange am Leben zu bleiben, bis sie deren handschriftliche Erinnerungen gesichtet hat. Sie bietet sogar an, ein Buch über ihr abwechslungsreiches Leben zu schreiben. Und während die beiden auf Sardinien gemeinsam an diesem Projekt arbeiten, kehrt für Signora Beatrice ganz unerwartet die Lust am Leben zurück. Doch der Tod folgt seinen eigenen Regeln.

Interessante Geschichte, die die letzte Stufe zur perfekten Unterhaltung leider verpasst hat.

— ChattysBuecherblog
ChattysBuecherblog

Ein für mich sehr bewegender Roman

— Sonne1960
Sonne1960

Es gibt kaum ein Buch, das mich dermaßen in Wechselbäder gestürzt hätte wie dieses.

— Nicky_G
Nicky_G

Sehr schöner Sprachstil und ein Inhalt, der nachdenklich macht.

— Nachtschattenpflanze
Nachtschattenpflanze

Leider nicht ganz so toll umgesetzt,...

— Negothia
Negothia

Ein magisches Buch mit einem höchst aktuellen Thema, das in einer wunderbaren Sprache verfasst wurde. Man legt es nicht mehr aus der Hand.

— Nasrim
Nasrim

Ein wunderschönes Debüt, minimalistisch erzählt, regt zum nachdenken an.

— miro76
miro76

Für mich eine Enttäuschung

— Buchliese
Buchliese

Der Prolog machte mir Hoffnung auf eine spannende Geschichte- leider unerfüllt

— KatalinMaerz
KatalinMaerz

Anders als erwartet, aber dennoch eine tolle Geschichte.

— Drei-Lockenkoepfe
Drei-Lockenkoepfe

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  • Mein Leseeindruck

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    09. October 2015 um 05:53

    Mein Leseeindruck: Als ich das Buch erhalten hatte, verstarb kurze Zeit danach ein naher Verwandter, so dass ich zwischen der Geschichte hin und hergerissen war. Auf der einen Seite hatte ich die Realität mit meiner eigenen Trauer und den Fragen: Wie geht es nun weiter. Auf der anderen Seite hatte ich das Buch mit einer sehr emotionalen Geschichte, in der ebenfalls die Frage gestellt wurde: Wie geht es nun weiter? Die Autorin beschreibt mit sehr gefühlvollen Worten die schwierige Situation der Cordula Pasini. Ich konnte mich sofort in ihre Gefühlswelt versetzen  und habe beim Lesen die Beklemmung, die Verzweiflung, die vielen unbeantwortete Fragen durchlebt. Die Protagonisten waren durchwegs sehr gut beschrieben. Dann kam für mich, etwa bei 2/3 der Geschichte ein Bruch. Ich hatte die Gefühlswelt verlassen. Irgendwie hatten sich die Emotionen verabschiedet. Es ging mir alles zu glatt, zu einfach. Deshalb ziehe ich bei meiner Bewertung auch einen Punkt ab. Fazit: Wer sich gerne auf eine emotionale Reise begeben möchte, ist bei diesem Buch genau richtig. Man erlebt Höhen und Tiefen. Ein Buch, das berührt und zum Nachdenken anregt. © by Diana Jacoby

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  • Ein für mich sehr bewegender Roman

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    Sonne1960

    Sonne1960

    25. September 2015 um 06:47

    Ein sehr tiefgreifender Roman von Cornelia Becker. Die Protagonistin Cordula ist auf Sardinien mit ihrer Tochter Sardinien gestrandet. Ihr Mann Gaetano ist sehr früh an einer schweren Krankheit verstorben und nun steht Cordula ohne Geld da und auch noch mit einem Berg Schulden. Dort bekommt sie von Signora Vero ein Angebot. Cordula soll ihr in den Tod helfen. Mehr möchte ich hier gar nicht erzählen, da man dieses Buch selbst gelesen haben muss, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Jeder geht ja mit dem Thema Tod anders um. Ich selbst bin überhaupt kein Freund dieses Themas und kann sehr schwer damit umgehen, da auch mein Vater sehr früh verstorben ist. Aber alleine deswegen habe ich mir dieses Buch zu Gemüte geführt. Dieses Buch war für mich sehr tiefgreifend. Die Protagonisten sind sehr gut beschrieben. Hier hat sich für mich eine ganz eigene Welt eröffnet. Sehr zu empfehlen dieses Buch. Von mir gibt es hier 5 Sterne.

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  • Leserunde zu "Die Unsterblichkeit der Signora Vero" von Cornelia Becker

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    Herbig_Verlag

    Herbig_Verlag

    Liebe LeserInnen! Habt Ihr Lust auf einen mitreißenden Roman - eine Hommage an den Süden, über die Sterblichkeit der Menschen und die Unsterblichkeit des Erzählens und Schreibens und über das Erwachsenwerden und das Abschiednehmen? Dann ist diese Leserunde genau das Richtige! Wir verlosen 20 Print-Exemplare des Buches  „Die Unsterblichkeit der Signora Vero“ von Cornelia Becker. Zum Inhalt des Buches:  »Ich suche jemanden, der mir in den Tod hilft! Dafür werde ich Sie nach meinem Tod als Alleinerbin einsetzen.« Die reiche, exzentrische Beatrice Vero will sterben und wendet sich mit dieser ungewöhnlichen Bitte an die Autorin Cordula, die gerade ihren Mann verloren hat und deren halbwüchsige Tochter zunehmend eigene Wege geht. Cordula versucht, die Signora davon zu überzeugen, noch so lange am Leben zu bleiben, bis sie ihre Erinnerungen gesichtet hat. Daraus entsteht schließlich die schillernde Lebensgeschichte der Signora Vero. Und während die beiden auf Sardinien gemeinsam an diesem Projekt arbeiten, kehrt für Signora Vero ganz unerwartet die Lust am Leben zurück. Doch der Tod folgt seinen eigenen Regeln. Zur Autorin: (c) Paolo Primiero Cornelia Becker, Jahrgang 1957, studierte Sozialwesen, Spanisch und Germanistik. Nach einem längeren Aufenthalt auf einer kleinen spanischen Insel arbeitet sie heute als freie Autorin und Kunsttherapeutin. Für ihre Prosa und Hörstücke erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, ihre Erzählungen erschienen in Zeitschriften und Anthologien. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin. LangenMüller verlost 20 Exemplare von „Die Unsterblichkeit der Signora Vero“. Schreibt dazu einfach in die Kommentare, warum Ihr gerne an der Leserunde teilnehmen möchtet. Bewerben könnt Ihr euch bis einschließlich zum 11. November 2014. Am 12. November 2014 werden die Gewinner dann benachrichtigt. Cornelia Becker wird sich an der Leserunde beteiligen und fleißig mit euch diskutieren. Viel Spaß beim Mitmachen!

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  • Die Geschichte zweier Frauen

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    JessicaLiest

    JessicaLiest

    Zum Inhalt des Buches: »Ich suche jemanden, der mir in den Tod hilft! Dafür werde ich Sie nach meinem Tod als Alleinerbin einsetzen.« Die reiche, exzentrische Beatrice Vero will sterben und wendet sich mit dieser ungewöhnlichen Bitte an die Autorin Cordula, die gerade ihren Mann verloren hat und deren halbwüchsige Tochter zunehmend eigene Wege geht. Cordula versucht, die Signora davon zu überzeugen, noch so lange am Leben zu bleiben, bis sie ihre Erinnerungen gesichtet hat. Daraus entsteht schließlich die schillernde Lebensgeschichte der Signora Vero. Und während die beiden auf Sardinien gemeinsam an diesem Projekt arbeiten, kehrt für Signora Vero ganz unerwartet die Lust am Leben zurück. Doch der Tod folgt seinen eigenen Regeln. Cover: Das Cover gefällt mir sehr gut. Eine Frau sitzt am Strand und blickt auf das Meer hinaus. Ich finde es beruhigend, es strahlt für mich etwas Ruhiges aus. Schreibstil: Den Schreibstil fand ich toll. Er war sehr angenehm und flüssig zu lesen. Die Story wurde aus der Ich-Perspektive von Cordula geschrieben, was mir sehr gefallen hat.  Die Geschichte hat mich richtig gefesselt. Meine Meinung: Es war wirklich ein Traum es zu lesen, ich bin regelrecht in die Geschichte der beiden Frauen eingetaucht, habe alles mitempfunden was sie gefühlt hatten und hatte immer alles vor Augen. Den Charakteren habe ich mich immer nah gefühlt. Cordula, aber auch Beatrice Vero sind sehr starke Frauen und haben ihre eigene starke Persönlichkeit. Cordula hat es wirklich nicht leid, der Tod ihres Mannes und ihre Teenagertochter machen es ihr nicht leicht. Und dann kam die Signora Vero in ihr Leben und die Geschichte begann Alles in einem hat es mir wirklich gut gefallen und werde es auf jeden fall weiterempfehlen.

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  • Die Unsterblichkeit der Signora Vero – welliges Gefühlschaos

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    Nicky_G

    Nicky_G

    02. January 2015 um 14:09

    Cordulas Mann ist vor kurzem nach schwerer Krankheit verstorben und hat sie und die gemeinsame Tochter Anna allein auf Sardinien zurückgelassen. Der Alltag ist schwierig, sowohl finanziell als auch emotional, dennoch lehnt Cordula das Angebot von Signora Beatrice Vero ab, als diese sie um Sterbehilfe bittet. Als die beiden Frauen sich näher kennenlernen, erfährt Cordula mehr aus dem Leben der exzentrischen Signora Vero und entdeckt unzählige Aufzeichnungen aus deren Leben. Cordula überredet Beatrice, diese zu ordnen und eine Biographie zu schreiben. Damit geht das Schicksal Wege, mit denen keine von ihnen gerechnet hätte... Es gibt kaum ein Buch, das mich dermaßen in Wechselbäder gestürzt hat wie dieses. Am Anfang war ich begeistert von der Sprache, habe jeden Satz gekostet wie teuren Wein. Die Geschichte fand ich sehr traurig, hat mich nachdenklich gemacht. Ich war überzeugt, dass es ein Kleinod wäre. Dann aber wurde mein Lesefluss abrupt gestoppt. Was mir zu Beginn so gut gefallen hatte, störte mich beim weiteren Lesen ungemein. Mir fehlte die Kennzeichnung der direkten Rede, so dass ich manches wiederholt lesen musste, um es zu verstehen, der Sinn erschloss sich mir nicht. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Tempi falsch verwendet worden waren. Dann wiederum hat mir die Zeichnung der Charaktere sehr gut gefallen, zum Beispiel dass sich Cordula nur schwer von Gaetano, ihrem verstorbenen Mann, verabschieden konnte und ihn als Wiedergänger wahrnahm oder Anna, die in ihrer pubertären Phase alles ausprobiert, vor allem um ihre Mutter auf die Palme zu bringen. Diese wirkte dann äußerst hilflos und igelte sich immer mehr ein, lebte nur noch für das Manuskript. Sehr schön konnte man die Angst vor Lebensveränderungen bei allen Beteiligten herauslesen und auch wie engstirnig die Gesellschaft mit Menschen umgeht, die einfach nur anders sind als die Masse. Die Überforderung mit dem Leben wird hier auf dreierlei Art dargestellt.Das war ein absolutes Hoch für mich, aber dann ging es auch wieder hinunter, weil ich Cordula gerne geschüttelt hätte, als Anna immer mehr abdriftet und Cordula dem überhaupt nichts entgegenzusetzen hat, sondern eigentlich noch erleichtert ist, als Anna ins Internat geht, nur um dann in Selbstmitleid zu versinken. Das war mir ein wenig zu einfach gestrickt, wenn ich es mit dem restlichen Buch vergleiche. Schade, dass der gute Anfang nicht fortgetragen wurde durch die komplette Geschichte.

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  • nicht einfach aber klasse

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    loewe

    loewe

    12. December 2014 um 15:08

    erlagsinfo, Klappentext “Der Weg zurück ist auch ein Weg nach vorn Die reiche und exzentrische Beatrice Vero hat mit ihrem Leben abgeschlossen und sucht einen Menschen, der ihr in den Tod hilft. Dafür soll er reichlich belohnt werden. Cordula Pasini, eine junge Autorin, lehnt erst dieses Angebot ab, lässt sich aber dann auf einen Kompromiss ein. Sie bietet sich an, die Aufzeichnungen der Signora zu sichten und ihre ungewöhnliche Geschichte niederzuschreiben. Mit der Erinnerung an ihre Vergangenheit kehrt für Beatrice Vero unerwartet die Lust am Leben zurück. Doch der Tod folgt seinen eigenen Regeln.” 192 Seiten ISBN: 978-3-7844-3358-5 LangenMüller Ich gebe zu dass ich mit den ersten Seiten dieses Romanes ganz schön gekämpft habe… Der Schreibstil ist hier definitiv nicht leichtgängig und flüssig…ich habe wirklich einige Seiten gebraucht um mich mit dieser eigentlich großartigen Art und Weise des Schreibens anzufreunden. Wenn man dann als Leser aber die kleine Hürde geschafft hat wird das Leseerlebnis ein Genuss! Ich denke dieses Buch braucht einfach den nötigen Zeitrahmen, man muss sich intensiv beschäftigen, nur mal eben nebenbei lesen ist nicht… Wir dürfen in diesem Buch ein Teil des Lebens von Cordula Pasini werden. Erst kürzlich verstarb ihr Mann und nun muss sie sehen wie sie sich und die Tochter Anna weiter durchs Leben bringt.Noch hat sich Gaetano  nicht wirklich aus dem Leben von Cordula verabschiedet. Immer wieder spürt sie ihn ganz nah bei sich aber er kann ihr bei den Alltagssorgen nicht mehr hilfreich zur Seite stehen. Das Geld liegt leider nicht auf der Straße. Da scheint ihr das Angebot von der reichen und exzentrischen Signora Vero sehr verlockend. Aber nein, sie will die alte Dame nicht in den Tod begleiten, da muss es doch noch eine andere Option geben… Nach einigen Gesprächen mit der Signora beschliesst Cordula die Lebensgeschichte der Signora Vero zu Papier zu bringen. Nun werden wir Teil des Ganzen. Ich konnte während dem Lesen so in die Geschichte eintauchen und habe mich so in die verschiedenen Sichtweisen der Frauen eingelesen, dass ich zum Teil  nicht mehr genau wusste wie ich zu dem Thema stehen soll. Die Blickwinkel verschieben sich im Laufe des Buches. Wir erleben mal wieder dass das Leben seine ganz eigenen Wege geht, ob wir das wollen oder nicht. Auch das Titelbild gefällt mir sehr gut. Wir sehen eine Frau die in die unendliche Weite blickt. Die Wolken und das Meer beruhigen und wühlen gleichzeitig auf. Sehr gelungen möchte ich meinen. Dieses Buch ist ganz sicher sehr lesenswert und fällt für mich aus jeglicher Schublade…Ich kann und will es nicht in ein bestimmtes Genre pressen. Ich möchte aber eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen. Lassen sie sich begeistern und überraschen. Ich denke es lohnt sich. In meinen Augen gelingt Cornelia Becker hier ganz großes.

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  • Die Unsterblichkeit der Signora Vero

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    Nachtschattenpflanze

    Nachtschattenpflanze

    08. December 2014 um 18:42

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero; Cornelia Becker Cordula lebt mit ihrer 13jährigen Tochter Anna auf einer kleinen, etwas verschlafenen italienischen Insel und kämpft nach dem Tod ihres Mannes mit den Sorgen und Nöten einer alleinerziehenden Mutter. Trost bietet ihr einzig und allein das noch bestehende Band zu ihrem Ehemann, immer wieder sucht sie Kontakt zu ihm, gequält von Schuldgefühlen. Da scheint ihr das Angebot der ebenso exzentrischen wie reichen Signora Vero wie gerufen zu kommen: Cordula hilft ihr, einen sauberen Weg in den Tod zu finden und ist damit alle Geldsorgen los. Doch jemanden umzubringen, der zwar lebensmüde ist, sich aber trotzdem bester Gesundheit erfreut, schreckt Cordula ab. Sie hat eine bessere Idee, möchte die Lebensgeschichte der Signora aufschreiben und veröffentlichen. Anfangs zögerlich stimmt diese zu und findet damit nach un nach scheinbar tatsächlich auch wieder Gefallen an ihrem Leben. Sie freundet sich mit Anna an und ihre Villa wird belagert von jungen Mädchen. Cordula reagiert eifersüchtig, möchte nicht ind er Schuld der Senora Vero stehen und misstraut ihr. Nach und nach werden die Beziehungen untereinander immer komplizierter, bis es zu einem nicht unbedingt vorhersehbaren Ende kommt. Sehr positiv beeindruckt an diesem Buch hat mich der Sprachstil, die Autorin versteht es, den Leser mit auf eine magische Reise zu nehmen, indem sie wunderbar bildhaft schreibt. Magisch ist auch der Umstand, dass der verstorbene Ehemann immer wieder auftaucht und sich mit Cordula austauscht. Sehr schön gemacht und in keiner Weise abdriftend ins Fantasygenre. Es wird einfach ein möglicher Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen beschrieben, in meinen Augen nicht der schlechteste. Auch das eigentlich Hauptthema des Buches, die Sterbehilfe, spielt hierbei eine Rolle, die mich sehr nachdenklich gemacht hat. Auch die beiden Protagonistinnen, Signora Vero und Cordula sind sehr gut dargestellt, ihr ständiger Kampf miteinander, das herrlich tragisch-komische Wesen der Vero gegenüber dem traurigen, eigentlich schwachen von Cordula. In ihr zeigt sich deutlich ein Konflikt, den wohl gerade alleinerziehende Frauen oft mit sich selbst auszutragen haben: Man möchte, muss eigentlich stark sein, kann es aber irgendwann einfach nicht mehr. Anna wiederum kämpft mit sich selbst, als wenn die Pubertät an sich noch nicht schwierig genug wäre, muss auch sie die Trauer um ihren Vater bewältigen und ihre Mutter kann ihr keine große Hilfe sein. Eigentlich ist das ganze Buch wie in einem Drama auf einen tragischen Abschluss ausgerichtet. Tragisch ist dieser in einem weiteren Sinne auch, nur leider kommt dies hier nicht mehr wirklich bei mir als leser an. Das Buch gewinnt immer mehr an Geschwindigkeit, worunter in diesem Fall mein Lesevergnügen gelitten hat und am Ende hat man das Gefühl, eigentlich über eine Klippe stürzen zu müssen... leider stolpert man nur über einen kleinen Stein, liegt auf der Nase und das Buch ist zu Ende. Vielleicht werde ich das Buch tatsächlich noch einmal lesen, um dem Ende doch noch etwas Schönes abgewinnen zu können, natürlich ist dies auch eine subjektive Entscheidung. Insgesamt ein lesenswertes und überdenkenswertes Buch mit einem tollen Sprachstil und einem gewöhnungsbedürftigen Ende. Langen Müller Verlag, 2014 Hardcover, 191 Seiten

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  • Leider nur ein "Naja,..."-Effekt

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    Negothia

    Negothia

    08. December 2014 um 08:17

    Nach dem Klappentext hat man ja bekannter Weise eine gewisse Vorstellung - ich muss sagen, in diesem Fall stimmten Vorstellung und Realität doch erstaunlich wenig überein,... Ich fand die Figuren leider sehr flach gestaltet, und auch der Plot, von dem man sich ja eigentlich gerade dann noch etwas mehr erhofft, war stellenweise einfach nicht nachvollziehbar,... Es ergeben sich zwischendrin Brüche, dadurch, das die Signora Fremdsprachen verwendet, wenn auch nie mehr als ein paar Wörter, oder dadurch, dass die Gedankengänge von Cordula nicht so genau nach zu vollziehen sind. Prinzipiell ist es so, dass ich die Grundstruktur des Buches eigentlich sehr interessant fand, aber in ihrer Umsetzung sind glaube ich einfach einige Aspekte - wie unter anderem die Lebendigkeit - ein wenig verloren gegangen. Das Buch kann einen, oder zumindest mich, einfach nicht so recht fesseln und auch wenn man Cordulas Leben und die ganze Sache mit Signora Vero mitbekommt, fühlt man sich trotzdem irgendwie noch wie ein 'Fremder' und 'Aussenstehender', was das ganze doch auch hinsichtlich des allgemeinen Interesses am Buch nicht gerade unterstützt. Fazit: Nette und interessante Grundidee, die aber scheinbar irgendwo einfach verpasst hat, lebendig zu werden.

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  • Kann man das Leben manipulieren?

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    19angelika63

    19angelika63

    Klappentext „Ich suche jemanden, der mir in den Tod hilft! Dafür werde ich Sie als Alleinerbin einsetzen.“ Beatrice Vero will sterben, exzentrisch und wohlhabend hat sie ihr Leben ausschließlich nach ihren Regeln und in vollen Zügen gelebt. Und nun wendet sie sich mit dieser ungewöhnlichen Bitte an die junge Autorin Cordula Pasini. Diese weist sie zunächst ab, sie hat genug eigene Probleme: Vor wenigen Monaten erst ist ihr Mann gestorben und die halbwüchsige Tochter geht eigene Wege. Cordula Pasini überzeugt Signora Vero schließlich, ihre handschriftlichen Erinnerungen zu ordnen und mit ihrer Hilfe in eine Erzählform zu bringen, nicht ahnend, dass sie durch die Begegnung mit ihr in neue Konflikte geraten wird. Und während die beiden unterschiedlichen Frauen auf Sardinien gemeinsam an dem Projekt arbeiten, erwacht in Signora Vero eine neue Lebensfreude. Doch kann man sein Schicksal selbst bestimmen? Dies ist eines von den Büchern, die man langsam lesen sollte, um sie zu genießen, aber um auch die Komplexität dahinter zu verstehen. Ferner ist das Ganze in indirekter Rede geschrieben, was zu „Lesehemmungen“ bei dem einen oder anderen Leser führen kann. Mich hat es nicht gestört. Im Gegenteil, es gehört für mich irgendwie zur Geschichte. Cordula und Beatrice lernen sich durch eine Anzeige kennen. Beatrice sucht jemanden, der ihr aus dem Leben hilft. Das hat sie allerdings so nicht in ihrer Anzeige geschrieben. Umso erschrockener ist Cordula, als sie davon bei ihrem ersten Treffen erfährt. Da Cordula dringen Geld braucht, macht sie Beatrice ein Gegenangebot und schlägt ihr vor. Beatrice Lebensgeschichte zu erzählen. Beatrice lässt sich darauf ein. Doch je mehr Cordula aus Beatrice Leben erfährt, desto mehr schleicht sich Beatrice nach und nach in Cordulas Leben ein. Es beginnt ein subtiler Machtkampf zwischen den Frauen um Cordulas Tochter. Und nicht nur um sie kämpfen die Frauen, sondern auch um eine zurück ins Leben, ums eigene Überleben und um Selbstbestimmung. Doch kann es eine Gewinnerin geben? Die Autorin Cornelia Becker hat in diesem Buch viele Themen aufgegriffen und sprachlich wunderschön umgesetzt. Es geht um Macht, Manipulation, Gier, Loslassen, Trauer, Mutter-/ Tochterbeziehung und der Achtung vor dem Leben. Ich war gefangen in diesem Sog und das Ende hat mich echt überrascht …

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    • 6
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    05. December 2014 um 11:45
  • Leben und Sterben …

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    Herbstrose

    Herbstrose

    Sie hatte ein aufregendes Leben, die reiche exzentrische Signora Vero aus Sardinien, doch nun ist sie alt und einsam und möchte sterben. Aus diesem Grund sucht sie jemanden, der ihr dabei behilflich sein könnte, und bietet als Gegenleistung an, ihn als Alleinerbe einzusetzen. Sie trifft auf Cordula Pasini, eine 42-jährige Autorin, die schon ihren krebskranken Mann Gaetano beim Sterben unterstützte. Obwohl ihr Mann ihr eine Menge Schulden hinterlassen hat und sie ihre 13-jährige Tochter Anna versorgen muss, lehnt Cordula zunächst ab. Stattdessen kann sie die Signora davon überzeugen, gegen Bezahlung ihre Tagebücher und handschriftlichen Aufzeichnungen zu sichten, um über ihr Leben einen Roman zu schreiben. Dass die gemeinsame Arbeit dieser zwei so unterschiedlichen Frauen nicht reibungslos verläuft, versteht sich von selbst. Und während Signora Vero nach und nach ihren Lebensmut zurück erhält, gerät Cordulas Leben mehr und mehr aus der Bahn … „Die Unsterblichkeit der Signora Vero“ ist ein relativ kurzer Roman, der aber doch eine gewisse Lesezeit abverlangt. Dies liegt m.E. zum einen an dem etwas eigenwilligen Schreibstil der Autorin Cornelia Becker, zum anderen an den häufigen Rückblenden zu Beginn der Geschichte. Etwas störend ist auch, dass die wörtlichen Reden ohne Anführungszeichen gedruckt sind, zumal die Geschichte in Ich-Form aus der Sicht von Cordula erzählt wird und sich dadurch manchmal mit den Gesprächen anderer Personen überschneidet. Anhand des Klappentextes, des Buchtitels und des Prologs erwartet man eine spannende Geschichte über Signora Veros interessantes Leben, über Sardinien und über Sterbehilfe, die es ja dort heute noch im Verborgenen geben soll. Doch es geht hauptsächlich um Cordula, ihre Probleme mit ihrer pubertierenden Tochter und ihre Trauer um ihren verstorbenen Mann, dessen Geist noch allgegenwärtig ist. Das bewegte Leben der Vero wird als zweiter Erzählstrang in Form der Tagebuchaufzeichnungen ab und zu eingefügt. Gut heraus gearbeitet ist die Beziehung der beiden Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können. Interessant dabei ist, dass sich im Verlauf der Geschichte die Charaktere der Beiden ins Gegenteil wandeln. Erscheint Cordula zu Anfang als warmherzige, willensstarke Frau, wird sie bald mehr und mehr egoistisch, unstrukturiert und unsympathisch, während man Signora Vero immer besser versteht und sie an Sympathie gewinnt. Die Geschichte ist getragen von einer schwermütigen Grundstimmung. Sardinien im Winter lässt da nichts anderes erwarten. Heitere Momente oder Szenen zum Schmunzeln sucht man vergebens, es überwiegen Existenzängste, Verlustgefühl und Verlassenheit. Auf das Thema Sterbehilfe wird leider nicht weiter eingegangen. Der zugegebenermaßen überraschende und so nicht erwartete Schluss lässt den Leser bedrückt zurück. Viele Fragen bleiben ungeklärt und sollen vielleicht zum Nachdenken anregen.  Fazit: Ein interessantes Buch, etwas anders als man von Titel und Klappentext erwartet, dennoch durchaus lesenswert.

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    • 6
  • Der Weg zurück ist auch ein Weg nach vorn

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    Arizona

    Arizona

    Der Weg zurück ist auch ein Weg nach vorn Dieser Debütroman von Cornelia Becker erzählt in Rückblenden die Lebensgeschichte der Signora Vero, die in jungen Jahren bereits die Welt bereist hat. Diese Rückblenden stehen jedoch nicht in Vordergrund des Romans, sondern die Rahmenhandlung nimmt den eher größeren Teil des Buches ein: Die Geschichte wird erzählt aus der Ich-Perspektive der 42 jährigen Cordula Steinfeld-Pasini, einer Deutschen, die seit 15 Jahren auf Sardinien lebt. Ihr italienischer Mann Gaetano ist jedoch letztes Jahr verstorben, was sie und ihre 13 jährige Tochter Anna immer noch sehr belastet. Nun haben sie auch noch Geldprobleme, so dass Cordula neben ihrer Arbeit im Tourismusbüro und der Arbeit als Übersetzerin auf der Suche nach einem weiteren Job ist. Dabei stösst sie auf die extrovertierte 68 jährige Signora Beatrice Vero, die bereits seit ihrer Kindheit in ihr Ferienhaus auf Sardinien kommt und die nun jemanden sucht, der ihr in einer sehr vertrauensvollen Sache weiterhelfen soll. Die beiden treffen sich ein paar Mal, und dabei kommt raus, dass die Vero jemanden sucht, der ihr in den Tod hilft - einfach weil sie als immer sehr aktive Frau nicht pflegebedürftig und gebrechlich werden will. Cordula lehnt dieses Anliegen zwar ab, aber sie kann die Vero überreden ihre Biographie für sie zu schreiben. Als - noch unentdeckte- Schriftstellerin überarbeitet sie so die Aufzeichnungen der Signora über ihre zahlreichen Reisen (in den 60/70/80er Jahren, vor allem nach Südamerika, später auch mit ihrem Segelboot). Die Rückblenden erfolgen dann in Form des Manuskripts, das Cordula der Signora vorliest. So erwacht durch das Eintauchen in ihre eigene Vergangenheit sogar bei der betrübten Signora neuer Lebensmut. Jedoch bekommt Cordula mehr und mehr Probleme mit ihrer pubertierenden Tochter Anna. Also wie gesagt, die eigentlichen Nebenfiguren Cordula und ihre Tochter Anna stehen eher im Mittelpunkt, sogar der Geist ihres toten Mannes taucht ab und zu auf. Die Stimmung auf Sardinien im Winter umrandet die ganze melancholische Geschichte noch passend. Auch wenn es eine problembelastete Geschichte ist, und das Thema Tod hier dominant ist, so finde ich es doch von der Atmospäre her schön eingefangen und stimmig. Echte Sympathie kann man zwar der Vero sicher nicht gerade entgegen bringen, aber sie wurde doch treffend in Szene gesetzt. Es wurde eine tiefgehende Handlung entworfen, bis hin zu den Nebenfiguren, den Familienverhältnissen, den vielen Tätigkeiten der Cordula, z.B. über den schriftstellerischen Prozess, mit dem sie die Aufzeichnungen der Vero bis hin zum Manuskript bearbeitet. Vor allem auch die problematische Beziehung zwischen der allein erziehenden Mutter und der Tochter in der Pubertät wird recht ausführlich beleuchtet. Daher hat es mich nicht so gestört, dass weniger die Vero im Mittelpunkt stand, weil ich die erzählte Geschichte rund um Cordula auch interessant fand. Man fühlt sich einfach als wäre man mittendrin in diesem Strudel von Gefühlen. Zur Sprache: Es herrschen wohlformulierte, lange und verschachtelte Sätze vor, die Anführungszeichen der direkten Rede fehlen, was für mich aber kein Problem war. Es herrschen ausgefallene Metaphern und Bilder vor, keine platten Standards, was mir immer positiv auffällt. Die Geschichte wird nach und nach durch die Rückblenden wie ein Puzzle zusammen gesetzt, der Leser wird zum Mitdenken aufgefordert, was ich sehr bei Büchern mag. Einzige negative Pünktchen für mich: die Geister-Szenen mit dem Mann hätte ich persönlich nicht gebraucht. Und das ständige Trinken und Rauchen der Signora stiessen mir doch auf die Dauer zu negativ auf. Ab und zu war es noch etwas unrund, aber für ein Debüt doch sehr vielversprechend!

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    • 2
    corneliaflorentina

    corneliaflorentina

    02. December 2014 um 17:51
  • Vom Klappentext abweichende Romanhandlung enttäuscht leider sehr!

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    Insider2199

    Insider2199

    01. December 2014 um 22:31

    Vom Klappentext abweichende Romanhandlung enttäuscht leider sehr! Dies ist der erste Roman von Cornelia Becker, die lange Zeit in Südspanien lebte und heute als freie Autorin und Kunsttherapeutin in Berlin arbeitet. Zum Inhalt: Die knapp 70-jährige exzentrische und reiche, aber lebensmüde Beatrice Vero hat genug vom Leben und erbittet Sterbehilfe von der Autorin Cordula Pasini, die als Gegenleistung zur Alleinerbin eingesetzt werden soll. Doch das Thema Sterbehilfe reißt bei Cordula alte Wunden auf, denn sie hat diese ihrem geliebten Mann Gaetano gewährt, um ihn von seinen Schmerzen zu erlösen. Das war aber ein sehr persönlicher Akt, den sie einer Fremden nicht so leicht gewähren kann. Außerdem ist sie durch ihre Trauer mit der pubertierenden 13-jährigen Tochter Anna völlig überfordert. Als Kompromiss bietet Cordula an, eine Biografie über die Vero zu schreiben, die ihre Lebensgeister wieder wecken. Doch der Tod folgt seinen eigenen Regeln. Meine Meinung: Zum einen fällt der ungewöhnliche Schreibstil auf, nämlich die Verwendung von direkter Rede ohne Anführungszeichen. Nicht, dass mich dies groß gestört hätte, ganz im Gegenteil – ich lese gerade ein sehr gutes Buch im selben Stil: "Verlagen und Melancholie" von Bodo Kirchhoff. Doch im Gegensatz zu diesem Buch ist der Roman von Cornelia Becker leider sprachlich nicht so ausgereift und die Bezüge sind oft unklar. Die Verwirrungen entstehen meist, weil die Ich-Perspektive von Cordula mit der Ich-Form der direkten Rede von Beatrice Vero kollidiert, was den Lesefluss meines Erachtens SEHR stört! Zum anderen dauert es leider sehr lange (bis fast zur Mitte des Romans!) bis die Geschichte zu ihrem eigentlichen Kern vorstößt, nämlich zu der Biografie, die der Signora Vero nicht nur „Unsterblichkeit“ bescheren (siehe Titel), sondern ihr auch den Lebenswillen wieder zurück geben soll. Zum Ende hin wird dann immer klarer, dass der Klappentext eine andere Geschichte verspricht, und das war für mich eine sehr enttäuschende Erkenntnis! Ich wollte davon lesen, wie ein lebensmüder Mensch wieder Freude am Leben gewinnt. Stattdessen geht es im Roman um Cordula, eine alleinerziehende Mutter, die mit dem Verlust ihres Ehemannes und finanziellen Schwierigkeiten kämpfen muss und mit der Erziehung ihrer pubertierenden Tochter völlig überfordert ist. Ihre Biografie über die Vero, die in Teilen im Buch zu lesen ist, klingt manchmal fast als Beiwerk, dabei sollte sie – neben der Beziehung der beiden unterschiedlichen Frauen – die Quint-Essenz des Romans sein! Cordulas Sicht erhält durch die Ich-Perspektive eine deutliche Überbetonung; die Beziehung zur und Konfliktsituation mit der Signora Vero (das für mich Interessantere) wird leider nur gestreift. Statt den Fokus mehr auf Beatrice Veros jetziges Leben zu legen (Rückblenden beleuchten meist nur ihre Vergangenheit – auch die eher unspektakulären Auszüge aus der Biografie beschreiben nur kleine Mosaikstücke und sind nicht sehr erhellend), werden dagegen in Cordulas Leben ALLE Aspekte detailliert ausgeleuchtet, auch Nebenaspekte wie z.B. ein umfangreicher Sub-Plot mit ihrer Freundin Fiorentina, der meiner Meinung nach zum Kern der Sache leider nichts beiträgt und eher Banalitäten behandelt. Dagegen fällt der Schluss äußerst knapp aus, kommt ziemlich abrupt daher und lässt viele Fragen offen. Dass Beatrice Vero tw. sehr negativ gezeichnet ist, stört mich nicht groß, schließlich ist sie die Antagonistin (obwohl ich mir wie gesagt gewünscht hätte, sie wäre das Gegenteil davon!). Das eigentliche Problem ist eher, dass die Heldin Cordula leider in ihrer Passivität und Durchsetzungsschwäche auch nicht viel sympathischer wirkt und eine Entwicklung zum Positiven gänzlich fehlt. Dadurch entstand bei mir auch keinerlei Identifizierung und das Schicksal der Figuren wurde mir immer gleichgültiger. Die Spannung ging für mich spätestens dann verloren als mir klar wurde, dass der Kern dessen, was mich im Vorfeld an der Story interessiert hatte, letztlich nur gestreift wurde. Fazit: Die Geschichte an sich ist nicht grundsätzlich verkehrt, aber sie hat nichts mit jener zu tun, die dem Leser im Vorfeld versprochen wurde. Es ist als würde ich mir eine Musik-CD kaufen und feststellen, dass die Songs auf der CD-Hülle nicht die sind, die ich höre. Dafür ziehe ich gleich 2 Sterne ab, denn das ist für mich leider ein großes No-Go! Einen weiteren Sternabzug gibt es für die sprachliche Ungenauigkeit und die für mich leider fehlende Spannung.

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  • So leblos wie ein "Wiedergänger"

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    KatalinMaerz

    KatalinMaerz

    Signora Vero hat viel erlebt und will nun sterben. Jemand soll ihr dabei helfen. Die Deutsche Cordula braucht Geld und soll den Auftrag übernehmen. Sie weigert sich allerdings und kann die Signora stattdessen überreden, gegen Bezahlung deren Biographie aufzuschreiben. Die Geschichte wird über ein Jahr hinweg erzählt. Von der beginnenden Zusammenarbeit bis zur Vollendung. Vom Leben der Signora erfährt man allerdings recht wenig. Im Focus steht das Leben von Cordula. Besser ihr Überleben nach dem Tod ihres geliebten Mannes Gaetano. Die finanziellen Sorgen, die spezielle Verarbeitung ihrer Trauer, das Verhältnis zu ihrer Tochter Anna. Das Buch beginnt mit einem spannenden Prolog. Er erinnert mich an den Film Alexis Zorbas, drückt er doch Beklemmung aus. Ein Schwarz-Weiß-Bild einer verschworenen Dorfgemeinschaft entsteht vor meinem inneren Auge, die nach einem vielleicht gemeinschaftlich begangenen Mord zusammenhält und froh ist, die Außenseiterin losgeworden zu sein. Leider hat dieser Prolog nichts mit der Geschichte zu tun. Es ist lediglich ein Satz aus der Mitte des Buches, den die Signora für ihre Biographie diktiert. Ich fühlte mich an der Nase herumgeführt. Eine vertane Gelegenheit, eine spannende Geschichte zu schreiben. Und so hab ich mich bei diesem Buch größtenteils gelangweilt. Die Ausschnitte der Biographie sind unspektakulär. Weder der Erzählstil noch die wiedergegebenen Begebenheiten aus Signoras Leben sind bemerkenswert. Interessanter ist die Geschichte dahinter. Die Konfrontation der beiden Frauen. Der Kampf um die Liebe von Anna. Allerdings wird zu oft einfach erzählt, etwas behauptet und die Autorin versäumt,  die Behauptungen mit Leben zu füllen und zu zeigen, wie es war. Auch das Thema Sterbehilfe wird bloß angeschnitten. Und die Geschichte hatte nichts mit Sardinien zu tun. Die Insel dient lediglich als Staffage, es hätte jedes Eiland im Mittelmeer sein können. Jemand behauptete einmal, dass Anfänger gerne das Thema Schriftstellerei in ihrem Debüt verarbeiten. So auch hier (wie bei zwei anderen Debüts, die ich gerade gelesen habe). Es wäre besser gewesen, das Schreiben der Biographie an sich in den Hintergrund zu rücken und dafür die Szenen um die Figuren lebendig herauszuarbeiten.  

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    • 4
  • irgendwie nicht rund...

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    SweetSmile

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    Zum Inhalt:  Die reiche und exzentrische Beatrice Vero hat mit ihrem Leben abgeschlossen und sucht einen Menschen, der ihr in den Tod hilft. Dafür soll er reichlich belohnt werden. Cordula Pasini, eine junge Autorin, die gerade ihren Mann verloren hat und noch tief in ihrer Trauerphase steckt, tritt nach einer Anzeige von Beatrice mit ihr in Kontakt. Als dieses allerdings erfährt, worum es geht, lehnt sie sofort ab. Nach mehreren Treffen einigen sich die beiden Frauen auf ein Kompromiss. Cordula wird Beatrice Veros Lebensaufzeichnungen durchsehen und daraus eine Biographie schreiben, danach wollen sie neu verhandeln.  Während der gemeinsamen Arbeit am Buch und durch die vielen Erinnerungen an ihre Vergangenheit kehrt für Beatrice Vero unerwartet die Lust am Leben zurück. Doch der Tod folgt seinen eigenen Regeln. persönliche Wertung:  Am Anfang des Buches hatte ich Schwierigkeiten mich mit dem Schreibstil zurecht zu finden. Ich musste mich erst einmal reinlesen und kam dann aber immer besser zurecht.  Ab und an schreibt Cornelia Becker als würde es die Person, die erzählt gar nicht selbst betreffen... Sehr interessant und man muss beim lesen immer mitdenken! Die Protagonisten sind mir wenn ich ehrlich bin ein wenig suspekt. Cordula ist mir im Laufe des Buches immer unsympathischer geworden. Sie vernachlässigt ihre Tochter Anna und lässt zu, das diese anfängt sich selbst zu zerstören. Meiner Meinung nach ist sie auch sehr egoistisch, bei ihr dreht sich alles um das Schreiben ihres Buches, ihre Tochter und ihre Freunde vergisst sie dabei völlig. Beatrice Vero ist eine Diva, sie hat in ihrem Leben eigentlich immer alles bekommen was sie wollte. Sie hat wahnsinnig viele Reisen unternommen und war sogar mal eine Schauspielerin. In dem Zusammenhang mit ihr hat mir sehr gut gefallen, wie eine Frau trotz, dass sie ein tolles Leben hatte, einsam sein kann. Die Geschichten aus ihrer Vergangenheit haben mich sehr interessiert und erklären auch etwas ihren Charakter. Gegen Ende konnte ich ihre Haltung damit aber nicht mehr verteidigen. Das Ende des Buches kam sehr überraschend und mir auch etwas zu plötzlich, es wäre noch viel Luft gewesen die Geschichte ausführlicher zu berichten und auf gewisse Themen, wie zum Beispiel die Sache mit Gaetano und auch was es mit Alberto wirklich auf sich hat. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass die Autorin mehr auf die Geschichte der Beatrice Vero eingegangen wäre und auch die Beziehung der beiden Frauen inniger behandelt hätte. Viele Themen waren einfach nur oberflächlich angerissen. Fazit:  Leider hat mich dieses Buch nicht wirklich überzeugt, die Geschichte war mir zu schnell abgehandelt und die Protagonisten nicht wirklich sympathisch. Die einzige die ich wirklich verstand und die mich begeisterte war Anna.

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    • 2
  • Beziehungen und ihre Spielarten

    Die Unsterblichkeit der Signora Vero
    miro76

    miro76

    27. November 2014 um 22:16

    „Das ist nicht einfach mit dem Tod, der will sie nicht haben, aber sie sehnt sich so sehr danach.“        (S. 25) Beatrice Vero hat ein schnelles Leben gelebt. Ständig auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer, hat sie sie Welt bereist. Nirgends konnte sie lange verweilen, niemand vermochte sie zu halten. Ihr einziger steter Wegbegleiter war ihr Boot – die Verotrice. Nun ist die fast 70jährig heimgekehrt nach Sardinien, ins Ferienhaus ihrer Familie. Sie ist recht einsam da und die Einheimischen sind distanziert und haben wenig gute Worte für sie. Zu fremd ist ihnen ihre Welt aus Glanz und Glamour. „Die Vero hat ein verrücktes Leben geführt, rastlos und getrieben. Sie kann sehr viel geben, wenn sie will, aber sie kann auch alles Zerstören, sich selbst eingeschlossen.“      (S.83) Signora Vero hat das Gefühl, genug gelebt zu haben. Sie sucht eine Assistentin, die mit ihr bis zum Ende geht, die sie die letzten Stunden begleitet. Dafür wird sie diese als Alleinerbin einsetzen. Für Cordula, eine brotlose Schriftstellerin, kommt dieses Angebot zur rechten Zeit, um nicht sofort verworfen zu werden. Sie sitzt auf einem Berg Schulden, seit dem Tod ihres Mannes und schafft es nicht monatlich über die Runden zu kommen. Sie möchte ihrer Tochter Anna mehr bieten. Außerdem hat sie den Verlust ihrer Liebe noch nicht verarbeitet. Eigentlich ist sie noch nicht bereit sich schon wieder mit dem Tod auseinanderzusetzen. Deshalb überredet sie die Signora, ihre Tagebuchaufzeichnungen zu sichten und wenn möglich in Buchform zu bringen. Sie packt die Vero bei ihrer Eitelkeit. Und so beginnt ihre Zusammenarbeit. Die Signora, anfangs noch skeptisch, übt immer mehr Druck auf Cordula aus, damit die Arbeit vorangeht. Zusätzlich treibt sie einen Keil zwischen Cordula und ihre Tochter, indem sie Anna Vieles bietet, was Cordula nicht möglich ist. Sie scheint dabei wieder aufzublühen. Währenddessen entfremden sich Cordula und Anna immer mehr. Sie verliert ihre Tochter völlig aus den Augen und langsam beginnt sie auch sich selbst zu verlieren. Höchst manipulativ hat es die Signora geschafft Cordula an sich zu binden und diese beginnt sich zu wehren – bis zum Ende. Ein gelungenes Buch über die Komplexität zwischenmenschlicher Beziehungen: die tiefe Liebe zu einem Menschen und die haltlose Trauer über den Verlust, der Halt den Freundschaften geben können, die Schwierigkeiten eines Mutter-Tochter-Verhältnisses, die Unfähigkeit sich zu binden und die ständige Suche danach, Abhängigkeit und daraus resultierend Hass. Leider verspricht der Klappentext irgendwie eine andere Geschichte. Dieser ist, meiner Meinung nach, sehr unglücklich gewählt. Aber die Leser sollten nicht enttäuscht sein, denn Cornelia Becker hat trotzdem eine spannende Geschichte vorgelegt. Vieles wird nur angedeutet, der Leser ist aufgefordert konzentriert zu sein und sich auf wenig alltägliche Themen einzulassen. Der minimalistische Stil lässt viel Raum für eigene Interpretationen. Mich hat dieses Buch zum nachdenken angeregt.

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