Cornelia Harz

 4.5 Sterne bei 52 Bewertungen
Autorin von Killerkind, Die Macht der Träne und weiteren Büchern.
Autorenbild von Cornelia Harz (©privat)

Lebenslauf von Cornelia Harz

Die Autorin Cornelia Harz, geboren 1977, hat das belletristische Schreiben an der »Schule des Schreibens« gelernt (4. Förderpreis 2015). Sie selbst liest gerne Bücher, die sich mit dem Inneren der Menschen auseinandersetzen, und diese Leidenschaft zeigt sich auch in ihren Geschichten. xxxxxxxxxxxxxx

Botschaft an meine Leser

Hallo ihr! Ich muss mich bei euch entschuldigen. Leider kann ich – anders als geplant – doch nicht weiter auf LovelyBooks sein. Deshalb an dieser Stelle noch mal ganz lieben Dank für alles!!! Viele Grüße! Conny

Alle Bücher von Cornelia Harz

Cover des Buches Killerkind (ISBN: B07PJ51LR4)

Killerkind

 (24)
Erschienen am 07.03.2019
Cover des Buches Die Macht der Träne (ISBN: B07YJ6DFWF)

Die Macht der Träne

 (15)
Erschienen am 27.09.2019
Cover des Buches Zissa (ISBN: B079CNQFJJ)

Zissa

 (7)
Erschienen am 26.01.2018
Cover des Buches Lasst mich doch einfach leben ... (ISBN: B01LWSTWPF)

Lasst mich doch einfach leben ...

 (3)
Erschienen am 05.10.2016

Neue Rezensionen zu Cornelia Harz

Neu
H

Rezension zu "Die Macht der Träne" von Cornelia Harz

Guter Stoff für zwischendurch!
halofulbrightvor 3 Monaten

"Die Macht der Träne" hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich war sofort total begeistert von der Idee und habe das Buch in nur zwei Stunden gelesen. 

Ich konnte mich leider nicht wirklich mit den handelnden Charakteren identifizieren und mich auch kaum in sie einfühlen - gerade die beiden Frauen, die nicht im Fokus standen, waren für mich ein wenig unrealistisch und überzogen. Die Protagonistin wirkte eher etwas unscheinbar auf mich.

Gepackt hat mich aber die Idee - und die Art und Weise, wie gerade die Frauen von dem "Therapeuten" manipuliert wurden. Das war mit am spannendsten.

Einige Szenen waren für mich nicht unbedingt ausführlich genug geschrieben und ich hätte gerne doppelt so viele Seiten gehabt, um wirklich Spannung aufkommen zu lassen. So ging mir einiges zu schnell, um mich um die Charaktere zu Sorgen. Es wurde mir auch zu schnell "aufgelöst" - die Gefahr war einfach schnell wieder verschwunden.


Dennoch ein tolles Buch, dass ich jedem Thriller-Fan empfehlen kann!

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Rezension zu "Killerkind" von Cornelia Harz

Killerkind
0Soraya0vor 7 Monaten

Zum Inhalt (Klappentext):
»Sie müssen mir glauben! Ich bin eine Mörderin!«
Charlotte will auf der Hochzeit ihres Bruders eine Rede halten. Der Kontakt zu ihrem »inneren Kind« Charly soll ihr helfen, ihre Angst davor zu überwinden. Doch sobald sie gemeinsam in Situationen geraten, die sie an unerträgliche Momente ihrer Vergangenheit erinnern, weint Charly so heftig, dass es Charlotte das Herz bricht.
Wie weit wird sie gehen, um die Tränen des Mädchens für immer zu trocknen? Führt der Weg zum Glück tatsächlich über Leichen?

Meine Meinung:

Der Schreibstil der Autorin liegt mir sehr, so dass ich schnell in die Geschichte rein gefunden habe. Zu Beginn ist das ganze noch sehr spannend und geht wirklich in Richtung Psychothriller. Doch desto weiter die Geschichte voran schreitet, desto weniger Spannung und Psycho kann ich finden.

Charlotte hat es nicht einfach. Zuerst in der Kindheit bei ihrer Tante und jetzt mit irhem unmöglichen Ehemann. Das ist es nicht verwunderlich, dass sie psychische Probleme hat! Die Veranschaulichung durch Charly finde ich da recht gut gewählt, allerdings ist das Ganze dann stellenweise doch etwas langatmig und nimmt die Spannung raus. 

Auf mich wirkt dass ganze eher wie ein guter Krimi mit psychologischem Einfluss. Das Ende fand ich leider etwas abgewürgt, hier hätten der Geschichte ein paar Seiten mehr sicher sehr gut getan.

Fazit:

Alles in allem eine gute Geschichte, bei der allerdings an der ein oder anderen Ecke noch etwas geschliffen werden sollte.

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Rezension zu "Killerkind" von Cornelia Harz

Lesenswert
nellschevor 9 Monaten

Charlotte hat Angst, vor größeren Menschenmengen zu reden. Da sie aber auf der Hochzeit ihres Bruders eine Rede halten will, sucht sie eine Therapeutin auf. Diese führt jedoch keine herkömmliche Therapie durch, sondern gibt Charlotte ein Medikament, das den Kontakt zu ihrem inneren Kind Charly herstellen soll. Das klappt auch, doch es gibt ungeahnte Reaktionen.

Auf diesen Psychothriller war ich total gespannt, weil mich das toll gestaltete Cover und der spannende Klappentext angesprochen haben.
Das Buch ließ sich flüssig und zügig lesen und war ziemlich schnell damit fertig. Die Autorin konnte mich mit ihrem Erzählstil sofort in die Geschichte ziehen und fesseln.
Die Charaktere wurden interessant und bildhaft beschrieben, so dass ich von ihnen gute Bilder vor Augen hatte.
Die Story war richtig spannend und der Aufbau gefiel mir sehr gut. Es ging direkt mit einem spannenden Einstieg los, der meine Fantasie anregte, denn Charlotte erzählte einem Arzt ihre Geschichte. Dieser Einstieg war super, denn ich fragte mich sofort, was ihr geschehen sein musste. Voller Spannung und Neugierde konnte ich dann richtig in die Geschichte eintauchen. Teilweise war ich mir nicht sicher, ob die Geschehnisse Realität waren, oder ob Charlotte sich das eingebildet hat. Diese Verwischungen haben die Spannung und das Unbehagen bei mir deutlich erhöht. Auch hatte ich während des Lesens viele Fragen im Kopf. Was ist das für ein „Medikament“, das Charlotte nehmen soll? Die Einblicke in die Abgründe der menschlichen Psyche fand ich absolut gelungen und äußerst lesenswert.

Ein lesenswerter Psychothriller, der mich gefesselt hat. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Killerkind

Lust auf eine Begegnung mit dem »inneren Kind«?

Ich verlose 40 Einlöse-Links für ein Amazon Kindle E-Book (mobi).

Hallo ihr,

nachdem es zu »Killerkind« bereits eine Leserunde gegeben hat, starte ich heute meine erste Buchverlosung. Das Buch gibt es ausschließlich als Amazon Kindle E-Book (mobi) und ich werde den Gewinnern einen Einlöse-Link zuschicken, mit dem ihr es euch direkt von Amazon.de holen könnt. Ihr bräuchtet also einen Zugang zum Amazon-Shop (ab 18 Jahre etc.) und ein passendes Lesegerät oder die App, die man sich ebenso kostenlos herunterladen kann.

Auch wenn es keine Leserunde ist, könnt ihr euch selbstverständlich bei Fragen oder Hinweisen sehr gerne trotzdem hier melden.

Den Beschreibungstext und eine Leseprobe findet ihr ganz unten.

Jo, dann hoffentlich bis bald! ;-)

Conny


Der Beschreibungstext:

»Wenn du jemals glücklich sein willst, Charlotte, musst du es nur schaffen, dass Charly nie wieder weint.«

Im Rahmen einer privaten Therapie lässt sich Charlotte ganz intensiv auf ihr »inneres Kind« ein. Charly wird zum festen Bestandteil ihres Lebens. Beide lernen sich noch besser kennen, sie haben Spaß zusammen. Doch sobald sie in Situationen geraten, die sie an unerträgliche Momente ihrer Vergangenheit erinnern, weint Charly so heftig, dass es Charlotte das Herz bricht. Wie weit wird sie gehen, um die Tränen des Mädchens für immer zu trocknen? Führt der Weg zum Glück tatsächlich über Leichen?

»Killerkind« gehört zu der Art Psychothriller, die das Unbewusste der Menschen in eine Bildsprache kleiden. Es könnte also sein, dass sich während des Lesens auch Ihr eigenes »inneres Kind« zu Wort meldet.


Die Leseprobe:

Meine Hände tun weh, eigentlich tut mir alles weh, ich zittere. Es ist Sommer, es müsste noch einigermaßen warm sein, aber ich kann dieses Zittern einfach nicht abstellen. Nichts ist mehr so, wie es früher gewesen ist, ich nicht, die Welt um mich herum nicht, gar nichts. Ich hämmere weiter gegen die riesigen Glasscheiben. »Ich hab sie umgebracht, hört ihr?« Doch diese Tür vor mir zuckt keinen Millimeter.
Vor ein paar Jahren habe ich im Gebäude nebenan meinen Bruder besucht, Blinddarm. Damals habe ich an dem Eingang, an dem ich nun stehe, das Schild Psychiatrie gelesen und mich gefragt, wie weit man sein müsse, damit man hier landen würde. Heute weiß ich das.
Hastig laufe ich in der Dunkelheit auf und ab. Es ist still. Obwohl sich so viele Leute in den Gebäuden um mich herum befinden müssten, ist es so unsagbar still. Ich habe mein Auto mitten auf dem Besucherparkplatz abgestellt, bestimmt steht die Tür immer noch offen, ich bin einfach rausgesprungen und hierher gerannt. Aus der Ferne zeigt sich der große Parkplatz nur schwach, die kleinen Lampen ziehen die Autos auf die Seite der Nacht. Ich kneife meine Augen zusammen, aber es ist alles verschwommen, überall sehe ich tanzende Flecken. Irgendwann werden sie mich reinlassen, sie müssen das tun, ich bin eine Mörderin. Kraftlos sacke ich auf den Boden. Es riecht nach Heu, frisch und gammelig gleichermaßen. Ich lehne mich mit dem Rücken an die kalte Glasschiebetür und lege meinen Kopf auf meinen Knien ab. Der Traum von einem schönen Leben, er ist tot, genau wie …
Mein Körper zittert immer stärker. Wenn meine Hände sich nicht ganz fest um meine Knie klammern könnten, wäre er längst in seine Einzelteile zerfallen. »Jetzt holt mich doch endlich!«, schreie ich. Meine Augen sind nass, ich schließe sie, aber die Bilder der letzten Wochen sind immer noch da, eingebrannt wie Tätowierungen meiner Seele.
Auf einmal höre ich, dass sich hinter mir etwas bewegt. Zwei Pfleger kommen heraus. »Sie wollen zu uns?«
Endlich. Ich springe auf. »Ja, Sie müssen mich wegsperren, ich bin eine Gefahr, ich …«
»Kommen Sie doch bitte erst mal mit.«
Ich betrete gemeinsam mit ihnen das Gebäude.
Einer der beiden setzt mich in einen Behandlungsraum. »Es wird sich gleich ein Arzt um Sie kümmern«, sagt er. »Haben Sie Ihre Versicherungskarte dabei?«
»Meine Karte? Verdammt, ich hab grad andere Sorgen!«, brülle ich. »Ich habe sie alle umgebracht«, füge ich leise hinzu.
Der Pfleger schaut mich stumm an. Er scheint froh zu sein, als ein etwa fünfzig Jahre alter Mann mit Glatze und weißem Kittel hereinkommt. »Sie sagt, sie habe jemanden getötet.«
Der Arzt nickt ihm kurz zu und wendet sich an mich. »Ich bin Dr. Holzwein.« Er schüttelt mir die Hand.
Plötzlich wird mir klar, welch folgenschweren Schritt ich gegangen bin. »Tramp-mann«, stottere ich. »Ich heiße Charlotte Trampmann.« Ist es dumm gewesen, herzukommen? Hört man doch ab und an, wie schnell man für immer in dieser Maschinerie gefangen bleibt.
Der Psychiater nimmt Platz. »Frau Trampmann, Sie glauben also, Sie wären für den Tod eines Menschen verantwortlich.«
»Das glaube ich nicht nur, das weiß ich.« Ich versuche, ihm selbstbewusst ins Gesicht zu sehen, aber mein Blick wendet sich ab, hinab auf die Tischplatte.
»Wen haben Sie denn getötet?« Dr. Holzwein mustert mich.
Ich weiß, dass er mir nicht glaubt. Du siehst zu brav aus. Mein ganzes Leben lang habe ich das gehört. »Charly«, sage ich nur.
»Und wer ist Charly?«, fragt er.
»Ein kleines Mädchen, ich hab sie überfahren.«
»Ein Unfall?« Der Psychiater reißt seine Augen weit auf. »Verdammt, warum sagen Sie das nicht gleich?«
Ich zucke mit den Schultern. »Sie ist tot«, flüstere ich.
»Wo genau ist der Unfall passiert?«
»Etwa fünf Autominuten von hier.« Ich starre in die Luft. »Auf der Landstraße Richtung Sportplatz.«
Der Arzt springt auf und lässt mich sitzen.
Ich sehe, dass eine Krankenschwester mit meiner Handtasche unter dem Arm in den Behandlungsraum kommt. »Ich nehme an, es ist Ihr Auto, das offen auf dem Besucherparkplatz steht?«
Ich nicke.
Sie legt meine Tasche auf den Tisch. »Darf ich?«
Ich nicke noch einmal.
Die Schwester kramt meinen Geldbeutel hervor und zieht meinen Ausweis heraus. »Charlotte Trampmann. Die Adresse stimmt noch?«
»Ja.«
»Sie sind achtunddreißig Jahre alt, richtig?«
»Richtig.«
»Und haben eine neue Frisur.«
Stimmt, auf dem Foto sind meine Haare noch lang. »Ja«, sage ich wieder und greife mit meiner rechten Hand zu meinen kurzen Stoppeln.
»Die Farbe ist echt?«, fragt sie.
»Naturbrünett«, antworte ich.
Sie zieht ihre Mundwinkel etwas nach oben, macht sich ein paar Notizen und geht zur Seite.
Dr. Holzwein ist zurückgekommen. Er setzt sich mir gegenüber hin. »Erzählen Sie mir doch bitte ganz genau, was passiert ist«, fordert er mich auf.
»Ich hab sie umgebracht. Ich habe Charly getötet.«
»Ist das Ihre Tochter?«
»Nein«, antworte ich.
»Eine Verwandte?«, fragt er.
Ich schüttele den Kopf.
»Vielleicht können Sie es mir ein wenig leichter machen.« Er lächelt. »Würden Sie mir verraten, wer Charly ist?«
»Ich war Charly.«
Der Arzt sieht mich stumm an. »Sie sind Charly«, wiederholt er. »Sie wollen mir erzählen, Sie hätten sich selbst überfahren?«
»Charly hat mich zum Monster gemacht. Wegen ihr hab ich große Schuld auf mich geladen.« Ich mache eine Pause. »Ich weiß, das hört sich seltsam an.«

102 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Killerkind

Hallo,

ich möchte euch wieder zu einer Leserunde einladen. Diesmal geht es um meinen neuen Psychothriller »Killerkind«, den es ausschließlich als Amazon Kindle E-Book gibt.

Der Beschreibungstext:

»Wenn du jemals glücklich sein willst, Charlotte, musst du es nur schaffen, dass Charly nie wieder weint.«

Im Rahmen einer privaten Therapie lässt sich Charlotte ganz intensiv auf ihr »inneres Kind« ein. Charly wird zum festen Bestandteil ihres Lebens. Beide lernen sich noch besser kennen, sie haben Spaß zusammen. Doch sobald sie in Situationen geraten, die sie an unerträgliche Momente ihrer Vergangenheit erinnern, weint Charly so heftig, dass es Charlotte das Herz bricht. Wie weit wird sie gehen, um die Tränen des Mädchens für immer zu trocknen? Führt der Weg zum Glück tatsächlich über Leichen?

»Killerkind« gehört zu der Art Psychothriller, die das Unbewusste der Menschen in eine Bildsprache kleiden. Es könnte also sein, dass sich während des Lesens auch Ihr eigenes »inneres Kind« zu Wort meldet.

Das Formelle:
Das Kindle E-Book kann sich jeder, der über 18 Jahre alt ist und einen Amazon-Account hat, vom 16.3.2019 (ab 9:30 Uhr) bis einschließlich 20.3.2019 kostenlos von Amazon.de herunterladen (weil es ein "0 €-Kauf" ist, ist wie bei anderen Käufen auch die Eingabe einer Bankverbindung / Kreditkarte notwendig). Es gibt also nicht direkt »Gewinner« bei dieser Leserunde, wenn ihr mitmachen möchtet, holt euch bitte das Buch direkt aus dem Shop innerhalb der o. g. Zeit. Trotzdem werde ich diejenigen (zumindest die ersten zwanzig), die sich melden, als »Gewinner« anklicken, damit die Leserunde ganz normal durchläuft. Und falls jemand kein Lesegerät für Kindle-Bücher hat, es gäbe auch eine kostenlose Lese-App.

Die Frage:
Passend zum Thema »inneres Kind« hab ich mir folgende Frage ausgesucht, um uns schon mal etwas einzustimmen:
Habt ihr als Kind ein Lieblingsstofftier gehabt?
Also meins war ja ein ganz normaler, nicht allzu großer rotbrauner Teddy gewesen. Nur blöderweise hab ich den immer als Kopfkissen benutzt, wodurch sein Kopf irgendwann ziemlich platt geworden ist. Hab später mal versucht, den wieder runder zu kriegen, hat aber nicht geklappt. Ich wüsste gerne, wo der Bär jetzt ist. Wahrscheinlich hat er sich von mir misshandelt gefühlt und ist einfach ausgezogen. ;-)

Die Leseprobe:
Meine Hände tun weh, eigentlich tut mir alles weh, ich zittere. Es ist Sommer, es müsste noch einigermaßen warm sein, aber ich kann dieses Zittern einfach nicht abstellen. Nichts ist mehr so, wie es früher gewesen ist, ich nicht, die Welt um mich herum nicht, gar nichts. Ich hämmere weiter gegen die riesigen Glasscheiben. »Ich hab sie umgebracht, hört ihr?« Doch diese Tür vor mir zuckt keinen Millimeter.
Vor ein paar Jahren habe ich im Gebäude nebenan meinen Bruder besucht, Blinddarm. Damals habe ich an dem Eingang, an dem ich nun stehe, das Schild
Psychiatrie gelesen und mich gefragt, wie weit man sein müsse, damit man hier landen würde. Heute weiß ich das.
Hastig laufe ich in der Dunkelheit auf und ab. Es ist still. Obwohl sich so viele Leute in den Gebäuden um mich herum befinden müssten, ist es so unsagbar still. Ich habe mein Auto mitten auf dem Besucherparkplatz abgestellt, bestimmt steht die Tür immer noch offen, ich bin einfach rausgesprungen und hierher gerannt. Aus der Ferne zeigt sich der große Parkplatz nur schwach, die kleinen Lampen ziehen die Autos auf die Seite der Nacht. Ich kneife meine Augen zusammen, aber es ist alles verschwommen, überall sehe ich tanzende Flecken.
Irgendwann werden sie mich reinlassen, sie müssen das tun, ich bin eine Mörderin. Kraftlos sacke ich auf den Boden. Es riecht nach Heu, frisch und gammelig gleichermaßen. Ich lehne mich mit dem Rücken an die kalte Glasschiebetür und lege meinen Kopf auf meinen Knien ab. Der Traum von einem schönen Leben, er ist tot, genau wie
Mein Körper zittert immer stärker. Wenn meine Hände sich nicht ganz fest um meine Knie klammern könnten, wäre er längst in seine Einzelteile zerfallen. »Jetzt holt mich doch endlich!«, schreie ich. Meine Augen sind nass, ich schließe sie, aber die Bilder der letzten Wochen sind immer noch da, eingebrannt wie Tätowierungen meiner Seele.
Auf einmal höre ich, dass sich hinter mir etwas bewegt. Zwei Pfleger kommen heraus. »Sie wollen zu uns?«
Endlich. Ich springe auf. »Ja, Sie müssen mich wegsperren, ich bin eine Gefahr, ich «
»Kommen Sie doch bitte erst mal mit.«
Ich betrete gemeinsam mit ihnen das Gebäude.
Einer der beiden setzt mich in einen Behandlungsraum. »Es wird sich gleich ein Arzt um Sie kümmern«, sagt er. »Haben Sie Ihre Versicherungskarte dabei?«
»Meine Karte? Verdammt, ich hab grad andere Sorgen!«, brülle ich. »Ich habe sie alle umgebracht«, füge ich leise hinzu.
Der Pfleger schaut mich stumm an. Er scheint froh zu sein, als ein etwa fünfzig Jahre alter Mann mit Glatze und weißem Kittel hereinkommt. »Sie sagt, sie habe jemanden getötet.«
Der Arzt nickt ihm kurz zu und wendet sich an mich. »Ich bin Dr. Holzwein.« Er schüttelt mir die Hand.
Plötzlich wird mir klar, welch folgenschweren Schritt ich gegangen bin. »Tramp-mann«, stottere ich. »Ich heiße Charlotte Trampmann.« Ist es dumm gewesen, herzukommen? Hört man doch ab und an, wie schnell man für immer in dieser Maschinerie gefangen bleibt.
Der Psychiater nimmt Platz. »Frau Trampmann, Sie glauben also, Sie wären für den Tod eines Menschen verantwortlich.«
»Das glaube ich nicht nur, das weiß ich.« Ich versuche, ihm selbstbewusst ins Gesicht zu sehen, aber mein Blick wendet sich ab, hinab auf die Tischplatte.
»Wen haben Sie denn getötet?« Dr. Holzwein mustert mich.
Ich weiß, dass er mir nicht glaubt.
Du siehst zu brav aus. Mein ganzes Leben lang habe ich das gehört. »Charly«, sage ich nur.
»Und wer ist Charly?«, fragt er.
»Ein kleines Mädchen, ich hab sie überfahren.«
»Ein Unfall?« Der Psychiater reißt seine Augen weit auf. »Verdammt, warum sagen Sie das nicht gleich?«
Ich zucke mit den Schultern. »Sie ist tot«, flüstere ich.
»Wo genau ist der Unfall passiert?«
»Etwa fünf Autominuten von hier.« Ich starre in die Luft. »Auf der Landstraße Richtung Sportplatz.«
Der Arzt springt auf und lässt mich sitzen.
Ich sehe, dass eine Krankenschwester mit meiner Handtasche unter dem Arm in den Behandlungsraum kommt. »Ich nehme an, es ist Ihr Auto, das offen auf dem Besucherparkplatz steht?«
Ich nicke.
Sie legt meine Tasche auf den Tisch. »Darf ich?«
Ich nicke noch einmal.
Die Schwester kramt meinen Geldbeutel hervor und zieht meinen Ausweis heraus. »Charlotte Trampmann. Die Adresse stimmt noch?«
»Ja.«
»Sie sind achtunddreißig Jahre alt, richtig?«
»Richtig.«
»Und haben eine neue Frisur.«
Stimmt, auf dem Foto sind meine Haare noch lang. »Ja«, sage ich wieder und greife mit meiner rechten Hand zu meinen kurzen Stoppeln.
»Die Farbe ist echt?«, fragt sie.
»Naturbrünett«, antworte ich.
Sie zieht ihre Mundwinkel etwas nach oben, macht sich ein paar Notizen und geht zur Seite.
Dr. Holzwein ist zurückgekommen. Er setzt sich mir gegenüber hin. »Erzählen Sie mir doch bitte ganz genau, was passiert ist«, fordert er mich auf.
»Ich hab sie umgebracht. Ich habe Charly getötet.«
»Ist das Ihre Tochter?«
»Nein«, antworte ich.
»Eine Verwandte?«, fragt er.
Ich schüttele den Kopf.
»Vielleicht können Sie es mir ein wenig leichter machen.« Er lächelt. »Würden Sie mir verraten, wer Charly ist?«
»Ich war Charly.«
Der Arzt sieht mich stumm an. »Sie sind Charly«, wiederholt er. »Sie wollen mir erzählen, Sie hätten sich selbst überfahren?«
»Charly hat mich zum Monster gemacht. Wegen ihr hab ich große Schuld auf mich geladen.« Ich mache eine Pause. »Ich weiß, das hört sich seltsam an.«
---

Wenn ihr Lust habt, das Buch gemeinsam mit mir zu lesen, meldet euch bitte.

Ich freue mich auf eine schöne Leserunde.

Viele Grüße!

Conny

219 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Die Macht der Träne

Wären Männer tatsächlich glücklicher, wenn wir zu unseren alten Rollenbildern zurückkehren würden? Marlene verflucht den Tag, an dem sie ihren Mann Hugo zu dieser Paartherapie überredet hat. Wie kann man Frauen nur so hassen? Warum bringt jemand sie eiskalt um?

Auch Marlene kämpft um ihr Leben … aber wird sie es retten können?

WICHTIG: Das Buch gibt es ausschließlich als Amazon Kindle E-Book.

Hallo ihr,

ich möchte euch wieder zu einer Leserunde einladen. Es geht um meinen neuen Psychothriller »Die Macht der Träne«, den es ausschließlich als Amazon Kindle E-Book gibt, und ich werde den Gewinnern diesmal einen Link zuschicken, mit dem ihr euch das Buch direkt von Amazon.de holen könnt. Ihr bräuchtet also einen Zugang zum Amazon-Shop (ab 18 Jahre etc.) und ein passendes Lesegerät oder die App, die man sich ebenso kostenlos herunterladen kann.

Den Beschreibungstext und eine Leseprobe findet ihr ganz unten.

Wenn ihr bei der Leserunde mitmacht, denkt bitte dran, eventuelle Spoiler auszublenden.

Und zum Thema Rezensionen:
Bei mir seid ihr zu nichts verpflichtet. Wenn ihr aber gerade die Möglichkeit habt, würde ich mich trotzdem über eure Rezensionen auf LovelyBooks und Amazon freuen. ;-) ;-) ;-)

Aber natürlich freue ich mich am meisten auf eine schöne Leserunde mit euch.

Bis bald …

Conny

Ach ja, und meine Leseabschnitte sind nur Vorschläge. Fühlt euch bitte völlig frei und entscheidet selbst, wo ihr etwas eintragen möchtet.

Beschreibungstext:

»Weine, dann töte mich!«

Marlene setzt große Hoffnungen in die Therapie bei Dirk und Nora. Seit ihr Mann Hugo seinen Job verloren hat, lässt er sich immer mehr gehen, säuft und rastet bei jeder Kleinigkeit aus. Dirks Methode, mit der er den drei teilnehmenden Paaren helfen will, ist eigen, aber Hugo scheint der Aufenthalt in dieser alten Pension auf dem Land gutzutun, und auch Marlene schöpft neue Kraft aus den Gesprächen mit Dirks Frau. Doch plötzlich ist Nora verschwunden und Dirk wird immer radikaler in seinen Ansichten. Die Frauen seien schuld an allem, früher seien Männer glücklicher gewesen. Was als harmloses Rollenspiel begonnen hat, ist längst tödlicher Ernst, und Marlene weiß, dass auch sie in dieser Einöde sterben soll. Aber warum glaubt ihr Hugo nicht? Hat sie alleine überhaupt eine Chance, ihrem Tod zu entkommen?

Depressionen äußern sich bei Männern meist ganz anders als bei Frauen. »Die Macht der Träne« ist ein spannender Psychothriller, der zeigt, wie es sich anfühlt, wenn dich der Mensch, den du liebst, zu seinem größten Feind erklärt.

Leseprobe (1. Kapitel):

Schon vor der Wohnungstür hörte ich es wieder, Leas Schluchzen. Ich ging hinein, ließ die Tür hinter mir ins Schloss schnappen und lehnte mich für einen kurzen Moment an die Wand.
»Hat Papa dich wieder angeschrien?«, fragte ich unsere Tochter, als ich in ihrem Kinderzimmer stand.
Sie nickte und ich setzte mich zu ihr auf die Bettkante.
Lea schluchzte immer noch, sie legte ihren Kopf auf meinen Schoß.
Ich streichelte durch ihre langen blonden Haare. »Er meint es nicht so«, versicherte ich ihr. Mir tat es weh, ihre Tränen zu sehen, innerlich weinte ich mit ihr gemeinsam.
Sie war nun acht Jahre alt und schon vor ihrer Geburt hatte ich mir ganz fest vorgenommen, dass unsere Tochter das glücklichste Kind dieser Welt werden sollte, aber seit einigen Monaten … unsere Sorgen erdrückten sie, genau wie uns selbst.
Aus dem Wohnzimmer hörte ich nur die Geräusche des Fernsehers. Und es stank, ständig stank es nach Rauch und bestimmt hatte Hugo auch wieder getrunken.
»Kann ich dich alleine lassen?«, fragte ich Lea.
Sie setzte sich hoch und flüsterte ein ganz leises »Ja«.
»Du wirst sehen, in ein paar Wochen, wenn wir zurück sind, ist alles wieder gut«, versprach ich ihr. »Und später essen wir beide erst mal ein Eis.«
»Mit Schokostreuseln?«, fragte sie.
»Klar.« Ich kniff Lea in die Seite. »Und natürlich mit ganz dick Sahne.«
Obwohl ihre Augen noch rot und geschwollen waren, gab es mir etwas Hoffnung, dass ich wenigstens ein ganz winziges Strahlen erkennen konnte.
Hugo schlief auf dem Sofa, als ich ins Wohnzimmer kam.
»Lea sitzt vorne und weint«, sagte ich zu ihm.
Er bekam mich gar nicht mit.
Ich zog die Vorhänge auf – immerhin war es Nachmittag, draußen schien die Sonne – und öffnete ein Fenster.
»Was soll das, Marlene?«, knurrte Hugo und drehte sich ruckartig Richtung Sofalehne. »Lass mich in Ruhe!«
»Du fragst mich, was das soll?« Ich stellte den Fernseher etwas leiser. »Wir haben abgemacht, dass du dich um Lea kümmerst.«
»Ich hab ihr vorhin ein Brot geschmiert«, nuschelte er in das Polster.
»Und dich gleich wieder hingelegt, prima«, sagte ich. »Hast du Lea auch angemotzt, weil sie sich erlaubt hat, dich zu wecken?«
»Sie ist alt genug, um sich selber zu beschäftigen.« Mein Mann stand auf, knallte das Fenster wieder zu und ließ seinen Hintern erneut auf unser Sofa sinken. »Lass mich einfach.«
»Ach, dann erstick doch in deinem Mief.« Ich ging ins Bad, hielt meine Hände unter das kalte Wasser und gönnte auch meiner Stirn eine kurze Abkühlung. Danach sah ich in den Spiegel und zupfte meinen kinnlangen blonden Bob in Form, wobei er sich wie unser aktuelles Leben gerade nicht von seiner schönsten Seite zeigen wollte. Aber egal, ab morgen würde es aufwärtsgehen, ganz sicher.
Ich setzte mich neben Hugo auf unser Sofa. »Hast du schon gepackt?«
Er schüttelte den Kopf, ohne ihn vom Fernseher abzuwenden.
»Du weißt, dass wir morgen Nachmittag nicht viel Zeit haben. Ich hab den Treffpunkt mal ins Navi eingegeben, wir fahren mindestens eine Stunde. Das heißt, wenn ich von der Arbeit zu Hause bin, müssen wir gleich Lea zu meiner Mutter bringen und sofort wieder los.«
»Mir passt das ohnehin nicht, dass du diesen Quatsch ausgemacht hast.«
»Das ist kein Quatsch.« Mein Blick streifte über den Couchtisch. Wieder stand sie da, die Schnapsflasche, ich hatte mir das ja schon gedacht. »Und außerdem ist das Zeug hier auch keine Lösung.«
Er füllte sein Glas randvoll und kippte dieses Teufelszeug in sich hinein. »Du tust gerade so, als wäre ich Alkoholiker.«
»Das hab ich nicht gesagt«, verteidigte ich mich. »Aber ich hab echt Angst, dass du einer wirst.«
Er rollte mit den Augen und zündete sich eine Zigarette an.
Früher hatte ich selber geraucht, aber trotzdem … »Du hast mir versprochen, dass du künftig auf den Balkon gehst«, sagte ich nach ein paar Minuten zu ihm.
Er rammte die Kippe in den Aschenbecher. »Darf ich überhaupt noch irgendetwas in meiner Wohnung?«
»Du weißt, dass es für Lea nicht gesund ist.«
»Ständig muss ich Rücksicht nehmen.« Obwohl sein Zigarettenstummel lange nicht mehr glimmte, zerquetschte er ihn immer stärker. »Mich kotzt das so an.«
»Du machst dir gerade dein Leben kaputt«, sagte ich. »Und ganz nebenbei auch noch das von Lea und mir.«
»Dann geh doch«, raunzte Hugo. »Wenn du glaubst, dass du ohne mich besser dran bist …«
»Sind wir dir wirklich so egal?« Ich stand auf und verbarg für einen Augenblick mein Gesicht vor ihm. Langsam hatte ich mich ja daran gewöhnt, jede Nacht alleine einzuschlafen, während er bis in die Morgenstunden vor dem Fernseher saß und sich irgendwelche Serien ansah, aber dieser Spruch … seit er keine Arbeit mehr hatte, hätten wir endlich einmal mehr Zeit füreinander haben können, und dennoch waren wir so weit voneinander entfernt wie noch nie. Ich atmete tief durch. »Gut, von mir aus, hasse mich. Aber du hast eine Tochter, bedeutet dir das wirklich auch gar nichts mehr?«
»Wie konntest du bei dir in der Firma rumerzählen, was bei uns zu Hause los ist?«
Ständig diese Vorwürfe. »Ich hab es nicht rumerzählt«, erklärte ich ihm. »Anne ist eine Freundin.«
»Du bist mir in den Rücken gefallen, Marlene.«
»Ich hab jemanden zum Reden gebraucht.«
»Und da sprichst du ausgerechnet mit einer von deinen versnobten Bürotussis.«
Wie gerne würde ich nach der Arbeit einfach mal wieder entspannt die Füße hochlegen. »Wenn Anne für dich eine versnobte Bürotussi ist, bin ich das auch.«
Hugo trank den nächsten Schluck, diesmal direkt aus der Flasche.
»Ich kann nichts dafür, dass dein bescheuertes Möbelhaus zugemacht hat«, keifte ich.
»Endlich bist du mal ehrlich. Du hast meine Arbeit doch eh nie ernst genommen.«
»Und ich kann auch nichts dafür, dass sie dir noch keinen neuen Abteilungsleiterposten hergezaubert haben.«
Hugo kniff seine Augen zusammen. »Ich hätte längst wieder einen neuen Job, wenn du nicht so verbohrt wärst und mit mir mitgehen würdest.«
»Du weißt, dass ich meine Arbeit liebe. Und es wäre doch wirklich das Dümmste, was wir jetzt machen könnten. Mein Vertrag ist sicher, das muss dich doch auch etwas beruhigen. Außerdem hat Lea hier ihre Schule, ihre Freundinnen«, rechtfertigte ich mich.
»Weil ich für euch zurückstecken muss, drückst du mir zum Dank auch noch andauernd hin, dass ich das Problem bin.«
»Das hat keiner gesagt.«
»Und warum dann diese bescheuerte Paartherapie?«
»Schau dich doch mal an!«
»›Schwerpunkt Mann‹, so ein Schwachsinn!«
Ich wusste, dass er am liebsten seine Freiheit zurückgehabt hätte, aber die konnte ich ihm nicht geben, er hatte eine Familie, nie hätte ich gedacht, dass ich ihn eines Tages dafür bedauern müsste. »Anne hat gesagt, ihrem Mann ist es viel besser gegangen nach der Therapie bei Dirk und Nora.«
»Anne hat gesagt«, äffte mich Hugo nach.
Ich war es so leid. »Vielleicht könntest du dich morgen wenigstens mal unter die Dusche stellen und dich rasieren.« Seine kurzen braunen Haare klebten aneinander, als wären sie bereits vor Tagen mit einer doppelten Menge Haargel bearbeitet worden, nur dass Hugo generell gar kein Gel benutzte.
Er lachte abfällig. »Damit ich DEINE ANNE nicht vor ihren Freunden blamiere?«
»Dirk und Nora sind nicht ihre Freunde. Sie sind Therapeuten und ich bin froh, dass sie mir den Tipp gegeben hat.«
»Und dieser Unfug kostet uns auch noch Geld, das wir eigentlich gar nicht haben.«
»Einen Teil davon übernimmt ja Gott sei Dank die Krankenkasse.«
»Marlene, hörst du dir überhaupt zu?«, schrie mich Hugo an. »Ich bin nicht krank, begreif das endlich! Ich könnte nur mal eine Partnerin brauchen, die mit mir gemeinsam an einem Strang zieht.«
»Du bist unfair«, sagte ich. Ja, gut, ich wollte Sicherheit, ich wollte wissen, dass wir nächsten Monat auch noch genug Geld zum Leben haben werden. Und verdammt, nein, ich konnte nicht alles hinschmeißen, das Risiko war mir zu hoch, viel zu hoch. »Wir werden einen Weg finden, der für uns beide passt.«
»Mit dir zu diesen Irren in die Pampa fahren, ist ganz bestimmt nicht mein Weg.«
Ich verstand Hugo ja wirklich, natürlich war es schwierig für ihn. Alleine, dass er sich plötzlich überall blöde Bemerkungen anhören musste. Als wir vor einiger Zeit zum Essen bei Freunden gewesen waren, hatte jemand zu ihm gesagt: »Das würde mich ganz schön ankotzen, wenn ich wegen jeder Kleinigkeit bei meiner Frau betteln müsste.« Hugo hatte mit einem coolen Spruch reagiert, aber irgendwas hatte sich verändert an diesem Abend, von da an ging es abwärts, Tag für Tag ein bisschen mehr.
»Wenn es nichts bringt, hatten wir wenigstens mal wieder einen Tapetenwechsel«, versuchte ich, die Stimmung zu normalisieren.
»Hmmm«, brummte er.
»Und Lea freut sich auch, mal für ein paar Tage bei ihrer Oma zu sein.«
»Ein paar Tage ist gut«, stellte Hugo fest. »Über einen Monat.«
»Du wirst sehen, die fünf Wochen werden vergehen wie im Flug.« Ich legte meine Hand auf seinen Oberschenkel.
»Na ja, wenn es mir in dieser Einöde zu langweilig wird …«
»Dir wird ganz bestimmt nicht langweilig.« Erleichtert nahm ich wahr, wie Hugo seine Hand auf meine legte.
»Zur Not kann ich mich dort ja auch vor den Fernseher setzen.«
»Ähm«, zögerte ich. »Da wollte ich schon die ganze Zeit mit dir drüber reden.«
»Worüber?«
»Wir wohnen zwar in einer alten Pension, aber einen Fernseher werden wir während der paar Wochen nicht haben.«
»Dann schau ich halt notfalls auf mein Handy, wenn ich was Neues wissen will«, sagte er überraschend entspannt.
»Ja, ähm …«
»Mich kann ja wohl keiner zwingen, mein Telefon abzugeben.«
Ich hörte an seiner Betonung, dass seine Entspannung auf eine harte Probe gestellt wurde. »Das gehört zur Therapie«, sagte ich und zog dabei ein wenig den Kopf ein.
»Na, schön.« Hugos Finger zappelten auf meinem Handrücken. »Noch etwas, was ich wissen müsste?«
»Es gibt auch keinen Internetzugang«, sagte ich langsam und leise. »Wir dürfen das Gelände nicht verlassen«, sagte ich noch leiser. »Und wir müssen auch unsere Autoschlüssel abgeben«, schob ich schnell hinterher.
»Das mach ich nicht.« Er nahm seine Hand weg.
»Aber das Auto lassen wir doch ohnehin ein paar Kilometer entfernt am Bahnhof stehen.«
»Eigentlich hab ich gedacht, wir fahren denen einfach nach.«
»Das ist gegen die Spielregeln.«
Hugo kratzte sich am Ohrläppchen.
»Sonst funktioniert das nicht«, sagte ich. »Du sollst dich ganz auf dich … WIR sollen uns ganz auf UNS konzentrieren.«
»Und was ist mit Lea?«
»Ich hab ihr das erklärt und falls irgendwas Dringendes sein sollte, kann uns meine Mutter über die Nummer der Pension erreichen.«
»Und wenn mit uns irgendwas ist?«
»Seit wann machst du dir über so was Gedanken?«, wunderte ich mich.
»Das muss an deinem schlechten Einfluss liegen.« Hugo grinste.
»Falls mit uns etwas sein sollte, hab ich in den Anmeldeunterlagen die Nummer meiner Mutter angegeben, dann werden Dirk oder Nora sie informieren. Und deinen Eltern hab ich auch schon Bescheid gesagt.«
»Und allen anderen sicherlich auch. Wenn ich das gewusst hätte …«
»Zu spät, du hast unterschrieben.«
»Ich weiß schon, selber schuld, weil ich dir blind vertraut hab.«
»Gib mir diese Chance«, bat ich ihn. »Lass dich darauf ein … und wenn es nichts bringt, lasse ich dich für immer in Ruhe, versprochen.«

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