Cornelia Lotter Durch die Hölle

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Inhaltsangabe zu „Durch die Hölle“ von Cornelia Lotter

Hans-Martin wird der Boden unter den Füßen weggerissen, als er den Brief seiner erwachsenen Tochter liest. Ann-Marie beschuldigt ihn, sie als Kind missbraucht zu haben. Auch seine Frau scheint zu zweifeln. Er beschließt, um seine Ehre, seine Familie und um seine Tochter zu kämpfen und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch irgendwann weiß er nicht mehr, ob seine Wahrheit die richtige ist. Während seiner Suche erfährt Hans-Martin, dass er nicht allein mit seinem Problem ist. Und ein unglaublicher Verdacht drängt sich ihm auf: Kann es sein, dass seiner Tochter durch ihre Psychotherapeutin falsche Erinnerungen suggeriert wurden. Gibt es sie wirklich, diese „False Memories“? (Quelle:'E-Buch Text/15.11.2016')

Das Buch hinterlässt beim Leser Spuren.

— burro
burro

Tolles Buch, was zum Teil unheimlich wirkt und zum Nachdenken anregt.

— Honigmond
Honigmond

Ein sehr interessantes Thema wurde hier gewählt und informativ rübergebracht, für mich aber eher nicht als Psychothriller einzuordnen.

— Artemis_25
Artemis_25

Kurzweiliger Roman über False Memories zum Thema Missbrauch - informativ und interessant geschrieben.

— Katey
Katey

guter Einstieg, um sich mit "False Memories" und den Konsequenzen vertraut zu machen

— MissSophi
MissSophi

Gutes Buch, um einen Einblick in das Thema false memorys zu erhalten.

— Susi30
Susi30

Aufklärend über ein Tabuthema, was ich davor noch nie als Romanthema gelesen habe; deshalb eine Empfehlung, um seinen Horizont zu erweitern.

— cheshirecatannett
cheshirecatannett
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  • Themen
  • False Memories und ihre Tücken

    Durch die Hölle
    Honigmond

    Honigmond

    13. January 2017 um 20:33

    Zum Klappentext:Hans-Martin wird der Boden unter den Füßen weggerissen, als er den Brief seiner erwachsenen Tochter liest. Ann-Marie beschuldigt ihn, sie als Kind missbraucht zu haben. Auch seine Frau scheint zu zweifeln. Er beschließt, um seine Ehre, seine Familie und um seine Tochter zu kämpfen und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch irgendwann weiß er nicht mehr, ob seine Wahrheit die richtige ist. Während seiner Suche erfährt Hans-Martin, dass er nicht allein mit seinem Problem ist. Und ein unglaublicher Verdacht drängt sich ihm auf: Kann es sein, dass seiner Tochter durch ihre Psychotherapeutin falsche Erinnerungen suggeriert wurden. Gibt es sie wirklich, diese „False Memories“?Mein Leseeindruck:Die Buchbeschreibung hatte mich sehr neugierig gemacht und ich wollte das Buch unbedingt lesen. Ich wurde auch nicht enttäuscht. Mich erwartete ein sehr spannendes und tiefgreifendes Buch mit einem hochsensiblen Thema, was noch nicht so allzu bekannt zu sein scheint. Ich empfangs es stellenweise so berührend und auch erschütternd, dass ich sogar eigene Lebenserfahrungen anfing zu hinterfragen. Das Thema hat mich schon sehr gefesselt und es war erschreckend zu lesen, wie man Menschen über die psychologische Schiene doch ganz einfach manipulieren kann, wenn sie denn manipulierbar sind und welche weitreichenden Folgen dies letztlich haben kann.Ein sehr empfehlenswertes Buch, für all diejenigen, die sich für solche Dinge interessieren. Mir hat es sehr gut gefallen und zum Nachdenken angeregt. Für mich ein gelungenes Buch.

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  • Leserunde zu "Durch die Hölle" von Cornelia Lotter

    Durch die Hölle
    cornelia_lotter

    cornelia_lotter

    Gibt es falsche Erinnerungen? Ist es möglich, jemanden eine Erinnerung so einzupflanzen, dass er glaubt, das, was er erinnert, wirklich so erlebt zu haben?Dieser Roman beschäftigt sich mit "False Memories", genauer gesagt jenen, die während einer Psychotherapie "wiederentdeckt" oder "erarbeitet" wurden. Erinnerungen an angeblichen Missbrauch in der Kindheit.Der Roman erhält seine große Authentizität dadurch, dass die Autorin die Geschichten von 7 Betroffenen darin verarbeitet hat.Ausgeloste Bewerber erhalten eine E-Book-Datei (Mobi-Format) und es wird erwartet, dass sie eine Rezension schreiben.

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  • Gelungener Roman mit wahren Hintergrund

    Durch die Hölle
    katzi87

    katzi87

    29. December 2016 um 15:24

    Inhalt:   Es geht um das Thema falsche Erinnerungen. Ann-Marie beschuldigt ihren Vater sie in der Kindheit Missbraucht zu haben. Man erfährt dann die Gedanken aus Sicht der Tochter, des Vaters und der Mutter. Man lernt alle Zweifel kennen und jeder stellt sich immer wieder die Frage war wirklich etwas oder nicht. Am Ende merkt Ann-Marie dass ihre Therapeutin versucht hat ihr falsche Erinnerungen zu vermitteln.   Meinung:   Ich fand das Buch sehr gelungen. Mir gefällt der Schreibstil sehr gut und auch dass man die Geschichte immer wieder von einem anderen Blickwinkel liest ist sehr gut gelungen. Ich finde das Thema falsche Erinnerungen sehr faszinierend und denke mir, dass es durchaus möglich ist labilen Personen Gedanken einzupflanzen. Man kann als Therapeut auch sicher viel Geld damit machen wenn man dem Patienten so einiges aufquatscht. Vor allem wenn man diesen dann Medikamente oder neue Therapiesitzungen verschreiben kann. Ich finde es Wahnsinn, dass man hier überhaupt nicht belangt wird und überhaupt keine Konsequenzen als Therapeut zu befürchten hat. Wenn man ein Opfer gefunden hat das manipulierbar ist, ist es für solche Therapeuten ein gefundenes Fressen. Man darf ja nicht alle Therapeutin in einen Topf schmeißen aber solche rücken das Bild und die Aufgaben die ein Therapeut eigentlich hat wirklich in ein sehr schlechtes Licht. Leider gibt es ja heutzutage wirklich mehr als genug  Personen die gerne andere Menschen für ihr Unglück verantwortlich machen. Es ist halt wirklich leichter bei jemand anderes die Schuld zu suchen als bei sich selbst. Ich bin echt schockiert aber es wundert mich nicht, dass es so etwas gibt.   Faszit:   Es ist ein gelungenes Buch mit einer wahren Hintergrundgeschichte. Es regt zum Denken an und man lernt wieder wie Manipulativ manche sind. Ich kann das Buch sehr empfehlen.

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  • "False Memories" und was sie anrichten können

    Durch die Hölle
    Queenelyza

    Queenelyza

    27. December 2016 um 20:12

    "False memories", also falsche Erinnerungen, sind ein psychologisches Phänomen, bei dem sich Personen an Ereignisse erinnern, die es nie gab. Klingt zunächst nicht allzu schlimm, wenn es um harmlose Dinge ginge. Doch hier geht es um Mißbrauch, schlimme Ereignisse, die den scheinbar Betroffenen so lange von Therapeuten oder anderen Personen eingeredet werden, bis derjenige das dann selbst glaubt. Darum geht es auch im Buch "Durch die Hölle". Hans-Martin erhält einen Brief von seiner erwachsenen Tochter Ann-Marie, in dem sie ihn des sexuellen Mißbrauchs anklagt und sämtliche Brücken abbricht. Er ist sich keiner Schuld bewusst, doch diese Anklage setzt eine Maschinerie in Gang, die kaum aufzuhalten scheint. Stundenlang grübelt der Vater, ob er nicht doch mal etwas falsch gemacht hat, beim Wickeln, beim Waschen - und auch seine Frau schwankt zwischen Vertrauen und Zweifeln.Doch Hans-Martin will sich sein Leben nicht zerstören lassen. Auf der Suche nach Hilfe erfährt er von einer Selbsthilfegruppe - und stellt fest, dass er nicht alleine mit dieser Sache ist. Auch die anderen Männer in dieser Gruppe wurden von ihren Kindern beschuldigt - und auch der Auslöser für diese Anklagen wird klar. Denn es scheinen Therapeuten zu sein, die ihren Klienten den Mißbrauch so lange einreden, bis sie es glauben...Harter Tobak ist das schon, wovon Cornelia Lotter hier erzählt. Man kann sich kaum vorstellen, dass es wirklich Menschen gibt, die sich so etwas einreden lassen. Aber dieses Phänomen gibt es leider wirklich, und die Autorin schildert glaubhaft und sehr beklemmend, was so eine Anschuldigung mit den Personen macht, die davon betroffen sind. Wie ein Leben zusammenbrechen kann, wie man - auch wenn das alles nicht stimmt- als Angeklagter dieses Stigma nicht mehr loswird. Und wie auch der Beschuldigende, der verzweifelt in seinem Gedächtnis nach einer Bestätigung sucht, hin- und herrudert und eher noch mehr entwurzelt wird, als dass ihm das alles hilft. Wie soll es denn auch?Hans-Martin hat Glück, denn bei ihm kommt es nicht zur völligen Katastrophe. Doch das Buch zeigt eindrücklich, welche Macht die "Götter der Couch" haben können und wie gefährlich es sein kann, wenn ein Mensch, eh schon labil, auf der Suche nach Hilfe an die falschen Personen gerät. Ein wichtiges, viel zu wenig beachtetes Thema und eine sehr spannende Geschichte.  Empfehlenswert!

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  • Gibt es falsche Erinnerungen?

    Durch die Hölle
    burro

    burro

    11. December 2016 um 21:31

    Durch die Hölle – von Cornelia LotterDer Roman „Durch die Hölle“ behandelt das Thema Missbrauch aus einer anderen Perspektive; der False Memories. Das menschliche Gehirn funktioniert nicht immer so, dass es exakt das Erlebte speichert, sondern Erinnerungen können sich verändern. Erinnerungen können auch suggeriert werden. So geschieht es scheinbar bei Ann-Marie, die ihren Vater beschuldigt, sich sexuell an ihr vergangen zu haben. Die Welt des Vaters bricht über ihm zusammen. Der Leser kann sehr eindrücklich aus der Perspektive der Protagonisten deren einzelne Gedankengänge mit durchdenken, nachvollziehen und mitfühlen.Das Buch ist sehr zu empfehlen und weckt grosses Interesse daran, sich intensiver über diese False Memories und deren Auswirkungen zu informieren. 

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  • Was False Memories so alles anrichten können; durch die Hölle beschreibt es sehr gut

    Durch die Hölle
    Artemis_25

    Artemis_25

    05. December 2016 um 16:33

    „Durch die Hölle“, ja das beschreibt es sehr treffend, was Ann-Marie und ihre Familie durchmachen müssen. In diesem Buch wird ein Thema aufgegriffen, welches gleichermaßen unglaublich interessant ist für Menschen, die sich gern mit Psychologie auseinandersetzen, sowie auch Mal an die Öffentlichkeit gebracht werden sollte: False Memories.Heutzutage wird es ja immer populärer, sich psychisch behandeln zu lassen. Das ist auch bei Weitem nichts Schlechtes, wenn man an den richtigen Therapeuten gerät. Wie wichtig das ist, kommt in diesem Buch sehr gut rüber.Die Geschichte hat mich schon im Prolog emotional mitreißen können, denn hier begegnet man einem verzweifelten Vater, der die Entzweiung mit seiner Tochter, die verheerenden Folgen ihrer Anschuldigungen nicht mehr aushält und sich deshalb in die Tiefe stürzt. Seine Gedankengänge und Gefühle werden absolut nachvollziehbar dargestellt und haben mich neugierig gemacht wie es nur erst so weit kommen konnte. Ein sehr gelungener Einstieg.Beginnen tut die eigentliche Story dann mit Ann-Maries Brief an ihren Vater Hans-Martin, in dem sie ihm vorwirft, sie im Kindesalter sexuell missbraucht zu haben. Für ihn kommt das wie aus heiterem Himmel und fortan ist nichts mehr so wie zuvor. Tja, was macht man, wenn einem so etwas von seinem eigenen Kind vorgeworfen wird, wenn man doch genau weiß, dass man das Vorgeworfene nicht begangen hat? Was fühlt man da? Darauf wird hier sehr intensiv und authentisch eingegangen, die Zweifel sehr gut herausgearbeitet, die immer mehr aufkommen. Es ist einfach nur schrecklich, wenn selbst die eigene Ehefrau von leisen Zweifeln heimgesucht wird. Aber es ist ebenso erschreckend zu sehen wie auch Hans-Martin beginnt, jede einzelne Berührung, die er je mit seiner Tochter geteilt hat, sei es das Windelnwechseln oder der Gutenachtkuss, zu hinterfragen. Aber auch Ann-Marie wird irgendwann gezwungen, ihre „Erinnerungen“, die sie mit ihrer Therapeutin herausgearbeitet hat, zu hinterfragen.Durch den Wechsel zwischen den Sichtweisen von Hans-Martin, seiner Frau Ingrid und Ann-Marie, erhält die Geschichte eine gewisse Dynamik. Es wird so auch noch mehr Spannung aufgebaut, weil nach jedem Kapitel wieder eine andere Figur dran ist, aus deren Sicht erzählt wird, man aber gern wissen würde wie es bei der Figur eben weitergeht. Das verleitet dazu, immer weiterlesen zu wollen. Anfangs wird die Ann-Marie Perspektive vor dem Tag X, vor ihrem Absenden des schicksalhaften Briefes, präsentiert und rückt Kapitel für Kapitel zur Gegenwart vor. Das hat irgendwie eine Countdown-Wirkung, die einen, je näher man dem Tag X kommt, ganz hibbelig werden lässt. Mir hat das sehr gefallen.Einen Großteil des Buches nehmen jedoch die Geschichten anderer betroffener, zu Unrecht Beschuldigter ein, die im Rahmen von Hans-Martins Selbsthilfegruppe offenbart werden. Diese Geschichten hat die Autorin von realen Personen übernommen, was der Gesamtgeschichte Authentizität verleiht. Man bekommt hier eine Menge an Informationen präsentiert, die die Geschichte rund um Ann-Marie und ihrer Familie auch stellenweise etwas überlagern. Für mich waren sie allerdings sehr interessant zu lesen, ich weiß nur nicht, ob das für jeden etwas ist, der gerne einen Psychothriller liest. Denn für dieses Genre ist dieses Buch doch recht ungewöhnlich. Ich hätte es vielleicht eher in die Rubrik Roman mit besonderem psychologischem Augenmerk gesteckt, vor allem wenn man den Twist am Ende bedenkt und auch die kleine, wenn mir auch etwas zu kitschig geratene, Liebesgeschichte. Alles in allem habe ich durch dieses Buch sehr viel dazugelernt. Das ganze Gefühlschaos wurde sehr gut dargestellt, nur als Psychothriller würde ich die Geschichte jetzt nicht unbedingt ansehen, eher als eine Art psychologischen Roman, in dem die mehrere Geschichten von realen Betroffenen mit eingearbeitet worden sind. Zusammen mit den Informationen rund um False Memories wird die eigentliche Story manchmal etwas verdrängt. Wen das nicht stört, wen Psychologie interessiert, wer auch gern mal über solche Themen diskutieren möchte, der hat hier das richtige Buch für sich gefunden.

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  • Durch die Hölle - fiktive Geschichte entstanden durch reale Ereignisse

    Durch die Hölle
    Katey

    Katey

    03. December 2016 um 23:39

    Zum Inhalt:False Memories - mit diesem Thema beschäftigt sich die Autorin Cornelia Lotter und schrieb einen fiktiven Roman, aber unter Berufung echter Ereignisse. Es geht um Hans-Martin, der von seiner Tochter des Missbrauchs beschuldigt wird, woran sie sich aber zunächst nicht erinnert, aber ihre Therapeutin davon überzeugt ist, dass dies der Grund ihrer Probleme ist.Gestaltung des Covers:Insgesamt finde ich das Cover sehr ansprechend. Im Laufe der Geschichte wird der Titel "Durch die Hölle" oft aufgegriffen und passt daher wunderbar zum Roman. Die Figur alleine im Dunkeln sitzend unterstreicht das Gefühl, was die Figuren erleben - Einsamkeit und Verzweiflung.Meine Meinung:Durch den Perspektivwechsel zwischen Hans-Martin (Vater), Ingrid (Mutter) und Ann-Marie (Tochter) bleibt es spannend und man erhält einen Eindruck, wie die einzelnen Parteien mit dem Geschehenen umgehen. Im Roman selbst werden viele Begriffe erläutert und erlauben so den Roman selbst zu verstehen, wenn man nicht mit dem Thema vertraut ist. Grade wegen dieser "Informationsflut", die oft in Dialogen stattfindet, wirken diese oft unrealistisch, da die Figuren reden, als würden sie grade aus einem Buch eine Erklärung lesen. Zum Schreibstil selbst muss ich sagen, dass viele kurze Sätze auftreten und oft im gedanklichen Dialog Fragen auftauchen, daran musste ich mich beim Lesen erst gewöhnen. Sternabzug gibt es auch für das Ende, was für mich zu abrupt war und nicht mehr ganz in den Roman passte.Persönliches Fazit:Ich empfehle jedem den Roman, der sich für False Memories, also falschen Erinnerungen zum Thema Missbrauch interessiert. Es ist aufjedenfall ein schwieriges Thema und man sollte sich vergegenwärtigen, dass es diese Situationen wirklich gibt. Hier erhält man einen informativen Roman mit einer Geschichte zum Nachdenken.

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  • "False Memories" und seine möglichen Konsequenzen

    Durch die Hölle
    MissSophi

    MissSophi

    29. November 2016 um 21:11

    Cornelia Lotter nimmt sich eines Themas an, welches sehr umstritten ist. "False Memories" - in Amerika eine echte Bewegung und auch hier gibt es leider Fälle, deshalb sollte man auch nicht die Augen davor verschließen.Sie lässt die drei Hauptprotagonisten in wechselnder Reihenfolge zu Wort kommen und so erfährt man, welche Konsequenzen es für den jeweiligen hat - sehr erschreckend. Menschenleben werden zerstört und der Verdacht bleibt an einem kleben, wie Pech.Cornelia Lotter schafft es, einen mit hinein zu nehmen, in dem sie den Figuren Leben einhaucht und die Dramatik hinter den Anschuldigungen Form annehmen lässt.Das Ende ist dann etwas zu abrupt und kurz, dass ich nur vier Sterne vergebe, aber lesenswert ist es allemal. Vielleicht nicht unbedingt für Menschen, die tatsächlich missbraucht wurden, weil es die eigenen Zweifel wieder aufleben lässt und sehr verunsichert - aber dennoch finde ich, dass es gut ist, dass sich des Themas angenommen wird, weil es das ja tatsächlich gibt - was ich, gerade im Hinblick auf wahre Missbrauchsopfer, höchst verurteilenswert finde - aber machen Sie sich selbst ein Bild.

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  • Gelungenes Buch zum Thema false memory

    Durch die Hölle
    Susi30

    Susi30

    29. November 2016 um 11:14

    Da es bereits in der Beschreibung und in anderen Rezensionen beschrieben ist, um welches Thema es sich handelt, werde ich zur Geschichte selbst nichts verraten.  Das Buch beinhaltet sowohl die Sicht und Gefühle der Beschuldigten und deren Familie als auch die der Opfer, welche in eine gefühlvolle Geschichte verpackt ist. Es regt vorallem zum Nachdenken an und verleitet dazu, sich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Einblicke in Therapie- sowie Gruppensitzungen haben mich sehr bewegt und auf ein gutes Ende hoffen lassen.  Leider ist das Ende selbst sehr abrupt und passt nicht ganz zur Geschichte, so dass es von mir einen Stern Abzug gab.  Trotzdem kann ich jedem dieses Buch empfehlen, um einen Einstieg in die Materie zu erhalten. 

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  • Horizonterweiterung in 2-3 Stunden

    Durch die Hölle
    cheshirecatannett

    cheshirecatannett

    28. November 2016 um 22:18

    Also ich würde das Buch über False Memories jedem empfehlen, der sich für Therapie und falsche Anschuldigungsfälle interessiert. Zur Geschichte (ohne Spoiler): Man findet viele eingewebte Schicksale, die aufzeigen, dass falsche Anschuldigungen keine Einzelfälle sind und was für dramatische Auswirkungen diese haben. Hierbei will ich direkt auf das Nachwort der Autorin verweisen: Das Buch mildert "echte" Missbrauchsfälle keinesfalls ab - dass Missbrauchsopfer Hilfe brauchen, streitet niemand ab - deutlich wird dies unter anderem durch Ingrid im Jugendamt oder auch durch Evas schockierende Geschichte und den Spiegelbericht. Nur wirft der Roman eben auch endlich das Tabuthema in den Raum: nämlich greift er die Leute raus, die sich als Opfer darstellen, weil sie krank sind und dies brauchen, weil sie teilweise manipuliert werden durch Therapeuten und Gruppen, obwohl sie nie Opfer gewesen sind. Zum Schreibstil: Guter präziser Stil, der nicht müde macht. Lesedauer 2-3 Stunden. Viele Perspektivwechsel, die jede einzelne Figur dem Leser näher bringt. Informationen zu dem Thema findet man im Buch verstreut und Motivation weitere Literatur dazu zu ziehen, Einige Figurengespräche haben mir vor Augen geführt, dass es in der Wissenschaft noch Unstimmigkeiten in manchen Bereichen wie Verdrängung gibt, und wie schnell man im Alltag psychologische Begriffe verwendet, ohne so richtig Ahnung davon zu haben. Das Buch klärt auf jeden Fall in einigen Punkten auf und verweist dort, wo es dabei an Grenzen stößt, auf andere Werke und Anlaufstellen/Ansprechpartner. Zwei Sterne habe ich aber abgezogen. Das liegt an (für mich) folgenden "Schwachstellen": Das Buch ist sehr kurz gefasst - dadurch ist die Geschichte extrem gerafft (was zwar wach hält) aber dadurch einige Themen nur oberflächlich behandelt. Wie soll ich das genau sagen? Man findet sozusagen von allem etwas: Hier bisschen Borderline, da etwas zu Sekten, plötzlich wird am Fluss tief in den Kitschroman gegriffen ganz ganz zum Schluss und und und - dadurch fluten manche Informationen den Leser und manches Wissen ist dann am Ende eben Halbwissen. - Aber die Autorin behauptet ja auch nicht, ein wissenschaftliches Werk geschaffen zu haben. Deshalb ist der Roman auf Unterhaltungsebene gelungen und erfüllt eben zusätzlich den Zweck: ein wenig weiterzubilden, sozusagen auf etwas aufmerksam zu machen, was man vorher vielleicht nicht gesehen hat. Danach hat man ja die Möglichkeit, tiefer in die Materie zu gehen. Ein weiterer Stern verschwand dann aber wegen des Endes. Das war mir dann doch zu abrupt und inhaltsarm irgendwie. Aber ich möchte nochmal betonen: Klare Empfehlung: Schnell gelesen, interessant, nicht langweilig, absolut neues Thema, viele viele Geschichten und eine Haupthandlung, die gut gegliedert ist.

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