Cornelia Travnicek Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

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Inhaltsangabe zu „Wir leben im Nordlicht: Erzählungen“ von Cornelia Travnicek

Das Nordlicht, dieser geheimnisvolle Kampf des Lichts am Polarhimmel, erstrahlt dort, wo es besonders kalt ist. „Wir leben im Nordlicht“ erzählt Geschichten von Menschen, die frieren und erfrieren, an Einsamkeit, der Unmöglichkeit der Liebe, an Wortlosigkeit und Gewalt. Und doch steht das Nordlicht in Cornelia Travniceks Erzählungen nicht nur für Unheil: da sind die beiden Freundinnen, die für einander keine Gebrauchsanweisung brauchen; da ist das junge Paar, das doch zu zweit geht, weil es leichter ist; da ist die Mutter, die an das Glück ihres Sohnes glaubt, die Stiche in seiner Armbeuge wird sie nie sehen. Acht Erzählungen – ohne Pathos, ohne voyeuristische Betroffenheit, unsentimental, lakonisch, poetisch. "Wir leben im Nordlicht" versammelt hauptsächlich Erzählungen aus dem bereits vergriffenen Prosaband "Aurora Borealis" und macht diese einer breiten Öffentlichkeit wieder zugänglich.

Wer gerne traurige Texte in poetischer Sprache liest,die inhaltlich anspruchsvoll sind und zum Nachdenken anregen,dem wird es gefallen.

— Nola12

Für alle, die mal etwas Anspruchsvolleres und Nachdenklicheres lesen, aber sich dafür nicht durch einen dicken Wälzer kämpfen möchten.

— Sick

Das Leben in 8 Geschichten. Das Leben in Nahaufnahme. Achtung: anspruchsvoll! ;-)

— CorinnaSmiles

Existentielles, eingewebt in Sprachbilder von betörender Schönheit

— CitizenWeasel

Allen Freunden anspruchsvoller Kurzprosa sei dieses Buch wärmstens empfohlen!

— MattT
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  • Leserunde zu "Wir leben im Nordlicht: Erzählungen" von Cornelia Travnicek

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    CorneliaTravnicek

    Hallo liebe LovelybookerInnen - nachdem es mit meinem nächsten Roman doch noch ein bisschen dauert, dachte ich, ihr wollt euch die Zeit bis dahin vielleicht gemeinsam mit mir mit einer Leserunde verkürzen :) Mein Verlag, die DVA, war so nett ältere Texte von mir (aus dem mittlerweile  vergriffenen Prosaband "Aurora Borealis"), sowie zwei an anderer Stelle veröffentlichte Texte, als e-Book herauszubringen. Von diesem eBook mit dem Titel "Wir leben im Nordlicht" darf ich 25 Exemplare unter euch verlosen. Alle Formate sind möglich, es kann also mit allen Lesegeräten mitgemacht werden! Über das Buch: Das Nordlicht, dieser geheimnisvolle Kampf des Lichts am Polarhimmel, erstrahlt dort, wo es besonders kalt ist. „Wir leben im Nordlicht“ erzählt Geschichten von Menschen, die frieren und erfrieren, an Einsamkeit, der Unmöglichkeit der Liebe, an Wortlosigkeit und Gewalt. Und doch steht das Nordlicht in Cornelia Travniceks Erzählungen nicht nur für Unheil: da sind die beiden Freundinnen, die für einander keine Gebrauchsanweisung brauchen; da ist das junge Paar, das doch zu zweit geht, weil es leichter ist; da ist die Mutter, die an das Glück ihres Sohnes glaubt, die Stiche in seiner Armbeuge wird sie nie sehen. Acht Erzählungen – ohne Pathos, ohne voyeuristische Betroffenheit, unsentimental, lakonisch, poetisch. Hier gibt es eine Leseprobe Also, wenn ihr Fans anspruchsvollerer Kurzprosa seid, bewerbt euch bis 1. April.

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    • 375
  • Traurige Geschichten

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    Nola12

    17. June 2014 um 08:09

    Wer gerne traurige Texte in poetischer Sprache liest,Texte, die inhaltlich anspruchsvoll sind und zum Nachdenken anregen, dem wird dieses ebook besonders gefallen. Man begegnet einem trauernden sehr zurückgezogen lebenden Paar,einem Kleinkind am Strand,dessen Kindheit an jenem schicksalshaften Sommertag abrupt endet,jungen Studenten,die eine Freundschaft und mehr verbindet,einem abenteuerlichen Menschengeflecht quer durch Wien,das man erst nach und nach aufzulösen vermag ,einer Alleinerziehenden in Geldnöten und ihren zwei Kindern,einer unglücklichen Poetin,einem Dementkranken und seiner Frau, und schließlich einem dubiosen Friedhofsbesucher.Ich finde das Buch nicht nur inhaltlich und sprachlich interessant auch das bewußte Spiel mit der Form,die direkt im Bezug zum Inhalt steht spricht mich sehr an.Diese Geschichten berühren,machen traurig und verstören zutiefst.Es ist kein Buch zum schnell durchlesen.Zumindest war es das nicht für mich.Ich kann alle Texte von Cornelia Travnicek nur sehr empfehlen. Ich bewundere,wie sie es schafft sich stets aufs Wesentliche zu konzentrieren,ihr Vermögen Figuren und deren Alltag sehr realistisch zu beschreiben.Sie ist eine gute Beobachterin und davon profitieren ihre Leser.

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  • Traurige Geschichten

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    Nola12

    17. June 2014 um 08:09

    Wer gerne traurige Texte in poetischer Sprache liest,Texte, die inhaltlich anspruchsvoll sind und zum Nachdenken anregen, dem wird dieses ebook besonders gefallen. Man begegnet einem trauernden sehr zurückgezogen lebenden Paar,einem Kleinkind am Strand,dessen Kindheit an jenem schicksalshaften Sommertag abrupt endet,jungen Studenten,die eine Freundschaft und mehr verbindet,einem abenteuerlichen Menschengeflecht quer durch Wien,das man erst nach und nach aufzulösen vermag ,einer Alleinerziehenden in Geldnöten und ihren zwei Kindern,einer unglücklichen Poetin,einem Dementkranken und seiner Frau, und schließlich einem dubiosen Friedhofsbesucher.Ich finde das Buch nicht nur inhaltlich und sprachlich interessant auch das bewußte Spiel mit der Form,die direkt im Bezug zum Inhalt steht spricht mich sehr an.Diese Geschichten berühren,machen traurig und verstören zutiefst.Es ist kein Buch zum schnell durchlesen.Zumindest war es das nicht für mich.Ich kann alle Texte von Cornelia Travnicek nur sehr empfehlen. Ich bewundere,wie sie es schafft sich stets aufs Wesentliche zu konzentrieren,ihr Vermögen Figuren und deren Alltag sehr realistisch zu beschreiben.Sie ist eine gute Beobachterin und davon profitieren ihre Leser.

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  • Schockierend ...

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    DaniB83

    12. June 2014 um 08:40

    Wem das Buch 'Aurora Borealis' ein Begriff ist, wird die Geschichten dieses Bandes wiedererkennen. Zum Glück für uns LeserInnen hat die Deutsche Verlagsanstalt das vergriffene Buch als elektronisches wieder aufgelegt. Die Autorin hat den Jugendroman 'Chucks' geschrieben, der sehr erfolgreich ist. 8 Geschichten, die bewegen Im Buch werden acht Geschichten präsentiert, die die Autorin schon vor längerer Zeit geschrieben hat. Die Titel der einzelnen Erzählungen lauten: Wie ein Mixtape von Thomas Kunst oder Aurora Borealis , am strand weit genug , Mein Schnittlauch ist ein Sumpfgewächs oder Analoge Erlebnisse , Am Ende Wien , die butter vom brot , Gehen mit Kant. Eine fiktive Autocollage , da wo der bus hält , Unter trauernden Weiden Diese kurzen Prosastücke, gespickt mit etwas Lyrik und eigenwilligem Tempo gehen unter die Haut. Nichts ist eitle Wonne oder will positiv erscheinen, viel mehr schockiert Travnicek mit überraschenden (W)Endungen. Dabei passen die Titel wie die Butter aufs Brot (oder vom brot?) und ich war richtig traurig, als der Erzählband seinem Ende zuging, da ich mehr wollte von dieser großartigen Schriftstellerin.  Dieser Erzählband passt für jede Geldbörse (ist um € 2,10 beziehungsweise in Deutschland um € 1,99 zu haben), nimmt auf dem E-Book-Reader nicht viel Platz weg und das beste: Ist absolut lesenswert! Eine klare Empfehlung von meiner Seite - von Cornelia Travnicek werden wir (hoffentlich) noch viel lesen! Ganz große Literatur!

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  • Acht Kostbarkeiten

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    Sick

    08. June 2014 um 13:44

    Ein Paar, das zusammen und doch nicht glücklich ist. Eine Studentin, für die das Sozialleben überbewertet, weil nicht definierbar ist. Ein Junge, der seines Lebens am Rande der Gesellschaft überdrüssig ist und es doch in vollen Zügen lebt. Ein Mann, der in der Erinnerung lebt, weil das Hier und Jetzt für ihn nicht greifbar ist. All diese und noch mehr unterschiedliche menschliche Schicksale vereint Cornelia Travnicek in ihrer Kurzprosa-Sammlung "Wir leben im Nordlicht". Die Geschichten sind teilweise ausgezeichnet und vergriffen und nun wieder als e-book erhältlich.   Man sollte sich allerdings dafür Zeit nehmen, denn es werden nicht nur verschiedenste Probleme wie Armut, Demenz, psychische Krankheiten und Missbrauch behandelt, sondern entsprechend sprachlich aufgearbeitet. Die Geschichte des kleinen Mädchens am Strand wird wortwörtlich ohne Punkt und Komma erzählt, die der Schriftstellerin philosophisch wie bei Kant. Zudem lässt jedes einzelne Stück den Leser nachdenklich zurück, sei es, weil nicht alles eindeutig zugeordnet werden kann, oder weil das Thema innerlich aufwühlt.   Die Sammlung enthält folgende Kurzgeschichten: Wie ein Mixtape von Thomas Kunst oder Aurora Borealis am strand weit genug Mein Schnittlauch ist ein Sumpfgewächs oder Analoge Erlebnisse Am Ende Wien die butter vom brot Gehen mit Kant. Eine fiktive Autocollage da wo der bus hält Unter trauernden Weiden   Alle, die mal etwas Anspruchsvolleres und Nachdenklicheres lesen, aber sich dafür nicht durch einen dicken Wälzer kämpfen möchten, den kann ich "Wir leben im Nordlicht" ruhigen Gewissens ans Herz legen. Für die kurzen Erzählungen muss man auch nicht den halben Tag aufwenden, auch wenn man sich durchaus ein wenig Zeit nehmen sollte. Allerdings haben die Stücke wenig Handlung, sondern reflektieren eher Gedanken und Erlebnisse. Freunde der "Action" und der klaren Worte werden damit also wohl eher nicht glücklich.

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  • Wir leben im Nordlicht

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    Solengelen

    22. May 2014 um 23:30

    In ihrem Buch "Wir leben im Nordlicht" hat Cornelia Travnicek acht ganz unterschiedliche Kurzgeschichten zusammen gefasst.  Nachdenkliche, traurige, intensive, überraschende Geschichten. Die verschiedenen Themen, z. B. Demenz, wurden verarbeitet. Durch die Sprache, sehr bildhaft, fühlte man förmlich die Verzweiflung, den Schmerz, die Sehnsucht u. m. Eine Symphonie der Worte, auf die man sich einlassen darf - muss. Nichts für nebenbei oder zwischendurch. Der Schreibstil, manchmal sehr unkonventionell, benötigt die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Ohne Punkt, Komma, Groß- oder Kleinschreibung bekommen die Inhalte je nach eigener Betonung die unterschiedlichsten Bedeutungen - Wichtigkeiten verändern sich. Gern empfehle ich dieses besondere Lese Erlebnis allen, die mal etwas  "anders" lesen möchten. 

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  • Bewegende Kurzgeschichten mit Aussage!

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    Lissy

    19. May 2014 um 09:10

    Im Buch "Wir leben im Nordlicht" sind acht Kurzgeschichten zu finden, die alle mehr oder weniger gesellschaftskritisch sind und auf eine bewegende Art und Weise verschiedene Aspekte unserer Gesellschaft zeigen. Auch heikle Themen wie Mord und Demenz werden dabei nicht ausgespart und oft bleibt viel Platz für Interpretationen.  Besonders hat mir die Schreibweise gefallen, bei der die Autorin ohne Satzzeichen und ohne Großschreibung einfach die Wörter aneinander reiht. So wird direkt eine verzweifelte oder eilige Stimmung verbreitet, die geradezu spürbar ist. Und es ergeben sich oft verschiedene Möglichkeiten der Satz-Zusammenstellung. Ein anspruchsvolles Buch, das sich wirklich lohnt.

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  • Wir leben - oder so ähnlich...

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    CorinnaSmiles

    04. May 2014 um 11:40

    Manchmal muss man sich überraschen lassen. Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe, als ich mich für die Leserunde zu Cornelia Travniceks „Wir leben im Nordlicht“, in der acht ältere Kurzgeschichten der Autorin als ebook neu zusammengestellt wurden, beworben habe. Ich mag Kurzgeschichten und bin von der geballten, auf den Punkt gebrachten Sprachkunst immer wieder fasziniert. Aber Travniceks Geschichten sind anders als das, was ich bisher kannte. Das sind keine Geschichten; das ist wie den Kopf durch die Tür von Fremden zu stecken, eine Weile gebannt zuzusehen und dann den Kopf heftig und mit Erschaudern, Traurigkeit, Fassungslosigkeit oder einem Lächeln auf dem Lippen wieder zurückzuziehen. „Wir leben im Nordlicht“ sind literarische Nahaufnahmen; wenn das Leben von Travniceks Charakteren ein Film ist, dann schenkt sie uns eine Szene, manchmal vielleicht auch nur ein Standbild. In den intensiven Beobachtungen fängt sie deren Träume, Ängste, Sehnsüchte und deren Wahnsinn ein, ohne sich mit erhobenem Zeigefinger daneben zu stellen. Es gibt kein richtig oder falsch, aber es gibt immer ein Gefühl. Dabei lassen ihre Geschichten immer Spielraum für viele mögliche Interpretationen und Spekulationen (die wir im Rahmen der Leserunde natürlich ausgelotet haben); die Gedanken der Leser/innen dürfen (nein: werden!) ganz unterschiedliche Richtungen einschlagen. Travniceks Stärke sind ihre wunderschönen Sprachbilder, mal als schlichte, aber starke Vergleiche, mal als märchenhafte Metaphern – so schön, da möchte man sich am liebsten reinknien. Stilistisch sind die Erzählungen – für mein Empfinden – zum Teil ungewöhnlich und ecken an meinem ästhetischen Empfinden an. Doch jeder Stil hat seine Daseinsberechtigung in Bezug zum dargestellten Inhalt, und auch hier ist es vielleicht an der Zeit, sich überraschen zu lassen. Fazit: eine tolle neue Erfahrung auf dem Gebiet der Kurzgeschichten. Die 51 Seiten sind nicht immer einfach, aber es lohnt sich!   

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  • Existentielles für Sprachliebhaber

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    CitizenWeasel

    01. May 2014 um 14:38

    Mit „Wir leben im Nordlicht“ legt die DVA eine Sammlung älterer Prosatexte der österreichischen Autorin Cornelia Travnicek („Chucks“) vor. Travniceks Geschichten handeln von Liebe und Abhängigkeit, dem Nicht-Loskommen von anderen Menschen. Ob in der Stille Islands oder in der Großstadt: Sprachlosigkeit und die verzweifelte Suche nach Nähe ziehen sich als roter Faden durch die Geschichten, über die das Nordlicht, kalt und majestätisch und unerreichbar, einen perfekten Bogen spannt. Die Themen sind durchwegs existentiell - Drogen, Mord, Missbrauch, Wahnsinn, Inzest – und die beklemmende Stimmung so real, dass sie streckenweise schwer auszuhalten ist. Und doch mag ich die leichteren Storys lieber, allen voran „Mein Schnittlauch ist ein Sumpfgewächs“ die ebenfalls große, wenngleich weniger plakative Themen behandeln, aber ungleich leiser daherkommen und sich behutsam und wunderschön unter die Haut schleichen. Travniceks Geschichten reiben gegen den Strich, wühlen auf, sezieren menschliche Beziehungen mit unbarmherzigen Sprach-Skalpell. Dabei webt die junge niederösterreichische Autorin Bilder von betörender Schönheit, für die allein die Lektüre schon lohnt.

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  • Das Nordlicht und seine Schatten

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    ciss

    27. April 2014 um 13:10

    In diesem Buch erzählt Cornelia Travnicek acht kurze Geschichten. Sehr dunkel, sehr ansprechend, sehr zum Nachdenken anregend, sehr überaschen, oft traurig, kalt und hoffnungslos, sehr eindringlich. Die Geschichten sind mit wunderbaren Sprachbildern gemalt. Ein Bild an das andere gereiht. Jede Geschichte ein intimer und intensiver Einblick in das Leben anderer Menschen. Den Wunsch ihre Leser mit ihren Bücher zu berühren hat sich Cornelia Travnicek sich mit diesem Buch bestimmt erfüllt. Die Geschichten sind nichts fürs lesen zwischendurch. Man sollte sich Zeit nehmen für dieses Buch. Ein wunderbares Buch.

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  • Acht (frühe) Schätze

    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    WolfgangB

    16. April 2014 um 22:39

    Mit "Wir leben im Nordlicht" legt die österreichische Autorin Cornelia Travnicek eine Sammlung kurzer Prosastücke aus der Frühphase ihres Schaffens vor. Die acht Texte wirken teils wie Romanfragmente, sie jedoch als stilistische Etüden zu bezeichnen, wäre zu kurz gegriffen. Vielmehr bestechen sie durch eine sprachliche Reife, die sich in unterschiedlichen Ausprägungen manifestiert: Lose aneinandergereihte Gedanken eines fünfjährigen Mädchens, ebenso wie die Auffädelung von Alltagsbanalitäten gewinnen ihre Eindringlichkeit durch den Verzicht auf formale Regeln. Der Tag eines an Demenz erkrankten älteren Mannes zerfließt zu einem chronologischen Einheitsbrei. Exemplarische Situationen in einer studentischen Gemeinschaft verdichten sich zu einem bunten Mosaik an biographischen Splittern. Ein Sehnsuchtsort dient als Projektionsfläche für den Wunsch nach Heilung einer psychisch Erkrankten. Obwohl die acht Texte voneinander unabhängig zu lesen und zu verstehen sind, weisen sie doch wiederkehrende Motive auf, die als ein roter Faden den Band strukturieren: So wird die Natur als eine konstante Kraft empfunden, gegen die sich der Mensch zwar auflehnen, die er aber nie beherrschen kann. Trotz all den Versuchen, ihr Zügel anzulegen, ihre Gesetzmäßigkeiten zu begreifen und in berechenbare Formeln zu pressen, bleibt sie doch unbezähmbar, dem Zugriff entzogen. Wenn der Mensch sich ihr auch entfremdet, sich künstliche Behausungen und Strukturen schafft, so markiert die Natur doch unausweichlich seine Grenzen. Ebenso wie die Konfrontation mit dem Endgültigen findet sich auch die Kontrastierung des Gewöhnlichen durch das Außergewöhnliche und umgekehrt als ein permanent vorhandenes Thema. Wo ein engmaschiges Gewebe banaler Gedanken und Gegebenheiten die Existenzgrundlage des Bürgetums bildet, wird ein pubertierendes Revoltieren nicht geduldet. Wo der Verlust der eigenen (körperlichen) Substanz auf der Tagesordnung steht, ist die Sehnsucht nach einer dornenlosen Normalität gleichzeitig eine nach geistiger Gesundung. Fazit: Sprachliche Modellierungen der Wirklichkeit, teils verstörende Wortcollagen, diese Sammlung früher Texte dient als ein Schaufenster für die Versiertheit und Vielseitigkeit der Autorin, bevor diese sich zu ihrem Debutroman "Chucks" verdichteten.

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    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    frenx1

    15. April 2014 um 20:09

    Acht Kurzgeschichten sind in dem Band „Wir leben im Nordlicht“ von Cornelia Travnicek versammelt. Die acht Kurzgeschichten sind zum Teil bereits in dem vergriffenen Band „Aurora Borealis“ erschienen und so wieder als ebook zugänglich. In verdichteter Sprache, wie es sich für Kurzprosa gehört, werden Themen rund um das Miteinander behandelt. Da gibt es das Paar, das als eigener Kosmos lebt, es scheint im Nordlicht hängen geblieben zu sein. Die Welt als Mikrokosmos wird auch bei den zwei Studentinnen sichtbar, die in innerer und äußerer Harmonie miteinander leben, bis die Symbiose gestört wird. Gestörte und verstörende Beziehungsgeflechte gibt es zuhauf: bei dem jungen Mädchen, das von ihrer Mutter am Strand zurückgelassen wird, bei dem Mann, der scheinbar unbeteiligt am Rand einer Beerdigung steht, bei dem jungen Mann, der die Enge der elterlichen Wohnung nicht mehr ertragen kann. Hinzu kommen traurige Geschichten, wie die von dem Mann, der seine eigene Frau nicht mehr erkennt und von der Bushaltestelle erst wieder von ihr nachhause gebracht werden muss. Cornelia Travnicek spielt dabei immer wieder geschickt mit Motiven. Licht, Schatten, Dunkelheit werden eingesetzt, um Stimmungen und Gefühle zu verdeutlichen – freilich ohne dass allzu einfache Übertragungen möglich sind. Die Texte von Cornelia Travnicek kann man, so kurz sie auch sind, mehrmals hintereinander lesen und entdeckt doch wieder Neues. Ihre Texte wirken manchmal verspielt und humorvoll, manchmal emotional und berührend, manchmal melancholisch und traurig. So soll Kurzprosa sein.

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    Wir leben im Nordlicht: Erzählungen

    MattT

    14. April 2014 um 20:52

    "Acht Erzählungen – ohne Pathos, ohne voyeuristische Betroffenheit, unsentimental, lakonisch, poetisch." Acht Erzählungen, als querschnitt vieler Leben. Acht Erzählungen die berühren, schockieren und nachdenklich machen. Acht Erzählungen in denen man sich immer wieder selbst findet. Fazit: Cornelia Travniceks Erzählungen spiegeln in ruhiger, fast schon analytischer Art und Weise, die verschiedensten Bereiche des Lebens wider. Manche davon berührten, andere schockierten oder ließen mich schmunzeln. Eines jedoch haben sie alle gemein: Sie machen nachdenklich! Allen Freunden anspruchsvoller Kurzprosa sei dieses Buch wärmstens empfohlen!

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