Cornelia Vospernik Genosse Wang fragt

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Inhaltsangabe zu „Genosse Wang fragt“ von Cornelia Vospernik

„Heute würde er es tun. Es konnte keinen Zweifel mehr daran geben. Und auch keinen mangelnden Mut. Und keine Ausreden mehr. An dem, was er nun vorhatte, arbeitete er seit Jahren. Zu tun, was er wollte, würde heute noch Gelegenheit sein. Und es war das Schwerste, was er sich je vorgenommen hatte: Der Journalist Genosse Wang würde eine Frage stellen.“ Genosse Wang ist Chinese – und Journalist. Eine unmögliche Kombination, wie dem fleißigen Schreiber des „Volksblattes“ eines Tages bewusst wird. Als wäre es nämlich nicht schon schwer genug, als chinesischer Journalist bei einer Pressekonferenz eine „richtige“ Frage stellen zu können, quälen den Genossen auch ständige Selbstzweifel, die er mit sich und vor sich herträgt. Zerrissen zwischen einem bösen Widersacher, dem Karrieristen Li, einem Chef mit Raubtieraugen und einer nach unschuldiger Seife riechenden Kollegin ist Genosse Wang der tragikomische Held in einem Leben voller Missverständnisse. „Genosse Wang fragt“ ist eine skurril-komische Geschichte vor dem Hintergrund der heutigen chinesischen Realität in ihrem Zwiespalt zwischen Modernität und einem althergebrachten Propaganda-Apparat. Und ganz nebenbei regt Cornelia Vosperniks erster Roman auch dazu an, über die politische Realität in China, das Handwerk des Journalismus und die Grenzen menschlicher Kommunikation nachzudenken. Auch als eBook erhältlich!
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  • Leserunde zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Genosse Wang ist Chinese - und Journalist. Eine unmögliche Kombination... „Heute würde er es tun. Es konnte keinen Zweifel mehr daran geben. Und auch keinen mangelnden Mut. Und keine Ausreden mehr. An dem, was er nun vorhatte, arbeitete er seit Jahren. Zu tun, was er wollte, würde heute noch Gelegenheit sein. Und es war das Schwerste, was er sich je vorgenommen hatte: Der Journalist Genosse Wang würde eine Frage stellen.“ Worum geht's? Genosse Wang ist Chinese – und Journalist. Eine unmögliche Kombination, wie dem fleißigen Schreiber des „Volksblattes“ eines Tages bewusst wird. Als wäre es nämlich nicht schon schwer genug, als chinesischer Journalist bei einer Pressekonferenz eine „richtige“ Frage stellen zu können, quälen den Genossen auch ständige Selbstzweifel, die er mit sich und vor sich herträgt. Zerrissen zwischen einem bösen Widersacher, dem Karrieristen Li, einem Chef mit Raubtieraugen und einer nach unschuldiger Seife riechenden Kollegin ist Genosse Wang der tragikomische Held in einem Leben voller Missverständnisse. „Genosse Wang fragt“ ist eine skurril-komische Geschichte vor dem Hintergrund der heutigen chinesischen Realität in ihrem Zwiespalt zwischen Modernität und einem althergebrachten Propaganda-Apparat. Und ganz nebenbei regt Cornelia Vosperniks erster Roman auch dazu an, über die politische Realität in China, das Handwerk des Journalismus und die Grenzen menschlicher Kommunikation nachzudenken. Die Autorin Cornelia Vospernik geboren 1969, Dolmetschstudium für Slowenisch und Italienisch in Graz, ab dem 16. Lebensjahr immer wieder journalistisch für den ORF tätig. 1996 Wechsel in die Redaktion der „Zeit im Bild“ nach Wien. Ab 2000 Auslandskorrespondentin in London, 2007 bis Ende 2010 Büroleiterin des ORF-Korrespondentenbüros für China und den fernöstlichen Raum in Peking. Seit 2011 Nachrichtenchefin auf ORF eins. Concordia-Publizistikpreis 2008 und Felix-Ermacora-Pressepreis 2010. >> Informationen zum Buch Bewerbung zur Leserunde:  Wollt ihr mehr wissen über den von Selbstzweifeln geplagten Genossen Wang? Dann bewerbt euch jetzt für die Leserunde zu "Genosse Wang fragt" und gewinnt eines von 10 Leseexemplaren. Im Gewinnfall sind eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension gewünscht! Lasst uns bis einschließlich 15. November wissen, warum gerade ihr dieses Buch unbedingt haben müsst. Dafür könnt ihr gerne das Unterthema "Wer liest mit? Bewerbungen" verwenden. Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    passionelibro

    passionelibro

    24. January 2013 um 17:02

    „Genosse Wang fragt“ von Cornelia Vospernik ist eine erfundene Geschichte eines chinesischen Journalisten mit aber durchaus realistischem Hintergrund. Genosse Wang träumt davon, einmal die eine richtige, das heißt kritische Frage bei einer Pressekonferenz mit der Regierung zu stellen. Schließlich ist er Journalist des Volksblattes, der großen Zeitung. Aber diese Pressekonferenzen sind alle gleich, da die Fragen vorab gemeldet und dann im Sinne des Volkes beantwortet werden. Er sucht nach den richtigen Worten und der Leser begleitet seine Gedanken, denn das Buch basiert hauptsächlich auf den verschachtelten und schrägen Gedanken des Genossen Wang. Dabei erfährt man auch über die zarte Zuneigung, die er für eine Kollegin aus der Redaktion empfindet, über seine Selbstzweifel, seine Scheidung und über seinen Konkurrenten Li, der nicht nach richtigen Worten sucht, sondern nach Karrieremöglichkeiten und sich Gedanken über sein doch so fantastisches Durchhaltevermögen macht. Das Buch hatte für mich ein paar zu lange Gedankengänge, bei denen ich die Lust am Lesen verlor, wenn auch das Thema durchaus interessant war.

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    michelauslönneberga

    michelauslönneberga

    27. December 2012 um 20:04

    Was geschieht, wenn ein chinesischer Journalist plötzlich das Bedürfnis empfindet eine Frage zu stellen? Geht das so einfach? Macht er sich da wirklich Gedanken oder ist das eine spontane Entscheidung? Cornelia Vospernik hat mit ihrem Buch genau diese Fragen thematisiert. Sie lässt den Leser sozusagen live mit dabei sein, wenn Genosse Wang zu zweifeln beginnt. Er überlegt, formuliert und verwirft. Die Liebe zu Wortneuschöpfungen hat mir persönlich an Genosse Wang besonders gut gefallen. Nicht durch Auflistung von Fakten, sondern durch subtile Erzählungen von Seiten der Figuren bringt Frau Vospernik dem Leser ein China der Köpfe näher. Es geht um Menschen wie du und ich, die sich Gedanken machen, Ängste und Hoffnungen habe und letztendlich dies alles noch nicht so recht äußern können. Der Schreibstil von Cornelia Vospernik fordert den Leser. Man muss sich zwar sehr konzentrieren, da die Sätze teilweise sehr lang und verschlungen sind, doch es lohnt sich. Denn so tief konnte ich noch nie in Figuren hineinblicken. Ob Wang am Schluss die perfekte Frage findet? Finde es selbst heraus. Ab nach China ;)

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    Tami

    Tami

    18. December 2012 um 13:58

    Genre Ein sozialkritischer Roman, der zum Denken anregt. Was passiert? Der chinesische Journalist Genosse Wang hat ein Problem. Er möchte fragen. Eine richtige Frage, aber um das zu tun muss er sich trauen. Den um Kritik zu üben muss man mutig sein. Meine Meinung Das Buch war anders als erwartet. Ich hatte erwartet, dass das Buch sehr sozialkritisch ist. Stattdessen war das Buch sehr viel persönlicher und lebensnah als gedacht. Die Gedanken und Gefühle von Genosse Wang und den anderen Charakteren sind sehr genau beschrieben und vor allem Genosse Wangs Gedankengänge sind gut nachzuvollziehen. Kritik, an der chinesichen Gesellschaft oder an Arbeitsbedingungen die dort herrschen, wird unauffällige eingeschleust. Man kann die Probleme, die dort herrschen, sehr viel besser verstehen, als man erwartet, weil man sich mit Genosse Wang bis zu einem gewissen Grad identifiziert. Ein gelungener erster Roman, wie ich finde, auch wenn in der Leserunde durchgekommen ist, dass nicht alle Testleser so begeistert waren. In einem Satz… Ein gutes Buch, dass einen zwar nicht vom Hocker haut, das aber doch seine Qualitäten hat.

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    awogfli

    awogfli

    16. December 2012 um 12:16

    Der Roman von Cornelia Vospernik ist ein wirklich schräges Buch, das dem Leser aus Innensicht die Gedanken des Genossen Wang offenbart. Wang ist ein mühsamer kleiner chinesischer Parteisoldat auf dem Posten eines Journalisten, gequält von Selbstzweifeln, Zwangsneurosen und offenen Fragen. Er sollte in seiner Funktion als Journalist auf Pressekonferenzen eigentlich Fragen stellen, dies ist aber in der gegenwärtigen totalitären Parteidramaturgie gar nicht vorgesehen. Als er nach einer langwierigen inneren Katharsis wirklich mal eine richtig scharfe Frage an die Politiker formuliert, passiert nicht das typisch Erwartete (Verhaftung, Kündigung....) sondern diametral entgegengesetzt völlig positive Entwicklungen, die sich in einer Art Kettenreaktion fortsetzen und das Leben des unbedeutenden Mannes völlig umkrempeln. Obwohl Herr Wang mit seinen zwänglerischen Gedanken ordentlich nervt, hat mir das Buch ausgezeichnet gefallen. Einerseits liefert es einen guten Einblick in die gegenwärtige chinesische Politik und Kultur, andererseits vermittelt es als subversive und positive "Fabel", dass man nicht immer proaktiv in vorauseilendem Gehorsam völlig systemkonform agieren muss, sondern jeder einzelne durch winzig kleine Taten auch in einer Diktatur etwas verändern kann. Totalitäre Systeme werden nicht durch die Anführer gestützt und einzementiert, sondern durch die Millionen der schweigenden Mitläufer. Revloutionen müssen nicht groß sein im Gegenteil, diese Mikro-Revolution basierend auf einer einzigen Frage hat mir außerordentlich gut gefallen. Fazit: Sehr lesenswert wenn man darüber hinwegkommt, dass Genosse Wang wirklich ein sehr anstrengender "Held" ist ;-)

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    michaela_sanders

    michaela_sanders

    15. December 2012 um 20:39

    genosse wang, seines berufs journalist in china, nimmt sich vor bei nächster gelegenheit eine echt richtige frage zu stellen und nicht nur eine vorher abgesprcochen frage. jetzt kann man sozusagen ein stück in wangs gehirn reinkucken und seinen gedanken lauschen, was im Vorfeld zu dieser Frage in seinem Kopf alles passiert, dabei erfährt man auch etwas über ein mädchen in das er sich verliebt, was er jedoch weder wahrhaben will noch als solches erkennt. Das Buch ist etwas für Freude einer detailreichen, ja fast schon philosophischen Sprache. Viel Handlung passiert nicht, allerdings erfährt man etwas vom Leben eines chinesischen Journalisten. Mir hat das Buch gut gefallen, ich finde es sehr schön, wenn ich genaues und detailreiches, dabei auch manchmal verwirrendes aus der menschlichen seele erfahre. Punktabzug gibts für mich deswegen, weil ich nicht ganz klar sagen konnte, wieviel von wangs character ist jetzt in der kultur verwurzelt aus der er kommt und wieviel davon ist der tatsache zuzuschreiben, dass er schwere psychische Probleme hat. Vielleicht sollte mann das aber eher meinem mangelden Wissen über die chinesische Kultur als dem Buch anlasten...

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    Arizona

    Arizona

    14. December 2012 um 12:44

    Der Debütroman von Cornelia Vospernik verrät im Titel bereits, worum sich das Buch hauptsächlich dreht: "Genosse Wang fragt". Und zwar ist Wang Journalist des chinesichen Volksblattes. Aber dort herrscht eben alles andere als Pressefreiheit. Das heißt, dass die Fragen, die die Journalisten auf den Pressekonferenzen den Politikern stellen dürfen vom Propagandaministerium vorgegeben sind. Aber Wang möchte so gerne mal eine eigene, kritische Frage zum System, z.B. zur Todesstrafe stellen. So versucht er die Gelegenheit einer Presskonferenz mit dem Justizminister zu nutzen. Die Autorin stellt uns Wangs Gedankengänge in aller Ausführlichkeit dar, wobei sie eine recht verschachtelte Sprache mit langen Sätzen benutzt: Dabei erstreckt sich ein Satz teilweise über bis zu 10 Zeilen, was das Buch in meinen Augen nicht sehr flüssig zu lesen macht. Mir waren die Gedankengänge des Genossen Wang oft zu wirr bzw. verschroben. So hat er oft Wortfindungs-störungen und ist immer auf der Suche nach neuen Worten für bestimmte Situationen, das hat mir persönlich nicht so gut gefallen. Zwischendurch erfahren wir auch einiges über die Beziehungen innerhalb des Büros, z.b. zum Kollegen Li und der Sekretärin Zhang, in die Wang ein bisschen verliebt ist. An den Stellen fand ich das Buch recht unterhaltsam mit seinem skurillen Humor. Doch trübten mir die oft in den Vordergrund gestellten Gedanken, die darum kreisten, ob Wang jetzt verrückt ist bzw. gerade dabei ist verrückt zu werden den Lesespaß doch stellenweise.

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    irismaria

    irismaria

    10. December 2012 um 09:34

    Genosse Wang ist Journalist des „Volksblattes“ und steht immer wieder vor dem Dilemma, echten Journalismus in einer Diktatur mit eingeschränkter Pressefreiheit zu ermöglichen. Einmal, so wünscht er, wird er bei einer Pressekonferenz eine „richtige“ Frage stellen und die Mächtigen mit ihrem Umgang mit der Todesstrafe konfrontieren. Doch die Zensurschere ist in Wangs Kopf… Das Buch verspricht, eine „skurril-komische Geschichte vor dem Hintergrund der heutigen chinesischen Realität in ihrem Zwiespalt zwischen Modernität und einem althergebrachten Propaganda-Apparat“ zu sein und zum Nachdenken „über die politische Realität in China, das Handwerk des Journalismus und die Grenzen menschlicher Kommunikation“ anzuregen. Das ist bei mir nicht ganz gelungen. Ich fand die Gedankengänge Wangs zu ausführlich beschrieben und teilweise nicht nachvollziehbar, die Auseinandersetzung mit dem ernsten Thema blieb für mich an der Oberfläche.

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    Alinardus

    Alinardus

    09. December 2012 um 21:48

    Genosse Wang fragt, ja was möchte unser chinesischer Protagonist denn Fragen? Darum und wie er zum Frage stellen kommt geht es in diesem Buch. Es beschreibt die Gewühls- und Arbeitswelt des Genossen Wang, der in beiden Gebieten doch ein wenig eingeschränkt ist. In der Arbeitswelt durch die Partei, in Form des Propagandaministeriums, das jede Pressekonferenz minutiös plant, inklusive der Fragen und Antworten und somit den Kern seiner Tätigkeit als Journalist ad absurdum führen. Während Genosse Wang sich in seiner Gefühlswelt immer wieder in Details verliert und alles um sich herum ausblendet, was zu mancher komischen Situation führt. Man bekommt im Buch einen kleinen Überblick über die Probleme eines Journalisten im heutigen China. Ob es nun wirklich große Probleme sind, sei dahingestellt, weil es im Reich der Mitte sicherlich noch andere Probleme als die des Genossen Wang gibt. Allerdings wird die Pressefreiheit, in Form der geplanten Pressekonferenzen, das Frage - Antwortspiel nicht angeprangert, sondern eher süffisant aufs Korn genommen, was dem Buch eine tragische Komik verleiht und auch zum Nachdenken anregt. Fazit: Für mich hat Cornelia Vospernik in diesem Roman eine kurze Geschichte über einen Journalisten in China geschrieben, der im System gefangen ist und mit sich hadert. Ob er nun Held, tragischer Held oder Verlierer ist muss der Leser selbst entscheiden, Genosse Wang passt irgendwie in jede der drei Rollen.

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. December 2012 um 09:19

    In Cornelia Vosperniks Roman "Genosse Wang fragt" hadert Genosse Wang mit seinem Leben. Er möchte ein richtiger Journalist sein und eine echte Frage stellen. Auf den Pressekonferenzen sind die zu stellenenden Fragen bereits vorher von der Propagandaabteilung den jeweiligen chinesischen Journalisten zugeteilt worden. Alles ist inszeniert, der Text der Reden, Fragen und Antworten steht bereits im Vorfeld fest. Der Leser erfährt viel über die Gedankenwelt Genosse Wangs. Er ist auf der Suche nach einer echten Frage, sucht Worte für bestimmte Situationen ("Detailschweigen" ist eine seiner Wortkreationen), außerdem ist er in Genossin Zhang verliebt und traut sich nicht, ihr Avancen zu machen. Alles was Genosse Wang angeht, scheint sich ins Gegenteil zu verkehren und er landet in absurden Situationen. Man erfährt einiges über das Leben und die Zustände in China, wird zum Nachdenken über Pressefreiheit, persönliche Freiheit und die Grenzen der Kommunikation angeregt (ohne erhobenen Zeigefinger!). Das Buch ist nicht leicht zu lesen, man muss der Gedankenwelt Wangs folgen wollen, seine Gedanken schweifen manchmal ab und führen von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe Genosse Wang sympathisch gefunden. Ob Genosse Wang am Ende eine richtige Frage stellt muss der Leser selbst rausfinden.

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    TochterAlice

    TochterAlice

    05. December 2012 um 14:46

    Genosse Wang fragt öfter mal: das ist nämlich ein wichtiger Bestandteil seines Berufsalltags als Journalist. Aber da er diesen Beruf im kommunistischen China bei einem der staatlichen Organe ausübt, werden seine Fragen bereits im Vorfeld durch politische Gremien festgelegt. Er jedoch will das ändern, will die eine, die entscheidende Frage stellen, die ihn mit sich und der Welt ins Reine bringt - jedenfalls aus seiner eigenen Sicht. Er ist sich im Klaren, dass esfür ihn aus politischen Gründen Konsequenzen geben wird. Trotzdem stellt er sie ... und alles kommt ganz anders... Ein kurzer, knackiger, aussagekräftiger und trotz einiger Längen - ja, die gibt es auch in kurzen Büchern schon mal - spannender Roman der ehemaligen China-Korrespondentin des ORF Cornelia Vospernik. Wir erhalten Einblick in Wangs beruflichen Alltag, in dem er nicht selten mit seinem Kollegen Li, einem Wendehals des aus totalitären Regimes nicht unbekannten Typus, hadert, auf eine stille, ihn selbst überraschende Art, die Kollegin Zhang verehrt, auf diese und jene Art die Wirren des Lebens meistert und am Ende dann doch die richtige Frage stellt - aber ist sie es wirklich? Die Sprache der Autorin ist klar, eloquent und auf eine anspruchsvolle Art gefällig - sie lässt das Buch zu einem Lesegenuss werden. Schade ist nur, dass die zahlreichen eingestreuten chinesischen Begriffe an keiner Stelle erklärt werden. Wir erkennen, dass auch Chinesen ähnliche Probleme mit Kollegen haben, wie wir sie aus deutschen Büros kennen, dass anderes wie Mentalität und politische Strukturen jedoch recht fremd ist. Ein nicht unrealistischer Roman, der China-Interessierten wie auch anderen Mitmenschen, die gern über den eigenen Tellerrand blicken, sehr zu empfehlen ist!

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    bookgirl

    bookgirl

    03. December 2012 um 14:35

    Er musste die Frage stellen, er musste sie stellen, auch wenn ein Wort fehlte. Er musste es tun, um nicht verrückt zu werden. Denn es war verrückt, einen Beruf zu haben, der Fragen erforderte, und seit Jahren nicht zu fragen Inhalt Genosse Wang ist Journalist bei dem "Volksblatt" und was tut ein Journalist? Richtig. Fragen stellen und Artikel verfassen. Normalerweise. Doch in China sieht die Welt anders aus. Der Journalismus dort beinhaltet, dass man eine Unterlage erhält und sich gefälligst an die vorgegebenen Fragen zu halten hat. Genosse Wang jedoch möchte nun endlich die eine, ihm doch so sehr auf dem Herzen liegende, Frage stellen. Er möchte all seinen Mut zusammen nehmen und es wagen. Doch wird er sich wirklich trauen? Meine Meinung Cornelia Vospernik hat für ihr Debüt ein anspruchsvolles Thema gewählt. Sie selber hat jahrelang als China-Korrespondentin gearbeitet und dadurch fundiertes Wissen über die Pressefreiheit a la China gesammelt. Einer Pressefreiheit, die es nicht gibt. In einem Land, welches Unterlagen verteilt, welche Fragen gestellt werden dürfen und nicht zimperlich ist die Todesstrafe zu verhängen. Genosse Wang ist wunderbar geschrieben, wenngleich es gewisse Längen hat, die ein flüssiges Lesen teilweise erschwert haben. Wang selber ist großartig gezeichnet. Seine innere Zerrissenheit, Verzweiflung und Orientierungslosigkeit hat die Autorin sehr gut eingefangen. Er ist so sehr in dem System gefangen, dass keine Individualisten bevorzugt. Einem System, in dem man sich gefälligst anzupassen und nach Vorschrift zu verhalten hat. In all der Unsicherheit erwächst in ihm ein Gefühl von Liebe für seine Kollegin Zhang, die er jedoch auch erst mal abtut, denn was ist schon Liebe? Wie soll ein Mensch so etwas fühlen, wenn er innerlich so verzweifelt ist und denkt verrückt zu werden? Sein Widersacher Li ist für mich eine tragische Figur, die jedoch auch sehr überzeugend herausgearbeitet worden ist. Er ist der Sohn eines strengen Vaters, der sich gerne prahlerisch verhält und mit seiner Männlichkeit und überhaupt mit seiner Großartigkeit versucht die Menschen zu beeindrucken. Doch wie heißt es so schön: Hochmut kommt vor dem Fall und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sein Fall nur eine Frage der Zeit ist. Ein Wort auch noch zum Ende, welches ich einfach wunderschön finde. Nicht nur, weil Wang endlich eine Frage gestellt hat, sondern weil es die richtige Frage ist. Eine Frage, die er mit einer Leichtigkeit gestellt hat, die ihn selber verblüfft hat, aber auch mit einer Zufriedenheit beglückt hat, mit der er wohl nicht gerechnet hätte. Fazit "Genosse Wang fragt" ist ein absolut gelungenes Debüt mit leichten Längen, die jedoch dem Gesamtwerk keinen Abbruch tun. Von mir gibt es daher eine absolute Kauf- und Leseempfehlung

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    02. December 2012 um 15:35

    Genosse Wang, wie der Name nahelegt Chinese, arbeitet als Journalist beim Volksblatt, einer wichtigen staatlichen Institution. Sein Leben besteht daraus, die richtigen Worte zu finden und so beginnt das Buch mit seiner intensiven Grübelei über die Frage, die sein Leben verändern soll. Die Frage die er auf einer Pressekonferenz stellen wird, statt der zuvor angesprochenen Scheinfrage. Doch seine Nervosität macht ihm einen Strich durch die Rechnung und lässt ihn - durch jahrelanges Training bestens mit Automatismen ausgestattet - wieder das ihm aufgetragene von sich geben. Doch nicht nur die wichtigste aller Fragen beschäftigt ihn, sondern auch die Sekretärin Zhang, zu der er eine für ihn schwer definierbare Zuneigung empfindet. Das Konzept Liebe ist für ihn nicht fassbar, daher schließt er selbige aus. Die Ereignisse im Volksblatt überschlagen sich und wie durch ein Wunder wird Wang befördert und erhält die wichtigste Aufgabe des Jahres: die Pressekonferenz der Partei. Da er sehr kurzfristig an diese Position gelang ist, fehlt ihm eine entscheidende Information: welche Frage muss er stellen? Seine Kultur verbietet es ihm, sich vorher zu erkundigen und dann geht plötzlich alles ganz schnell und er muss aus des Stegreif eine Frage an den Vorsitzenden richten. Diese wird seine berufliche Karriere nachhaltig verändern. Aber war das schon die wichtigste Frage seines Lebens? Cornelia Vospernik blickt tief in die Empfindsamkeit eines chinesischen Arbeiters. Die Idee Journalismus wird ad absurdum geführt, für uns im Westen nicht weiter überraschend. Die Unsicherheit und andauernde Angst vor Fehlern, die die durchschnittlichen Chinesen scheinbar tagtäglich begleiten, werden in der Geschichte mehr als deutlich. Genosse Wang ist von Haus aus ein cleverer Journalist, der auch versteht, wie bestimmte Dinge zu laufen haben, doch sein zweifelnder Charakter lähmt ihn immer wieder und lässt ihn ratlos, fast verzweifelt zurück. Der Umgang der Menschen miteinander wird bestimmt von den Hierarchien und dem unbedingten Willen, seine Position immer und überall deutlich zu machen. Es ist weniger die Handlung als das, was zwischen den Zeilen mitschwingt, was diesen Roman auszeichnet und uns interessante und bisweilen erschreckende Einblicke erlaubt. Humor, wenn auch manchmal fast bissig, lässt manches oberflächlich etwas abmildern, aber das zugrunde liegende Menschenbild zeigt an so mancher Stelle seine böse Fratze.

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  • Rezension zu "Genosse Wang fragt" von Cornelia Vospernik

    Genosse Wang fragt
    Sikal

    Sikal

    26. November 2012 um 21:20

    Genosse Wang, Journalist des Volksblattes, hat ein großes Ziel vor Augen. Er möchte eine Frage stellen, eine wirkliche Frage – nicht bloß bei dem inszenierten Schauspiel mitmachen, organisiert und aufs Genaueste geplant vom Propagandaministerium. Denn Wang ist mutig, er will fragen, er will es endlich wissen. Wang feilt an seiner Frage, wägt die Worte ab, versucht andere Formulierungen, irrt in seinen Gedanken hin und her und – steht am Rande des Wahnsinns. Ganz glücklich ist er immer noch nicht mit seiner Formulierung, doch heute ist es soweit, heute wird er sie stellen. Es reißt ihn beinahe in Stücke, immerhin will er, dass alle auf ihn schauen, ihn stolz ins Auge fassen, besonders seiner Sekretärin Zhang möchte er es beweisen… Oder ist er der Nichtsnutz, der Verlierer – wie vor langer Zeit bereits prophezeit von seiner Ex-Frau? Wangs Gegenspieler und Kollege Li ist von einem anderen Kaliber. Li richtet seinen Opportunismus je nach Bedarf aus, hat den Chef für sich eingenommen und nähert sich nun auch noch Zhang. Letztendlich kommt es doch noch zu einer überraschenden Wende… Cornelia Vospernik, langjährige China-Korrespondentin des ORF, lässt uns in eine fremde Welt eintauchen. Sie beschreibt mit Empathie und feinfühligen Humor über Zustände im Reich der Mitte, wie es für die westliche Welt wohl unverständlich bleiben wird. Immer gepaart mit der leisen Kritik, die nicht nur zwischen den Zeilen zu lesen ist. Genosse Wang nimmt uns mit auf eine Reise in eine andere Kultur, die gleichermaßen geprägt ist von Chancen und Risiken – und uns zu manchem Kopfschütteln verleitet. Fazit: Ein Buch, das mehr ist als ein fesselnder Roman. Es ist eine Geschichte über ein Land, das einerseits fasziniert und andererseits abschreckt, mittendrin ein Held, der allen Zweiflern zum Trotz am Ende doch noch Überraschendes zu bieten hat.

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