Corrie ten Boom Die Zuflucht

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Inhaltsangabe zu „Die Zuflucht“ von Corrie ten Boom

Der internationale Bestseller berichtet, wie die Familie ten Boom in den Niederlanden während derZeit des Naziregimes vielen Verfolgten Schutz geboten hat und wie sie später selbst ins KZ geraten.Dort erlebte Corrie inmitten von Hass, Gewalt und Demütigungen immer wieder Gottes bewahrende Hilfe.Ein überwältigender Bericht von Schuld und Vergebung.Das Hörbuch, das bereits als DMC lieferbar war, wird um einige Textteile erweitert und erscheintjetzt im Umfang von 3 CDs.
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  • Rezension zu "Die Zuflucht" von Corrie ten Boom

    Die Zuflucht
    HeikeG

    HeikeG

    12. August 2008 um 12:55

    Wie weit reicht Vergebung? Das Hörbuch, dessen Buchvorlage 1975 in den USA verfilmt wurde ("The Hiding Place"), beschreibt zum größten Teil die Erlebnisse der in Haarlem geborenen Corrie Ten Boom (geb. 1892) während der deutschen Besatzung Hollands, ihre Untergrundtätigkeit und ihre Zeit im Konzentrationslager Ravensbrück. "Heute weiß ich, dass Erinnerungen der Schlüssel sind, nicht zur Vergangenheit, sondern zur Zukunft.", ist am Ende des Hörbuches "Die Zuflucht" zu hören. Diese Worte bergen einen viel tieferen Sinn, als man gemeinhin annehmen möchte, wenn man um Corrie Ten Booms Vergangenheit und ihre besonders schmerzlichen Erfahrungen an Körper und Seele weiß. Denn die holländische Autorin überlebte als einzige ihrer Familie die Gräuel der Okkupation und die ihnen zugefügte Pein. Trotzdem hinterließen sie in ihrem Herzen keine Bitternis. Als die durch ihre Familie geprägte, überzeugte Christin zwei Jahre nach ihrer Entlassung aus dem Todeslager ihren ehemaligen Peiniger und KZ-Aufseher auf einer Veranstaltung wieder trifft, reagiert sie mit unglaublicher Großherzigkeit und Toleranz: "München im Jahre 1947: Ernste Gesichter starren mir entgegen. Ich habe gerade in einer Kirche gepredigt und über meine Zeit im Konzentrationslager gesprochen. Jetzt ist alles vorbei. Die Menschen verlassen wortlos den Raum. Ein Mann kommt mir entgegen. Er arbeitet sich gegen die Menge zu mir nach vorne. In diesem Moment sehe ich den Mantel, den braunen Filzhut, dann die blaue Uniform und ein Barett mit Totenschädel und gekreuzten Knochen. Ich sehe den großen Raum, in dem wir uns nackt ausziehen mussten. Die Schuhe und die Kleider am Boden. Wir mussten nackt an ihm vorbeigehen. Ich erinnere mich an die Scham, ich erinnere mich an meine ausgemergelte Schwester, deren Rippen deutlich unter der pergamentartigen Haut hervortraten." Dieser Mann bittet sie um Vergebung. Doch wie weit reicht die ihre? Als 1940 die deutschen Truppen in Holland einmarschieren und das Land besetzen, ist die Uhrmacherfamilie Ten Boom - Corrie ist übrigens die erste Frau Hollands, die diesen Beruf erlernt - ein wichtiger Rettungsanker für viele Juden. Sie gewähren ihnen Unterschlupf in einem geheimen Zimmer ihres Hauses. Wegen ihrer Untergrundtätigkeit wird die gesamte Familie 1944 verhaftet. Man steckt sie zuerst ins Gefängnis, wo der Vater stirbt, später werden Corrie und ihre Schwester Betsie nach Ravensbrück deportiert. Dort sind die beiden aufgrund ihres gelebten christlichen Glaubens und einer ins Lager geschmuggelten Bibel, mit der sie heimlich Bibelstunden abgehalten, für viele Frauen die einzige Hoffnung im sonstigen unvorstellbaren Elend. Nach ihrer Freilassung gründet Corrie ein Rehabilitationszentrum für Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und beginnt auf Vortragsreisen von ihren Erfahrungen zu erzählen, wo es nach eben solch einem Vortrag zu der verhängnisvollen Begegnung, die prägend für ihren weiteren Weg sein sollte, kommt. Es geschieht das Unvorstellbare - Corrie Ten Boom vergibt diesem Mann, reicht ihm die Hand als Geste der Versöhnung. Ihr starker christlicher Glaube ist ihr dabei Wegbereiter. Fortan setzt sie sich für die Versöhnung von Opfern und Tätern ein. Corrie Ten Boom starb übrigens an ihrem 91. Geburtstag. In der Tradition der Juden heißt es, dass nur sehr gesegnete Menschen das besondere Privileg erhalten, an ihrem Geburtstag zu Gott gerufen zu werden. Die Erzählung in klarer und einfacher Sprache wartet trotz des unvorstellbaren Grauens immer mit einer Prise Humor und vieler wunderbarer Anekdoten auf. Sprecherin Susanne Hohmeyer-Lichtblau (stellvertretende Redaktionsleiterin für das Ressort "Talk" beim ERF) liest dieses Hörbuch einfühlsam. Zwar stört zu Beginn ihr jugendliches Timbre, weiß man doch, dass die Autorin bereits fünfzig Jahre zählte, als sie die Gräuel erlebte, doch kompensiert Hohmeyer-Lichtblau diese kleine akustische "Unstimmigkeit" mit ihrer durchweg soliden Sprecherleistung und vor allem warmen Stimme. Fazit: "Die Zuflucht" ist die wahre und feinfühlig erzählte Geschichte von Liebe und Vergebung mit Hilfe eines starken Glaubens. Das (Hör)Buch bietet Einblick in das Leben von gewöhnlichen Menschen, die außergewöhnliche Taten vollbringen und öffnet dem Hörer die Möglichkeit zu hinterfragen, ob er selbst in der Lage wäre, ähnliche Entscheidungen zu treffen, wenn die Zeit es gefordert hätte. Eine unprätentiöse auditive Lektüre sowohl für Christen, als auch für überzeugte Nichtchristen, da an keiner Stelle versucht wird, zu missionieren.

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