Sterben

von Cory Taylor 
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Sterben
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Interessant, bewegend, ausschweifend.

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Ein berührendes Lebenswerk über das Sterben. Eine Rückschau einer Frau, die den Tod ins Leben holt & dabei die richtigen Worte findet.

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Inhaltsangabe zu "Sterben"

2015 erfährt die australische Schriftstellerin Cory Taylor, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. In nur wenigen Wochen verfasste sie dieses Buch, das kurz vor ihrem Tod 2016 erschien. Auf bemerkenswerte Weise reflektiert sie über den Sinn der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie lässt uns teilhaben an ihrer Erfahrung, was das Sterben sie gelehrt hat. Der universellen Frage über ein Leben nach dem Tod begegnet sie als nichtreligiöser Mensch in einer sie selbst überraschenden spirituellen Form. Sie erfasst die transformative Kraft des Prozesses, in dem sie sich befindet, und es gelingt ihr, sich diesem kreativ und ehrlich zu stellen. Cory Taylor hat uns allen mit diesem Buch etwas Wertvolles geschenkt. Klug, schlicht und zutiefst weise sind ihre Gedanken über das Sterben, die zugleich eine Hymne an das Leben sind.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548746678
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:176 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:08.06.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.02.2017 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    I
    IlleBillevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Interessant, bewegend, ausschweifend.
    Ein Buch aus der Sicht einer Sterbenden.

    Vieles in diesem Buch hat mich berührt. Der langsame, schmerzvolle Verfall der Erzählerin. Ihre Suche nach einem akzeptablen und akzeptierten Ausweg. Ihre Gedanken an den Mann und die Söhne. Leider geht es nach einem äußerst bewegenden Beginn dann überwiegend um persönliche Erinnerungen. Um die Kindheit, die vielen Umzüge, das Verhältnis zur Mutter, zum meist abwesenden Vater, um das Altern, Siechen und den Tod der Eltern. Das alles geschieht sehr ausschweifend und zu lang für meinen Geschmack. Ich hatte mehr Raum für die Gedanken der sterbenden Autorin erwartet, keine Erinnerungen oder gar eine Autobiographie. Trotzdem habe ich das schmale Buch interessiert und durchaus mit Gewinn gelesen, insbesondere vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit und dem Umgang mit Sterbenden in unserer Gesellschaft. Ich vergebe dreieinhalb Sterne.

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    aspecialkates avatar
    aspecialkatevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein berührendes Lebenswerk über das Sterben. Eine Rückschau einer Frau, die den Tod ins Leben holt & dabei die richtigen Worte findet.
    Wie die eigene Sterblichkeit als individuelle Erfahrung betrachtet werden kann...

    Die Diagnose Krebs zwingt Cory Taylor dazu, sich mit ihrer eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Dies gelingt ihr auf einer gefühlvollen Art und Weise, die berührt. In einer Rückschau und der gegenwärtigen Auseinandersetzung mit dem Sterbeprozess, beleuchtet sie Lebensstationen, ihre Gefühlswelt und Gedanken zum Tod sowie ihre Familie.

    Sterben ist eine individuelle Erfahrung. Und genau das verdeutlicht dieses Buch sehr eindrücklich und bewegend. Die Offenheit der Autorin geht nahe, man hält inne und reflektiert über das eigene Leben und den Tod, der am Rand der Gesellschaft gerückt ist und tabuisiert wird. Cory Taylor kommt dem Tod so nahe, sodass einem seine eigene Sterblichkeit schmerzhaft bewusst wird. Die Kostbarkeit des Lebens ist plötzlich und unerwartet präsent, sodass man gewillt ist, sein Dasein zu überdenken. Sie lädt uns ein, die eigenen Erfolge und Niederlagen sowie deren Bedeutung zu reflektieren. Dabei setzt sie meisterhaft ihre Gabe der hohen Schreibkunst ein und man spürt, was an Bedeutung gewinnt und welcher Verlust betrauert werden soll.

    Die richtigen Worte für eine Besprechung dieses Buches zu finden, fällt mir schwer. Vieles hat es mir gelehrt, einiges habe ich für mich und meine eigene Sterblichkeit mitgenommen. Das Sterben als eine Erfahrung zu betrachten, ist ein sehr intimer, persönlicher Prozess, der keinen Vergleich zulässt. Jeder Mensch vermag bestimmte Trauerphasen zu durchschreiten, aber keine Erfahrung ist mit der eines anderen Menschen vergleichbar. Was für Cory Taylor bedeutsam war, kann für andere unwichtig sein. Deshalb sollte man von diesem Buch nicht enttäuscht sein, wenn sie zu ihren Wurzeln zurückkehrt und sich besonders intensiv mit der Beziehung zu ihren Eltern befasst. Genau das ist das Besondere an diesem Lebenswerk - es umfasst die wichtigsten Stationen des Lebens der Autorin und gibt einen Einblick in ihre persönlichen Anteile. Wie man seine eigene Sterblichkeit betrachten kann, findet man am besten selbst heraus. Das Buch gibt aber tiefblickend sehr viele Anregungen dazu, um den Tod ein bisschen mehr ins Leben zu holen, ohne dabei die Leichtigkeit des Lebens zu verlieren. Denn eine wichtige Botschaft vermittelt es uns: Man soll das Leben genießen und das tun, wonach man sich sehnt!

     

     

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    tob82s avatar
    tob82vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein hervorragendes Buch über den Tod und die Vergänglichkeit
    Ein hervorragendes Buch über den Tod und die Vergänglichkeit

    Die Autorin des Buches, Cory Taylor, leidet an einer unheilbaren Form des Krebses und wird in ein paar Monaten sterben. Während dieser Zeit schreibt sie dieses Buch.

    Das Buch ist aufgeteilt in drei größere Kapitel.

    Wir erfahren, dass die Autorin als Drehbuchautorin gearbeitet hat und recht spät in ihrem Leben auch Romane veröffentlicht hat. Sie erzählt sehr facettenreich von ihrer Krebserkrankung und der Vorbereitung auf ihren Tod. Man bekomt eine Menge über ihr Leben mit. Sie ist erfrischend undogmatisch. Religion und Glauben werden erwähnt, aber sie konnte damit noch nie wirklich etwas anfangen und auch der bevorstehende Tod ändert daran nichts. Zentral für ihr Leben ist ihre Familie (seit 31 Jahren verheiratet, mehrere Kinder) und die schriftstellerische Tätigkeit, die schon zu ihrer Jugendzeit begann. Selbstmord und Sterbehilfe werden thematisiert. Laut wikipedia scheint bei uns seit 3. Dezember 2015 Beihilfe zur Selbsttötung durch Angehörige straffrei zu sein, in Australien ist dies laut der Autorin verboten. Treffen mit Gleichgesinnten haben für sie daher immer etwas Problematisches, dennoch scheinen die Teilnehmer von ihnen zu profitieren. Ihre Mutter musste mit Demenz die letzten Jahre ihres Lebens in einer Einrichtung "vor sich hinvegetieren". Daher ist es nur allzu verständlich, dass sie in ihrer Patientenverfügung alle lebensverlängernden Maßnahmen für sich ablehnt.

    Das zweite Kapitel ist autobiografischer Natur. Die Autorin erzählt darin v.a. von ihrer Kindheit, der Beziehung ihrer Eltern und ihrer Großeltern mütterlicherseits. Dabei kommt eine ganze Reihe von Leid und Tragödie zum Vorschein. Entwurzelung und Unzufriedenheit sind zentrale Themen. Ein Stammbaum sowie eine Australienkarte wären hier sehr hilfreich gewesen.

    Im letzten Kapitel geht die Autorin mehr auf ihre eigenen Erlebnisse - im Gegensatz zur Familie als Ganzem - ein. Sie beschreibt viele Umzüge, u.a. nach Fidschi und Nairobi. Zu ihrer Mutter scheint sie zeitlebens ein gutes und enges Verhältnis gehabt zu haben, zu ihrem Vater war das Verhältnis offenbar schon früh problematisch und hat sich im Laufe ihres Lebens weiter verschlechtert. Toll finde ich, dass sie trotz der familiären Vorbelastungen ein erfüllendes Eheleben und ein gutes Verhältnis zu ihren eigenen Kindern hat.

    "Sterben" ist für mich sowohl emotional als auch was das Lesen angeht ein Highlight. Wie erhofft und erwartet, hat das Buch eine sehr hohe emotionale Intensität. Es liest sich sehr flüssig, aber ist aufgrund der Themen dennoch anstrengend und herausfordernd. Mir gefällt ihr Schreibstil sehr gut. Viele Abschnitte sind emotional sehr dicht und so geschrieben, dass man sich der Erzählung kaum entziehen kann. Faszinierend und gleichzeitig teilweise sehr traurig - und ohne dabei pathetisch oder klischeehaft zu werden.

    Ein hervorragendes Buch, das ich sicherlich in der Zukunft noch öfters in die Hand nehmen werde.

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    W
    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    Zwingt den Leser zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben und Tod



    Die 2016 im Alter von nur 61 Jahren verstorbene australische Schriftstellerin Cory Taylor gehörte als Drehbuchautorin und mit ihren beiden mit Auszeichnungen bedachten Romanen (nicht auf Deutsch erschienen) zu den bekannten Autoren des fünften Kontinents.
    Nachdem sie schon seit etwa einem Jahrzehnt mit einem Hautkrebs zu tun hat (den sie mit früherer Vorsorge vielleicht besser in die Schranken hätte weisen können, wie sie zugibt). Zehn Jahre später hat sich im Gehirn eine Geschwulst gebildet, jenem Teil, der für die Bewegungen der rechten Körperseite zuständig ist. Sie willigt in eine Operation ein und hat bald darauf die Gewissheit, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Überall in ihrem Körper haben sich Metastasen breit gemacht und Cory Taylor schreibt in sehr kurzer Zeit dieses Buch. Sie tut es zunächst für sich selbst, setzt sich auseinander mit ihrem Leben und ihrer Familiengeschichte, aber auch mit ihrem Wunsch, ihrem Leid selbst ein Ende zu setzen. Dafür hat sie schon vor Jahren über das Internet aus China ein schnellwirkendes Mittel sich besorgt, dass in der Tiermedizin bei Pferden angewandt wird. Ob sie es schlussendlich angewandt hat, bleibt offen. Sie schreibt aber auch für ihre Familie, ihren Mann Shin, dem sie das Buch gewidmet hat und ihren beiden Kindern, die lange nichts von ihrer Erkrankung wussten.

    In einer Rundfunksendung stellt sie sich den Fragen der Hörer und beantwortet sie für die Leser ihres Buches noch einmal ausführlich.  Glaubt sie an ein Leben nach dem Tod? Gibt es eine Liste von Dingen, die sie noch tun oder erleben möchte, bevor sie stirbt? Hat sie Angst vor dem Sterben? Hat sie an Selbstmord gedacht?

    Besonders auf diese Frage nach einem selbstbestimmten Sterben und der Verantwortung dafür, was eine solche Entscheidung mit anderen Menschen, auch ihrer Familie machen würde, geht Cory Taylor ausführlich ein. Ihre Antwort auf die Frage nach einer Wunschliste hat mich sehr angesprochen, weil es mir genauso geht:
    „Eine Wunschliste impliziert einen Mangel, einen Vorrat an unerfüllten Wünschen oder Zielen, die Sorge, man habe aus seinem Leben nicht genug gemacht. Sie impliziert, mehr Erfahrung sei besser, wobei das Gegenteil ebenso wahr sein könnte. Ich habe keine Wunschliste, weil es mich tröstet, mich an die Dinge erinnern zu können, die ich getan habe, statt den Dingen nachzutrauern, die ich nicht getan habe.
    Was auch immer das sein könnte: Ich glaube, es war einfach nicht das Richtige für mich, und das vermittelt mir ein Gefühl der Zufriedenheit, das Abwerfen von Ballast auf meiner allerletzten Reise.“

    Nach ihren Reflexionen über das Sterben und ihre Erfahrungen damit, beschreibt sie in einem  zweiten Teil des Buches ihre Kindheit und Herkunft, die Geschichte ihrer Mutter und ihres Vaters. Diese Erinnerungen passen sich ein in ihre Überlegungen im ersten Teil, denn es geht immer um ihr Leben, das bald zu Ende sein wird. Dennoch hatte ich beim Lesen das Gefühl, diese Teile seien schon zu einem früheren Zeitpunkt entstanden und dann in das Buch eingefügt worden.

    Das ehrliche und berührende Buch von Cory Taylor zwingt den Leser zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben und Tod, auch wenn er sich hoffentlich noch bei guter Gesundheit befindet. Menschen mit tödlicher Diagnose mögen in diesem Buch Trost finden und die Anregung, ähnlich dankbar und versöhnlich auf ihr Leben zu blicken um es leichter verlassen zu können.

    Trotz traurigem Thema singt Cory Taylor mit ihren letzten öffentlichen Worten dem Leben in all seinem Reichtum und seiner Vielfalt ein Loblied.






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    DasPostIts avatar
    DasPostItvor einem Jahr
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    Georgiavor einem Jahr

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