Cristina Karrer

 4,5 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf von Cristina Karrer

Cristina Karrer, geb.1961, studierte Geografie und Sozialgeschichte und lebt seit 2001 in Südafrika. Verfasste zahlreiche Auslandreportagen, u.a. über die Kurden, über Tadjikistan, Kirgistan und diverse afrikanische Staaten. Afrikakorrespondentin für das Schweizerische Fernsehen (SRF) mit Sitz in Johannesburg. 1991 erhielt sie den renommierten „Zürcher Journalistenpreis“ für eine NZZ-Reportage. 2008 wurde sie mit dem „Zürcher Filmpreis“ für «Hidden Heart» ausgezeichnet, ein Dokumentarfilm über die Hintergründe der ersten Herztransplantation.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "Meine Mutter, ihre Liebhaber und mein einsames Herz" von Cristina Karrer

Auf und ab einer ungewöhnlichen Mutter-Tochter-Beziehung
Aischavor 2 Jahren

Der etwas sperrige Titel erinnerte mich an "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend" von Andreas Altmann. 

Und in der Tat gibt es Ähnlichkeiten zwischen Altmanns und Karrers Autobiografien. Allen voran eine schonungslose Offenheit, die mich sehr berührt.
Die Autorin erzählt vom ungewöhnlichen Zusammenleben mit ihrer Mutter, die sie nach Ausbruch deren Alzheimer-Erkrankung aus der Schweiz zu sich nach Südafrika geholt hat. Dies ist umso bemerkenswerter, da das Verhältnis der beiden oft schwierig war, wie der Leser aus wiederholten Rückblicken erfährt.
Teils im Heim, teils bei Vater und Stiefmutter oder in Pflegefamilien aufgewachsen, fühlt Karrer nie so recht, dass sich ihre Mutter um sie kümmert. Auch nicht, als sie als Teenager doch noch bei ihr wohnt. Dies ändert sich erstaunlicherweise erst spät, nämlich dann, als sich das Wesen der Mutter aufgrund der Erkrankung ändert. Dies ermöglicht der Tochter, auch die Vergangenheit in anderem Licht zu sehen.
Christina Karrer verdient in meinen Augen gleich mehrfach Anerkennung. Zum einen ist das Buch sprachlich sehr gelungen, an vielen Stellen erkennt man die professionelle Journalistin. Ganze Passagen wirken wie Auslandsreportagen, dann wieder zeigt sie ihre verletzliche Seite. Sie traut sich zu schildern, wie negativ sie ihre Mutter früher sah ("in meinen Augen war sie eine Edelprostituierte"), ohne dass dies einer bitteren Abrechnung gleich kommt. Denn gleichzeitig ist Karrer immer auch kritisch mit sich selbst und lässt den Leser etwa an ihren eigenen katastrophalen Beziehungen zu Männern teilhaben. Sie widersteht der Versuchung, eigene Fehlentscheidungen auf früh erfahrene Ungerechtigkeiten zurückzuführen. Und sie zeigt Mut und innere Größe, indem sie für ihre Mutter da ist, als diese ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen kann.
Das Buch beinhaltet zahlreiche Fotos, die die Geschichte gut ergänzen, der Schutzumschlag ist eine Augenweide. Lediglich beim Korrektorat hätte der Verlag mehr Sorgfalt walten lassen sollen, hier wurden leider doch einige Fehler übersehen.
Dennoch eine beeindruckende, fesselnde Story, die mich das Buch kaum aus der Hand legen ließ.  Die Ich-Erzählerin hat viel durchgemacht und bleibt dennoch stark und optimistisch, toll!

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Rezension zu "Meine Mutter, ihre Liebhaber und mein einsames Herz" von Cristina Karrer

Ein beeindruckendes, auch literarisch anspruchsvolles Buch
WinfriedStanzickvor 2 Jahren


 

Cristina Karrer ist in der Schweiz eine seit langem bekannte und gefragte erfolgreiche Journalistin. In ihrer hier vorliegenden bewegenden Autobiographie erzählt sie von der schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter und deren Erkrankung an Demenz.

„Geht es um meine Kindheit, sehe ich nicht viel“, hält Cristina Karrer in ihrem lesenswerten Buch fest. Während die aus einem katholischen Milieu stammende Mutter zum It-Girl der Sechziger avanciert, wächst die Tochter u.a. bei Verwandten und im Kinderheim auf. Später wird aus dem enfant terrible eine Starjournalistin – und Mutterhasserin. Bis die Mutter an Demenz erkrankt.

 

Als Cristina Karrer nach langer Zeit der Nichtbeachtung und Verachtung der eigenen Mutter von deren Alzheimer Krankheit erfährt, holt sie die Mutter zu sich nach Südafrika. Und sie beginnt, sich neu mit der Geschichte ihrer Kindheit und ihrer Familie zu beschäftigen und erlebt dabei mit einigem Erstaunen, sich erstmals als Tochter ihrer Mutter fühlen zu können.
„Wahrscheinlich ist meine Mutter schon immer für mich da gewesen. Doch gespürt habe ich das in all den Jahrzehnten nur in flüchtigen Momenten. Ein halbes Jahrhundert musste vergehen, bis sie es von Herzen sagen und ich es von Herzen glauben konnte.“#

 

In dem Maß, in dem die Mutter krankheitsbedingt ihre Geschichte vergisst, gewinnt Cristina ihre eigene Vergangenheit, ihre Mutter, für sich zurück. Ein Stoff, aus dem sich ein intensives Gespräch über Bindung und Krankheit, Entfremdung und Sehnsucht entwickeln lässt.

 

Ein beeindruckendes, auch literarisch anspruchsvolles Buch.

 

 

 

 

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Rezension zu "Meine Mutter, ihre Liebhaber und mein einsames Herz" von Cristina Karrer

Eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung
solveigvor 2 Jahren

Ihre ganze Kindheit und Jugend hindurch ist Christina auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit. Sie wächst in unterschiedlichen Familien auf: bei der Großmutter, bei Vater und Stiefmutter, im Heim, endlich auch bei ihrer geschiedenen Mutter. Diese ist nicht in der Lage, ihrem Kind Nähe und Wärme zu vermitteln; sie geht ganz in ihrem eigenen Leben auf.  Trotz der Kühle ihrer Mutter versucht Christina eine gute Beziehung zu ihr herzustellen  -  was ihr ironischerweise am besten gelingt, als die Mutter nach ihrer Alzheimer-Diagnose selbst wieder zum Kind wird.

Die Journalistin und Reporterin Karrer berichtet in zwei Zeitebenen aus ihrem Leben. Aktuell stehen die Pflege und Sorge um ihre Mutter im Vordergrund. Doch immer wieder erzählt sie Erlebnisse aus der Vergangenheit und erinnert sich mit Wehmut, ohne nachtragend zu sein.

Dieses Buch ist die sensible Geschichte einer Tochter, die als Kind den Beistand ihrer Mutter schmerzlich vermisst, als Erwachsene jedoch Verständnis für sie entwickelt und einen Zugang zu der mittlerweile dementen Frau findet. Mein Fazit: Christina Karrer hat eine sehr ehrliche Erzählung verfasst, ohne Bitterkeit und stets optimistisch.

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Booklights - Besondere Verlage im Rampenlicht

Wir laden dich herzlich ein mit Booklights neue Verlage, großartige Bücher und spannende Autoren zu entdecken. In unserer fünften Booklights-Woche stellen wir euch den schweizer Orell Füssli Verlag vor, der mit einem tollen Sach- und Kinderbuch-Programm begeistert. In dieser Woche soll sich aber alles zunächst um die Sachbücher drehen.

Entdecke gleich unsere Orell Füssli Booklights!
Hier kannst du nicht nur den Orell Füssli  Verlag und seine lesenswerten Sachbücher kennen lernen, sondern es gibt auch 5 großartige Booklights-Pakete zu gewinnen. Enthalten sind jeweils die drei hier vorgestellten Bücher.

Mix it „Meine Mutter, ihre Liebhaber und mein einsames Herz" von Cristina Karrer (signiert)
Ihre Mutter war katholisch, aus gutem Hause und außergewöhnlich attraktiv. Ihren Mann lernte sie über eine Zeitungsannonce kennen. Ein gut aussehender Typ, der Bergrennen fuhr und einer vermögenden Familie entstammte. Aus dieser Verbindung, die nicht lange andauern sollte, entstehen zwei Kinder. Eines von ihnen ist die Autorin dieses ungewöhnlichen Buches: Cristina Karrer, enfant terrible, gelegentliche Mutterhasserin und später renommierte Journalistin. Als sie von der Alzheimer-Diagnose ihrer Mutter erfährt, beschließt sie, sie zu sich zu holen. Nach Südafrika. Und sie beginnt, sich neu mit der Geschichte ihrer Kindheit und ihrer Familie zu beschäftigen und erlebt dabei mit einigem Erstaunen, sich erstmals als Tochter ihrer Mutter fühlen zu können.
„Wahrscheinlich ist meine Mutter schon immer für mich da gewesen. Doch gespürt habe ich das in all den Jahrzehnten nur in flüchtigen Momenten. Ein halbes Jahrhundert musste vergehen, bis sie es von Herzen sagen und ich es von Herzen glauben konnte.“

Mix it „Erbsünde“ von Gianluigi Nuzzi
Gianluigi Nuzzis Enthüllungen zeigen, dass im Vatikan seit Jahrzehnten ein erbitterter Machtkampf tobt. Auf der einen Seite stehen die Würdenträger, die die Kirche reformieren wollen, die für Transparenz kämpfen und zu einer Kirche für die Armen zurückkehren möchten. Ihnen steht auf der anderen Seite ein einflussreicher Machtblock gegenüber, der mit oftmals kriminellen Machenschaften versucht, den Status Quo beizubehalten. Darunter leidet in erster Linie die Glaubwürdigkeit der Kirche. Doch die Auswirkungen sind weit gravierender: Seit Papst Johannes Paul I, der wohl als Erster die Tragweite dieses Machtkampfs erkannte, gelang es keinem reformwilligen Papst, dieses verkrustete System zu durchbrechen. Papst Benedikt XVI nicht, der keinen anderen Ausweg sah, als einen revolutionären Akt zu vollziehen und zurückzutreten. Und auch Papst Franziskus scheint an diesem Machtkrieg zu zerbrechen.

Mix it „Leben mit Goldrand“ von Meta Zweifel
Wer im Kleinen das Große zu entdecken vermag − im Gewöhnlichen wie Essen und Trinken, beim Riechen und Fühlen, beim Erinnern und Denken −, und sei dies auf dem Weg über ein altes Kochrezept oder beim Eintopfen einer Pflanze, die auf dem Balkon Knospen ansetzen darf, der findet Halt. Und wer Halt gefunden hat, kommt zur Ruhe, kommt zu sich.
Eine schön erzählte, kluge Auswahl aus dem Gesundheits-, Garten-, Haushalts- und Lebenswissens vergangener Generationen, die oft ähnlichen Herausforderungen gegenüber standen wie wir heute und sie mit einfachen Mitteln zu bewältigen verstanden.
Meta Zweifel versteht es, altes Wissen lebendig zu machen, das Körper und Seele wärmt und stärkt.


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