Die Wintermädchen

von Cristina Sanchez-Andrade 
4,0 Sterne bei3 Bewertungen
Die Wintermädchen
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Eine zauberhafte Geschichte über eine Gemeinschaft völlig verschrobener Bergdorfbewohner in Galicien zu Beginn der 50er Jahre.

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Inhaltsangabe zu "Die Wintermädchen"

Galicien, Anfang der fünfziger Jahre: Nach langen Jahren im Exil, in das sie als Kinder vor dem Spanischen Bürgerkrieg fliehen mussten, kehren die beiden Schwestern Saladina und Dolores in das Haus ihres Großvaters in ihr Heimatdorf Tierra de Chá zurück. So unterschiedlich die Schwestern auch sind, so unauflöslich scheinen sie miteinander verbunden – teilen sie doch nicht nur eine romantische Schwäche für Kinofilme und Hollywood-Stars, sondern auch eine düstere Tat. In Tierra de Chá scheint nichts verändert und doch ist alles anders: die Leute, das alte Haus unter dem Feigenbaum, das Geräusch des Regens, der herbe Geruch des Stechginsters … Die Grenzen zwischen Lüge und Wahrheit, Erinnerung und Wirklichkeit sind fließend. Und aus irgendeinem Grund stört die überraschende Rückkehr der »Wintermädchen « die friedliche Existenz der Dorfbewohner. Warum will niemand über Don Reinaldo, den Großvater der beiden, reden? Und was geschah während des Spanischen Bürgerkrieges, was man nun vor ihnen verbergen möchte? Cristina Sánchez-Andrade führt uns in die herbe Zauberwelt der kantabrischen Berge und schenkt uns eine wunderbare Geschichte um Liebe, Geheimnisse und Magie – vor allem aber zwei unvergessliche Heldinnen, die auf ihre schräge Art das Herz des Lesers erobern.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783455002034
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Atlantik Verlag
Erscheinungsdatum:05.10.2017

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    abas avatar
    abavor 2 Jahren
    Rezension zu "Die Wintermädchen" von Cristina Sanchez-Andrade

    Ein originelles Märchen

    Geheimnisse verbinden Menschen, denn wenn zwei etwas teilen, wovon kein anderer weiß, entstehen besondere Bänder, und es gilt nur, dieses Wissen nicht nach außen sickern zu lassen.
    Das Geheimnis, das die Wintermädchen teilen, ist etwas Furchtbares, aber sie haben gelernt, damit zu leben. Die zwei Schwestern haben es geschafft, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und neu anzufangen, auch wenn das bedeutet, in ihre Heimat zurückzukehren, in ein kleines Dorf in Galicien, der Region im Spanien der 50er Jahre, die vom Rest der Welt vergessen wurde.

    "Die Wintermädchen" ist mein erster Roman der spanischen Schriftstellerin Cristina Sánchez-Andrade.
    Ich war von dieser Geschichte fasziniert. Die Autorin hat eine wunderbare Art zu erzählen, die uns das Leben und Traditionen im Spanien in den Zeiten unter Francos Diktatur vermittelt. Besonders in Galicien, weit weg von der Zivilisation, war es deutlich zu spüren, wie rückschrittlich Francos Regierung war. Die Zeit blieb stehen, die Menschen schienen vergessen worden zu sein, Galicien einfach inexistent. Nicht aber für die Wintermädchen. Die Isolierung ihres Geburtsortes ist der ideale Zustand für ihre Pläne. Dass sie sehr spezielle Gestalten sind, die die Aufmerksamkeit aller Dorfbewohner wecken, scheinen sie nicht zu merken. Ihre lange Abwesenheit und die Erfahrung, die sie in fernen Ländern gemacht haben, machen aus ihnen absolute Exotinnen.

    Dieses Buch erzählt ein originelles Märchen - humorvoll und gleichzeitig traurig, auf jeden Fall berührend -, das dem Leser eine Überraschung am Ende bietet.
    Und Bücher, die mich überraschen, lese ich immer sehr gern!

    Kommentare: 1
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    Literaturchaoss avatar
    Literaturchaosvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine zauberhafte Geschichte über eine Gemeinschaft völlig verschrobener Bergdorfbewohner in Galicien zu Beginn der 50er Jahre.
    Definitiv ein kleines Bücherjuwel!

    Mit "Die Wintermädchen" habe ich ein kleines Bücherjuwel entdeckt! Die Sprache, die Geschichte, die Protagonisten .... - hier ist einfach alles so zauberhaft beschrieben, dass man nicht anders kann, als vollständig in die Geschichte einzutauchen. Und obwohl mir das Cover nicht besonders zusagt und auch der Klappentext nicht wirklich sehr aussagekräftig ist, wusste ich bereits nach wenigen Seiten, dass dieser Roman einer von den ganz besonderen ist, von denen, die noch lange im Kopf und noch länger im Regal bleiben, in die man immer wieder gerne hinein sieht, um hier und da eine Passage erneut zu lesen.

    Cristina Sánchez-Andrade entführt uns mit ihrem Buch zurück an den Anfang der 50er Jahre in ein kleines Bergdorf in Galicien. Die beiden Schwestern Dolores und Saladina kehren mit wenig Hab und Gut, ein paar Hühnern und einer Kuh zurück zum Haus ihres Großvaters, in dem sie aufwuchsen, bevor sie vor dem spanischen Bürgerkrieg ins Exil fliehen mussten. Das Haus ihrer Kindheit ist ziemlich heruntergekommen, trotzdem richten sie sich häuslich ein. Argwöhnisch beäugt von den Dorfbewohnern, denn kaum einer hier freut sich über das Auftauchen der Wintermädchen. So werden Dolores und Saladina genannt, weil sie als kleine Mädchen eines kalten Winters zu ihrem Großvater kamen, der fortan für ihr Wohlergehen zuständig war.

    Der Großvater starb während des Bürgerkriegs unter grausamen Umständen, ist aber bei den Dorfbewohnern niemals in Vergessenheit geraten. Denn er war ein ausgekochtes Schlitzohr und hatte sie alle in der Hand. Wie? Nun....das ist eine kuriose Geschichte..... Als nun lange nach seinem Tod die Wintermädchen quasi als seine Erbinnen wieder auftauchen, kommen längst vergessen geglaubte Geheimnisse an die Oberfläche. Alte Schulden und alte Sorgen, Hass, Ärger und Zwietracht machen sich im Bergdorf breit. Zunächst unbemerkt von den Schwestern, denn auch die haben ihre Leiche im Keller zu verbergen.

    Cristina Sánchez-Andrade zeichnet hier ein so liebevolles Bild einer Gemeinschaft total verschrobener Dorfbewohner, dass die eigentliche Geschichte für mich fast nebensächlich wurde. Ich hatte das kleine Örtchen, die Häuser und ihre Gärten geradezu bildlich vor Augen und habe mich sehr über die bisweilen äußerst bissigen und zynischen Beschreibungen der Protagonisten amüsiert. Obwohl jeder der Dorfbewohner kleinere oder größere Macken hat, mochte ich sie alle - ohne Ausnahme.

    Selbst die mitunter nervende Saladina, diejenige der Schwestern, die weniger hübsch und weniger klug ist und das auch bei jeder Gelegenheit bejammert, ist sehr charmant gezeichnet. Naiv sind sie alle miteinander, die Dorfbewohner. Aber so sympathisch naiv, dass man sich hier einfach wohlfühlt und zum Ende hin, als die Geschichte dramatisch wird, richtig mitleidet.

    Dieses Buch ist nicht immer realistisch, nicht immer nachvollziehbar, aber gerade das macht es so zauberhaft. Cristina Sánchez-Andrade ist definitiv ein Name, den ich mir merken werde, denn MEIN FAZIT lautet hier: 4,5/5 STERNE.

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    Tupenis avatar
    Tupenivor 2 Jahren

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