Cruschiform

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Autor von COLORAMA (dt.).

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COLORAMA (dt.)

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Erschienen am 02.10.2017

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Rezension zu "COLORAMA (dt.)" von Cruschiform

Ein besonderes Kinderbuch – nicht nur für Kinder! Ein Farbenlexikon? So ähnlich.
Gwhynwhyfarvor 9 Tagen

Die Welt ist bunt und man könnte sie schlicht in die Spektralfarben aufteilen: Gelb, Orange, Rot, Lila, Blau, Grün. Doch was bedeutet es, wenn ein Kleid rot ist? Tomatenrot, Kirschrot, Blutrot, Karmesinrot oder Krebsrot? Jede Farbe hat ihre unterschiedlichen Farbschattierungen. Was ist eigentlich Weiß? 

»Alabaster ist ein Gips, den Menschen seit der Antike bearbeiten, um Skulpturen und Objekte herzustellen. Das Mineral ist milchig weiß, manchmal durchzogen von honiggelben Venen, weicher als Marmor und nicht weniger wertvoll. …«

Mit Weiß beginnt dieses Buch. Schneeweiß, Milch, Albinos, Alabaster, Polarweiß, Baumwolle, Birkenrinde, Birkenspanner, Puder – und hier rutschen wir in die rosafarbenen Farbtöne hinüber. Auf der rechten Seite des Buchs ist jeweils großflächig die Farbe abgebildet, links finden wir eine Zeichnung zu der Farbe und eine Erklärung zum Ursprung, eine Farbtonbeschreibung.

»… heißt im englischen ›Bluebonnet‹, was wörtlich übersetzt blaue Haube bedeutet. Die Blume mit den großen blauen Blütenständen ist vor allem in Texas, USA, heimisch. Dort ernannte man sie zum Staatssymbol – nicht zuletzt, weil ihre Form an die Hauben der amerikanischen Pionierinnen erinnerten …«

133 Farbtöne aus der Natur und der menschlichen Zivilisation bilden das Spektrum dieses Buches. Zornesgrün, Grège (Seide im Rohzustand), Sandrose (ein filigranes Kristallgebilde aus Sandkörnern), Pollen, Wiesenlupine, Skarabäus, Lakritz, um nur einige zu nennen. Am Ende finden wir noch zwei kurze Register, eins nach Farben aufgeteilt, ein anderes nach Themen (Säugetiere, Vögel, Blumen, Textilien, Früchte, traditionelle Kleider usw.) 

Puder, eine zarte Farbe, basierend auf dem Puder, dass sich wohlsituierte Damen und Herren aufs Gesicht puderten, um vornehm hellhäutig zu wirken. – Wer nicht auf dem Feld oder in der Gasse arbeiten muss, wird nicht braun, hat Bedienstete, die für ihn arbeiten. Blass gleich reich – so die damalige Meinung. Für das Puder diente das Kremser Weiß. »Der mineralische Puder wurde aus Blei hergestellt – er war schick, aber auch extrem giftig.« Oder nehmen wir das Bleu Charrette, eine typisch französische Farbe, die in Frankreich zum Färben von Stoffen verwendet wurde, bzw. mit den Pigmenten in der Farbe wurden Holzkarren gestrichen, Karre übersetzt man mit charette. Die Farbe wurde aus einer Weidenart gewonnen. Es gibt eine Menge Farben und Erklärungen dazu. Man lernt sicher das eine oder andere dazu. Hier geht es ums Beobachten, um die Achtsamkeit im Umgang mit Farben. Farben mischen, den richtigen Ton finden – nicht nur mit Worten. 

133 Farben, das scheinen eine Menge, doch fallen mir gleich 100 neue ein, die noch fehlen. Aber das ist es ja, was die Farbgestaltung, die Farbbeschreibung so wundervoll macht, es sind die Zwischentöne. Wer hier ein differenziertes Sachbuch erwartet, liegt falsch. Wer Farben liebt, wird hier gerne blättern, das Buch immer wieder zur Hand nehmen. Die künstlerische Gestaltung durch Grafiken der Farbbeispiele auf der linken Seite ist ästhetisch, spielt auf den Ursprung des Worts hin, das mit der ein oder anderen Posse bereichert wird. Zwei, drei Sätze zu jeder Farbe, ein Buch zum Entspannen und blättern, zum Blättern im Kopf, was einem zu Farben noch so einfällt. Dieses Buch ist ein Kinderbuch, vom Verlag ab 8 Jahre vorgegeben. Ist es das? Ja natürlich, aber es ist mehr! Jeder Erwachsene wird sich dieses Buch greifen, wenn es auf dem Tisch liegt. Allage – auf jeden Fall! Die feinen Illustrationen und Texte sind nicht nur für Kinder geeignet, sich mit Farben zu beschäftigen, den Horizont zu öffnen – auch das ist für jeden interessant. Und ich wette, die Geschichten, die hinter den Farben stecken, sind nicht jedem bekannt. Das Buch bekommt seinen Platz im Regal Familienbuch.

Die letzte Farbe: »Mondlicht – Der weiße Mond erhellt die schwarze Dunkelheit der Nacht, dabei strahlt er selbst gar kein Licht aus. …«  Damit sage ich Gute Nacht!

Cruschiform, das Pseudonym der französischen Designern Marie-Laure Cruschi.

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Rezension zu "COLORAMA (dt.)" von Cruschiform

Eine bezaubernde, faszinierende, und informative Reise in die Welt der Farben
Kinderbuchkistevor einem Jahr

Ein fantasievolles Buch über Farben

Wenn jemand meint er kennt die Farben den entgegne ich ab sofort mit der Frage :
" Kennst du Pennsy-Eisenbahn-Rot, Tuareg, Sel Gris oder Kikiriki?"
"Nein?"
"Dann kennst du nicht die Welt der Farben wie ich sie kenne!"

Für alle die so farbverliebt sind wie ich, die mit Farben fühlen, die sich mit Farben gern umgeben weil sie einem ein besonders Gefühl von Lebendigkeit, Wärme oder auch Ruhe vermitteln, für all diejenigen ist dieses Buch Inspiration, Gefühl, Oase der Ruhe und Entspannung, ein Quell des Trostes aber auch eine kunterbunte Informationsvielfalt.
Auf 280 Seiten erleben wir Farben einmal ganz anders.
Auf der linken Hälfte einer Doppelseite werden wir von eine kunstvoll gestaltetem Bild eingefangen auf der Rechten dann sehen wir nur die Farbe. Eine Seite nur diese eine Farbe, die wir so besonders intensiv wahrnehmen können.
Unsere Farbenreise beginnt mit Weiß.
Welche "Weiß" Töne kennen wir?
Das "Schneeweiß" einer Winterlandschaft, die Ruhe ausstrahlt.
Das Weiß der Milch auf der folgenden Seite ist noch einmal anders.
Welche Bedeutung Milch hat und was ihre Farbe uns sagt das erfahren wir in diesem Buch.
Das Weiß der Friedenstaube ist noch eine Nuance anders als das Weiß der Milch oder des Schnees.
Was es mit der Bedeutung der Friedenstaube auf sich hat?
Nach der Lektüre dieses Buches wissen sie es.
Viele Weißtöne gibt es, die mal ins beige abwandern oder ins Rose  so wie die Birkenrinde oder der Birkenspanner. Unsere Reise geht weiter.
Es wird immer rosiger, geht irgendwann Richtung Pink und wandert spätestens nach dem Sonnenuntergang in ein Rot über. Granatapfel-Rot ist anders wie Kussmund -Rot. Nach dem Feuerrot wird es wieder dunkler über das Ochsenblut-Rot, das wir von den skandinavischen Holzhäusern her kennen über Kikiriki- das Rot des Hahnenkamms wechselt es langsam zu den Brauntönen beginnend beim Altweibersommer, dem Rot des Tennissands über Safran, mit kleinem Abstecher ins Orange der Orangen und Karotten bis es nach Rotschopf und Kamelhaar wieder brauner wird Mal tief dunkel mal heller, geht über ins Oliv, kommt wieder zum Beige von Schafen, Eierschalen, Sandrose , geht hin zum Kurkuma wandert dann in den Gelbtönen von Eigelb, Signalgelb, Sonnenblumengelb und Schwefelblüte hin und her,  kommt ins Hellgrün der Glühwürmchen, wird dunkler in der Kiwi wird noch dunkler in Zornesgrün auch hier wird es mal heller und mal dunkler von Meergrün   über Grünspan bis Gletschereis ins Blau von Tiffany, Türkis , Lapislazuli ins Lila der Wiesenlupine dann kommen wir ins Violett, der Amethyst hat wieder eine eigene Färbung Rote Bete und rote Früchte sind so tief Lila das sich als nächstes das Schwarz anschließt. Ob Skarabäus, Tinte, Petrol oder Jolly Jogger, die schwarze Flagge der Piraten , Kajal oder auch das Schwarz der Kohle oder des Panters gelangen wir zurück zum Braun der Braunbären, Mumien, des Kakaos. Es wird wieder dunkler mit dem Lakritz, geht ins Grau der Kartäuserkatze dann wandern wir zwischen Grautönen mal heller mal ins Rose stechend von Mountbatten Pink über Kieselgrau, Perlmutt über Sel Gris, das Meersalz der Bretagne bis unsere Reise im geheimnisvollem Grau des Weltall Mondlichts endet.

Auf unserer Farbenreise haben wir nun nicht nur jede Menge Farben wahrnehmen und kennenlernen dürfen sondern auch so ganz nebenbei viel über unsere Welt erfahren.
Wir haben Säugetiere kennengelernt in Farben wie z.B. Polarweiß Panther Schwarz, Blauwal . Blaugrau. Vögel in Friedenstaubenweiß, Kanariengelb über Kiwi bis hin zu Entenblau.
Insekten und Amphibien wie Birkenspanner und Glühwürmchen, Weichtiere & Schalentiere wie z.B.  Garnelen und Sepia aber auch Blumen von der Baumwolle über Klatschmohn bis zur Kornblume.
Bäume lieferten Farbgefühle wie die Kirschblüte oder die blaue Zeder aber auch andere Pflanzen und Wurzeln, Früchte & Gemüse. Aber auch Süßigkeiten, Kleidung, Textilien  oder die traditionellen Kleider z.B. der Tuareg. Wir lernten Farben an Beispielen von Uniformen kennen von Objekten & Nutzgegenständen von Fortbewegungsmitteln, Edelsteinen, Schmuck und Mineralien von Kunst. Es gab Mischungen, optische Phänomene aber auch eine Reise in die Welt der Sprache mit bekannten Ausdrücken.
Und so kennen wir nun nicht nur die Farben sondern wissen auch das es im 18.Jahrhundert z.B. um Parma herum nach Veilchen duftete, da die Veilchen zur Produktion des Parfums benötigt wurden nun das Veilchen seither Wahrzeichen der Stadt ist auch wenn die Parfum Produktion mittlerweile verlagert wurde.
Wir haben erfahren, das Aquamarin Meerwasser bedeutet und der Stein zur Familie der Berylle gehört, das die blaue Zeder in Nordafrika beheimatet ist und 40 Meter hoch wachsen kann und bis zu 900 Jahre alt wird. Wussten sie etwas mit dem Namen Caterpillar anzufangen?
Ich nicht. Catarpillar ist der größte Hersteller von Baumaschinen. Das Wort kommt aus dem Englischem und bedeutet "Raupe" duie Fahrzeige haben ein ganz besonders Gelb.
Grege nennt man die Seide der Seidenraupe wenn sie im Rohzustand ist.
*
Was für ein schönes, künstlerisch unglaublich ansprechendes aber auch informatives Buch, das  haptisch sehr angenehm in der Hand liegt. Ein sehr hochwertig gestaltetes und verarbeitetes Buch. Der Schutzumschlag ist nicht nur optisch schon eine Einführung ins Buch sondern hat eine besondere Struktur, über die man gerne streicht. Klingt komisch? Ist aber so.
Das Papier der Seiten ist dicker als üblich, man hat schon fast das Gefühl kleine dünne Farbkarten umzublättern.
*

Das ideale Buch für den Kunstunterricht
*
Jeder der gern einmal eine Farbreise unternehmen möchte den lade ich ein dieses Buch zu genießen. Auf eine spannende, farbintensive Reise voller neuer Eindrücke und bestimmt auch ein wunderbares Geschenk. 

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