Crystal Chan

 4.5 Sterne bei 61 Bewertungen

Alle Bücher von Crystal Chan

Bird

Bird

 (1)
Erschienen am 06.02.2014
Manga Classics

Manga Classics

 (0)
Erschienen am 10.03.2015

Neue Rezensionen zu Crystal Chan

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leselurchs avatar

Rezension zu "Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte" von Crystal Chan

Über das Leben, die Traurigkeit und die Kraft, weiterzumachen
leselurchvor 3 Jahren


*Worum geht's?*
Geburtstage sind für Jewel kein Grund zur Freude. Denn an dem Tag, an dem sie vor nun 13 Jahren auf die Welt gekommen ist, ist ihr Bruder Bird gestorben. Und ihr Großvater hat ihn getötet: Bird, der eigentlich John hieß, ist von der Klippe gesprungen, weil er durch seinen Opa dachte, er könne fliegen. Seitdem hat Jewels Großvater kein Wort mehr gesprochen. Stumm fristet er sein Dasein in seinem Zimmer, in dem er sich völlig verschanzt. Als Jewel eines Tages einen Jungen namens John kennenlernt, der all ihre wirren Gedanken und Gefühle verstehen kann, ändert sich plötzlich alles. Jewels Großvater beginnt, sich seltsam zu verhalten, als wäre John ein böser Geist. Jewel erkennt ihn kaum wieder, aber hat sie ihren Großvater je wirklich gekannt? Noch ahnt Jewel nicht, welche Geheimnisse ihre Begegnung mit John aufdecken wird…

*Meine Meinung:*
Es gibt Bücher, die man liest und dann wieder vergisst. Dann gibt es Bücher, die man verschlingt und die man gerne wieder aus dem Regal zurückholt. Und dann gibt es Bücher wie „Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“, die man nicht liest, sondern erlebt, und die etwas in einem hinterlassen, das einen noch lange durchs Leben begleitet. „Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“ ist eine unglaubliche Geschichte über das Leben und seinen Wert, über die Bedeutung von Freundschaft und Familie, die Suche nach sich selbst und den unerträglichen Schmerz des Verlusts. 

„Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“ steckt voller Magie – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. Übersinnliches, wie etwa Geister, spielen durchaus eine entscheidende Rolle für Jewel und ihre Familie. Für wie glaubhaft man die Geister und die mysteriösen Ereignisse hält, muss jeder Leser für sich selbst entscheiden. Die Autorin hält sich dabei bewusst zurück! Die Magie, die Crytal Chan durch ihre eindringlichen und poetischen Worte über die Buchdeckel hinaus aufleben lässt, ist allerdings alles andere als bloß Betrachtungssache. 

Jewel ist eine ganz besondere Protagonistin. Stark, mutig und fest entschlossen, später einmal Geologin zu werden, schleicht sich Jewel mit ihren tiefgründigen Gedanken direkt in das Herz eines jeden Lesers. Für ihr junges Alter wirren sich viel zu viele bunte Gedankenfäden in ihrem Kopf, die nicht nur sie selbst beschäftigen, sondern auch über die Seiten hinaus zum Nachdenken bewegen. Jewel ist eine Protagonistin, von der man noch viel lernen kann. Ein sanftes Mädchen mit großem Herzen, das sich die Welt auf ihre Weise erträglich macht.

Neben Jewel gibt es in „Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“ noch zahlreiche weitere Charaktere, die Crytal Chan nicht zu kurz kommen lässt. Eine ganz große Rolle spielt dabei vor allem John, Jewels neuer bester Freund. Er ist der schlauen Protagonistin mit seinen klugen Gedanken gar nicht mal so unähnlich und wickelt einem mit seiner frechen und eigensinnigen Art schnell um den Finger. Dass John – ausgerechnet ein Junge namens John! – genau dann auftaucht, wenn Jewel einen Freund braucht, lässt jeden seiner Schritte mysteriös erscheinen.

Jewels eigenbrötlerische Familie dagegen betrachtet man zunächst sehr skeptisch. „Typisch Erwachsene“ fehlt ihnen der Zugang zu Jewels ganz eigener Sicht auf die Welt. Im Verlauf der Geschichte lernt man sie jedoch immer wieder neu kennen. Warum ist Jewels Vater so besessen von Duppy-Geistern, ihre Mutter so verschlossen? Und warum kann sich ihr Großvater nach all den Jahren noch immer nicht dazu überwinden, wieder zu sprechen? Jede Person in Chans Buch hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Beweggründe, die aus ihr viel mehr macht als eine fiktive Romanfigur.

Die Freundschaft zwischen Jewel und John ist ebenso einzigartig und besonders wie die beiden jungen Charaktere selbst. So speziell und sonderbar sie sich kennenlernen, so entwickelt sich auch ihre Freundschaft. Auf authentische und berührende Art wachsen die beiden immer enger zusammen und entdecken die Welt auf ihre Weise. Selbst Erwachsene lernen durch Jewel und John, dass man sein Leben und die Dinge, auf die man stößt, ganz anders wahrnehmen kann, dass man wieder mehr in ihnen sehen kann. Im Verlauf der Geschichte wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt, die sowohl Jewel und John viel abverlangt als auch das Herz des Lesers anspricht.

*Fazit:*
In „Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“ von Crystal Chan steckt so viel mehr, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Es ist eine Geschichte über Verluste, über den Schmerz und die Schwere, über das, was das plötzlich eingerissene Loch im Herzen mit Menschen machen kann. Es ist eine Geschichte über die Traurigkeit, aber auch über das Leben und die Kraft, weiterzumachen. Unbedingt lesen! Für „Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“ vergebe ich 5 Lurche. 

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MelEs avatar

Rezension zu "Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte" von Crystal Chan

Absolut gewaltig - Lieblingsbuchfaktor
MelEvor 3 Jahren


"Bird und ich ......." ist eine so emotionale Story, dass mein Herz zu brechen schien. Ich hätte Jewels Eltern manches Mal gerne geschüttelt, da sie sich komplett in ihrer Trauer vergraben, ohne mitzubekommen, wie sehr sich ihr Kind nach Nähe und Geborgenheit sehnt. Es ist definitiv grausam am Tage der Geburt der Tochter, den Sohn zu verlieren. John / Bird ist die Klippe hinabgestürzt und um seinen Tod wird ein riesiges Geheimnis gemacht. Er wird regelrecht verschwiegen. In Erinnerungen verstrickt, verwahrlost Jewel emotional und ich hätte manches Mal weinen können, als ich las, wie sie ihrer Ängste und Nöte Herr werden will. Sie redet mit Steinen. Halllooooooooo? 

Als Jewel John begegnet, erwacht so etwas wie Lebensfreude und Energie in Jewel und ich begann mich für sie zu freuen, zumindest bis zu dem Tag des Verrats. Jewel, die sowieso schon sehr viele Kämpfe auszustehen hat, wächst dadurch, aber kann sie wirklich wieder vertrauen?
Interessant an diesem Roman ist die ganze Magie, die sich zwischen und in den Zeilen verbirgt. hier vermischen sich Kulturen, Zauber und diverser anderer Aberglaube und es hätte witzig sein können, wenn das Gesamtergebnis nicht so traurig wäre.
Ich hatte mir vor dem Lesen den Klappentext nicht so genau angeschaut, daher war ich wirklich erstaunt, wie traurig das Buch anfängt und wie lange es sich zieht, bis endlich etwas mehr Freude in Jewels Leben einkehrt. Sie hat es verdient glücklich zu sein und nicht nur nicht beachtet zu werden. Ein kluges und liebenswertes Mädchen, was alles daran setzt um ihren Eltern zu gefallen. Es traf mich wirklich mitten ins Herz, denn die Kälte, die die Eltern mitunter ausstrahlten, konnte ich nicht einfach abschütteln, Es machte mich regelrecht wütend. Vielleicht zeigt mir der Roman aber auch durch einen leicht gehobenen Zeigefinger, dass auch ich manchmal meinen Kinder zu wenig Aufmerksamkeit widme?
 
Warum ich eine Leseempfehlung vergeben möchte?
"Bird und ich ......." hat mir von Anfang an sehr gefallen, da ich Jewel ab der ersten Seite mochte. Ihr Schicksal hat mich sehr bewegt und und ich habe so sehr gehofft, dass sich etwas innerhalb dieser Familie ändert. Ich habe einem Happy End förmlich entgegen gefiebert. Dieses Buch beinhaltet Drama, die Macht der Freundschaft und einem ganz eigenen Zauber, welches förmlich überrollt und fasziniert. Eine moderne Oliver Twist Geschichte, obwohl es hier nicht um ein Waisenkind geht, sondern um eine verwaiste Schwester. Absolut beeindruckend, wie die Autorin es geschafft hat, mir immer wieder die Tränen in die Augen zu locken. Definitiv ein Roman mit Lieblingsbuchcharakter.  

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hi-speedsouls avatar

Rezension zu "Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte" von Crystal Chan

Ein besonderes Buch
hi-speedsoulvor 4 Jahren

Das zwölfjährige Mädchen Jewel lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrem Großvater in einem kleinen Dorf in Iowa. Ihr Bruder John, der von ihrem Großvater Bird genannt wurde, starb an dem Tag, als Jewel geboren wurde. Der Fünfjährige stürzte von einer Klippe, bei dem Versuch zu fliegen. Die Familie gibt dem Großvater die schuld, da er ihm den Spitznamen Bird verpasst hatte.
Seit Jewels Bruder gestorben ist, und somit seit Jewels Geburt herrschen Verbitterung, Trauer, Aberglauben und aufgestaute Wut in der Familie. Der Großvater lebt zurückgezogen in seinem Zimmer und hat seit dem Unfall nicht mehr gesprochen. Der Vater kümmert sich am liebsten um den Garten, und versucht alles mögliche "Duppys"  vom Haus entfernt zu halten. Duppys waren es auch laut ihm, die Bird eingeredet haben, von der Klippe zu springen.
Die Mutter ist sehr verschlossen. Beide Elternteile beschäftigen sich sehr wenig mit Jewel. Sie beantworten keine Fragen und können keine Liebe, Zuneigung zeigen. Jewels Sorgen und Ängste nehmen sie nicht ernst.

Jewel ist am liebsten an der Klippe. Dort hat sie einen Steinkreis, der ihr Kraft gibt und sie beruhigt. Alle Sorgen und Fragen vergräbt sie in Form von Kieselsteinen in der Erde. Und eines Tages steht "John" vor ihr und alles ändert sich...

Meinung: Das Buch hat mich sehr ergriffen. Jewel tut alles, um ihre Eltern glücklich zu machen und gesehen zu werden. Schließlich kann sie nichts dafür, dass Bird tot ist. Sie kämpft um Anerkennung und lässt sich meistens nicht unterkriegen. Mit Hilfe von John/Eugene und auch mit Hilfe ihres Großvaters erhält sie Antworten auf ihre Fragen und erkämpft sich ihre Familie zurück - ich würde zu gerne wissen, wie es mit der Familie weitergeht.

Die Geschichte lässt sich trotz des bedrückenden Themas gut und zügig lesen, man kann sich sehr gut in Jewel und auch die anderen Hauptcharaktere hineinversetzen.
Das Cover finde ich wunderschön!

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Gespräche aus der Community

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Magellan_Verlags avatar

Dass es Dinge gibt, über die man in einer Familie nicht redet, ist ganz natürlich, findet Jewel. Oder vielleicht kommt einem das auch nur so vor, wenn man am selben Tag geboren wurde, an dem der ältere Bruder gestorben ist. Wenn man dann auch noch in einer Multikulti-Familie auf dem Land lebt, kann das Leben manchmal eine ganz schöne Herausforderung sein.

An einem Tag im Sommer taucht plötzlich John auf und zum ersten Mal in ihrem Leben hat Jewel einen Freund. Als dann aber Jewels Vertrauen missbraucht wird, lernt sie, dass man über manche Dinge nicht schweigen darf.

Eine Leseprobe des Debütromans von Crystal Chan findet ihr hier.

Im Rahmen unserer Aktionswoche hier bei Lovelybooks veranstalten wir eine Leserunde. Wer möchte dabei sein?

Unter allen, die bis zum 29. Juli folgende Frage beantworten, verlosen wir 13 Exemplare des Buches:

Wenn Jewel nachdenken muss, wenn es ihr besonders gut oder besonders schlecht geht, wenn sie ihre Ruhe haben will, geht sie an einen ganz bestimmten Ort. Wohin zieht ihr Euch zurück, wenn Euch die Welt zuviel wird?

Ein (englischsprachiges) kurzes Interview mit der Autorin zum Buch:###YOUTUBE-ID=x9iDesXepqM###:
Sabrinaslesetraeumes avatar
Letzter Beitrag von  Sabrinaslesetraeumevor 4 Jahren
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