Curt Meyer-Clason

 3,9 Sterne bei 142 Bewertungen

Lebenslauf

Curt Meyer-Clason, geboren 1910 in Ludwigsburg und verstorben 2012 in München, war Übersetzer für Texte aus dem Spanischen, Portugiesischen und dem Portugiesisch-Brasilianischen, sowie Herausgeber und Essayist.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Curt Meyer-Clason

Neue Rezensionen zu Curt Meyer-Clason

Borges in Bestform: labyrinthisch, spielerisch, philosophisch. Jeder Text ein Gedankenspiel, das weit über die Seiten hinaus wirkt.

Mein Exemplar ist die Hanser-Broschur »Labyrinthe – « (ohne ISBN) und beinhaltet alle Erzählungen, inhaltlich nahe an den »Ficciones«.


Borges war für mich kein „klassischer“ Erzähler, sondern ein absoluter Bücherwurm – eine lebende Bibliothek. Er beherrscht so viele Schreibtechniken und treibt sie zur maximalen Verdichtung: kein Wort zu viel, jeder kurze Text enthält theoretisch einen ganzen Roman. 

Das ist etwas völlig anderes als unterhaltendes Erzählen; es ist intellektuell, präzise, stilistisch und inhaltlich saustark. Genau deshalb funktioniert die Kürze: Die Idee trägt weit über die Seiten hinaus.


Für mich absolut: 5 von 5 Sternen.


Cover des Buches Bericht eines Schiffbrüchigen (ISBN: 9783596510016)
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Rezension zu "Bericht eines Schiffbrüchigen" von Gabriel García Márquez

NikoVoss
5 Sterne: seriell entstanden, deshalb so fokussiert. Authentisch bis ins letzte Detail.

Für mich wirkt »Bericht eines Schiffbrüchigen« wie ein andersartiges Debüt – im besten Sinn auch der Durchbruch von Márquez: seriell entstanden, jeder Abschnitt ein präziser, starker Brocken. Gerade weil er sich jeweils nur auf den kleinen Teil konzentriert, bleiben Sprache, Beobachtung und Spannung extrem fokussiert und authentisch.

Zudem möchte ich erwähnen, dass ich das Buch sowohl auf Deutsch als auch im spanischen Original gelesen habe. Gerade im Original kommt die Nüchternheit und Präzision der Sprache noch deutlicher zum Tragen, was meine positive Einschätzung zusätzlich verstärkt hat.

Den Vorwurf, das Buch sei „trocken“, kann ich nachvollziehen, wenn man es ohne Kontext in einem Rutsch liest. Aber die ursprüngliche Form war eine Zeitungsserie über Wochen – für dieses Format ist die Nüchternheit ein Stil- und Wahrheitseffekt: keine Effekte, kein Zierrat, nur der harte Kern der Erfahrung. Genau das macht es für mich so glaubwürdig.


Unterm Strich: ein authentisches, klar komponiertes Werk, das zeigt, wie serielles Schreiben Qualität schärfen kann.


Für mich saustarke 5 von 5 Sternen.

Cover des Buches Chronik eines angekündigten Todes (ISBN: 9783596907069)
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Rezension zu "Chronik eines angekündigten Todes" von Gabriel García Márquez

irmakvakifli
Schweigen als Schuld – die Chronik kollektiver Verantwortung

Gabriel García Márquez stellt in dieser schmalen, aber gewichtigen Erzählung eine einzige Frage ins Zentrum: Reicht es aus, etwas nicht selbst zu tun – oder wird man durch Wegsehen zum Mittäter?

In Chronik eines angekündigten Mordes erleben wir die Geschichte eines Mordes, der tatsächlich angekündigt wird – und dennoch geschieht. Die Bewohner eines kleinen Dorfes wissen davon, manche reden darüber, andere ignorieren es. Am Ende stirbt Santiago Nasar, und niemand hat etwas unternommen, obwohl alle die Möglichkeit dazu hatten.

Márquez' Stil ist zurückhaltend, fast protokollarisch. Und genau das macht den Text so eindringlich: Die Rekonstruktion der Tat wird zur Aufdeckung eines kollektiven moralischen Versagens. Jeder Charakter wird wie in einem Theaterstück eingeführt, kurz beleuchtet, befragt, und dann entlassen – als wäre es ein Gerichtsprozess, der niemals wirklich stattgefunden hat.

Die Ironie liegt im Titel selbst: eine Chronik. Als wäre alles längst festgeschrieben, unausweichlich. Und so liest sich der Roman auch – nicht wie ein Krimi, sondern wie eine Tragödie in Zeitlupe.

Ein literarisches Lehrstück über Schuld, Gleichgültigkeit und soziale Mechanismen. Prägnant, schmerzhaft, unvergesslich.

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