Curt Thesing

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Spannender Klassiker

Kennst du das auch:

Du denkst, du kennst eine Geschichte, weil sie einfach irgendwie schon immer da war, und dann stellst du fest, dass du sie nicht gelesen, sondern nur geschaut hast?

So ging es mir tatsächlich mit R. L. Stevensons Buch "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" und ich bin begeistert von dem, was 1886 möglich war. Eine Gothic-Horror-Novelle. 

Die Dramatik in dieser Geschichte, der Aufbau und allgemein, das gesamte Setting haben mich richtig in den Bann gezogen. Es ist beeindruckend, mit wie viel Vielfältigkeit hier gearbeitet wurde. Die Andeutungen, der Umstehenden, die zwiespältige Aneignung des Menschen und die groteske Darstellung des menschlichen Geistes haben dieses Buch zu einem Meisterwerk gemacht, und ich kann durchaus nachvollziehen, warum und wieso. 

Robert Louis Stevenson hat eine Kreatur erschaffen, die vermutlich zu damaligen Zeiten für Empörung gesorgt hat. 

Stevenson spielt regelrecht mit dem Verstand der Lesenden und hüllt sie bewusst in ein Geheimnis ein, was so gewaltig droppt, dass es mir wirklich selbst die Sprache verschlug – obgleich ich irgendwann einmal den einen oder anderen Film gesehen habe. 

Doch all diese menschlichen Abgründe zu lesen, zu erforschen und in den Geist des Doktors einzutauchen, ist etwas vollkommen anderes. 

Es ist genial, dass es sich hier um eine zweisprachige Ausgabe handelt. 

Diese Geschichte hat wirklich meine Vorstellungen gesprengt, was man damals schon für möglich gehalten hatte und welche Wege der Autor selbst gegangen sein muss. 

Ebenfalls spannend und interessant ist der allgemeine Aufbau der Geschichte. Wir sind nur Gast in einer Erzählung über Hyde oder Jekyll. Wir sind mitten in den Gerüchten, um eben jene Personen. Erleben es als jemanden, der deren Anwalt ist, und haben doch den Eindruck, die beiden persönlich zu kennen.

Und auch hier: Das, was der Autor andeuten wollte und geschafft hat, umzusetzen, ist einzigartig. Er spielt mit dem, was man glaubt zu wissen. Geht Gerüchten nach, forscht, was war, und beobachtet den Doktor. Bekommt ein Bild von Hyde und doch ist all das nur die Macht dessen, was man von außen wahrnimmt. Nicht, was tatsächlich los ist. Die äußere Wahrnehmung ist das, was dieser Geschichte Leben eingehaucht hat. Die Umstehenden wissen nicht die ganze Wahrheit, nor die eigentlichen Beweggründe. Und ich bin der absoluten Überzeugung, dass hier die eigentlichen Abgründe und Tiefen des menschlichen Wesens dargestellt werden. Nicht unbedingt nur in Hyde oder Jekyll, sondern in dem, was wir glauben, zu wissen und zu kennen. Gerüchte haben Macht. Und das demonstriert er hervorragend.


Wenn das Gewissen alles andere überschattet

Es ist so anders, als ich es erwartet habe. Ich glaube, einen großen Teil der Schuld trägt HULK, der dafür gesorgt hat, dass ich in Mr. Hyde ein riesiges Monster erwartet habe. Nicht gleich leuchtendgrün und superwütend, aber doch mächtiger als in der Vision des Autors.

Denn der Autor macht aus Mr. Hyde kein Monster mit breiten Schultern und fetten Händen, sondern genau das Gegenteil: Hyde ist mickrig. Aber mit gewaltigem Zorn, den er nur schwer kontrollieren kann.

Dr. Jekyll und Mr. Hyde sind nicht gleich zwei verschiedenen Persönlichkeiten, die voneinander keine Ahnung haben. Nein, ganz im Gegenteil: Sie sehen die Handlung des anderen und beurteilen sie. Jekyll verwandelt sich zwar in Hyde, ist aber im Grunde weiterhin Jekyll, nur jähzorniger und so frei, wie es der Doktor schon immer sein wollte.

Es ist ein Buch, das mich positiv überrascht hat und davon redet, wie mächtig das Gewissen sein kann. Na ja, halt in Büchern ist das Gewissen mächtig. Ich wünschte, außerhalb von Büchern hätten Politiker und Reiche auch so etwas. Auf alle Fälle baut der Autor einen Spannungsbogen auf, der hervorragend funktioniert und sogar zu überraschen weiß. Das Ende ist etwas lasch, aber dennoch finde ich den Klassiker gelungen. Jetzt bin ich gespannt, was der Autor noch alles geschrieben hat.

Leider nicht mein Geschmack.

Meine Meinung:


"Der seltsame Fall des Jekyll und Mr. Hyde" ist ein Literatur - Klassiker von R.L. Stevenson, der erstmals in Großbritannien im Jahre 1886 erschienen ist.


Der Roman erzählt die Geschichte des Wissenschaftler Dr Jekyll der mit Hilfe eines Elixiers die Spaltung seiner Persönlichkeit untersucht. Als dies schief geht, gewinnt der mysteriöse, dunkle Mr Hyde immer mehr die Oberland.


Das Buch ist eine Mischung aus Horror und Kriminalroman.

Obwohl es ein kurzer Roman ist von 128 ist, gelang es dem Autor die ein oder andere Wendung einzubauen.

Die Atmosphäre der alten London unterstrich die düstere Atmosphäre sehr gut.

Die Charaktere hingegen sind sehr verwirrend. sie wirkten alle sehr oberflächlich. Und unsympathisch. Die Handlung wird rasend schnell erzählt.  So wird leider viel Potential verschenkt. Was ich sehr schade fande. 

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