Curzio Malaparte Die Haut

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Inhaltsangabe zu „Die Haut“ von Curzio Malaparte

Neapel 1943: Als Verbindungsoffizier der Alliierten, die 1943 Neapel von den deutschen Besatzern befreiten, begleitet Malaparte die amerikanischen Truppen auf ihren Wegen durch die Stadt. Er wird zum Zeugen einer beispiellosen Verrohung unter der neapolitanischen Bevölkerung, die nur eines kennt: die eigene Haut zu retten. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Entstehen schockiert dieser Roman noch immer. Vom Vatikan auf den Index gesetzt, machte ›Die Haut‹ ihren Verfasser weltberühmt.

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    Die Haut
    Makollatur

    Makollatur

    Selten hat ein Buch so schockiert, wie es Curzio Malapartes Roman „Die Haut“ vermag. Der 1898 in Florenz geborene Journalist und Autor liefert einen semi-autobiographischen Bericht über die Zustände in Italien im Jahre 1943, dem Zeitpunkt der „Befreiung“ des faschistischen Landes durch alliierte Truppen. Das Spektrum der erzählerischen Sicht reicht dabei von den höchsten Kreisen ziviler und militärischer Kreise bis in jene des Proletariats. Zwei Drittel der Erzählung spielen in Neapel und beschäftigen sich mit dem moralischen und gesellschaftlichen Verfall der Stadt nach deren Besetzung durch die Alliierten. Mit einer Eindringlichkeit, die beinahe Penetranz gleicht, mit einer Brutalität, die manchen Thriller der Neuzeit in den Schatten zu stellen vermag, mit einer Offenheit, die dem Leser Ekel und einen Schauer verursacht, gibt Malaparte Zeugnis dieser Stadt, die Sodom und Gomorrha durchaus Konkurrenz machen dürfte. Inmitten dieses Infernos, welches an Dante und Boccaccio gemahnt, bewegt sich der Verbindungsoffizier Malaparte, häufig in Begleitung eines amerikanischen Offiziers oder Soldaten und bedeutet so der freien, demokratischen Welt das Übel, welches diese Begriffe auf ein Volk ausüben, dass sich ihrer nicht zu bedienen weiß. Nie ist die Erzählung sentimental oder melancholisch, sondern immer neutral, während die eigentliche Anklage im Subtext zu suchen ist. Dabei macht der Autor nicht den Befreiern den Vorwurf, die moralische Verworfenheit über sein Volk gebracht zu haben. Vielmehr besteht zwischen Siegern und Besiegten eine unheilige Allianz, innerhalb derer sich die einen zum Missbrauch genötigt sehen und die anderen diesen dulden oder sich zum Opfer machen lassen. Das letzte Drittel des Buches spielt in Rom und Florenz, bei dessen Befreiung der Autor wiederum vor Ort ist. Auch hier treffen die Soldaten auf ein Volk, dass durch die plötzlich eingetretene Freiheit in Brutalität und Egoismus verfällt, wie es auch schon in Neapel der Fall war. Die Alliierten bringen die „Pest“ ins Land, eine Krankheit der Moral und der Werte, der sich kein einfacher Mann und keine einfache Frau entziehen kann. Für das nackte Überleben, für die eigene Haut, ist der Mensch in seinen Handlungen nicht einzuschränken, nicht zu kontrollieren. Malaparte schrieb dieses Buch 1949 und löste damit einen Skandal aus, der ihm den Unmut der Neapler und der Kurie einbrachte. Doch tat dies dem Erfolg seines Werkes keinen Abbruch. Vielmehr ist „Die Haut“ bis heute ein lesenswertes Buch, dass die Tragik einer oktroyierten Freiheit und eines Volkes zeigt, das an ihrer Umsetzung scheitert.

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