Cynan Jones

 4 Sterne bei 23 Bewertungen
Autorenbild von Cynan Jones (© Alice Fiorilli / Quelle: Liebeskind)

Lebenslauf

Cynan Jones wurde 1975 in Wales geboren. Er veröffentlichte zahlreiche Erzählungen in verschiedenen Zeitschriften und schrieb bislang vier Romane. Für seinen Debütroman wurde er 2007 mit dem Betty Trask Award ausgezeichnet, für „Graben“ erhielt er 2014 den Jerwood Fiction Uncovered Prize. Cynan Jones lebt in einem kleinen Dorf an der walisischen Küste.

Alle Bücher von Cynan Jones

Cover des Buches Graben (ISBN: 9783954380398)

Graben

(20)
Erschienen am 19.01.2015
Cover des Buches Alles, was ich am Strand gefunden habe (ISBN: 9783954380749)

Alles, was ich am Strand gefunden habe

(3)
Erschienen am 20.02.2017

Neue Rezensionen zu Cynan Jones

Cover des Buches Graben (ISBN: 9783954380398)
Gaia_Soliskos avatar

Rezension zu "Graben" von Cynan Jones

Gaia_Solisko
Düster. Spannend. Intensiv.

Mit wenigen präzisen Sätzen schafft es der Autor die düstere Atmosphäre aufzubauen und die beiden Männer, um die es in diesem Buch geht, zu charakterisieren. Dieses schmale Buch ist gewaltig, düster und spannend bis zur letzten Seiten, aber stellenweise nichts für schwache Nerven. Ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen, weil es mich einfach mitgerissen hat.

Cover des Buches Graben (ISBN: 9783954380398)
Ravens avatar

Rezension zu "Graben" von Cynan Jones

Raven
Unglaublich intensiv

Das Buch "Graben" von Cynan Jones ist 176 Seiten lang und über Liebeskind erschienen.

Das Buch ist als Hardcover und Ebook erhältlich.

Das Hardcoverband hat einen abnehmbaren Schutzumschlag und eine sehr gute Bindung und schöne dicke Leseseiten.

In der Natur gilt das Gesetz des Stärkeren. Nur Derjenige überlebt, welcher sich behauptet. Daniel ist Bauer und züchtet Schafe. Er hat eine schreckliche Tragödie erlebt. Zeitgleich treibt ein Hundezüchter und illegaler Dachsjäger sein Unwesen in der Umgebung.

Das Buch ist eines meiner absoluten Favoriten. Mich hat selten ein Werk so stark emotional berührt. Die Geschichte ist total mitreißend, emotional aufrührend und absolut atmosphärisch. Die ganze Zeit hat man das Gefühl man bekommt die Luft abgedrückt. Die beklemmende Atmosphäre presst sich mit ganzem Gewicht auf den eigenen Brustkorb. Es sind Szenen enthalten, die so intensiv sind, dass man sich übergeben muss, weinen will. Eindringlich und unvergesslich brennen sie sich ins Hirn und lassen den Leser verstört, zutiefst bewegt und nachdenklich zurück. Der Kampf zwischen Gut und Böse, der Zwiespalt unserer eigenen Seele, wird gekonnt umgesetzt und in geschriebenen Bildern widergegeben. Das Werk heißt Graben und die Geschichte gräbt sich tatsächlich bis auf die Knochen.

Fazit: Ein unglaublich intensives, atmosphärisches Werk, welches schockiert und emotional berührt. Gräbt sich bis auf die Knochen! Außerordentliche Leseempfehlung!

Cover des Buches Graben (ISBN: 9783954380398)
Kerstin_KeJasBlogs avatar

Rezension zu "Graben" von Cynan Jones

Kerstin_KeJasBlog
Schmerzlich schön

Dunkel, düster und voller Gewalt kommt das Cover daher. So empfand ich auch die Geschichte, die sich im Inneren verbarg. Alles dreht sich um den Graben und das Graben. Ein zutage fördern von Emotionen und Gedanken zweier Männer. Ein heraufbeschwören von Grausamkeiten, Leiden und Schwermut.

Da ist Daniel, der Schafszüchter. Ein positiv wirkender Mensch, dessen Negation sich Seite um Seite anschleicht, nicht weil er böse ist, sondern abgrundtief traurig. Ein Verlust der ihm zusetzt und dazu führt dass er kaum schläft und nichts isst. Ein Mensch, dessen Schmerz sich ausbreitet und in einem Gewirr aus Gefühlsgräben tiefe Wunden reißt. Seine Arbeit auf dem einsam gelegenen Hof treibt ihn immer wieder voran und doch ist auch diese keine Erlösung, sondern immer wieder ein neues Leid. Die Schafe gebären und als wäre es nicht alles schon schlimm genug für Daniel, läuft dabei so manches schief. Als Schaf-Geburtshelfer gibt er sein Bestes und doch kann er oft genug nur das Muttertier retten. Eine mehr als blutige Angelegenheit, die er stoisch erledigt und doch selbst dabei leidet, weil es ihn eben wieder erinnert, an das, was er nicht haben durfte.

Sie nahm ihn in den Arm und spürte die ungeheure Verwüstung.
(S. 63)

Sein Gegenpart ist der große Mann. Seine Wirkung ist und bleibt negativ. Ein Antagonist vom Feinsten. Ein Wilderer, dessen ebenfalls einsam gelegener Hof voller Schrott und schlechten Stimmungen belagert ist.
Seine Hunde leisten ihm Gesellschaft und unterstützen ihn bei der Jagd nach Ratten und Dachsen. Im Hinterkopf spuken auch bei ihm die Erinnerungen herum und das ausgerechnet nun ein Polizist auftaucht, bringen diese eine weitere ungute Vorahnung mit sich.
Auch bei ihm wird es blutig, genau wie bei Daniel sind es die Tiere, die bluten müssen. Grausame Männerspiele in denen Dachse und Hunde eine große Rolle spielen und auch hier wieder ein Graben. Man möchte hineinspringen und dem Fruchtbaren Einhalt gebieten.

Wohin der Mann auch kam, er sorgte für ein Gefühl von Schändlichkeit…
(S. 8)

Der Autor Cynan Jones hat mich in diese walisische Gegend gezogen und mit seiner feinen Sprache durch die Leben dieser zwei Männer geführt. Er fasst sich kurz. Seine Sätze werden von vielen Absätzen durchzogen, so wie die Gräben, die den Regen von den Feldern führen sollen.
So schön die Sätze, so grausam ihr Inhalt.

Es hat mich dennoch begeistert, auf seine Art.
Die Düsternis der nächtlichen Dachsjagt, das Kläffen der Köter, das Graben der Männer und die Gewissheit das hier, in diesem Buch, keiner auf Erlösung hoffen darf.

Das beide Männer sich begegnen werden, war klar. Das diese Begegnung in solch einer Wucht geschieht, war ebenfalls zu erwarten. Es hatte sich früh genug angebahnt. Wie eine Art Warnung oder gar Unheil, als die Gräben gezogen wurden und dabei etwas verrückt wurde. Ein aus dem Gleichgewicht geratenes Etwas. Wieder ein Aufreißen der Erde und damit ein unwiderrufliches Beschädigen. Nichts das mehr heilen wird, so wie Daniels Verlust und so wie die Angst des großen Mannes.

Die Erde war im Laufe der Zeit hart geworden, ein verheilte Wunde. Eine Narbe.
(S. 160)

Im Buch geschieht nicht viel. Doch das was geschieht lässt einen schaudern.
Das Buch selbst ist eher eines der Dünneren, der Inhalt dagegen wuchtig und enorm.

Wer sich auf einen finalen Showdown zwischen diesen beiden Männer freut, könnte enttäuscht werden. Es ist wie alles vorher im Buch, eher nur zu erahnen und doch weiß man es genau! Einer findet seinen Frieden und einer wird nun endlich erfahren wie der Dachs sich fühlte.

Eine schmerzlich schöne Geschichte, dank der ich mit Sicherheit noch mehr Bücher des Autoren Cynan Jones lesen möchte und werde.

Ein Ort erinnert sich, dachte er. Er muss sich erinnern.
(S. 128)

Rezension verfasst von © Kerstin


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