Cynthia D’Aprix Sweeney

 4 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Das Nest.

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Cover des Buches Das Nest9783862318254

Das Nest

 (9)
Erschienen am 29.10.2016

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Rezension zu "Das Nest" von Cynthia D’Aprix Sweeney

Familienroman aus der Upper-Class von New York
Sunny225vor einem Jahr

Die vier Geschwister Plump freuen sich auf den 40. Geburtstag der Jüngsten von Ihnen, denn dann soll ein nicht unerheblicher, von den Eltern angelegter Fonds zu gleichen Teilen an sie ausgezahlt werden. So manche Entscheidung im Leben der Geschwister fällt leichter in dem Wissen, dass ein Geldsegen auf sie wartet. Sie können auf Kredit leben und müssen sich keine großen Sorgen machen bis kurz vor dem entscheidenen Tag ein Unfall alles verändert… Ein Familienroman, der in der Upper-Class von New York spielt. Die Protagonisten wurden von der Autorin so gut beschrieben, dass sie mir leider allesamt durch egoistisches, versnobtes, selbstverliebtes Verhalten nicht wirklich sympathisch waren. Sicher ist eine Geschichte gut erzählt, wenn sie beim Leser, wie bei mir geschehen, Emotionen weckt, denn es hat mich aufgeregt, mit welcher Selbstverständlichkeit die Geschwister meinten, dass ihnen das angelegte Geld zusteht als hätten sie es sich verdient. Von Johann von Bülow wurde die Geschichte hervorragend gelesen, in einem etwas arrogant wirkendem Tonfall, der perfekt zum Inhalt passt. Meiner Meinung nach hätte dem Roman eine Kürzung durch weniger ausführlich geschilderte Nebenhandlungen und -personen gutgetan. Versöhnlich hat mich dann allerdings der Epilog gestimmt, der ein Jahr nach den Ereignissen des Buches spielt, und dann doch ein wenig familiäre Verbundenheit aufblitzen lässt. Das Buch hat mich auf alle Fälle mit der Frage zurückgelassen, ob für mich ein Sympathieträger für ein gutes Buch erforderlich ist.

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Rezension zu "Das Nest" von Cynthia D’Aprix Sweeney

Das Nest. Oder warum man auf die Erbschaft nicht hoffen sollte.
Wedmavor 2 Jahren

Diesen Roman habe ich vor paar Jahren gelesen, als er neu herauskam. Nun sah ich, dass es den auch als Hörbuch gibt, und konnte der Versuchung nicht widerstehen. Im Nachhinein habe ich mich dafür beglückwünscht.


Klappentext beschreibt das Buch recht gut: „Melody, Jack, Bea und Leo sind Geschwister. Sie sind in ihren Vierzigern, stehen mitten im Leben und haben immer gewusst, dass sie eines Tages viel Geld erben würden. Und das können sie in New York zu Zeiten der Finanzkrise auch alle gut gebrauchen. Doch kurz bevor der ersehnte Fonds ausgezahlt wird, verwendet ihre Mutter ihn, um dem ältesten Sohn Leo aus einer Notlage zu helfen. Unfreiwillig wiedervereint, müssen die Geschwister sich mit altem Groll und falschen Gewissheiten auseinandersetzen. Aber vor allem müssen sie irgendwo frisches Geld auftreiben.
Ein geistreicher und scharfsinniger Familienroman - gelesen von Johann von Bülow.“


Johann von Bülow hat so toll gelesen, dass mir jede Minute ein Genuss war. DA standen sie mir alle lebendig vor Augen: die gesamte Familie Plump mit all ihren Besonderheiten und Neurosen der Großstädter in New York der Gegenwart. Bemerkenswert fand ich, dass fast alle, obwohl sie, wie es so schön heißt, mitten im Leben stehen, auf das Geld aus dem „Nest“ angewiesen sind. Als Gegenbilder gibt es die Freunde und Lebenspartner, die diese Erbschaft nicht so wichtig nehmen und die Plumps eher darauf hinweisen, dass es besser wäre, auf das Geld nicht zu hoffen und es aus eigener Kraft zu beschaffen, was sie selbst auch nach Kräften taten.

Unterschiedlich und bezeichnend sind die Plump Geschwister an sich: DA ist der selbstverliebte Leo, der nur an sich und die eigenen Vorteile denkt. Wie er endet, spricht Bände. DA ist die jederzeit aufopferungsbereite Melodie, die alles für ihre Zwillinge tut, auch das, was sie hätte lieber nicht tun sollen. Bea, die Geistreiche, die sich hpts. mit ihrem Schreiben beschäftigt, oder auch nicht, sie steckt ja seit Jahren in der Schaffenskrise. Jack, der Leo sehr ähnelt, und seine finanziellen Möglichkeiten über die Gebühr strapaziert hat, was für ihn schwere Folgen bedeutet uvm.

Da gibt es noch mehr interessante Figuren, die nicht-Plumps. Das Werk ist eine wahre Portraitgalerie der New Yorker Upper-Class von heute.

Ich bin all den Figuren wieder gern begegnet und ihren Geschichten sehr gern gelauscht, was mich sehr zum Nachdenken während des Hörens angeregt, aber auch toll unterhalten hat.

Die knapp 12 Stunden ungekürzter Ausgabe waren sehr schnell vergangen, auch weil Johann von Bülow den Roman so großartig erzählt hat.

Ich weiß, für den Roman habe ich vier Sterne vergeben, hier vergebe ich 5 Sterne, da er durch die Leistung des Erzählers besser zur Geltung kam. Ich habe den sehr gern gehört.

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Rezension zu "Das Nest" von Cynthia D’Aprix Sweeney

New Yorker Snobs wunderbar interpretiert
wandabluevor 2 Jahren

New Yorker Snobs wunderbar interpretiert

Cynthia D’Aprix Sweeney versuchte sich in ihrem Debüt an einer New Yorker Geschichte, die gesellschaftskritische Anklänge hat, es aber letztlich nicht schafft, die leichte Muse zu verlassen. Was nicht weiter schlimm ist, es muss auch amüsante, leichte Geschichten ohne großen Tiefgang geben.

Ist die Geschichte der Autorin auch federleicht, ist sie doch nicht dumm oder oberflächlich, da sie gut geschrieben, personell prima besetzt und bestens durchkomponiert ist. Sicherlich gibt es kleine stilistische Schwächen, aber ich habe schon schlechtere Debütromane gelesen und selten bessere. Die Bilder, die die Autorin verwendet, sind scharf beobachtet, liebevoll detalliert, kolorieren den New Yorker Alltag der Upperclass, die mit Luxusproblemen kämpft, die sie, selbstredend! für echte Probleme hält. Das ist schon Kunst, wie die Autorin ihren Stoff (rüber)bringt. Vor allem die Besetzung begeistert, da tauchen so viele skurrile Typen auf, die alle lebensecht geschildert sind, kreative Details sind ihnen auf den Leib geschneidert.

Es geht ums Geld. Es geht um Familie. Es geht um Lebensträume. Und es geht um Abhängigkeiten. Um die Abhängigkeiten, die nie gewollt, aber doch in fast jeder Familie entstehen. Kann man sich davon jemals befreien?

Die Autorin hat die Geschichte einer unerträglichen, neureichen snobistischen Familie mit so vielen schrulligen Nebenfiguren versehen, alle ausgezeichnet dargestellt, dass man unwillkürlich oft lachen muss. Doch die Snobs bleiben Snobs, wenngleich es eine schmale Spur an Läuterung gibt.

Was fehlt? Eine kompliziertere Gestalt, wie sie zum Beispiel in Dave Eggers „Bis an die Grenze“ in der weiblichen Figur der „Josie" zu finden ist. Jemanden, eine Gestalt, deren innere Konflikte den Leser aufwühlen. So machen die Schwierigkeiten, die die Geschwister Leo, Jack, Bea und Melody, samt ihren Lebensgefährten und Kindern, zu bewältigen haben, zwar Laune, gehen aber niemals unter die Haut.

Gesprochen: Johann von Bülow schafft es, sich genau so überheblich anzuhören, wie man sich die neureichen New Yorker vorstellt, insofern passt seine Stimme großartig zum Roman.

Fazit: Amüsante Geschichte über New Yorker Snobs, die endlich lernen, ihr privilegiertes Leben unter die Füße zu bekommen.

Kategorie: Unterhaltung, leichte Muse: aber gut!
Der Audio Verlag, 2016

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