Cynthia D’Aprix Sweeney

 4.1 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Das Nest.

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Das Nest

Das Nest

 (8)
Erschienen am 29.10.2016

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Rezension zu "Das Nest" von Cynthia D’Aprix Sweeney

Das Nest. Oder warum man auf die Erbschaft nicht hoffen sollte.
Wedmavor 4 Monaten

Diesen Roman habe ich vor paar Jahren gelesen, als er neu herauskam. Nun sah ich, dass es den auch als Hörbuch gibt, und konnte der Versuchung nicht widerstehen. Im Nachhinein habe ich mich dafür beglückwünscht.


Klappentext beschreibt das Buch recht gut: „Melody, Jack, Bea und Leo sind Geschwister. Sie sind in ihren Vierzigern, stehen mitten im Leben und haben immer gewusst, dass sie eines Tages viel Geld erben würden. Und das können sie in New York zu Zeiten der Finanzkrise auch alle gut gebrauchen. Doch kurz bevor der ersehnte Fonds ausgezahlt wird, verwendet ihre Mutter ihn, um dem ältesten Sohn Leo aus einer Notlage zu helfen. Unfreiwillig wiedervereint, müssen die Geschwister sich mit altem Groll und falschen Gewissheiten auseinandersetzen. Aber vor allem müssen sie irgendwo frisches Geld auftreiben.
Ein geistreicher und scharfsinniger Familienroman - gelesen von Johann von Bülow.“


Johann von Bülow hat so toll gelesen, dass mir jede Minute ein Genuss war. DA standen sie mir alle lebendig vor Augen: die gesamte Familie Plump mit all ihren Besonderheiten und Neurosen der Großstädter in New York der Gegenwart. Bemerkenswert fand ich, dass fast alle, obwohl sie, wie es so schön heißt, mitten im Leben stehen, auf das Geld aus dem „Nest“ angewiesen sind. Als Gegenbilder gibt es die Freunde und Lebenspartner, die diese Erbschaft nicht so wichtig nehmen und die Plumps eher darauf hinweisen, dass es besser wäre, auf das Geld nicht zu hoffen und es aus eigener Kraft zu beschaffen, was sie selbst auch nach Kräften taten.

Unterschiedlich und bezeichnend sind die Plump Geschwister an sich: DA ist der selbstverliebte Leo, der nur an sich und die eigenen Vorteile denkt. Wie er endet, spricht Bände. DA ist die jederzeit aufopferungsbereite Melodie, die alles für ihre Zwillinge tut, auch das, was sie hätte lieber nicht tun sollen. Bea, die Geistreiche, die sich hpts. mit ihrem Schreiben beschäftigt, oder auch nicht, sie steckt ja seit Jahren in der Schaffenskrise. Jack, der Leo sehr ähnelt, und seine finanziellen Möglichkeiten über die Gebühr strapaziert hat, was für ihn schwere Folgen bedeutet uvm.

Da gibt es noch mehr interessante Figuren, die nicht-Plumps. Das Werk ist eine wahre Portraitgalerie der New Yorker Upper-Class von heute.

Ich bin all den Figuren wieder gern begegnet und ihren Geschichten sehr gern gelauscht, was mich sehr zum Nachdenken während des Hörens angeregt, aber auch toll unterhalten hat.

Die knapp 12 Stunden ungekürzter Ausgabe waren sehr schnell vergangen, auch weil Johann von Bülow den Roman so großartig erzählt hat.

Ich weiß, für den Roman habe ich vier Sterne vergeben, hier vergebe ich 5 Sterne, da er durch die Leistung des Erzählers besser zur Geltung kam. Ich habe den sehr gern gehört.

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wandablues avatar

Rezension zu "Das Nest" von Cynthia D’Aprix Sweeney

New Yorker Snobs wunderbar interpretiert
wandabluevor 10 Monaten

New Yorker Snobs wunderbar interpretiert

Cynthia D’Aprix Sweeney versuchte sich in ihrem Debüt an einer New Yorker Geschichte, die gesellschaftskritische Anklänge hat, es aber letztlich nicht schafft, die leichte Muse zu verlassen. Was nicht weiter schlimm ist, es muss auch amüsante, leichte Geschichten ohne großen Tiefgang geben.

Ist die Geschichte der Autorin auch federleicht, ist sie doch nicht dumm oder oberflächlich, da sie gut geschrieben, personell prima besetzt und bestens durchkomponiert ist. Sicherlich gibt es kleine stilistische Schwächen, aber ich habe schon schlechtere Debütromane gelesen und selten bessere. Die Bilder, die die Autorin verwendet, sind scharf beobachtet, liebevoll detalliert, kolorieren den New Yorker Alltag der Upperclass, die mit Luxusproblemen kämpft, die sie, selbstredend! für echte Probleme hält. Das ist schon Kunst, wie die Autorin ihren Stoff (rüber)bringt. Vor allem die Besetzung begeistert, da tauchen so viele skurrile Typen auf, die alle lebensecht geschildert sind, kreative Details sind ihnen auf den Leib geschneidert.

Es geht ums Geld. Es geht um Familie. Es geht um Lebensträume. Und es geht um Abhängigkeiten. Um die Abhängigkeiten, die nie gewollt, aber doch in fast jeder Familie entstehen. Kann man sich davon jemals befreien?

Die Autorin hat die Geschichte einer unerträglichen, neureichen snobistischen Familie mit so vielen schrulligen Nebenfiguren versehen, alle ausgezeichnet dargestellt, dass man unwillkürlich oft lachen muss. Doch die Snobs bleiben Snobs, wenngleich es eine schmale Spur an Läuterung gibt.

Was fehlt? Eine kompliziertere Gestalt, wie sie zum Beispiel in Dave Eggers „Bis an die Grenze“ in der weiblichen Figur der „Josie" zu finden ist. Jemanden, eine Gestalt, deren innere Konflikte den Leser aufwühlen. So machen die Schwierigkeiten, die die Geschwister Leo, Jack, Bea und Melody, samt ihren Lebensgefährten und Kindern, zu bewältigen haben, zwar Laune, gehen aber niemals unter die Haut.

Gesprochen: Johann von Bülow schafft es, sich genau so überheblich anzuhören, wie man sich die neureichen New Yorker vorstellt, insofern passt seine Stimme großartig zum Roman.

Fazit: Amüsante Geschichte über New Yorker Snobs, die endlich lernen, ihr privilegiertes Leben unter die Füße zu bekommen.

Kategorie: Unterhaltung, leichte Muse: aber gut!
Der Audio Verlag, 2016

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Simi159s avatar

Rezension zu "Das Nest" von Cynthia D’Aprix Sweeney

Super langes Hörbuch
Simi159vor einem Jahr

Das Nest ist der Spitzname für einen Fond, den der Vater von Melodie, Jack, Bei und Leo für sie eingerichtet hat. Ausgezahlt werden soll das Geld, wenn die jüngste der vier 40 Jahre alt wird. 

Melody, Jack, Bea und Leo sind sehr unterschiedlich im Charakter und  in dem Lebensweg den sie bisher gegangen sind. Das einzige was sie vereint, ist dass sie alle vier dringend Geld brauchen.

Melody, Hausfrau und Mama braucht, da sie keine Rücklagen mehr hat, das Nest um die College Gebühren für ihre Tochter zu bezahlen. Jack Antiquitätenladen ist pleite und das Sommerhaus seines Mannes steht kurz vor der Pfändung, nur das Nest kann ihn noch retten. Bea, die mit vollem Namen Beatrice heißt, ist erfolglose Schriftstellerin und würde gern ihr Apartment ausbauen.

Doch kurz vor der Auszahlung verwendet ihre Mutter das Nest, Leo, den Playboy der vier, aus einer Notlage frei zu kaufen. Leo will seinen Geschwistern das Geld zurück zahlen…die Frage ist nur wie?


Fazit:

Wie so oft ist bei den vier Geschwistern mehr Schein als Sein…jeder der vier stellt nach Außen sein tolles Leben, seine Erfolge zur Schau, obwohl sie kurz vor dem finanziellen Kollaps sind. Jede Figur hat dabei sein eigenes Päckchen zu tragen, hat sich selbst in die Situation gebracht in der sie jetzt ist, und trotz des Rückens zur Wand, wird der schöne Schein  gewahrt.

Geschickt hat die Autorin, Cynthia D’Aprix Sweeney, ein Netz aus Personen, deren Leben und Handeln miteinander verbunden ist, gewoben. Man springt am Anfang von Person zu Person, lernt deren Umfeld und Handeln kennen. Und je weiter man liest, um so tiefer werden die Abgründe, die sich da auftun. Die Nöte werden sichtbar und auch die Zusammenhänge greifbar, denn die Leben der vier werden von weiteren Personen gekreuzt, und das Netz immer enger und dichter.

Die Charaktere sind gut beschrieben, wenn auch typisch amerikanisch. Ihr Handeln erscheint mir nicht immer authentisch, ist doch vieles dem schönen Schein gewidmet, und so wirkt manches klischeehaft und gekünstelt.

Ein gut hörbares und auch sehr langes Hörbuch…perfekt für super lange Urlaubsfahrten. Laufzeit der zwei MP3 CD’s ist 11 Stunden und 59 Minuten. Gelesen wird diese ungekürzte Buch von Johann von Bülow, der zurückhaltend und doch mit einer verstecken Portion Ironie die Personen vorführt.


Von mir gibt es 4 STERNE.

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