Dörte Hansen Altes Land

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Inhaltsangabe zu „Altes Land“ von Dörte Hansen

Der Überraschungserfolg des Jahres 2015!Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen. Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.„Nordlicht“ Hannelore Hoger liest Altes Land kongenial mit trockenem hanseatischen Humor und Charme.(4 CDs, Laufzeit: 5h 13)

Eins der besten Hörbücher, denen ich je zugehört habe. Und ganz sicher werde ich das mindestens noch einmal tun. Klasse!

— goldenefliege
goldenefliege

Intensive Geschichte. Punktgenau vorgetragen von Hannelore Hoger. Leider als Hörbuch in gekürzter Fassung. Warum?

— Snordbruch
Snordbruch

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  • Eine Nachkriegs- und Gegenwartsgeschichte

    Altes Land
    Kaaathi

    Kaaathi

    04. May 2016 um 10:48

    Klappentext Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen. Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie. Gelesen von: Hannelore Hoger (4 CDs, Laufzeit: 5h 13) Darum geht’s wirklich Das Alte Land habe ich in Hamburg kennengelernt – ein Gebiet an der Elbe, das für Obstanbau bekannt ist. Der Roman spielt 1945, als auf dem Hof der Bäuerin Ida Eckhoff Flüchtlinge aus Ostpreußen um Einlass bitten. Unter den Flüchtlingen sind auch die fünfjährige Vera und ihre Mutter Hildegard, die Ida in der Knechtekammer schlafen lässt. Als die Jahre vergehen und Vera sogar von ihrer eigenen Mutter verlassen wird, muss das “Polackenkind”, wie sie bezeichnet wird, lernen, wie man sich alleine durchschlägt. Die zweite Handlung spielt 60 Jahre später, als plötzlich Veras Nichte mit ihrem fünfjährigen Sohn vor der Tür steht und Unterschlupf sucht – genauso wie Vera damals. Und darum mag ich es In Dörte Hansens Altes Land wird die Geschichte von zwei Frauen erzählt, die in ihrem jungen Leben schon einiges mitgemacht haben, sich aber trotzdem nicht unterkriegen lassen. Die Charaktere werden so eindrucksvoll beschrieben, dass man fast meint, sie selbst zu kennen. Außerdem schreibt Dörte Hansen mit viel Wortwitz und Ironie, sodass die Geschichte auch zum Schmunzeln ist. In dem Roman geht es nicht um die Liebe, sondern um Familie, Erwachsenwerden, Heimat…und Heimatlosigkeit. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und war doch zutiefst berührt, da die Geschichte der beiden Mädchen unter die Haut geht. Als Erzähler hätte ich mir niemand besseren als Hannelore Hoger vorstellen können, die mit ihrer rauen Stimme perfekt zur hanseatischen Kulisse des Romans passt. Lieblingszitat “Hoch den Kopf, wenn der Hals auch dreckig ist.”

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  • Irgendwie anders

    Altes Land
    black_horse

    black_horse

    23. March 2016 um 20:33

    Nach den vielen guten Rezensionen hatte ich hohe Erwartungen an dieses Hörbuch, wobei ich keine echte Vorstellung hatte, was mich erwartet. Ich habe mich überraschenderweise ziemlich schwer getan, mit diesem Hörbuch warm zu werden. Und das lag definitiv nicht an Hannelore Hoger, der es hervorragend gelingt, die Stimmung des Buches einzufangen. Aber woran dann?Das Buch spielt - logisch - im Alten Land, einer bäuerlichen Gegend bei Hamburg, die v.a. durch Obstanbau geprägt ist. Zu Beginn wird die Geschichte von Vera erzählt, die als Kind als Flüchtling hier angekommen ist und nun recht eigenbrödlerisch und auf einem verfallenden Hof lebt.Dazu kommt ein Handlungsstrang, in dem Anne, die in Hamburg mit einem Schrifsteller liiert ist, diesen mit einer anderen erwischt und mit ihrem 4-jährigen Sohn auszieht - zu Vera. Sie will sich darum kümmern, den Hof aufzumöbeln.Die Alteingesessenen tun sich mit vielem "neumodischen Kram" schwer, haben Vorurteile und leben in einer eigenen Welt. Ob Bio-Anbau, Vegetarier oder die Mutter beim Vornamen ansprechen - wer hier mit solchen Marotten kommt, wird belästert.Der Autorin gelingen gute Charakterbeschreibungen der Dorfbewohner und die Entwicklung des Verhältnisses von Vera und Anne ist gelungen.Ich weiß nicht, ob es an der gekürzten Hörbuchfassung lag, mir hat trotzdem der letzte Schliff, die Spannung gefehlt. Ich habe große Teile doppelt gehört, weil ich dachte, etwas verpasst zu haben. Schade, da hatte ich mir mehr erwartet. Trotzdem auf jeden Fall ein hörenswertes Buch auch dank der hervorragenden Hannelore Hoger.

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  • LovelyBooks Hörbuch Challenge 2016

    Die Gestirne
    Ginevra

    Ginevra

    Ihr liebt das gesprochene Wort genauso wie das geschriebene? Und Hörbücher und Hörspiele gehören in euer Bücherregal genauso wie das gedruckte Buch? Dann seid ihr bei der LovelyBooks Hörbuch Challenge 2016 genau richtig.  Ziel der Challenge ist, das wir in diesem Jahr 15 Hörbücher/ Hörspiele hören und rezensieren. Ablauf:  1. Melde dich mit einem Sammelbeitrag zu Challenge an. Ich werde unter diesem Text eine Teilnehmerliste anlegen mit allen Teilnehmern und diese mit Eurem Sammelbeitrag verlinken. 2. Zwischen dem 06.01. und 31.12.2016 hörst zu 15 Hörbücher/Hörspiele mit einer Mindestlänge von 3 Stunden, egal aus welchem Genre oder wann erschienen. 3. Wenn du nun ein Hörbuch/Hörspiel gehört und auf LovelyBooks rezensiert hast, schreibe den Link zur Rezension hier in einem Kommentar. Es werden nur rezensierte Hörbücher und Hörspiele gezählt, deren Rezension auf LovelyBooks erschienen sind. Drei Rezensionen dürfen durch Kurzmeinungen ersetzt werden! 4. Die Unterkategorien dienen dem Austausch untereinander - Du darfst natürlich frei wählen, was Du hören möchtest! 5. Trage den Link zu Deinen Rezensionen auch in Deinen Sammelbeitrag ein. 6. Unter allen TeilnehmerInnen, die die Vorgaben erfüllt haben, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost! Ihr könnt jederzeit einsteigen und mitmachen oder euch wieder abmelden. Denn die Challenge soll vor allen Dingen eins machen: Spaß! Habt Ihr noch Fragen? Dann meldet euch! Ansonsten freue ich mich auf viele Anmeldungen. Falls Eure Links nicht funktionieren sollten, bitte melden!! Teilnehmerliste: AntekAscari0ban-aislingeachblack_horseBücherwurmBuchgespenstbuchjunkie Buchraettin ChrischiDDanni89danielamariaursulaFantworldgemischtetueteglueckGruenenteGinevraIrveJashrinKleine1984KrimielseKuhni77lenikslenisvealesebiene27Lesestunde_mit_MarieLetannalisamLuilineMelEMsChiliMissStrawberrymonerlNele75pardenPucki60robbertaSmilla507StarletStoneheavenTamileinThaliomeeWaylandWedma

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    • 880
  • In der neuen Heimat

    Altes Land
    Daphne1962

    Daphne1962

    09. November 2015 um 20:29

    Hörbuch "Altes Land" von Dörte Hansen, gelesen von Hannelore Hoger Ablehnung erfährt Vera, das Polackenkind, als es mit ihrer Mutter zum Ende des Krieges im Jahr 1945 auf den Hof von Ida Eckhoff kommt. Zunächst begnet einem wie in der heutigen Zeit das Thema Flucht, Vertreibung, Krieg und Fremdsein sowie Traumatisierung. Aber es war eine andere Zeit. Der Sohn von Ida, Karl Eckhoff kommt aus der Gefangenschaft heim. Auch er ist traumatisiert. Hannelore Hoger liest diese Generationengeschichte mit ihrer knorrigen Stimme. Knorrig auch die Figuren in der Geschichte. Ob Vera mit ihrem Stiefvater Karl, ihrer eigenwilligen Nichte Anna, die zu ihr auf den Hof zieht mit ihrem kleinen Sohn, oder der Nachbar Heinrich. Über dieses Buch bräuchte man gar nicht viel schreiben, außer....lesen! Oder es für den Gabentisch zu Weihnachten verschenken. Dörte Hansen hat einen tollen Debütroman hingelegt, der es verdient hat auf der Bestsellerliste zu landen. Ein schier tolles Buch.

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2015: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Ein ganz neues Leben
    Daniliesing

    Daniliesing

    31. October 2015 um 21:17

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2015? Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2015 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 26. November feststehen wird, gar nicht erwarten! PS: Die Gewinner stehen mittlerweile fest! Hier könnt ihr alle Preisträger und Platzierungen sehen! Unsere große Verlosung für euch! Jedes Jahr, wenn der Leserpreis näher rückt, dann kommt bei uns eine ganz besondere Stimmung auf. Es ist ein bisschen, als würde Weihnachten einfach mal 2 Monate nach vorn gezogen und würde ganz lange dauern :-) Deshalb möchten wir euch neben den tollen Buchempfehlungen und der Möglichkeit selbst mitzuentscheiden, auch eine ganz besondere Verlosung bieten. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und mal ehrlich - davon kann man doch nie genug haben, oder? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier mit, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt! http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafikmaterial findet ihr hier! 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + und ähnlichen auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit jeweils 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der Link zum Leserpreis und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 29. November möglich! Wir wünschen euch ganz viel Spaß & schaut doch mal rein, welche Bücher in diesem Jahr das Rennen gemacht haben! PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 1599
  • Rezension zu "Altes Land" von Dörte Hansen

    Altes Land
    kathrineverdeen

    kathrineverdeen

    27. October 2015 um 10:45

    Wie lange muss man an einem Ort wie diesem leben, um nicht mehr fremd zu sein? Diese Frage begleitet Vera schon seit langer Zeit, denn obwohl sie schon fast ihr ganzes Leben im Alten Land wohnt, fühlt sie sich wie ein Fremdkörper. 1945 floh sie mit ihrer Mutter aus Ostpreußen und beide fanden Zuflucht auf einem alten Bauernhof. Auch sechzig Jahre später identifiziert Vera sich immer noch als Flüchtling. Eines Tages steht plötzlich ihre Nichte Anne mit ihrem Sohn vor der Tür und auch diese beiden wirken, als seinen sie auf der Flucht. Dat Hus is min und doch nicht min … Dreh und Angelpunkt der Geschichte über eine Schicksalsgemeinschaft ist ein fragiles Fachwerkhaus im Alten Land, das mehr zu sein scheint, als man auf dem ersten Blick erkennen kann. Im Laufe vieler Kapitel bekommt man den Eindruck, als würde dieses Haus das Leben seiner Bewohner bestimmen und nach seinen Vorstellungen beeinflussen. Seine Bewohner und ihre erlebten Geschichten sind tief verbunden mit den morschen alten Balken, den knarrenden Türen und den zugigen Fenstern. Besonders bei Vera scheint es, als sei sie sehr mit dem alten baufälligen Haus verschmolzen, jedoch wollen ihre Wurzeln, hier im Alten Land nicht wachsen. Die starken und sehr divergenten Charaktere sind äußerst facettenreich gestaltet und nehmen den Leser auch noch lange nachdem die Geschichte gelesen ist voll in Anspruch. Hansen hat sich für ihr Buch auch betont kontrastreiche literarische Figuren ausgesucht: Verkopfte und moderne Städter prallen auf bodenständige und konservative Dörfler, die für die Geschichte eine unterhaltsame und humorvolle Mischung bieten. Je nach eigener Vorliebe kann man die von Hannelore Holger gelesene Geschichte auf vielerlei Weise erleben. Man hört sie gemeinsam, um sich darüber austauschen, wie unterschiedlich man die literarischen Figuren erlebt und versteht und kann gemeinsam über die Ereignisse diskutieren. Oder man genießt sie ganz allein, um zwischen den Zeilen zu lesen und viele bildhafte Sätze mit wunderschönen Worten auf sich wirken zu lassen. Dörte Hansen beginnt ihre Geschichte über zwei Einzelgängerinnen, mit zwei zeitversetzten Erzählsträngen, die sich einander Jahrzehnt um Jahrzehnt annähern. In zahlreichen Rückblicken schildert Hansen die Ereignisse um Veras Flucht aus Ostpreußen und ihrer Ankunft in einem ihr fremden Land. Diese imposanten Passagen haben mich sehr bewegt. Die Autorin erzählt mit einem lebendigen und metaphorischen Stil von zwei Frauen, die überraschend zueinanderfinden und sich auf vielerlei Weise ergänzen. Zwei Menschen, die sich völlig fremd sind und viel mehr gemeinsam haben, als sie ahnen. Hansen berichtet auch über verschiedene Kulturen und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Die wandlungsfähige Hanseatin Hannelore Hoger ist eine vortreffliche Wahl für diesen Roman. Hogers heisere Stimme verleiht der Geschichte eine besondere Stimmung und Schwere. Sie verwächst mit dem Geschehen und ihren Figuren und bringt sie ihren Zuhörern auf diesen Weise sehr nahe. “Altes Land“ von Dörte Hansen ist ein außergewöhnliches Buch, das sich u. a. mit den Auswirkungen einer Flucht beschäftigt. Es macht deutlich, wie Menschen sich während dieser extremen Situation verhalten und wie sie sich verändern. Das Leben auf der Flucht ist selbst dann nicht zu Ende, wenn man nicht mehr vertrieben wird und man ein Dach über dem Kopf hat. Auch viele Jahrzehnte später bleibt ein vertriebener Mensch ein Flüchtling. Selbst seine Familie, die in einem sicheren Land geboren wurde, kann die Folgen noch deutlich spüren. Einige suchen ihr ganzes Leben nach Orten, oder nach Menschen, denen sie Vertrauen schenken und die ihnen Halt spenden.

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  • Dat Hus is min

    Altes Land
    walli007

    walli007

    11. September 2015 um 19:45

    Nach dem zweiten Weltkrieg kommen Vera und ihre Mutter ins Alte Land. Besonders willkommen sind sie dort nicht, zwar froh nicht mehr in der Baracke wohnen zu müssen, ziehen sie in das alte Herrenhaus. Doch die Hausherrin lässt sie sehr deutlich spüren, dass sie nicht froh ist über diese Einquartierung. Einige Zeit später kehrt der Sohn des Hauses kriegsversehrt zurück, nie wird er sich von den Folgen des Krieges erholen, dennoch heiratet er Veras Mutter und adoptiert das Kind. Die Mutter geht, Vera bleibt. Und Vera erlebt etwas Ähnliches wie einst die Stiefgroßmutter. Die Tochter ihrer Halbschwester quartiert sich nach der Trennung mit ihrem Sohn bei der unbekannten Tante ein. Ein ruhig erzählter Roman über Flüchtlinge, die nach dem Krieg nach Westdeutschland kamen, die nichts mehr hatten, ihre Heimat verloren, denen vielleicht ein Kind gestorben war, die mit Null anfangen mussten und denen doch nicht sehr viel Mitleid oder Hilfe entgegen gebracht wurde, von denen, die vielleicht nicht ihr Haus und Hof verloren, aber doch Söhne und Töchter, die nicht viel zu geben hatten, die zum Geben gezwungen wurden. Aus welcher Sicht man es noch nachvollziehen mag, aus der der Flüchtlinge oder derer, die die Einquartierung zu ertragen hatten, die Autorin hat ein Thema aufgegriffen und mit unaufgeregter Hand geschildert, das nicht aus der Erinnerung verschwinden sollte. Gerade brandaktuell hat sie den Nerv der Zeit getroffen und man kann sich überlegen, wie man heute mit Menschen umgehen möchten, die vermutlich eher weniger freiwillig alles aufgeben und schwere Wege auf sich nehmen, um im vermeintlich gelobten Land mit einer unerwarteten Realität konfrontiert zu werden. Gerade in den plattdeutschen Passagen sehr authentisch und berührend gelesen von der großen Hannelore Hoger.

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  • Appelhuuslüüd

    Altes Land
    steffchen3010

    steffchen3010

    26. July 2015 um 17:09

    1945 flüchtet die 5-jähige Vera mit ihrer Mutter aus Ostpreußen ins Alte Land, ein idyllisches und ertragreiches Obstbaugebiet südlich von Hamburg und jenseits der Elbe. Auf dem Hof von Ida Eckhoff finden sie Unterschlupf, werden als Flüchtlinge aber nur geduldet. Ihr Leben lang fühlt sich Vera fremd und doch irgendwie zugehörig in dem großen dunklen Bauernhaus, das von der Apfel- und Kirschblüte begleitet wird und das bereits Generationen von Flüchtlingen ein und ausgehen hat lassen. "Sie war auf Ida Eckhoffs Hof gespült worden wie ein Ertrinkener auf eine Insel. Um sie herum war immer noch das Meer. Und Vera hatte Angst vor diesem Wasser. Sie musste bleiben auf ihrer Insel, auf diesem Hof, wo sie zwar keine Wurzeln schlagen konnte, aber doch festwachsen konnte an den Steinen, wie eine Flechte oder ein Moos. Nicht gedeihen. Nicht blühen. Nur bleiben." Als Erbfolger Karl Eckhoff stark lädiert aus dem Krieg zurückkommt, findet er in der ostpreußischen Hildegard von Kamcke eine Frau und in Vera eine Adoptivtochter. Doch die hochmütige Hildegard weilt nicht lange auf dem Land, das ihr zu kalt und ungestüm ist. Nach zahlreichen Wortgefechten mit ihrer resoluten Schwiegermutter ergreift sie erneut die Flucht, zieht nach Hamburg, heiratet dort einen Architekten und wird noch einmal Mutter. Ihre Tochter Vera lässt sie unbeachtet zurück. Sechs Jahrzehnte sind vergangen, als Vera, mittlerweile gealtert und dem alten knorrigen Fachwerkhaus immer noch treu, erneut mit ihrer Familie in Berührung kommt. Ihre Nichte Anne wird mit Sohn Leon ins alte Land gespült. Auch sie scheinen vor ihrem Leben zu flüchten. Einem Leben im schicken Hamburg-Ottensen, wo Eltern ihre Kinder mit großstädtischer Arroganz durch die Straßen schieben und wo sich Anne nach einer unglücklichen Kindheit selbst neben ihrem Mann nicht zugehörig fühlt. "Die Familienstillleben in den Cafés und Parkes von Hamburg-Ottensen zeigten alle was sie nicht waren. Ein fest verschnürtes Paket. Vater, Mutter, Kind. Verwoben zu einem stabilen Familienstoff. Sie waren zwei Leute mit einem Kind. Lose verhäkelt. Drei Luftmaschen." "Sie kaufte sich ein Brötchen, für sich selbst einen Cappuccino im Pappbecher, und schob die Kinderkarre Richtung Fischerspark, reihte sich ein in den Treck der Ottenser Vollwert-Mütter, die jeden Tag aus ihren Altbauwohnungen strömten, um ihren Nachwuchs zu lüften, die Einkäufe aus dem Bio-Supermarkt im Netz des Testsieger-Buggy, den Kaffeebecher in der Hand und im Fußsack aus reiner Schafwolle ein kleines Kind, das irgendetwas Durchgespeicheltes aus Vollkorn in der Hand hielt." Obwohl die beiden Frauen einander fremd sind und sich das gemeinsame Zusammenleben anfangs als Herausforderung entpuppt, wächst eine kostbare Vertrautheit zwischen den Frauen heran. Eine Vertrautheit, die Annes Sohn Leon nicht nur ein neues Zuhause schenkt, sondern auch die verletzten Seelen der Frauen langsam aber sicher heilen lässt. Geschichten über das Leben auf dem Land werden häufig romantisiert. Die Menschen werden plötzlich zärtlicher, die Jahreszeiten scheinen im perfekten Einklang zur Natur zu stehen und der Alltag rekelt sich versonnen auf der idyllischen Blumenwiese. Nicht so bei Dörte Hansen. Denn die Autorin, die selbst vom Land kommt, weiß wovon sie spricht. Mit ihrer Familie spricht sie platt. Und wer so einem plattdeutschen Menschen schon mal begegnet ist, der weiß, was das heißt: die Wahrheit kommt schörkellos und unverblümt auf den Tisch. Hansens Debütroman begegnet uns daher völlig authentisch und klischeefrei, und begeistert mich umso mehr. Er ist wie eine saure Kirsche, die wir trotz Säure wohlwollend in den Mund stopfen und nach einer noch lange nicht genug haben. "Man kannte seinen Platz und seinen Rang in dieser Landschaft, es ging immer nach dem Alter: Erst kam der Fluss, dann kam das Land, dann kamen Backsteine und Eichenbalken und dann die Menschen mit den alten Namen, denen das Land gehörte und die alten Häuser. Alles, was dann noch kam, die Ausgebombten, Weggejagten, Großstadtmüden, die Landlosen und Heimatsucher, waren nur Flugsand und angespülter Schaum. Fahrendes Volk, das auf den Wegen bleiben musste." So erzählt Hansen vom Leben zweier heimatloser Frauen, die nach Jahren fehlender familiärer Zugehörigkeit in Ida Eckhoffs altem Bauernhaus aufeinandertreffen. Die aneinanderecken und dennoch Halt beim Gegenüber finden. Die lernen, gemeinsam neue Kraft zu schöpfen und die endlich im Leben ankommen. Hansen verwebt die beiden Frauen dabei geschickt in das alte knorrige Bauernhaus, das mit seinen ächzenden Balken und knarrenden Scharnieren im perfektem Kontrast zu seinen heimatlosen Hausbewohnern steht. Mit schwarzem Humor und Ironie, aber auch von einer spürbaren Schwere begleitet, verdeutlicht uns Hansen die Schicksalshaftigkeit des Lebens. Dass nicht immer alles glatt laufen kann. Dass Menschen zueinander finden und manchmal eben auch wieder auseinander driften. Dass eine Liebe ebenso kein Garant für ein gemeinsames Leben bis ans Ende der Tage ist, wie Verwandtschaftsgrade. Ihre lebendigen und vom Metaphern getränkten Beschreibungen, in denen auch das Plattdeutsch nicht zu kurz kommt, schenken dem Roman an Atmosphäre. Ein Hauch norddeutscher Flair weht uns um die Nase, der uns gedanklich an die Stationen der Hansestadt und geradewegs in das alte Land spült. Dass man sich bei der Erzählerin des Hörbuchs für Hannelore Hoger entschieden hat, begeistert mich daher ungemein. Hoger ist authentisch, hanseatisch trocken und wandlungsfähig. Sie beherrscht die Rolle der hochmütigen Hildegard ebenso wie die Rolle der kantigen aber insgeheim liebenswerten Ida Eckhoff. Sie trällert Liedpassagen, schreit und flucht, und unterhält mich in höchstem Maße. Eine Vorleserin, die ihre Geschichte mit Haut und Haaren lebt. "Altes Land" ist ein grandioses Debüt und mein persönliches Hörbuchhighlight.

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  • Altes Land

    Altes Land
    Saralonde

    Saralonde

    04. July 2015 um 15:55

    Sprecherin: Hannelore Hoger Dauer: 5 h 13 min Ein altes Bauernhaus im Alten Land, eine Frau aus ostpreussischem Adel, die im 2. Weltkrieg mit ihrer Tochter flüchtet und in diesem Haus landet, dort eine alte Frau und ihr im Krieg traumatisierter Sohn. 60 Jahre später lebt nur noch Vera, die Tochter der Geflüchteten in dem Haus, das nun vermeintlich ihr gehört, doch vielmehr gehört sie dem Haus. Und dann ist da noch Anne, ihre Nichte, die praktischerweise Tischlerin gelernt hat und jetzt auch flüchtet – aus Hamburg zu ihr. Als ich mir überlegte, wie ich diese Rezension angehe, wurde mir klar: Das wird verdammt schwierig! Es ist die Geschichte einer Familie und ihres Hauses, aber nicht durchgehend linear erzählt. Wir springen zwischen den Zeiten, zwischen den Personen, auch mal nach Hamburg und nicht nur die Hauptpersonen kommen zu Wort. Dörte Hansen schildert uns nicht nur eine Familiengeschichte, sondern präsentiert uns ein ganzes Panorama mit Ansichten des Alten Landes und seiner Bewohner. Da sind etwa die alteingesessenen Bauern, die konventionell wirtschaften, sich über das ganze Biogetue ärgern und sich über die Städter mockieren, die verzückt vom Landidyll zu ihnen flüchten und im Kindergarten nach vegetarischen Mahlzeiten fragen! Auch ich als eine von diesen Biotussis, die für den Umweltschutz trommeln, gerne alte Obstsorten kaufen, Vegetarierin sind und so weiter musste darüber schmunzeln, quatsch, lachen! Hansens Roman hat mich aber nicht nur prächtig unterhalten, er hat mich auch berührt, besonders mit der Hauptperson Vera, die doch so einiges erlebt hat und auf ihre ganz eigene Weise damit umgeht. Und die sich an dieses Haus gebunden fühlt, das sie besitzt. Ich hätte viele Stunden weiterhören können und finde es unverständlich, dass das Hörbuch sogar noch eine gekürzte Fassung ist. Ich werde mir auf jeden Fall noch die Printversion besorgen. Wem es nicht ausmacht, wenn ein Buch nicht ganz im zeitlichen Ablauf und nicht nur aus der Sicht einer Person erzählt wird, kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Hannelore Hoger trägt durch ihre Lesung für mich vor allem zum Humor des Buchs bei, ihre Betonungen, gerade wenn es um die Empörung der Bauern geht, sind auf den Punkt. Ab und zu macht sie eine etwas merkwürdig anmutende Sprechpause, als ob sie am umblättern wäre, kommt aber nur ein paar Mal vor und stört nicht. Eines meiner Highlights für dieses Jahr und völlig verdient momentan auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.

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  • Zwei Flüchtlinge, zwei Leben, ein alter Hof, eine erdige Stimme

    Altes Land
    papercuts1

    papercuts1

    20. June 2015 um 20:20

    Eine Geschichte über zwei zwei Frauen, die fliehen und lange brauchen um anzukommen. Ein Roman mit zwei Seiten: Die eine wie eine knorrige alte Geschichte über Land und Leute, aus dem Munde einer barschen, weisen Großmutter erzählt; die andere feinsinnige, spöttische Beobachtung moderner Stadtmütter zwischen musikalischer Früherziehung und Bio-Feinkost. Zwei Frauen, zwei Flüchtlinge Da haben wir als erstes Vera, die wir 1945 als kleines Mädchen bei der Ankunft auf dem Hof im ‘Alten Land’ begegnen. Verlaust und ausgehungert nach einer Flucht durch den Schnee, wo das kleine Geschwisterchen am Wegesrand erfroren zurückgeblieben ist. Mit einer Mutter, die sich mit der Hofbesitzerin, ihrer Schwiegermutter, in einen Krieg stürzt und schließlich verschwindet. Vera bleibt zurück, bei der alten Ida und dem im Krieg schwer traumatisierten Ziehvater. Der zweite Flüchtling ist Veras Nichte Anne, ehemalige Musikstudentin, gelernte Schreinerin. Auch sie strandet auf dem Hof, hinter sich eine gescheiterte Ehe, die sowieso nie Wurzeln hatte, erst recht nicht im hippen Hamburger Stadteil Ottensen. Im Schlepptauch: ihr Sohn, ein zartes Stadtkind, das im ‘Alten Land’ allmählich erblüht. Zaghafte Annäherung Durch die Zeit hindurch, umgeben von kommenden und gehenden Begleitfiguren, deren Nähe immer nur flüchtig anmutet, driften diese zwei Frauen aufeinander zu wie zwei Schiffbrüchige. Verbunden von dem Gefühl von Heimatlosigkeit, von Verlust und fehlendem Vertrauen, fällt beiden eine Bindung schwer. Sich selbst zu kennen, zu sich zu stehen und sich zu werten ist für beide eine Herausforderung. Unzuverlässige, schwierige Mütter haben sie beide geprägt. Es sind Frauen mit Fehlern, nicht leicht zu nehmen, mit Stacheln und darunter verborgener Unsicherheit. Es braucht eine ganze Geschichte, bis sie sich treffen und aufeinander zugehen. Als sie es tun, in kleinen Schritten, fühlt es sich an wie ein sich schließender Kreis. Erdige Lyrik In punktgenau poetischer Sprache, ebenso harsch wie klingend, portraitiert Dörte Hansen diese zwei Frauen und ihre Umgebung. Mit wenigen markanten Sätzen lässt sie Figuren aufleuchten, fängt das ‘Alte Land’ in erdbraun und kirschrot ein. Der alte Hof wird in Hansens Händen zur eigenen Figur, kalt und abweisend zu Beginn, zum Schluss eine sichere Basis, eine Möglichkeit von Heimat und Willkommen. Eine Stimme wie das Alte Land Vom rauen Wind gegerbt und ohne Blatt vor dem Mund ist diese Sprache, und die perfekte stimmliche Ergänzung dazu ist Sprecherin und Schauspielerin Hannelore Hoger. Nicht nur beherrscht sie das Plattdeutsch und den Hamburger Akzent. Es ist – neben ihrer dunkel gefärbten Stimme – auch ihre Erzählweise: Sie lässt den Worten Zeit, um zu wirken. Übers Knie gebrochen wird hier nicht ein einziger Satz. Ungeduldige Hörer mag diese etwas altmodisch wirkende Vortragsweise nerven. Diejenigen mit Geduld und Sinn für langsamen Genuß werden finden, das Text und Lesung sich in Harmonie begegnen. Fazit Ein Roman über das Fliehen, Suchen und Ankommen. Über Heimat und Heimatlosigkeit, tatsächliche und gefühlte. Eine Geschichte von Einsamkeit, Familie und Freundschaft. Und eine norddeutsche Landschaftsmalerei, gepinselt in den Tönen seines Grund und Bodens. Ein Hörbuch für stille Abende mit Zeit und Raum zum Zuhören. Leider gekürzt, und vielleicht kommt daher der Eindruck, manche Passagen huschten unpassend schnell vorbei in dieser Geschichte, die sich nicht zur Hetze eignet. Man würde gerne über die volle Länge verweilen.

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  • Ein schöner Rundblick auf das Land, die Leute und das Leben im Alten Land

    Altes Land
    tootsy3000

    tootsy3000

    10. April 2015 um 07:00

    “Altes Land” ist ein Generationen übergreifender Familienroman. Den Anfang macht Vera Eckhoff, die zusammen mit ihrer Mutter -  einer preußischen Gräfin, als Flüchtling auf dem Gut Eckhoff landet. Die Hausherrin Ida Eckhoff ist über das “Flüchtlingspack”, wie diese Menschen allgemein bezeichnet wurden, nicht glücklich, aber sie als Helfer auf dem Hof sind sie durchaus zu gebrauchen. Besonders weil Karl, der Sohn des Hauses, als psychisches und körperliches Wrack aus dem Krieg zurück gekommen ist. Karl und Veras Mutter heiraten nach einiger Zeit. Ida Eckhoff zerbricht daran endgültig, denn Hildegard von Kamcke ist alles andere als die Schwiegertochter die sie sich gewünscht hat. Nach einiger Zeit lernt Hildegard einen anderen Mann kennen und verlässt Karl und lässt ihre Tochter Vera auf dem Hof zurück. Vera muss ihre Mutter und deren neue Familie in den Ferien immer besuchen. Später kommt ihre Halbschwester immer zu ihr auf den Hof. Und obwohl sich beide nichts sehnlicher als die Liebe der Mutter wünschen, ist sie beiden in gewisser Weise versagt. Jahre später zieht Anne Hoge, Veras Nichte, samt Sohnemann zu ihr auf den Hof. Auch sie sind Flüchtlinge. Geflohen aus der Stadt, weil Annes Mann sich in eine andere verliebt hat und für Anne und den kleinen Sohn kein Platz mehr in der Wohnung ist…. Im ersten Moment als ich Hannelore Hogers Stimme hörte, war mein Gedanke: “Oh Gott, das wird zäh werden!”. Erst allmählich verstand ich, wie passend diese etwas schleppende, etwas tiefere Stimme für diesen Roman ist. Das Alte Land mit seinem platten Dialekt und wenn dort Hochdeutsch gesprochen wird, dann hört man diesen auch noch heraus. Und genau so sprach Frau Hoger: Plattdeutsche Gemütlichkeit, sie war spürbar. Sehr sympathisch. Die Leute wurden durch ihre Interpretation für mich lebendig. Eine nette Dorfgemeinschaft vom Land. Die bissigen Kommentare sind zum Schmunzeln und passen zu den rauen aber sympathischen Landbewohnern. In der Geschichte erfährt man viel über Veras und Annes Leben. Es ist eine Zeitreise durch 60 Jahre. Sie erzählt von der Suche nach Geborgenheit und Liebe, nach der Sehnsucht nach einem Platz wo man zu Hause ist. Einige Menschen und Situationen kamen mir selber bekannt vor. Dörte Hansen ist mit “Altes Land” ein Roman gelungen in dem ich Abschnittsweise Parallelen zu meinem Leben finden konnte.  Ein schöne schöne Erzählung und von Hannelore Hoger passend umgesetzt. Auch wenn mir  das Plattdeutsche nicht vertraut ist, habe ich vieles sehr gut verstanden. Mein Fazit: Eine schöner Generationenroman mit sehr realen Charakteren. Bildlich wunderschön in Worten dargestellt die Landschaft, die Leute und das Leben im Alten Land. Einziges Manko: das Hörbuch ist gekürzt. Das Ende kam viel zu schnell, ich hätte noch lange zuhören können!

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  • Geschichte eines Gutshauses und seiner Bewohner

    Altes Land
    Gruenente

    Gruenente

    01. April 2015 um 13:14

    Ida Eckhoff eine alte Patriarchin auf einem traditionellen Obsthof im alten Land, muss Ende des zweiten Weltkrieges Flüchtlinge aufnehmen. Dabei hat sie mit ihrem Sohn Karl,  schon genug Kummer. Einquartiert werden Hildegard und deren Tochter Vera. Hildegard ist selbst auf einem großen Gut aufgewachsen, übernimmt herrisch das Regiment über Hof und Karl. Sie heiraten. Die kleine Vera freundet sich mit ihrer neuen Großmutter an, Hildegard und Ida geraten allerdings immer wieder aneinander. Ida zieht daraus eine schreckliche Konsequenz. Später verlässt Hildegard Hof, Mann und Tochter um wieder standesgemäß zu leben. Vera bleibt mir Karl, der bis zum Ende seines langen Lebens keine Nacht mehr durchschläft, zurück. In ihrem neuen Leben hat Hildegard einen neuen Mann, ein neues Haus, neue Kinder. Vera lässt sie nur selten an ihrem Leben teilhaben. So bleibt Vera bleibt für immer in diesem Haus. Da stehen wieder Flüchtlinge vor diesem Haus: Veras Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn. So wie damals Vera Ida für sich einnahm, schafft das jetzt der Kleine mit Vera. Das Leben geht weiter und hat plötzlich auch viele schöne Situationen für Vera. Natürlich geht das Zusammenleben auch nicht ohne Reibungen von statten. Aber die beiden starken Frauen arrangieren sich sehr gut. Plötzlich ist das Haus voller Leben. Manchmal auf zu viel davon. Doch jetzt hat auch Vera eine Familie. Eine wichtige Episode im Buch wird die Reise von Marlene mit Anne nach Ostpreußen. Dort versuchte Marlene ihrer kalten Mutter posthum näher zu kommen. Dabei werden auch die näheren Umstände der Flucht erläutert. Hildegard  ist im Winter bei der Flucht durch das Eis selber vereist. So wird aus dem „Ungeheuer“ wieder selbst ein Opfer.  Sehr schön vorgetragen durch Hannelore Hoger. Sie lässt sie viel Zeit mit ihrem Vortrag. Leider ist das Hörbuch gekürzt. Ob das der Geschichte wirklich abträglich ist kann ich nicht beurteilen, da ich das Buch noch nicht gelesen habe. Eine Geschichte den Wert von über Heimat und Familie, die einmal mehr um Verständnis mit der Kriegsgeneration wirbt und aufzeigt, dass die Nachwirkungen auch in den Folgegenerationen zu spüren sind. Ausführlicher auf meinem Blog (ab dem 10.04.2015)

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