D O Smith

 5 Sterne bei 3 Bewertungen

Alle Bücher von D O Smith

Neue Rezensionen zu D O Smith

Neu
Stefan83s avatar

Rezension zu "Die violette Hand" von D O Smith

Ein kleines Juwel unter den Pastichés
Stefan83vor 7 Jahren

Unter all den vielen Nacherzählungen der Sherlock Holmes-Geschichten gehören die Werke aus der Feder D. O. Smiths zu den besten und werden von Kennern aufgrund ihrer Nähe zum Original hoch gelobt. Und es steht auch außer Frage, dass kaum ein anderer Autor den Ton und Geist der ursprünglichen Vorlage Sir Arhur Conan Doyles derart genau trifft. „Die violette Hand“ sticht dabei besonders hervor, reiht sie sich doch fast nahtlos in die Reihe der übrigen Sherlock Holmes Geschichten ein und zeigt dabei dennoch Motive, die Doyle zwar angelegt, aber selbst nicht realisiert hat. Für alle Freunde des größten Detektivs der Literaturgeschichte, welche nach neuem Lesestoff gieren, also ein Grund sofort zuzugreifen, zumal auch die Handlung aufs Beste zu unterhalten weiß. Diese sei hier kurz von mir angerissen:

London Ende Juni des Jahres 1890. Nach seinem Auszug aus der Baker Street sieht Dr. John Watson seinen alten Freund Sherlock Holmes nur noch gelegentlich und erfährt von dessen Abenteuern oft bloß aus der Zeitung. Ein Grund mehr dem Detektiv einen Besuch abzustatten und auf diesem Wege Nachschub für die von ihm verfassten Memoiren zu erhalten. Es wird ein freudiges Wiedersehen, das jedoch bald von einem weiteren Besucher unterbrochen wird. Mark Pringle, ein Teehändler, welcher seinen Reichtum auf Ceylon gemacht und sich auch gleichzeitig dort mit Malaria infiziert hat, benötigt dringend die Hilfe des beratenden Detektivs. Seit einiger Zeit spielen sich in seinem Haus rätselhafte Dinge ab, welche mit der Einstellung eines neuen Gärtners und dessen Frau begonnen haben. Von seiner eigenen Frau Lettie in ihre Dienst genommen, scheint dieses Paar sich äußerst merkwürdig zu benehmen. Der Gärtner hat von seinem Gewerbe offensichtlich nicht die blasseste Ahnung und auch seine Frau überrascht als Angestellte mit einem ungewohnt befehlenden Ton. Zudem entdeckt Pringle an den Wänden eines Nebengebäudes seines großen Anwesens einen violetten Handabdruck mit sechs Fingern. Und als eines Nachts ein unbekannter Mann in seinem Garten auftaucht um so gleich wieder zu verschwinden, ist er einem Nervenzusammenbruch nahe. Vernebeln ihm die von Malaria ausgelösten Fieberträume die Sinne? Oder steckt hinter dem ganzen doch mehr als auf den ersten Blick ersichtlich ist? Holmes nimmt sich des Falles an und stößt dabei auf einen gefährlichen Geheimbund, dessen Wirken seit jeher mit dem Tod von Menschen verbunden gewesen ist ...

Sessel zurechtgerückt, Kissen aufgeklopft und eine Tasse Tee bereitgestellt. Schon kann die Lektüre dieser Geschichte losgehen, die mit gerade mal 85 Seiten sehr kurz ausfällt, und doch jedem Holmesianer das Grinsen ins Gesicht treiben dürfte, denn Smith bewegt sich derart eng im von Conan Doyle gesetzten Rahmen, das uns auch bei genauestem Blick kein Unterschied zum Original auffallen will. Der Stil, die Sprache, der Aufbau. Hier stimmt einfach alles. Das viktorianische Zeitalter wird mit einer Liebe zum Detail wiedererweckt, die bemerkenswert und zu loben ist. Wie bei Holmes-Geschichten üblich erfreut man sich am Miträtseln, um letztendlich natürlich vom großen Detektiv selbst bezüglich der Hintergründe aufgeklärt zu werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat man dann auch völlig vergessen, dass es sich hierbei nicht um ein Werk von Sir Arthur Conan Doyle handelt.

Insgesamt ist „Die violette Hand“ ein kleines Juwel unter den Pastichés, das sich ein jeder Sammler bedenkenlos ins Regal stellen kann. Großes Kompliment für die liebevolle Aufmachung seitens des Verlags Baskerville Bücher. Es bleibt die Hoffnung, dass neben der anderen Geschichte „Die Schale des Zodiakus“ auch noch die verbleibenden Zwölf von D. O. Smith irgendwann den Weg ins Deutsche finden werden.

Kommentieren0
14
Teilen
Stefan83s avatar

Rezension zu "Die Schale des Zodiakus" von D O Smith

Kurz und gut
Stefan83vor 7 Jahren

Von den vielen erschienenen Nacherzählungen um den größten Detektiv der Literaturgeschichte, Sherlock Holmes, sind ohne Zweifel einige, die sich der Vorlage von Sir Arthur Conan Doyle nur als wenig würdig erwiesen oder diese ganz entstellt haben. Und da der eingefleischte Holmesianer besonders auf die Kleinigkeiten achtet, ist die Enttäuschung nicht selten groß, wenn die Lektüre eines Pastichés beendet ist. Umso wichtiger auf die Werke aufmerksam zu machen, die sonst in dieser Fülle an Titeln unterzugehen drohen.

Hier sind besonders die Bücher von D. O. Smith hervorzuheben, der ganz in den Tradition des Urvaters Doyle, eine ganze Reihe von Geschichten auf Papier gebracht hat, die, so behauptet Reclams Krimi-Lexikon, „wie kaum eine zweite Nacherzählung den Ton und Geist der alten Vorlage treffen“. Diesem Urteil kann ich mich nach Beendigung der gerade mal 96 Seiten voll und ganz anschließen. Selbst das geübteste Auge wird kaum unterscheiden, ob es sich bei „Die Schale des Zodiakus“ um ein Pastiché oder gar ein verloren gegangenes Manuskript von Sir Arthur Conan Doyle handelt, derart viele typische Stilelemente hat D. O. Smith übernommen und in die ebenfalls Holmes-typische Handlung integriert. Diese sei hier kurz angerissen:

Dr. James Saunders sitzt in der Klemme. Sein Neffe, der junge Robert Harford Joyce, hat augenscheinlich wenig von seinem gesitteten Vater geerbt und gibt, obwohl noch nicht volljährig, das ihm zur Verfügung gestellte Geld mit vollen Händen aus. Die Schulden türmen sich und Saunders, der Treuhänder des Erbes, sieht sich den ständigen Bitten von Robert ausgesetzt. Als er sich hartnäckig zeigt und eine weitere Zahlung verweigert, verpfändet der zornige Neffe kurzerhand die legendäre Schale des Zodiakus, ein Familienerbstück von unermesslichem Wert. Der dubiose Pfandleiher und Gesellschaftsparasit Oscar Morley verweigert zudem noch jegliche Rückgabe, weswegen Saunders nun Sherlock Holmes darum bittet, das Kunstwerk wiederzubeschaffen. Gemeinsam mit Watson erdenkt der Meisterdetektiv einen genialen Plan, um schnell festzustellen, dass seine Gegenspieler gewitzter sind, als anfangs gedacht …

Unter all den vielen missglückten Nachahmungen, in denen Holmes unter anderem zum Energiefelder schwingenden tibetanischen Priester mutiert („Das Mandala des Dalai Lama“) oder gar lovecraftsche Wesen bekämpfen muss („Schatten über Baker Street“), ist „Die Schale des Zodiakus“ eines echtes Juwel, das man bedenkenlos in die Sammlung einreihen kann. Hier merkt man dem Nachahmer das Nachahmen nicht an, sondern bekommt in einem vertrauten, altbekannten Rahmen ein neues Abenteuer mit Sherlock Holmes und Dr. Watson präsentiert, das kurzweilig unterhält und zum Miträtseln anregt. Großes Kompliment an Übersetzer Michael Ross, der zwei der Titel (der andere ist „Die violette Hand“) in seinem Selbstverlag Baskerville Bücher veröffentlicht und damit der Holmes-Leserschaft zugänglich gemacht hat. Möge diese Rezension dazu beitragen, dass das Interesse an solchen Werken weiter steigt und wir somit irgendwann in den Genuss der anderen unveröffentlichten Titel aus D. O. Smiths Feder kommen.

Insgesamt ist „Die Schale des Zodiakus“ einer der besten Holmes-Nacherzählungen, welche ich allen Freunden des großen Detektivs nur mit Nachdruck empfehlen kann. Einziger Kritikpunkt: Es sind halt leider „nur“ 96 Seiten.

Kommentieren0
14
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 3 Bibliotheken

Worüber schreibt D O Smith?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks