D O Smith Die violette Hand

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  • Ein kleines Juwel unter den Pastichés

    Die violette Hand
    Stefan83

    Stefan83

    09. October 2011 um 11:56

    Unter all den vielen Nacherzählungen der Sherlock Holmes-Geschichten gehören die Werke aus der Feder D. O. Smiths zu den besten und werden von Kennern aufgrund ihrer Nähe zum Original hoch gelobt. Und es steht auch außer Frage, dass kaum ein anderer Autor den Ton und Geist der ursprünglichen Vorlage Sir Arhur Conan Doyles derart genau trifft. „Die violette Hand“ sticht dabei besonders hervor, reiht sie sich doch fast nahtlos in die Reihe der übrigen Sherlock Holmes Geschichten ein und zeigt dabei dennoch Motive, die Doyle zwar angelegt, aber selbst nicht realisiert hat. Für alle Freunde des größten Detektivs der Literaturgeschichte, welche nach neuem Lesestoff gieren, also ein Grund sofort zuzugreifen, zumal auch die Handlung aufs Beste zu unterhalten weiß. Diese sei hier kurz von mir angerissen: London Ende Juni des Jahres 1890. Nach seinem Auszug aus der Baker Street sieht Dr. John Watson seinen alten Freund Sherlock Holmes nur noch gelegentlich und erfährt von dessen Abenteuern oft bloß aus der Zeitung. Ein Grund mehr dem Detektiv einen Besuch abzustatten und auf diesem Wege Nachschub für die von ihm verfassten Memoiren zu erhalten. Es wird ein freudiges Wiedersehen, das jedoch bald von einem weiteren Besucher unterbrochen wird. Mark Pringle, ein Teehändler, welcher seinen Reichtum auf Ceylon gemacht und sich auch gleichzeitig dort mit Malaria infiziert hat, benötigt dringend die Hilfe des beratenden Detektivs. Seit einiger Zeit spielen sich in seinem Haus rätselhafte Dinge ab, welche mit der Einstellung eines neuen Gärtners und dessen Frau begonnen haben. Von seiner eigenen Frau Lettie in ihre Dienst genommen, scheint dieses Paar sich äußerst merkwürdig zu benehmen. Der Gärtner hat von seinem Gewerbe offensichtlich nicht die blasseste Ahnung und auch seine Frau überrascht als Angestellte mit einem ungewohnt befehlenden Ton. Zudem entdeckt Pringle an den Wänden eines Nebengebäudes seines großen Anwesens einen violetten Handabdruck mit sechs Fingern. Und als eines Nachts ein unbekannter Mann in seinem Garten auftaucht um so gleich wieder zu verschwinden, ist er einem Nervenzusammenbruch nahe. Vernebeln ihm die von Malaria ausgelösten Fieberträume die Sinne? Oder steckt hinter dem ganzen doch mehr als auf den ersten Blick ersichtlich ist? Holmes nimmt sich des Falles an und stößt dabei auf einen gefährlichen Geheimbund, dessen Wirken seit jeher mit dem Tod von Menschen verbunden gewesen ist ... Sessel zurechtgerückt, Kissen aufgeklopft und eine Tasse Tee bereitgestellt. Schon kann die Lektüre dieser Geschichte losgehen, die mit gerade mal 85 Seiten sehr kurz ausfällt, und doch jedem Holmesianer das Grinsen ins Gesicht treiben dürfte, denn Smith bewegt sich derart eng im von Conan Doyle gesetzten Rahmen, das uns auch bei genauestem Blick kein Unterschied zum Original auffallen will. Der Stil, die Sprache, der Aufbau. Hier stimmt einfach alles. Das viktorianische Zeitalter wird mit einer Liebe zum Detail wiedererweckt, die bemerkenswert und zu loben ist. Wie bei Holmes-Geschichten üblich erfreut man sich am Miträtseln, um letztendlich natürlich vom großen Detektiv selbst bezüglich der Hintergründe aufgeklärt zu werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat man dann auch völlig vergessen, dass es sich hierbei nicht um ein Werk von Sir Arthur Conan Doyle handelt. Insgesamt ist „Die violette Hand“ ein kleines Juwel unter den Pastichés, das sich ein jeder Sammler bedenkenlos ins Regal stellen kann. Großes Kompliment für die liebevolle Aufmachung seitens des Verlags Baskerville Bücher. Es bleibt die Hoffnung, dass neben der anderen Geschichte „Die Schale des Zodiakus“ auch noch die verbleibenden Zwölf von D. O. Smith irgendwann den Weg ins Deutsche finden werden.

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