D. H. Lawrence Lady Chatterley

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Inhaltsangabe zu „Lady Chatterley“ von D. H. Lawrence

Die »Chatterley« ist der berühmteste Roman des englischen Schriftstellers D. H. Lawrence: Aus der erdrückenden Enge ihrer Ehe mit dem verbitterten Clifford flieht die junge und schöne Titelheldin in eine leidenschaftliche Affäre mit dem lebensklugen Wildhüter Mellors. Bei allen Skandalen, die Lawrence offenherzig-freizügige Schilderung der Beziehung seiner beiden Hauptfiguren auslöste, bleibt das große und entscheidende Thema des Romans die Erfüllbarkeit ihres Wunsches nach Warmherzigkeit und wahrer Liebe.

Dieses Buch bleibt in Erinnerung - Empfehlung/Rezept: LESEN!!

— SigiLovesBooks

Unglaublich gut - ist schon eine Weile her, dass ich es gelesen habe, daher nur aus meiner Erinnerung heraus: Magisch sinnlich.

— Ivy_Paul

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    Lady Chatterley

    Ivy_Paul

    01. June 2015 um 20:52

    Wie D.H. Lawrence mit Worten umgeht ....
    Es begeistert mich ..

  • Erotik oder Liebe?

    Lady Chatterley

    Herbstrose

    Kurz nach seiner Heirat mit der lebenslustigen Constance zieht Clifford Chatterley 1917 in den Krieg, aus dem er gelähmt und impotent wieder zurückkehrt. Das Paar lebt nun in Wragby Hall, dem Sitz der Chatterleys, in der Nähe einer Bergarbeitersiedlung. Während Clifford sich der Schriftstellerei widmet, beginnt Connie mehr und mehr zu vereinsamen und sich von ihrem Mann abzuwenden. Auch eine kurze Affäre mit dem zu Besuch weilenden Michaelis kann Connie nicht aufheitern. Um weniger Zeit mit ihrem Mann verbringen zu müssen, engagiert sie zu seiner Pflege Mrs. Bolton, eine ältere verwitwete Krankenschwester, mit der Clifford bald in enger Vertrautheit verbunden ist. Jetzt hat Connie Zeit für lange Spaziergänge durch die umliegenden Wälder und für Begegnungen mit Oliver Mellors, Cliffords Förster und Wildhüter. Dieser Mann fasziniert sie, sie ist beeindruckt von seiner einfachen Art zu leben, seiner Reserviertheit, seiner Geringschätzung für die herrschende Klasse und nicht zuletzt von seinem Körper. Nach anfänglicher Zurückhaltung siegt die sexuelle Anziehung, es bahnt sich eine heftige Liebesbeziehung an, die nicht ohne Folgen bleiben soll … Mit „Lady Chatterley“ schrieb D. H. Lawrence bereits 1928 ein Klassiker der Weltliteratur, ein Liebesroman, in dem erstmals ausführlich über die Sexualität geschrieben wurde. Wegen anstößiger Szenen wurde eine Veröffentlichung zunächst abgelehnt. Erst die noch vor seinem Tod von Lawrence selbst bereinigte 3. Fassung, in der etwa 10 % fehlten, wurde nach ihrer Veröffentlichung 1932 ein Erfolg. Den endgültigen Durchbruch jedoch erzielte der Roman in unzensierter Fassung 1960, wo er in Deutschland als Taschenbuch erschien. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Erfolg leistete dabei der ‚Katholische Volkswartbund‘, als er gegen den Verlag Anzeige wegen ‚Verbreitung unzüchtiger Schriften‘ erstattete, die Klage jedoch von der Hamburger Staatsanwalt abgewiesen wurde. Aus heutiger Sicht kann man die Aufregung um den Roman nicht mehr verstehen. Die wenigen erotischen Szenen sind sehr feinfühlig geschrieben und auch nur andeutungsweise vorhanden, es geht vielmehr um die Gefühle der beteiligten Personen. Im Vordergrund steht außerdem die Problematik der zunehmenden Industrialisierung und was sie aus der Natur und den Menschen macht, sowie das dünkelhafte Verhalten des britischen Adels und Geldadels gegenüber der arbeitenden Bevölkerung in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg. Es ist auch eine Geschichte über Auflehnung gegen gesellschaftliche Zwänge, über Selbstfindung und Selbstbestimmung. Leider ist der Roman etwas langatmig und liest sich ziemlich schwerfällig, da der Schreibstil gekünstelt und unnatürlich wirkt. Hinzu kommt noch Mellors seltsamer Dialekt, der in der deutschen Übersetzung an die Bayerische Mundart angelehnt ist. Brillant hingegen sind die Schilderung der Charaktere und die Beschreibung der Natur, darin ist Lawrence ein Meister. Man sollte deshalb ein gewisses Maß an Geduld mitbringen und an die Geschichte in Punkto Erotik keine allzu großen Erwartungen haben, dann wird man von dem Buch nicht enttäuscht werden.

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    • 4

    kornmuhme

    07. March 2015 um 21:01
  • Rezension zu "Lady Chatterley" von D. H. Lawrence

    Lady Chatterley

    Danny

    David Herbert Lawrence hat mit diesem Roman nach dem I. Weltkrieg in Großbritannien einen der größten Skandale der Literaturgeschichte vom Zaun gebrochen, was schließlich zu einem Veröffenlichungsverbot führte, welches erst in den 30er Jahren wieder aufgehoben wurde. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, deren Mann versehrt aus dem Krieg zurückkehrt und die schließlich das unsagbare wagt und die scheinbar unüberwindbaren Standesschranken überschreitet und schließlich ihre Erfüllung bei einem Wildhüter findet. Sehr feinfühlig geschrieben. Wahrlich ein Klassiker, der so viel mehr als ein paar erotische Szenen zu bieten hat!

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    • 2

    Arun

    17. March 2014 um 08:53
  • Rezension zu "Lady Chatterley" von D. H. Lawrence

    Lady Chatterley

    Lax

    01. August 2011 um 16:31

    Der skandalträchtige Roman „Lady Chatterley“ schildert offen das Liebesspiel zweier Menschen, doch ist es auch ein philosophisches Werk, dass die Rückkehr zum Menschsein fordert. Im Jahre 1928 erschien das Buch „Lady Chatterley“ des Engländers D. H. Lawrence zuerst in Italien, in England war es verboten aufgrund seiner expliziten Beschreibung von sexuellen Praktiken und der häufigen Verwendung sogenannter vulgärer Wörter. Erst etwa dreißig Jahre später sollte es endlich in England erhältlich sein und es entwickelte sich zu einem wahren Bestseller. Am ersten Verkaufstag im Jahre 1960 war das Buch schon nach wenigen Stunden ausverkauft. Bis 1959 konnte jeder Herausgeber von Literatur, die als jugendgefährdend galt, nach dem Obscene Publications Act, verhaftet werden. Literatur sollte so rein sein, dass es vierzehnjährige Kinder nicht verderben konnte. Erst 1959 wurde der das Gesetz geändert und der Penguin Verlag, der Lady Chatterley herausbringen wollte, wurde freigesprochen. Dieser Freispruch gilt als wichtiger Schritt für die Freiheit des geschriebenen Wortes. Vielfach wurde und wird „Lady Chatterley“ als pornographisch angesehen. Dabei schreibt Lawrence nur über den menschlichen Geschlechtsakt und benutzt Wörter, mit denen Autoren auch heutzutage noch Probleme haben. Bei ihnen wird der Penis umgewandelt zu einem Schwert, dass sich in eine dunkle Höhle kämpfen muss oder es wird rein mechanisch beschrieben, als ein Kolben, der auf und nieder fährt, das sexuelle, schmutzige wird unter den Tisch gekehrt. Wenn es sich um Literatur handeln sollte, die sich selber nicht ernst nimmt, wäre es zu verstehen, doch diese Worte sind bei etlichen „seriösen“ Autoren zu finden. Zum Glück nicht bei D. H. Lawrence. „Die Menschen verachten den Geschlechtsakt und vollzogen ihn doch.“ Dabei handelt die Geschichte von Constance Chatterley und ihrem Liebhaber, dem Wildhüter Mallors nicht nur ausschließlich von Sex. Die Geschichte ist bei weitem komplexer und philosophischer. Die junge Schottin Constance heiratet und zieht zu ihrem Mann Clifford nach Mittelengland in eine Bauarbeitersiedlung. Es ist schmutzig dort, die Menschen unnahbar, was auch daran liegt, das die einfachen Menschen gesellschaftlich unter den reichen Chatterleys stehen und langweilig. „Was auch immer geschah – es geschah nichts…“ Constance wird depressiv, auch weil ihr Mann nach einer Kriegsverwundung gelähmt ist und nicht mehr in der Lage ist mit seiner Frau zu schlafen. Ihnen bleibt nur der geistige Austausch. Der Beischlaf ist etwas, was die einfachen Menschen machen, die oberen Schichten ergötzen sich am Intellekt. „…auf der einen ist es in physischem Verfall begriffen, auf der anderen erlebt es einen Aufstieg im Geiste.“ Dann jedoch knüpft sich ein Liebesband zwischen Lady Chatterley und dem Wildheger. Ist der Sex zunächst nur ein reines reinstoßen des Mannes und erdulden der Frau, wandelt sich dieses, als Constance ihre Gedanken ruhen lässt, nicht über das animalische an dem Akt nachdenkt oder das lächerliche, sondern ihren Körper hingibt aus Liebe. Sie streift die Konventionen ab, tanzt nackt durch den Regen und flechtet sich Blumen in die Schamhaare. „Das geistige Leben…dieser Schwindel!“ Doch fangen die Schwierigkeiten hier erst an, der Skandal rollt auf die beiden Liebenden unaufhaltbar zu. Somit handelt der Roman nicht nur von den gesellschaftlichen Problemen der damaligen Zeit, sondern auch von der Frage, ob wir Menschen inzwischen nur noch klinisch rein geistig funktionieren und ob es zwangsläufig unser Ziel sein muss? „Grauenhaft war es zu existieren ohne zu leben…“ Und der Roman handelt von der zunehmenden Industrialisierung der Produktion und der Menschen. „Was sollte aus seinem Volk werden, einem Volk, in dem jede lebendige intuitive Kraft erstorben war und nur merkwürdige mechanische Schreie und eine unheimliche Willenskraft zurückbleiben?“, „Alles Verletzbare mußte sterben unter der rollenden Flut des Eisens.“ D. H. Lawrence stellt die Schönheit und Reinheit der Natur dem Dreck der Wirtschaft und des Geldes entgegen. „Ich stehe ein für das Band körperlicher Bewußtheit zwischen den Menschen…und für das Band der Zärtlichkeit…Es ist ein Kampf gegen das Geld und gegen die Maschine.“ David Herbert Richards Lawrence (1885-1930) hat mehrere Romane, Kurzgeschichten, Gedichte und Literaturkritiken verfasst.

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  • Rezension zu "Lady Chatterley" von D. H. Lawrence

    Lady Chatterley

    Kleinstadtkatze

    28. February 2011 um 00:21

    x Autor: D.H. Lawrence x Titel: Lady Chatterley/ Lady Chatterleys Liebhaber x Originaltitel: Lady Chatterley's Lover x Genre: Frauenroman x Erscheinungsdatum: 31. Juli 2009 x 448 Seiten x Anaconda Verlag (in meinem Fall) x ISBN: 978-3-86647-375-1 x Der erste Satz: Unser Zeitalter ist dem Wesen nach tragisch, daher weigern wir uns, es tragisch zu nehmen. Klappentext (und worum es geht): Die "Chatterley" ist der berühmteste Roman des englischen Schriftstellers D.H. Lawrence: Aus der erdrückenden Engre ihrer Ehe mit dem verbitterten Clifford flieht die junge und schöne Titelheldin in eine leidenschaftliche Affäre mit dem lebensklugen Wildhüter Mellors. Bei allen Skandalen, die Lawrence' offenherzig- freizügige Schilderung der Beziehung seiner beiden Hauptfiguren auslöste, bleibt das große und entscheidende Thema des Romans die Erfüllbarkeit ihres Wunsches nach Warmherzigkeit und wahrer Liebe. Das zentrale Thema des Romans beschränkt sich fast ausschließlich auf eine unglückliche und sexuell unansprechende Ehe zwischen Lady Chatterley und Sir Clifford, da dieser seit dem Ersten Weltkrieg in der unteren Hälfte seines Körpers gelähmt ist und seinen "Fehler" durch wissenschaftlich-philosophische Tätigkeiten und wirtschaftliches Schriftstellertum bewältigt. Für seine Frau bleibt dabei oft nur ein kühler Blick übrig. Dennoch geht der Roman vereinzelt auf die wirtschaftliche Lage des damaligen Englands kritisch ein und die Verkrüppelung der Arbeiterklasse durch die harte Arbeit und die Herrschsucht der Adelsfamilien, zu denen die Protagonistin seit ihrer Heirat auch zählt, ein. Rezeption: Der Einstieg in die Geschichte gelang mir sofort. Behutsam wird die Ausgangssituation für den Romankonflikt I, das Unglück im Ersten Weltkrieg seitens Sir Cliffords, geschildert und die deswegen aufkeimende Nutzlosigkeit der Ehe seitens der Lady Chatterley. Sie fühlt sich zu ihrem gelähmten Gatten eher kindlich hingezogen, als liebevoll und sexuell, sodass sie auf Dauer hinsiecht und unter der kühlen Gemeinsamkeit leidet. Daraus ergibt sich der Romankonflikt II, nämlich, dass sich die sexuell frustrierte Connie (Lady Chatterley heißt mit Vornamen Constance) zu dem Bediensteten ihres Mannes, Oliver Mellors, einem Wildhüter, sowohl körperlich als auch geistig hingezogen fühlt und mit ihm in eine leideschaftliche Affäre stürzt. Der Leser erkennt hier ganz leicht die Gesellschaftskritik des Autors, der eine Baronin mit einem einfachen Arbeiter in eine Liebesbeziehung bringt und die Sinnlosigkeit der Standesschranken aufzeigt, die Connie im Roman auch eisern und oft vertritt. Der Ausgang und das "Auffliegen" der Affäre hat mich ein wenig überrascht. Wie es ausgegangen ist...werde ich natürlich nicht verraten. ;) ;) Die Romansprache gestaltete sich auch hier leicht zugänglich, obwohl sie teils mit derbem Dialekt seitens des Wildhüters bestückt worden ist, was ein weiteres Anzeichen des Unmuts gegenüber des Herrscherklasse darstellt. Fazit: Ein etwas anderer Frauenroman, der nicht nur die Leidenschaft und den Betrug in den Mittelpunkt stellt, sondern auch sehr viele Einblicke in das Wirtschaftliche und Soziale des damaligen Englands gibt.

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  • Rezension zu "Lady Chatterley" von D. H. Lawrence

    Lady Chatterley

    DasZufallsBuch

    09. November 2010 um 16:24

    "Lady Chatterley" ist ein Klassiker in der Literaturgeschichte. Eine junge Frau fühlt sich in ihrer lieblosen Ehe gefangen, nimmt sich einen Liebhaber, findet sich dadurch selbst und will mit Liebhaber zusammenleben. Der Schreibstil ist sehr poetisch und bildreich. Es liest sich sehr gut, auch wenn es sich manchmal ein wenig hinzieht. Meiner Meinung nach geht es im Buch darum, das man als Mensch nicht nur geistig (intellektuell) sein kann, sondern auch das körperliche braucht um ganz und glücklich zu sein.

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  • Rezension zu "Lady Chatterley" von D. H. Lawrence

    Lady Chatterley

    rumble-bee

    14. August 2010 um 15:08

    - Hallo, Rüpelbiene, schön dich zu treffen. Sag mal, du liest doch immer so interessante Sachen - kannst du mir grade was empfehlen? - Hmmm... jaaa... -* Also was jetzt, hast du gerade was gelesen, worüber wir sprechen können, oder nicht?* - Doch. - Aha, ich verstehe schon. Du hast ein Buch gelesen, das nicht deinen Erwartungen entsprach, und jetzt bist du verunsichert. - Du kennst mich ja ziemlich gut, genau so ist es. - Dann lass uns mal weiter sehen. Bist du verunsichert, weil es schlecht war? - Nein, nicht an und für sich schlecht. Nur so völlig anders. Anders als sein Ruf, und anders als vieles, was ich in letzter Zeit gelesen habe. - Sein Ruf...? Beschreib mir den doch mal! - Oh, da kommen gleich mehrere Punkte zusammen: es ist ein Klassiker, auch noch aus England, es war lange Zeit sogar verboten, und es hat eine weibliche Hauptfigur, die ziemlich erotische Erfahrungen macht. - Ha, ich ahne es: Lady Chatterley von D. H. Lawrence! Davon hab ich gehört. Lass uns das mal näher untersuchen. - Erzähl mir doch erst mal mehr von der Handlung. - Siehst du, damit geht das Problem schon los. Es geht gar nicht so sehr um Handlung, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie man heute Romane versteht. - Es passiert aber schon was? - Ja, der Leser verfolgt über lange Strecken hinweg die emotionale Entwicklung der Heldin, Lady Constance (Conny) Chatterley. - Ich gehe also davon aus, dass sich die beschriebene Zeit über einen längeren Zeitraum hinzieht, und nicht konsequent durcherzählt wird? - Ganz genau. Die erzählte Zeit erstreckt sich über etwas mehr als ein halbes Jahr, mit gelegentlichen Rückblenden. Es passiert aber wirklich nicht viel. Der Fokus des Autors liegt eher auf der Atmosphäre in diesem alten Herrenhaus, und vor allem der Atmosphäre zwischen Conny und ihrem Ehemann. - Der ja verwundet aus dem Krieg heimkam, und seitdem im Rollstuhl sitzt...? -Richtig, und das führt letzten Endes dazu, dass Conny als Frau durch und durch unbefriedigt ist. Denn sie hatte nur 4 Wochen mit ihrem Mann, bevor er eingezogen wurde. Und danach kam er schon als Invalide nach Hause. Total tote Hose, um es einmal etwas böse auszudrücken. - Hm, man erzählt sich ja, das Buch handele von ihrer Affäre mit dem Wildhüter Oliver Mellors. Das stimmt doch, oder? - Ja, aber nur bedingt. Bevor sie diesen Mellors überhaupt trifft, ist das halbe Buch schon vorbei. Es geht eben sehr um das aristokratische Leben, wie es damals geführt wurde, und um das Verhältnis zwischen arbeitender und herrschender Klasse - Lord Chatterley besitzt nämlich ein Bergwerk. - Gut, und als sie diesen Mellors schließlich trifft...? - Dann nimmt die Schilderung ihrer Treffen wieder nur einen vergleichsweise geringen Raum ein, die F...Szenen sind eigentlich sehr kurz und harmlos beschrieben aus heutiger Sicht. Es geht wirklich eher um die Gedanken, die sich beide machen, wenn sie nicht zusammen sind, und wie sie ihre Treffen arrangieren. Und wie die Haushälterin langsam Wind von der Sache bekommt. Lauter zwischenmenschliche Sachen eben. - Du klingst aber ein wenig nachdenklich dabei. - Ja, das liegt daran, dass man eigentlich zwei Bücher vor sich hat. man kann das Buch einerseits als reines Zeitdokument lesen - mit endlosen Passagen darüber, wie das Leben der Bevölkerung zur Zeit der aufkommenden Industrialisierung war. Und wie sich das Leben der Aristokratie langsam,aber sicher auflöste. - Und andererseits? - Andererseits ist es weniger ein erotisches Buch, als der Bericht einer Selbstfindung. zwar wiederum ein wenig oberflächlich und naiv aus heutiger Sicht, aber ich kann mir schon vorstellen, dass das damals für Zündstoff gesorgt hat. - Gut, beim Inhalt kommen wir wohl nicht weiter. Was sagst du zu den handelnden Personen? - Du hast Recht, dieses Thema ist ergiebiger. Hm, warte... Ich finde, man kann die Beteiligten schon recht gut verstehen. Aber sie sind nicht nach heutigen Maßstäben charakterisiert. - Du meinst, sie sind eher Typen, als lebendige Personen? - Du hast es erfasst. Alle werden hauptsächlich nach Maßgabe ihrer Rolle in der Gesellschaft geschildert. Clifford Chatterley ist der blasierte Aristokrat, der sein Heil hauptsächlich im Geschäftlichen und im Veranstalten von Dinnerpartys sucht. Hat ja auch kaum was anderes, der arme Teufel. Lady Chatterley ist die kultivierte Pflanze, deren Hauptaufgabe zunächst das Repräsentieren ist. Die Haushälterin ist eine Klatschbase. Und der Wildhüter ist ein verschrobener Eigenbrötler, der aber geschickt verbirgt, dass mehr in ihm steckt. - Das klingt, als wäre er dir am sympathischsten gewesen. - ja, stimmt irgendwie. Insofern man überhaupt bei diesem gestelzten Schreibstil von Sympathie sprechen kann. - Da hast du ein gutes Stichwort geliefert. Wie ist denn der Schreibstil, und die Sprache? - Hm, ich glaube, man sollte vor allem wissen, dass der Autor sehr viele autobiographische Elemente in den Roman hat einfließen lassen. Er hat sich im Wildhüter sozusagen selbst porträtiert. Und von daher hat er das Buch auch ganz in seiner eigenen Sprache geschrieben. - Und das bedeutet? - Alle denken ständig nach, alle zerfließen vor Emotionen, besonders, wenn sie die Natur betrachten, alle sind ständig irgendiwe weinerlich, alle finden das Zeitalter zwar schrecklich, aber die wenigsten tun etwas dagegen. - würdest du die Stimmung als pessimistisch beschreiben? - hm, das trifft es nicht ganz. Ich würde eher sagen, die Stimmung ist ein Spiegel am Umbruch eines Zeitalters in ein neues. Das kann man als Leser wohl so deuten , wie man will. - Kannst du das noch ein wenig genauer beschreiben? - Sagen wir so, es wird beispielsweise ein Gedanke aufgegriffen, der dann im folgenden Abschnitt in alle Einzelheiten zergliedert wird. Das kann auch schon mal mehrere Abschnitte dauern. Dabei sind die Betrachtungen und Gedanken der Personen teilweise durchaus bissig, und recht erheiternd. - Einigen wir uns auf den Begriff "Satire"? - Ja, gut, das trifft es recht genau. - Aber wie ich sehe, hast du dem Buch dennoch 4 Sterne verliehen. Begründe das doch mal! - Ja, als ich einmal Abstand von der Erwartung eines spannenden Romans genommen hatte, konnte ich das Ganze durchaus genießen. Besonders diese bissigen Betrachtungen haben mir ein recht genaues Bild der Zeit vermittelt. Und ich habe mir klar gemacht, wie explosiv das Ganze damals gewesen sein muss. Selbstfindung schön und gut, den Begriff hatte man vielleicht schon mal gehört. Aber anhand welcher Sache...! - Also ist doch Erotik im Spiel? - ja, nur wir als heutige Leser, die wir Autoren wie Catherine Millet und Michel Houellebecq gewöhnt sind, schütteln natürlich den Kopf, was an ein paar F-Wörtern und eindeutigen Gesten so schlimm sein soll. - Die erotischen Szenen haben also immer ein Ziel? - Irgendwie schon. Denn jedesmal verlässt Conny Mellors mit einem neuen Gedanken, und jedesmal keimt ihr Selbstbewusstsein weiter auf. Und DAS dann im Kontrast zum steifen Clifford, das bringt natürlich den vom Autor beabsichtigten Sarkasmus wunderbar zum Ausdruck. - gut, zum Abschluss hätte ich gerne noch ein paar griffige Sätze von dir. Erstens: was war deiner Meinung nach wirklich das Ziel des Autors? - Der damaligen Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, und für einen freieren Umgang mit der Körperlichkeit zu plädieren. Wobei mich aber überrascht hat, dass die politische Seite mindestens ebenso viel Raum einnimmt wie die erotische. - OK! Zweitens, was hat dir an dem Buch besonders gefallen? - Besonders gefallen haben mir die Szenen, wenn Conny nach einem Besuch bei Mellors wieder einmal ein Gespräch mit ihrem Mann geführt hat, und wie sie plötzlich begann, durch ihr neues Selbstbewusstsein motiviert, aufzumucken. Und ich fand die geschilderten Abendessen einfach köstlich - diese steifen Unterhaltungen waren großartig. - Wie beurteils du die Sexualität im Buch? - Einerseits waren die Dinge, die wirklich geschildert wurden, harmlos. Und andererseits hat mich doch berührt, dass es eben keine "Nummernrevue" war, sondern dass es immer um die Gefühle der beteiligten Personen ging. Insbesondere um den weiblichen Orgasmus, wann er vorgetäuscht ist und wann nicht. - Und dein persönliches Fazit? - Man sollte sich als Leser schon klar sein, was man da vor sich hat. Man sollte einen langen Atem haben, und man sollte bereit sein, einen Schritt in die Vergangenheit zu tun. - OK, Rüpelbiene, das war ein interessantes Gespräch! Danke dir. Tschüs. - Tschüs.

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  • Rezension zu "Lady Chatterley" von D. H. Lawrence

    Lady Chatterley

    Bibipiano

    28. November 2009 um 22:00

    Tatsächlich etwas langatmig, aber das Problem hat man ja häufiger mit klassischer britischer Literatur. Ein Buch, welches auch für das aufstrebende Selbstvertrauen der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts steht. Dass Lawrence hiermit für einen Skandal sorgte, ist auf fast jeder Seite nachvollziehbar. Unbedingt Lesenswert!

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