D. H. Lawrence Mr. Noon

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Inhaltsangabe zu „Mr. Noon“ von D. H. Lawrence

In 'Mr. Noon' hat D. H. Lawrence einen dramatischen Teil seiner Biographie aufgearbeitet: wie er die deutsche Adlige Frieda von Richthofen kurz vor dem Ersten Weltkrieg verführte und entführte, liebte und fürchtete. Der Dichter propagiert die freie Liebe, Johanna/Frieda lebt sie. Sie verführt den jungen Gilbert am ersten Abend, und eine Liebe beginnt, die "wie Feuer brennt und kalt wie Eis" ist.

Fast 100 Jahre alt ist der Text und zeigt uns emanzipierte Frauen, verschüchterte Männer ebenso wie Vorurteile, die scheinbar nie vergehen

— Buecherspiegel
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  • Frei Liebe, freies Leben, darum kämpfend, um Anerkennung bittend

    Mr. Noon
    Buecherspiegel

    Buecherspiegel

    21. July 2017 um 20:59

    Dieses zwar unfertige aber doch recht ausgiebige Manuskript eines autobiografischen Romanes von D. H. Lawrence "Mr. Noon" mag fast 100 Jahre alt sein, ist aber aktuell wie nie. Er beschreibt mit seinen Figuren die Liebe zwischen ihm selbst und der Frau seines ehemaligen Professors, Frieda von Richthofen. Seine Sprache ist zum Teil schwierig, vor allem, da wir heute doch vermeiden, ständig Worte oder Satzteile zu wiederholen, so wie er es recht häufig tut. Es bildet aber auch die jeweiligen Gefühle, Mimik und Situationen sehr lebendig ab, als wäre ein Film direkt in Sprache umgesetzt worden. Das ausufernd oft genutzte und kursiv gestellte Wort "ach", das auch als Stoßseufzer verstanden werden kann, lässt er seine Protagonisten in jeder nur erdenklichen Situation gebrauchen. Was seinen Text so aktuell macht, sind die zum Teil kompromisslosen und doch manchmal angstbesetzten Personen vor der eigenen Courage und Mut, sein Leben so zu leben, wie es von der Gesellschaft eben nicht erwünscht und genehmigt ist. Junge Frauen und Männer, die sich am Abend in irgendwelchen Hauseingängen niederlassen um zu "schnäbeln" sich zu küssen, ein wenig befummeln, um dann unerkannt und schnell nach Hause zu entwischen, bevor die Eltern einen erwischen. Und das, obwohl bereits erwachsen, als Lehrer tätig, also bereits aus dem Teenageralter längst heraus. Zum Beispiel einer der ersten Freundinnen unseres Helden Gilbert. Überhaupt kennt Lawrence, wenn es um die Umschreibung eines Geschlechtsaktes oder Flirtens Worte und Definitionen, die einem begreiflich machen, warum viele seiner Texte für einen Skandal gesorgt haben.Eine Frau verlässt Mann und Kinder im fernen Amerika und flieht mit ihrem Freund immer wieder in neue Unterkünfte, um ihrer Familie und deren Werte und Wünsche zu entfliehen. Sie will eben nicht nur ein reiches und behütetes Leben, nicht nur einen Mann lieben, sondern so oft sie kann und will alle Männer haben, die sie lieben will. Frei sein, Abenteuer erleben, auch mal mit wenig Geld auskommen. Ihrem Gilbert macht das zwar oftmals Angst und Bange, doch auch er will sich nicht von seiner Umwelt vorschreiben lassen, wie er zu leben hat und wie er zu Geld kommen soll. Als Lehrer zu arbeiten mag er nicht mehr, lieber von seiner Musik und vom Schreiben seine Existenz bestreiten. Die Schwester seiner Liebsten schickt sie aus den Fängen der Familie auf Reisen, sie wandern, ohne vernünftige Ausrüstung und mit wenig Geld über Deutschland, die Alpen nach Italien. Dabei schlafen sie bisweilen in offen stehenden Heuschobern, kochen, was sie sich leisten können und testen so ihre Liebe. Leider endet der Roman just in dem Augenblick, als sie von ihrer Schwester ein Paket mit wunderbaren Kleidungsstücken geschickt bekommt. Ob sie sich doch wieder hätte verführen lassen vom Blendwerk der Mächtigen, Schönen und Reichen?Deutschland kommt in diesem Roman denkbar schlecht weg. Die Romantik verloren, lieber technokratisch, bürokratisch und ein strammes Soldatenleben vorführend, das jegliche Regelverstöße streng bestraft. Für die damalige Zeit sicher so irritierend wie heute für uns andere Länder.Ungewöhnlich ist auch die Art, wie er den Leser immer wieder direkt anspricht, so als wenn ein Schauspieler direkt in die Kamera schaut, in die Augen der Beobachter. Er nennt ihn den geneigten Leser, wobei er einmal keine Lust mehr dazu hat und uns, den Leser als knurrenden, fauchenden Höllenvogel und anderes mehr bezeichnet. Nur um sich später wieder dem geneigten Leser zuzuwenden. Für Freunde der nicht wirklich alternden Literatur.Weitere Informationen zum Beispiel unter: https://en.wikipedia.org/wiki/Mr_Noon http://www.diogenes.ch/leser/autoren/l/dh-lawrence.html https://de.wikipedia.org/wiki/D._H._Lawrence

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