D. W. Wilson Als alles begann

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Inhaltsangabe zu „Als alles begann“ von D. W. Wilson

Große Gefühle, verschlossene MenschenEigentlich hat Alan West Wichtigeres zu tun, als in diesem Sommer durch die brennenden Rockies zu fahren: nämlich endlich seine Abschlussarbeit und sein Liebesdrama mit Darby zu beenden. Doch dann erleidet sein Großvater »Gramps« einen Herzinfarkt und möchte nach fast dreißig Jahren noch einmal seinen Sohn Jack, Alans Vater, sehen. Und so begibt Alan sich mit Gramps’ altem Freund Archer und Familienhund Puck in einem klapprigen Ranger auf eine abenteuerliche Fahrt durch lodernde Berge – eine Reise in die Vergangen-heit, die Archer mit seinem Leben konfrontiert und den jungen Alan mit seiner Herkunft.

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    Als alles begann

    JoBerlin

    17. December 2014 um 19:34

    Ich hatte hohe Erwartungen, doch leider: Diese Road Novel erreicht bei weitem nicht die literarische Klasse sujet-verwandter Romane wie David Gutersons "Der Andere" oder David Vanns "Goat Mountain". 

  • Das Leben in voller Bandbreite, subtil, nicht beschönigt, aber auch nicht dramatisiert.

    Als alles begann

    HibiscusFlower

    02. December 2014 um 10:48

    Eine Auszeit von Doktorarbeit und Langzeitfreundin lässt Alan West den Sommer bei seinem Großvater Cecil in Invermere inmitten der kanadischen Rocky Mountains verbringen. Als Cecil West einen Herzinfarkt erleidet, bittet er seinen Enkel, dass er seinen Vater, Cecils Sohn, finden soll, damit er in Frieden sterben kann. Und so macht sich Alan zusammen mit dem Familienhund Puck; Archer Cole, einem alten Freund seines Großvaters und einer Schachtel voller Erinnerungen in einem alten Ranger auf die Suche nach Jack West, während die Wälder der Rockys in Flammen stehen. Keine Blumen ?, fragte er. Blumen bringe ich bloß schönen Mädchen. Ich trage ein Kleid. Und es betont deine Augen. Alles gut bei dir ?, fragte er. Was ist das denn für eine Frage. Ich habe keine Lust, mir monatelanges Selbstmitleid kaputt zu machen, bloß weil ich einen Herzinfarkt habe. Du bist ja so blöd, sage ich. (Dialog zwischen Alan und seinem Gramps Cecil - Seite 15) Normalerweise vermeide ich solche Auszüge aus gelesenen Büchern. Doch ich brauche diesen Auszug, um die Besonderheit dieses Buches hervorzuheben. Mein erster Gedanke war: `Dies wird sich doch wohl nicht durch das ganze Buch so ziehen ?!´ Mit jeder neuen Seite wurde mir klar, dass dies der Fall ist. Doch mit jeder neuen Seite kam die Erkenntnis, dass nichts passender gewesen wäre, als diese wortkargen Gespräche. Einerseits macht der Autor den LeserInnen klar, dass die in der Provinz lebenden Protagonisten ihre Emotionen nicht nach außen tragen, dass sich ihr Herz dort befindet, wo es hingehört und nicht auf der Zunge getragen wird. Andererseits hat er sich damit Platz für einen bildgewaltigen Schreibstil geschaffen. Und es ist genau diese Verbindung, die das Buch so faszinierend macht. Die ohne Vorwarnung eingebauten Zeitsprünge sorgen kurzzeitig für Verwirrung; gehören aber zu diesem Buch, denn so eine Geschichte lässt sich nicht in einem geraden Fluss erzählen. "Als alles begann" ist ein Buch voller Geschichten und Erinnerungen aus unterschiedlichen Perspektiven, die sich nichts wiederholen sondern zu einem großen Ganzen verwoben werden. Suchen und Finden ! Kennenlernen und Abschließen ! Freundschaft und Verrat ! Gefühle werden verschlossen und Klagen hört man nie ! Große Gespräche gibt es nicht. Dafür wird das, was gesagt werden soll/muss unverblümt in den Raum geworfen...der rohe Zustand, ohne Bearbeitung, ohne Dekoration. Alan West lernt die Geschichte seiner Familie kennen, einer Familie, die vor drei Jahrzehnten durch Liebe, Lügen und Verrat zerschlagen wurde. Lügen: Ich werd nicht gern angelogen. Dann bist du in der falschen Familie, Kumpel. Das wird mir langsam klar. (Seite 244) Und so muss Alan auf seiner Suche nach Jack West feststellen, dass manchmal die härtesten Entscheidungen eben wirklich die härtesten Entscheidungen sind. Jeder einzelne, der ihn auf dieser Reise begleitet , trägt dazu bei, dass Alan herausfindet, verstehen lernt und sich dabei zwangsläufig verändert. Das Leben entwickelt sich auf verschiedene Arten, fordert Entscheidungen und nie weiß man, ob die gefällten wirklich die richtigen sind. Genau davon erzählt D.W. Wilson in "Als alles begann" - Väter und Söhne - ein rauer Ton - eine raue Kulisse - jedoch ganz sicher kein ungeschliffenes Werk. Das Leben in voller Bandbreite, subtil, nicht beschönigt, aber auch nicht dramatisiert. Faszinierte 5 Hibi-Blüten vergebe ich dafür.

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  • Kantiges Drama

    Als alles begann

    michael_lehmann-pape

    17. November 2014 um 13:06

    Kantiges Drama Dramen altbiblischen Ausmaßes sind es, die D.W.Wilson mit seinen wortkargen, kantigen, teils von der Landschaft und dem Leben in Westkanada geformten Protagonisten Seite für Seite mit sprachlicher Wucht unerbittlich entfaltet. Freundschaft und Verrat, Liebe und Hass, zueinander finden und Verlassen und Verlassen werden. In einer teils bleiernen, schweren Atmosphäre mit ebenso klar wie stark wirkenden Personen, die auf der anderen Seite verschwommene und hilflose Momente erleben, deren Stoltz gebrochen werden wird oder die an ihrem Stoltz verbittern werden. In schicksalhaften Verbindungen und Verwicklungen, von denen der Leser nach einer Weile ahnt, dass sie nicht im Guten werden enden können. Verbindungen und Wendungen, die Wilson aus wechselnden Perspektiven und Zeiten heraus teils unvermittelt erzählt. Es sind keine Helden, keine „Felsen des Lebens“, die Wilson dabei Schicht für Schicht entfaltet, es ist in Teilen gerade ein fast unerträgliches Maß an „Mittelmaß“, welches die Begegnung mit dem ein oder andren der Protagonisten für den Leser zu einem schmerzlichen Prozess gestaltet. Mysterium, Rätsel, Sohn, Vater, Verlobter, Gatte, Liebender, Feigling, Anfang, Mitte und Ende, Beschreibungen, die nicht nur auf die Person im Hintergrund der Suche und Reise im Buch zutreffen, sondern deren Anteile in fast jeder der handelnden Personen zu finden sind. „Elend zeugt Elend“ sagt Alan einmal lapidar am Rande. Und wie sich Elend im Elend fortsetzt und neues hervorbringt, das zeigt Wilson schonungslos im Ergehen seiner Charaktere auf. Jener Alan, den seine Mutter schon verlassen hatte, als er noch gar nicht ganz da war. Dessen Vater wohl vom Hof gejagt wurde (oder doch freiwillige ging“ von „Gramps“, dem Großvater Alans, bei dem Alan aufgewachsen ist, der ihn geprägt hat wie sonst niemand. Der gerade einen Herzinfarkt erlitten und knapp überstanden hat. Und der nun, nach 30 Jahren, seinen Sohn Jack treffen möchte, Alans Vater. Und Alan macht sich auf den Weg. In seine Vergangenheit, sucht nach Spuren seines Vaters. Erste Hinweise erhält er von Archer, der „Notfalladresse“ seines Großvaters, Freund aus früheren Tagen, Deserteur der amerikanischen Armee, der Ende der 60er Jahre mit seiner Tochter Zuflucht in Kanada suchte, dem Alans Vater Jack bei der ersten Begegnung anschoss. Wunden, die natürlich von diesen harten Männern selber genäht werden, wobei dem Leser umgehend die trotzigen Gesichter mit dem gerade ausgespuckten Korken des harten Alkohols vor Augen entstehen. Und so wir diese kleine Gruppe ihren schicksalsträchtigen Weg auf sich nehmen. Wortkarg, mit Dialogen, die kaum mehr als Satzfetzen oft sind, in denen dennoch Wilson ganz Welten von Bedeutungen hineinzulegen versteht. Gramps und Nora und Jack, so etwas wie eine Familie, auch wenn Nora und Gramps nicht verheiratet sind. Archer, der so freundlich und klar wirkt und doch Abgründe in sich trägt. Abgründe, die seine Tochter Linnea nur allzu gut kennt. Linnea, die mit Jack in gut wirkender Weise zusammenkommen wird, bis „Crips“, ein anderer Amerikaner, am Ort auftaucht. Wobei in der düsteren, schweren Atmosphäre, die Wilson sehr dicht von Beginn an als Rahmen der Geschichte setzt schnell klar wird, dass Happy Ends für die ganz eigenen Personen kaum zu erwarten sein werden. Egal, welche Entscheidungen sie auch treffen. „Ein Ding, einmal auf einem bestimmten Weg, bleibt auf diesem Weg, es sei denn, äußerliche Kräfte wirken darauf ein…. Menschen halten im Allgemeinen Kurs auf ihre Bestimmung“. Wobei jene Menschen im Buch gleichzeitig Opfer und Täter sind, Dinge tun und versäumen, damit einerseits die äußeren Richtungen vermeintlich ändern und doch andererseits immer nur auf der Basis ihres inneren Kurses handeln. Ein faszinierender Roman, in dem Wilson das Harte, Schwere und Formende auslotet im Blick auf Personen, die allesamt eher Gescheiterte an ihrem, denn strahlende Akteure ihres Lebens sind.

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