D.B. John

 4.6 Sterne bei 70 Bewertungen
Autor von Stern des Nordens, Stern des Nordens und weiteren Büchern.

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Stern des Nordens

Erscheint am 17.09.2019 als Taschenbuch bei ROWOHLT Taschenbuch.

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Stern des Nordens

Stern des Nordens

 (65)
Erschienen am 25.09.2018
Stern des Nordens

Stern des Nordens

 (3)
Erschienen am 25.09.2018
Stern des Nordens

Stern des Nordens

 (0)
Erscheint am 17.09.2019
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Stern des Nordens

 (2)
Erschienen am 26.09.2018

Neue Rezensionen zu D.B. John

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Rezension zu "Stern des Nordens" von D.B. John

Ein rundum gelungenes Werk
Duffyvor 17 Stunden

Kein Land auf dieser Erde ist so geheimnisvoll wie Nordkorea. Was wir von diesem Land wissen, lässt sich am besten von Satellitenaufnahmen bei Nacht beschreiben. Einige helle Punkte und ansonsten Dunkelheit. Wir wissen von einem brutalen, totalitären Regime, von widerlichen Menschenrechtsverletzungen, von Hungersnöten und unglaublicher Militärpräsenz. Wir kennen die üblichen Geschichten einer Elite, die sich nicht von anderen totalitären Staaten unterscheidet. Trotzdem übt dieses Land eine kalte und unerklärliche Faszination aus, denn keine Diktatur wird weltweit so gefürchtet, wie Nordkorea. Das liegt ohne jeden Zweifel am Atomwaffenprogramm des Landes, dessen wahrer Entwicklungsstand uns genauso verborgen bleibt wie die Reichweiten, die die Raketen tatsächlich haben. Die permanente Präsenz in den Medien ist diesem Umstand zu verdanken und die Kim-Dynastie weiß ihre vermeintlichen Vorteile geschickt in Erpressungen umzumünzen. Trifft man dann noch mit einem Präsidenten Trump auf eine lächerliche Gegenspielerfigur, ist der diplomatische Zirkus ein willkommenes Mittel, um die Welt weiter zu narren und die eigene Position auszubauen. Wenn es auch scheint, dass in den letzten Jahren die Diplomatie ein wenig vorangekommen, die Grenzen ein kleines bisschen geöffnet wurden, so ist das nur eine weitere Nuance in dem Theater, das Nordkorea seit Jahrzehnten aufführt. An der Situation im Land und für die Bevölkerung hat sich nichts geändert.

Es gibt nur wenig erhellende Bücher über Nordkorea. Dazu gehören ganz sicher auch die Enthüllungen einiger Flüchtlinge und Überläufer, die es geschafft haben, unter großen Mühen das Land zu verlassen. Es gibt eine Handvoll Sachbücher, die nicht aus Spekulationen bestehen und deshalb helfen, sich ein ungefähres Bild vom Ausmaß der Repressalien in diesem Land zu machen.

Da ist es mutig, sich an einen Thriller zu wagen, der die Nordkorea-Problematik zum Thema hat. D.B.John hat in Südkorea gelebt und Nordkorea bereist, hat sich einen Überblick, so weit es ging, verschaffen können, recherchiert und sehr genau gefiltert, was er für sein Buch verwendet hat. Schon alleine diese Arbeit, die Auswahl seiner Quellen und Gesprächspartner war gründlich und genau abwägend. Daraus entstand ein Roman, der drei Abteilungen umfasst. Zum einen die Geschichte der Halb-Koreanerin Jenna, deren Zwillingsschwester von einem Strand in Südkorea ins Nachbarland entführt wurde und die sie nun, von der CIA ausgebildet, im Rahmen diplomatischer Tätigkeit finden und zurückholen will. Dann die Geschichte des hohen Parteifunktionärs Cho, dessen großartige Karriere beendet ist, als man in seiner Vorgängergeneration einen Makel findet und der als Unterhändler vorher die Welt „da draußen“ kennenlernt hat und dann ist da noch das Leben von Frau Moon, eine einfache Bäuerin, die in den Markthandel einsteigt und dort zu einer Stimme des Widerstands wird.

Die Erzählstränge wechseln sich ab, ohne einen Bruch zu erzeugen, weil John die Geschichten zeitlich parallel laufen und im Verlauf sich annähern lässt. Bis es am Schluss zu den Auflösungen der Zusammenhänge kommt, hat der Leser vielleicht schon das eine oder andere vermuten können.

Über weite Strecken ist das Buch beklemmend, weil sich John auf viele Fakten einlässt. Er verzichtet auf Plakatives, selbst der Beschreibung von Folter und unmenschlichen Lebensumständen gibt er mehr dokumentarische Kraft als reißerische Effektheischerei. Stellenweise lesen sich gerade die erschütternden Passagen wie eine Dokumentation. Die Spannung bleibt ständig auf hohem Niveau, John arbeitet zwar auch mit Cliffhangern, doch die sind der Handlung geschuldet, irgendwo muss er Absätze machen und Kapitel markieren. Sein Stil ist schnörkellos, er verliert sich nicht in Beschreibungen, jede lokale Besonderheit wird so ausgearbeitet, dass der Leser alle Informationen hat, um sich die Szenen vorstellen zu können.

Am Ende hat das Buch viel gefordert. Es ist nicht nur die Spannung, denn immerhin bleibt es ein Thriller, es sind auch die Mengen aufwühlender Informationen, die Detailgenauigkeit und – davon kann man ausgehen – die nachprüfbaren Fakten, die hier verwendet wurden. Also nicht nur gute und spannende Unterhaltung, sondern man bekommt viele erstaunliche Informationen und wird vielleicht animiert, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.

Deswegen gibt es hier für einen Thriller die höchste Punktzahl. Nicht nur für ein gelungenes Exemplar seines Genres, sondern in erster Linie für die großartige und sorgfältige Einarbeitung eines Sachthemas, denn so kann man die einzigartige Geschichte Nordkoreas wohl nennen, gebührt dem Autor große Anerkennung und Beifall. Unbedingte Leseempfehlung.

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Rezension zu "Stern des Nordens" von D.B. John

Stern des Nordens
vormivor 4 Monaten

Undercover im Land der Lügen. Eine tödliche Mission in Nordkorea, eine junge CIA-Agentin auf der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester. 
Washington DC, 2010: Zwölf Jahre ist es her, dass Jenna Williams' Zwillingsschwester an einem Strand in Südkorea spurlos verschwand. Als die CIA die frischgebackene Agentin auf eine geheime Mission nach Nordkorea schickt, ist sie fest entschlossen, die Wahrheit über ihre Schwester herauszufinden. 
Ein Dorf in der nordkoreanischen Provinz: Bäuerin Moon kämpft ums Überleben. Als sie ein Hilfs-Paket mit Lebensmitteln aus dem Ausland findet, macht sie den Inhalt auf dem Markt zu Geld. Für ihre Furchtlosigkeit wird sie von den anderen Frauen bewundert, von der Polizei argwöhnisch beobachtet. Als eine der Marktfrauen verhaftet wird, entwickelt sich Moon zur Stimme des Widerstands.  
Pjöngjang: Anlässlich einer Beförderung wird die Familiengeschichte des Parteifunktionärs Cho durchleuchtet. Denn Karriere machen darf nur, wer über drei Generationen einen tadellosen Hintergrund nachweisen kann. Was dabei ans Licht kommt, lässt den linientreuen Anhänger Kim Jong-Ils alles in Frage stellen, woran er jemals geglaubt hat. Als Cho die Amerikanerin Jenna Williams kennenlernt, ahnt er nicht, dass sie undercover für die CIA in Einsatz ist. Und welche Ereignisse ihre Begegnung in Gang setzen wird ... 
Inhaltsangabe auf amazon

Ich hatte das Buch erst vor wenigen Monaten gelesen und bin vom Leben in Nordkorea immer noch nachhaltig beeindruckt.
Ich hatte dem Buch damals 4 Sterne gegeben, da ich fand, es hätte ein paar Längen.
Nun habe ich das Buvh, als gekürzte Version, nochmal mit meinem Mann zusammen gehört.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen, vielleicht 2 oder 3 Mal, hätte ich mir eine etwas ausführlichere Erklärung gewünscht. Besonders natürlich für meinen Mann. Eventuell waren das aber auch Stellen, an die ich mich noch besonders gut erinnern konnte und wollte sie gerne nochmal hören.
Aber grundsätzlich hat mir diese gekürzte Version sehr gut gefallen.

Sie ist genau so eindringlich und man kann sich das  (oft unmenschliche) Leben in Nordkorea sehr gut vorstellen.
Die Geschichte ist nachvollziehbar und realistisch.
Ich habe ein paar Mal eine Gänsehaut bekommen und das ist eine große Auszeichnung für ein Buch oder Hörbuch.

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Rezension zu "Stern des Nordens" von D.B. John

Nur ein böser Traum?
FrauSchafskivor 5 Monaten

Wie viel weißt Du über Nordkorea? Wahrscheinlich fast nichts so wie ich auch. Nach diesem Buch wirst Du einiges mehr wissen, es wird Dir nur leider vorkommen, wie das, was es in diesem Fall auch ist: eine Geschichte.

 

Damit sind wir auch schon bei meiner Hauptkritik an diesem Spionage-Thriller. Klar könnte ich hier auch die Handlung nennen, die mir streckenweise ziemlich an den Haaren herbeigezogen vorkam. Insbesondere, was die Eignung von Jenna zur Agentin angeht. Aber darauf möchte ich mich gar nicht einschießen, irgendwie muss der Autor sein Wissen über die Zustände in Nordkorea ja verpacken und da muss eben eine konstruierte Handlung her. Nein, das eigentliche Problem liegt in meinen Augen ganz woanders: Der Leser bekommt keinen richtigen Zugang zu den Figuren.

 

Dabei gibt sich der Autor alle Mühe und lässt gleich drei unterschiedliche Erzählperspektiven aus unterschiedlichen Milieus zu Wort kommen, die letztlich alle ein grausames Schicksal teilen: Die furchtbaren Umstände in der totalitären Diktatur des Landes. Da wird rationiert, bis die Menschen reihenweise verhungern, es wird inhaftiert, gefoltert, zu Zwangsarbeit verurteilt, wahllos, wie es scheint. Streckenweise blickte ich fassungslos auf das Geschehen und war mir sicher, dass das alles bloß erfunden und mit schriftstellerischer Freiheit überspitzt sein muss. Doch die Anmerkungen des Autors zum Ende, in der er unter anderem auf seine Quellen (inklusive nachprüfbarer Angaben) verweist, belehrten mich eines Besseren. Nach einigem Nachdenken darüber, warum mir die Ereignisse so unwirklich vorkamen, wurde es mir dann klar: Die Figuren schaffen es nicht, sie emotional authentisch zu vermitteln, sodass ich mich die ganze Zeit fühlte, als würde ich in einer Blase über allen Dingen schweben.

 

Fazit: Ja, ich weiß nun mehr über Nordkorea. Dennoch scheint es, als würde das Land nur in einem bösen Traum existieren. Insgesamt habe ich keinen richtigen Zugang zu diesem Thriller gefunden, die Figuren sind farblos, die Spannungsbögen schwergängig, die Handlung konstruiert. Drei Sterne gibt es dennoch, weil der Autor sich redlich bemüht hat.

 

 

 

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