DAPHNE DU MAURIER

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Autor von Die Vögel.

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Die Vögel

Die Vögel

 (2)
Erschienen am 18.06.2018

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Rezension zu "Die Vögel" von DAPHNE DU MAURIER

Kamikaze-Vögel
TheSaintvor 9 Tagen

Jens Wawrczeck's Stimme ist gewöhnungsbedürftig... die ersten Minuten der Lesung der 1952 erschienen Novelle lassen an einem zufriedenstellenden Kauf dieses Hörbuches zweifeln...
Doch mit zunehmender Zeit und fortschreitender Handlung entwickelt die Stimme des 1963 in Dänemark geborenen Schauspielers, Regisseurs, Sängers und Übersetzers eine eigene Atmosphäre und Faszination.

Die Novelle der Daphne du Maurier (1907-1989) erzählt von mysteriösen Kamikaze-Angriffen einer Vielzahl von kleinen, mittleren und größeren Vögeln an einem Dezembertag auf ein kleines Küstenstädtchen in Cornwall.
Ein plötzlicher Wetterumschwung leitet ein bizarres Verhalten der gefiederten Umwelt des Küstenstädtchens ein, in welchem der Kriegsveteran Nat Hocken, der für den Bauern Mr. Triggs tageweise arbeitet, um seine kleine Militärpension aufzubessern und so seine Frau und beiden Kinder durchs Leben zu bringen.
Er stellt das seltsame Verhalten an diesem kalten Dezembermorgen fest, doch die Richtigkeit seiner Vermutungen bestätigt sich erst in der kommenden Nacht, als sein Haus von kleineren Vögeln angegriffen wird, die sich ihren Weg durch Fenster in das Kinderzimmer bahnen und die Kinder in Panik versetzen.
Die Attacken steigern sich, werden aber nur von Hocken ernst genommen... als schlußendlich die BBC von ähnlichen massiven Vogelattacken in ganz England berichtet, ist es schon beinah zu spät für die Bewohner des Küstenstädtchens...

Man lauscht diesem Hörbuch, welches in Wawrczeck's eigenem Hörbuch-Label AUDOBA erschienen ist, mit zunehmender Spannung und angenehmem Grusel.
Der Sprecher erzeugt gekonnt durch perfektem Einsatz verschiedener Stimmlagen eine spürbare Atmosphäre der Angst.
Du Maurier liefert uns in dieser Novelle, die als Allegorie auf die Luftangriffe London's während des II. Weltkriegs (speziell während "The Blitz") verstanden werden kann, auch interessante Ideen und Ansätze, was das Verhalten der Vögel ausgelöst haben könnte und gibt uns damit mehr, als die Verfilmung Hitchcock's von 1963. Somit erscheinen die Geschehnisse plausibler und realer. Der Meister des Suspense hat sich aber nur gewisser Teile der Geschichte angenommen, um aus diesen Elementen einen Film über ein anderes Thema, als in "The Birds" beschrieben, zu machen.

Der Roman ist spannend, originell, überrascht und besticht mit einem Schluß, der in seiner Prägnanz nochmals das Unerwartete aus luftigen Höhen potenziert.


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Rezension zu "Die Vögel" von DAPHNE DU MAURIER

Horror vom Feinsten
SalanderLisbethvor 3 Monaten

Als Kind war der geniale Schocker „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock das Spannendste und Gruseligste, was ich mir vorstellen konnte. Das Meisterwerk von dem amerikanischen Filmemacher aus dem Jahr 1963, der als Klassiker des Horrorgenres gilt, bezieht sich auf eine Kurzgeschichte der englischen Autorin Daphne du Maurier. Der Kultregisseur übernahm aber nur das Motiv der mörderischen Vogelattacken und hat die Story vom regnerischen Küstenort in Cornwall an die sonnige kalifornische Küste verlegt. Auch die Charaktere und der Handlungsverlauf wurden vollständig ausgewechselt.

Ich war erst skeptisch, aber Gott sei Dank habe ich mich für das Hörbuch entschieden, denn die Bearbeitung hat mich begeistert!

Nat Hocken ist ein einfacher Landarbeiter und lebt mit Frau und Kindern an der englischen Küste. Da er im zweiten Weltkrieg verwundet wurde, bekommt er eine kleine Invalidenrente und ist an ein paar Tagen die Woche bei seinem Nachbarn auf der Farm mit leichten Arbeiten beschäftigt. So hat der ruhige, nachdenkliche Einzelgänger Nat genug Zeit, die Natur und besonders die Vögel zu beobachten.

Eines Tages im Spätherbst fällt ihm auf, dass riesige Vogelschwärme laut kreischend und pfeifend über der Küste kreisen und in ihrer Vielzahl – ähnlich einer großen Wolke – den Himmel verdunkeln. Es sind unnatürlich viele Tiere und sie erscheinen ihm rastloser und unruhiger denn je. Nat ist der erste, dem auffällt, dass die See- und Landvögel sich eigenartig, fast aggressiv benehmen. Sie scheinen sich zu sammeln und Abertausende Möwen verwandeln das Meer in ein weißes Möwenmeer.


Der Angriff

Von einem Tag zum anderen verändert sich das Wetter und es wird bitterkalt, hervorgerufen durch einen eisigen Ostwind. In der Nacht versuchen mehrere Dutzend kleiner Singvögel in das Haus einzubrechen und die beiden kleinen, im oberen Stockwerk schlafenden Kinder Jill und Johnny anzugreifen. Nur mit Mühe kann Nat die Vögel davon abbringen, den Kindern die Augen auszuhacken. Während in der Nachbarschaft noch nach Erklärungen für das Verhalten der Vögel gesucht wird und sein Chef meint, den Vögeln mit der Schrotflinte beizukommen, wird Nat immer unruhiger und beschließt am nächsten Tag, seine Tochter vom Schulbus abzuholen. Auf dem Rückweg können sie nur mühsam die Angriffe der Vögel abwehren.

Nat mutmaßt, dass die Vögel nicht verwirrt sind, sondern vorsätzlich und mit einem Killerinstinkt ausgestattet angreifen um zu töten. Er muss an die deutschen Luftangriffe im Krieg denken. Er zieht als Einziger die richtigen Schlüsse und beginnt in aller Eile sein kleines Haus zu befestigen und verbarrikadiert die Fenster und den Kamin mit Brettern. Aus dem Radio erfährt die Familie, dass der Notstand ausgerufen wurde und dass es die Angriffe im ganzen Land gab. Nat beobachtet, dass die Vögel nur bei Flut angreifen, deshalb will er die Zeit während der Ebbe nutzen um sich mit Nahrungsmitteln einzudecken. Als er und seine Familie sich daraufhin bis zum Nachbarn durchschlagen, finden sie auf der Farm alle getötet vor.


Die Apokalypse

Am nächsten Tag bleibt das Radio stumm, denn kein Radiosender sendet mehr. Jetzt greifen auch die Möwen und andere Vogelarten an und hacken erbarmungslos mit ihren Schnäbeln an den Fensterläden. Sie scheinen über eine kollektive Intelligenz zu verfügen und stoßen immer wieder in Formationen vor. Nat und seine Familie verschanzen sich in der Küche und werden Zeuge, wie nicht einmal Kampfflugzeuge der Lage Herr werden. Wie eine Phalanx attackieren sämtliche Vogelrassen in der eindeutigen Absicht zu töten und sogar den eigenen Tod in Kauf nehmend. Die Vögel schlagen zurück! Warum weiß man nicht, denn das Ende ist offen und es gibt keine Erklärung für das Verhalten der gefiederten Tiere. Nat und seine Familie können sich nur von Tag zu Tag retten.


Horror vom Feinsten

Daphne du Maurier hat hier eine wirklich düstere, literarisch anspruchsvolle Kurzgeschichte geschrieben, in dem kein Wort zu viel ist. Ohne große Effekthascherei und total auf den Punkt kreiert sie eine verstörende Stimmung, in dem sie normale Menschen im Alltagsleben in ausweglose, lebensbedrohliche Situationen bringt. Man meint fast das grauenvolle Flattern Tausender Flügel oder die erbarmungslos hackenden Schnäbel zu hören. Man spürt die unnatürliche Kälte aus Russland, den bitterkalten Wind, der die Bäume entlaubt und den schwarzen Frost bringt, den schwarzen, nicht den weißen Frost! Das beschreibt sie so beklemmend, dass ich tatsächlich an einigen Stellen vor Spannung meine Hände ins Lenkrad krampfte.

Dazu hat auch die hervorragende Inszenierung durch Jens Wawrczeck beigetragen. Der Schauspieler und Synchronsprecher, bekannt vor allen als Mitglied der Hörspielserie Die Drei ??? flüstert, schreit, poltert und bebt immer an den richtigen Stellen und schafft es auch, dem melancholischen Nat Leben einzuhauchen. Er trifft den Ton und versteht es, die Stimmung perfekt in Szene zu setzen.

Daphne du Maurier war eine britische Schriftstellerin, die 1989 als 72-jährige in Cornwall verstarb. Ich kannte von ihr den ebenfalls von Hitchcock verfilmten Roman Rebecca, der ein Welterfolg wurde. Auch viele anderen Werke von ihr wurden verfilmt, am bekanntesten sicher die Verfilmung der Erzählung „Dreh dich nicht um“ besser bekannt unter dem Titel „Wenn die Gondeln Trauer“ tragen mit Donald Sutherland und Julie Christie inszeniert. Ihre Romane und Erzählungen zeichnen sich meistens durch psychologische Spannung aus, gehen oft ins Mystische und beinhalten auch immer ein bisschen Drama. 1969 wurde sie von der Queen zur „Dame“ ernannt.

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Gespräche aus der Community

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Herzlich willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

Im Oktober wollen wir zusammen "Meine Cousine Rachel" von Daphne du Maurier lesen.

Die Leserunde beginnt am 1.10. und wir freuen uns über jeden, der mit uns liest. :-)
Zur Leserunde
Zum Weltbuchtag 2016 gibt es Daphne du Mauriers "Rebecca" auf meinem Blog Zeit für neue Genres zu gewinnen.

Weitere Informationen zum Gewinnspiel und den Teilnahmebedingungen sind hier zu finden:

http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at/2016/04/gewinnspiel-weltbuchtag-2016.html



(Auf meinem Blog werden ausschließlich neue Bücher verlost, meine Exemplare gebe ich sicher nicht her. ;-) )
Letzter Beitrag von  Pokerfacevor 3 Jahren
Ich bin wirklich gespannt auf das Buch...
Zur Buchverlosung
Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden

Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen. 

Wichtig: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost!

Für den März haben wir uns „Rebecca“ von Daphne du Maurier ausgesucht.

Klappentext:
In einem Hotel an der Côte d’Azur lernt Maxim de Winter eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen kennen. Die beiden verlieben sich, und schon nach kurzer Zeit nimmt sie seinen Heiratsantrag an und folgt dem Witwer nach Cornwall auf seinen prachtvollen Landsitz Manderley. Doch das Glück der Frischvermählten währt nicht lange: Der Geist von Maxims toter Ehefrau Rebecca ist allgegenwärtig, und die ihr ergebene Haushälterin macht der neuen Herrin das Leben zur Hölle, sie droht nicht nur die Liebe des Paares zu zerstören. Als ein Jahr später plötzlich doch noch Rebeccas Leiche gefunden wird, gerät Maxim de Winter unter Mordverdacht … Rebecca, Daphne du Mauriers berühmtester Roman, war bereits bei seinem Erscheinen 1938 ein Bestseller. Er wurde mehrfach verfilmt: 1940 entstand unter der Regie von Alfred Hitchcock die bekannteste Adaption, die mit zwei Oscars prämiert wurde.

Die Leserunde beginnt voraussichtlich am 10.03.2016 und die Klassiker-Leserunden-Gruppe freut sich über jeden, der mit uns Rebecca“  lesen will.:-)


Wichtig ist, dass es auch von diesem Klassiker verschiedene Ausgaben gibt. 

Sollten hier markante Unterschiede auffallen, gebt bitte in der Rubrik Meine Ausgabe Bescheid, damit wir die Einteilung dementsprechend anpassen können. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist natürlich jede Version in Ordnung.Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen!

• Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit  die Leserunde übersichtlich bleibt.
 • Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen!

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Meine Ausgabe ist in 27 Kapitel gegliedert. Ich habe hier versucht, ungefähr gleich umfangreiche Leseabschnitte einzuteilen:

Leseabschnitt 1 | Kapitel 1 - 6
Leseabschnitt 2 | Kapitel 7 - 11
Leseabschnitt 3 | Kapitel 12 - 15
Leseabschnitt 4 | Kapitel 16 - 19
Leseabschnitt 5 | Kapitel 20 - 23
Leseabschnitt 6 | Kapitel 24 - Ende
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