Neue Rezensionen zu DK Verlag - Reise

Eine sehr beeindruckende Enzyklopädie

Etwa 82% der Biomasse auf der Erde fallen auf Pflanzen, 13% auf Bakterien und 2% auf Pilze und Flechten. Das sind schon zusammen 97%. Tatsächlich fallen lediglich grob geschätzt 0,4% auf die Tiere inklusive der Menschen. Ich finde, dass dies sehr beeindruckende Zahlen sind, selbst wenn es je nach Quelle mal mehr, mal weniger Prozent sind. Die Größenordnung wollte ich zeigen.


Es sollte klar sein, dass bei derart viel Biomasse die Vielfalt grenzenlos sein muss. Und genau das zeigt dieses überaus umfangreiche und informative Buch über Pflanzen und Pilze. Dabei handelt es sich nicht um ein „einfaches“ Bestimmungsbuch oder Lexikon, sondern es handelt sich um ein Buch, das den Leser in Staunen versetzen möchte.


Dafür ist das Buch in sechs Kapitel unterteilt. Es beginnt mit der „Biologie der Pflanzen und Pilze“, wo nicht nur gezeigt wird, wie Pflanzen aufgebaut sind, sondern auch wie diverse Kreisläufe in der Natur funktionieren. Dann folgen zwei umfangreiche Kapitel, in denen zuerst die „Bäume und Sträucher“ und „krautige Pflanzen“ vorgestellt werden. In diesen Kapiteln werden die Pflanzen systematisch vorgestellt, aber auch in der Natur verortet. Sind sie durch den Menschen bedroht oder werden sie genutzt oder setzen andere Pflanzen ihnen zu oder sind die Pflanzen auf der Erde (zumindest momentan) erfolgreich?


Es gibt immer wieder Einblicke in die Besonderheiten der unterschiedlichen Pflanzenarten, die Wissen vermitteln oder einfach nur den Leser staunen lassen. Jene, die bis hierher unbeeindruckt waren, werden im folgenden Kapitel über die „Spezialisten“ auf ihre Kosten kommen. Denn die Evolution hat sehr, sehr sonderbare oder beeindruckende Pflanzen hervorgebracht.


Im nächsten Kapitel geht es um die Nutzung der Pflanzen und Pilze. In welcher Art und Weise macht sich der Mensch die Vielfalt der Pflanzenwelt rund um den Globus zu eigen? Es sollte klar sein, dass die Nutzung der Pflanzen ebenso vielfältig ist, wie die Pflanzenwelt selbst. Und auch hier gibt es viele erstaunliche Hinweise und Fakten, die zu beeindrucken wissen.


Am Ende wird es dann doch ein wenig theoretischer, wenn es um die Systematik der Pflanzen und Pilze geht. Ein Kapitel, das mir persönlich nicht ganz so zugesagt hat. Ein Buch in dieser Größenordnung kommt natürlich nicht ohne Glossar und Index aus.


Fazit

Es ist schon erstaunlich, was die Natur über die Jahrmillionen hinweg hervorgebracht hat. Auch wenn Natur- und Umweltschutz nicht direkt angesprochen wurden, so finde ich es sehr unverständlich, weshalb der Mensch die Natur derart ausbeuten muss, dass die gezeigte Vielfalt ernsthaft gefährdet wird. Das Buch zeigt unglaublich viele Pflanzen und vermittelt gleichzeitig viel Wissen über deren Lebensraum. Ein sehr beeindruckendes Buch, das ich nur empfehlen kann.

Kunst im Laufe der Jahrtausende

Kunst im Laufe der Jahrtausende


In der Schule konnte ich nie verstehen, warum wir Bilder analysieren. Kann man sie nicht einfach ansehen und gut oder schlecht finden? Woher sollen wir heute wissen, was der Künstler sich vor 300 Jahren gedacht hat? Vielleicht fand er einfach das Motiv schön.


Einiges sehe ich heute auch noch so, dennoch finde ich es spannend, Bildern und Kunstwerken auf den Grund zu gehen. Und da kommt dieses Buch wie gerufen.


Denn das Buch bietet einen umfassenden Überblick über die Weltkunst von der prähistorischen Zeit bis zur Gegenwart. 


Anhand von etwa 500 bekannten und (für mich) unbekannten Gemälden, Skulpturen und Druckgrafiken aus allen Erdteilen werden Kunstwerke detailliert erklärt. Auf jeweils ein bis zwei Seiten werden Dinge wie Komposition, Technik oder auch Symbolik erläutert. Dass das nicht bis ins kleinste Detail gehen kann, sollte einem jedoch bewusst sein. Trotzdem kann man einiges lernen und wenn ein Bild noch mehr anspricht, kann man sicher noch viele weitere Informationen dazu finden. Für einen ersten Einblick ist das Buch jedoch ein sehr gutes Nachschlagewerk.


Für mich war es eine großartige Reise durch verschiedene Kunstepochen und ich habe sehr viel Neues lernen können. 


ISBN: 978-3831050703

Autoren: Verschiedene

Verlag: DK

ET: 29.08.25

Umfang: 512 Seiten

Was für ein Buch!

Dass der DK Verlag wunderschöne Sachbücher herausgibt, das war mir schon lange bewusst. Mit dem vorliegenden Band „Kunst, kommentiert“ ist aber etwas ganz Besonderes entstanden. Auf über 500 Seiten werden hier berühmte und weniger bekannte Kunstwerke gezeigt und für den Betrachter eingeordnet und erklärt – und das zeitlich gesehen von den Anfängen der Kunst 28.000 v. Chr. bis 1400 auf der einen Seite und von 1945 bis zur Gegenwart auf der anderen Seite. Dazwischen angesiedelt sind Kapitel zu Illusion und Beobachtung (1400-1600), Drama und Detail (1600-1800), Farbe und Innovation (1800-1900) und schließlich Auf dem Weg zur Abstraktion (1900-1945). Als Mitwirkende werden über 30 Personen angegeben.

Das Buch ist chronologisch aufgebaut und zeigt auf je einer oder einer Doppelseite ein Kunstwerk. Es sind hauptsächlich Gemälde, Drucke und Skulpturen aus den unterschiedlichsten Kulturen und verschiedenster Kontinente. Jedes Exemplar ist dabei mit einer großen Abbildung dargestellt und wird durch Texte ergänzt, die das Verstehen erleichtern sollen. Es gibt eine kurze Einführung zu Thema, Idee und Inspiration sowie eine historische Einordnung. Kleinere Textblöcke sind direkt mit Bildausschnitten verknüpft und erklären Details zu Stil und Technik oder bestimmte Elemente des Kunstwerks. Überall im Buch finden sich zudem Sonderseiten, in denen Wissen zu bestimmten Themengebieten wie Porträts, Landschaftsmalerei oder Tierdarstellungen vermittelt wird.

„Kunst, kommentiert“ ist ein wunderbares Buch für Kunstinteressierte oder solche, die es noch werden wollen. Mir hat besonders gut die breite Mischung von Gemälden und Skulpturen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern gefallen. Die ergänzenden Texte halten sich kurz, enthalten aber dennoch alle wichtigen Informationen und picken spannende Details heraus. So weiß ich nun z.B., dass Edward Hoppers „Nachtschwärmer“ vielleicht von van Gogh inspiriert wurde und starke Diagonalen enthält. Oder dass Artemisia Gentileschis „Judith und Holofernes“ durch eine Vertikale in zwei Hälften geteilt wird und sie Caravaggio bewunderte. Was für ein Buch!

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