Dacia Maraini Das Mädchen und der Träumer

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Inhaltsangabe zu „Das Mädchen und der Träumer“ von Dacia Maraini

Ein überwältigender Roman über Verlust und Menschlichkeit, berührend und fesselnd. Träume sind Bruchstücke einer Wirklichkeit. Das weiß der Lehrer Nani Sapienza, als er von einem Mädchen träumt, das seiner verstorbenen Tochter ähnlich sieht. Nachdem er am Morgen danach von der vermissten Lucia im Radio hört, ist er überzeugt, dass sie ihm im Traum erschienen ist. Lucia ist spurlos verschwunden, und nach Wochen der vergeblichen Suche geben Polizei und Eltern auf. Nur Nani hört nicht mit seinen Schlussfolgerungen und besessenen Nachforschungen auf und zieht den Argwohn der Kleinstadt auf sich – aber seine Schüler der vierten Grundschulklasse, die nie genug von den wundersamen Erzählungen ihres Lehrers bekommen, bringt er zum Nachdenken. Die Suche nach Lucia wird bald zu einer Suche nach sich selbst.

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  • Dacia Maraini | DAS MÄDCHEN UND DER TRÄUMER

    Das Mädchen und der Träumer

    Bookster_HRO

    27. September 2017 um 07:50

    INHALT: Diese ersten Sätze sind der Beginn eines Traums, der den Grundschullehrer Nani Sapienza eines Nachts ereilt. Darin folgt er einem jungen Mädchen, das ihn stark an seine Tochter erinnert, die im zarten Alter von acht Jahren an Leukämie verstarb. Als am nächsten Morgen ein Mädchen aus seinem Heimatort als vermisst gemeldet wird, wird Sapienza hellhörig. Die Vermisste, die kleine Lucia, soll einen roten Mantel getragen haben, genau wie das Mädchen aus dem Traum. Die Wochen vergehen, die kleine Lucia bleibt verschwunden, es gibt weder Spuren noch Hinweise. Die Polizei und auch die Eltern des Kindes geben auf, erklären das Kind als Opfer eines Gewaltverbrechens für tot und schließen die Akte. Sapienza aber bleibt hartnäckig und ermittelt auf eigene Faust weiter. Bei seinen Recherchen stößt er auf einen anderen Fall von Kindesentführung: ein Mädchen soll von ihrem eigenen Vater an ein Kinderbordell in Kambodscha verkauft worden sein. Auch in diesen Fall steckt der Lehrer seine Nase und macht sich damit keine Freunde. Im Gegenteil – seine Hartnäckigkeit macht ihn sogar selbst zum Verdächtigen. FORM: Dacia Maraini (*1936), seit Jahren die italienische Hoffnung auf den Nobelpreis für Literatur, schreibt ihre themenreiche Geschichte nüchtern wie einen Kriminalroman herunter. Die Kapitel sind kurz, die Sätze nie länger als sie sein müssen. Das mag zum Plot und zur Hauptfigur (der Ich-Erzähler Sapienza) passen, ermüdet den Leser aber auf Dauer. Die einzige Textspielerei, die sich Maraini leistet, ist das verdammte Federvieh, ein imaginärer Rabe, der Sapienza auf der Schulter hockt, ihm ständig ins Gewissen redet und für Unsicherheit sorgt; eine Art zweites Ich, das den Lehrer sowohl ins Taumeln bringt, als auch immer wieder antreibt. Richtig stark ist Marainis direkte Prosa bei den Rückblicken auf die Krankheit Sapienzas Tochter und bei den schrecklichen Beschreibungen der Kinderbordelle Kambodschas, diese Kapitel sind schwer zu ertragen. Ich habe selbst Kinder in dem Alter und mir ging die Lektüre schwer ans Herz. FAZIT: Dacia Marainis Roman behandelt eine Vielzahl von Themen. Das ist ambitioniert natürlich sehr löblich, verwässert den Plot aber ungemein. Leukämie, Kindesentführung, Zwangsprostitution Minderjähriger, ganz nebenbei geht es auch noch um häusliche Gewalt und die allgegenwärtige Terrorgefahr – das ist zuviel für einen Roman. Hinzu kommt der permanent mit dem Zeigefinger wedelnde Grundton des Lehrers, der ein unverbesserlicher Moralist ist; ein Attribut, das, wenn man ihrer Vita etwas folgt, auch der Autorin eigen ist. Die Welt hat unerträglich schlechte Seiten, das wird niemand abstreiten, und Maraini will ihre Leser auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam machen … aber da schalte ich doch lieber den Weltspiegel ein – drei Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Unglaublich aber leider wahr

    Das Mädchen und der Träumer

    los_lesen

    25. August 2017 um 18:20

    Dacia Maraini, setzt sich vor allem für die Rechte der Frauen ein und war in Italien die erste Schriftstellerin, die sich mit so brisanten Themen wie Prostitution oder Vergewaltigung beschäftigte. Anfang dieses Jahres veröffentlichte sie ihr aktuelles Buch „Das Mädchen und der Träumer“. Auch in diesem Buch stehen die Frauen bzw. in diesem Fall die Mädchen im Mittelpunkt. Leider mag man an dieser Stelle schon fast schreiben, denn die Geschichte dreht sich um Kinderbordelle oder um Arten der Pädophilie. Maraini packt diese schwierigen Thematiken in eine ansprechende Geschichte. Der Hauptprotagonst Nani Sapienza ist Lehrer und wohnt in einer kleinen italienischen Stadt. Das Schicksal hat ihm übel mitgespielt, denn das Ehepaar Sapienza verlor ihre gemeinsame Tochter durch eine schwere Krankheit. Nach diesem tragischen Ereignis verlässt ihn auch seine Frau Anita und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus.Als er eines Tages krank zu Hause im Bett liegt, träumt er von einem Mädchen mit rotem Mantel, das sich zwar nach ihm umblickt, aber in dem Moment verschwindet, als Nani mit ihr sprechen möchte. Kurz darauf erfährt er durch die Nachrichten im Radio, dass am Morgen ein achtjähriges Mädchen auf dem Weg zur Schule spurlos verschwunden ist. Sie trug einen roten Mantel und weiße Stiefel. Der Lehrer ist fassungslos, hat er doch genau von diesem Mädchen geträumt. Doch wie kann das sein? Er ist besitzt doch keine hellseherischen Fähigkeiten, oder?Die Geschichte lässt Sapienza nicht mehr los und als diese Meldung, dann auf Grund mangelnder neuer Erkenntnisse, wieder langsam aus den Medien verschwindet, beginnt er selbst Nachforschungen anzustellen, nach Spuren zu suchen und Betroffene zu befragen. Aber es dauert nicht lange, bis ihn seine obsessive Suche selbst in Bedrängnis bringt.   „Das Mädchen und der Träumer“ ist mein erstes Buch der bekannten Schriftstellerin. Mir hat vor allem ihr einnehmender und leichter Schreibstil gefallen, der mich bereits nach den ersten Seiten in Beschlag genommen hat. An den einen oder anderen Textstellen hatte ich dann aber doch ein bisschen zu „knabbern“. Schließlich dreht es sich ja nicht um rein erfundene Szenen, sondern um den realistischen Wahnsinn, den es in der Welt gibt und mit dem man sich sonst, zum Glück, nicht beschäftigen muss.Ein anderes Thema, von der die Geschichte handelt, ist generell die Stellung der Kinder in der Gesellschaft und die Frage ob Schulbildung die Heranwachsenden nicht zu mündigen, selbstbewussten und selbst denkenden Menschen befähigen sollte. Eine Fragestellung, die spätestens nach der nächsten Bildungsstudie, auch bei uns im Land, wieder zum hochbrisanten Thema wird. Fazit: Ein facettenreicher Roman, der seine Leser durch einen ansprechenden Schreibstil und der richtigen Portion Spannung durch die Seiten trägt.

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  • Ich hätte gern diesen Lehrer für unsere Kinder

    Das Mädchen und der Träumer

    Gwhynwhyfar

    14. May 2017 um 14:49

    Der erste Satz: »Ich haste durch eine nebelverhangene Straße.«Dracia Maraini ist eine der wichtigsten Schriftstellerinnen Italiens. Schon seit Jahren wird sie für den Nobelpreis gehandelt. Sie war eng befreundet mit Pier Paolo Pasolini, lebte über 20 Jahre mit Alberto Moravia zusammen, der zuvor lange Zeit mit Elsa Morante verheiratet war. Dracia Maraini lässt ihrem neuen Roman von Nani Sapienza, einem Lehrer in einer italienischen Kleinstadt erzählen (Sapienza bedeutet übrigens Wissen). Seine Tochter ist im Alter von acht Jahren an Krebs gestorben, die Ehe hielt das nicht aus, seine Frau hat Nani verlassen. Eines nachts träumt er von einem Mädchen im roten Mantel mit weißen Gummistiefeln. Im Radio berichtet man Morgen vom Verschwinden des Mädchens Lucia, im roten Mantel mit weißen Gummistiefeln. Das Mädchen ging auf Nanis Schule, das kann kein Zufall sein. Das Mädchen wird nicht gefunden, die Polizei stellt irgendwann die Suche ein. Nani, immer noch in Erinnerung an die eigene Tochter, die er nicht wieder zurückholen kann, glaubt hier, seine Erfüllung zu finden. Er sucht Lucia. Er interviewt Menschen, sammelt Spuren, geht Hinweisen nach, gerät plötzlich selbst unter Verdacht.»Wer legt denn fest, welche Themen für zehnjährige Kinder angemessen sind? Kinder, die freien Zugang zum Internet haben, wo man alles finden kann, von der Pornografie bis zur Philosophie. ... Die Schüler sehen und hören es doch im Fernsehen ungefiltert. Ich dagegen bemühe mich ihnen die Angelegenheit behutsam zu erklären, mit Respekt vor ihrem Alter, und versuche dabei Bezüge zu den Mythen der Antike herzustellen.«Ein weiterer Teil des Buchs befasst sich mit dem Unterricht von Nani, der den Grundschülern in seiner eigenen philosophischen Denkweise eine liberale Welt erklärt, sie zum Denken auffordert, was den Eltern nicht immer gefällt. Es geht in diesem Roman nicht nur um Kinder, die jedes Jahr spurlos verschwinden, sondern auch darum, wo Kinder in dieser Gesellschaft stehen, wohin wir in Zukunft gehen werden. Nani erzählt seinen Schülern Geschichten, lässt sie raten, wie sie ausgehen, lässt verschiedene Entwicklungen der Legenden zu, die dann kontrovers diskutiert werden. Er gibt den Kindern Raum zu denken, sich eine Meinung zu bilden, die dann auch zu vertreten, gibt Denkanstöße, verknüpft alte Mythen mit Playstation und Internet. Dabei bedient er sich in abgewandelter Form der ganzen Kulturgeschichte, angefangen bei Rotkäppchen über Alice im Wunderland, die in einem Erdloch verschwindet. Er berichtet von King Kong, der die Frau raubt und vom Raub der Sabinerinnen.»›Was ist ein Sklave?‹ – ›Du wirst zum Sklaven, wenn du deine Freiheit und alle Rechte verlierst, wenn du das Eigentum eines Herren wirst, der mit dir machen kann, was er will.‹ – ›Wie ein Hund?‹ – ›Ja, genau wie ein Hund, selbst wenn du ihn quälst oder sogar röstest, sagt niemand etwas.‹ – ›Ich habe einen Hund. Er schläft in meinem Bett und ich tue ihm gar nichts.‹ – ›Zum Glück gibt es auch freundliche Menschen, die einander lieben. Aber Freiheit und Recht sind etwas anderes. ...‹« (und nun wird über Würde diskutiert ... herrlich!)Die Themen in diesem Buch sind vielschichtig, vom islamischen Fundamentalismus, der achtjährige Mädchen durch Vollverschleierung von der öffentlichen Bildfläche verschwinden lässt, bis hin zu Kinderbordellen in Kambodscha und Formen der Pädophilie. Mädchen verschwinden. Maraini zieht alle Kisten auf. Nani selbst sitzt der unsichtbare Rabe auf der Schulter und der flüstert ihm ein, dass er vielleicht selbst das Mädchen entführt habe ... Hast du vielleicht ein anderes Ich, so kennst du es nicht. Die Autorin spielt mit dem Leser, ein Roman, der gewissermaßen auch unter Krimi einsortiert wird. Zumindest ein Buch, das man lesen sollte, auf jeden Fall. 

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