Dagmar Fügmann Zeitgenössischer Satanismus in Deutschland

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Inhaltsangabe zu „Zeitgenössischer Satanismus in Deutschland“ von Dagmar Fügmann

Satanismus hat viele Gesichter. Vor allem die plakative und überwiegend pauschalierte Außensicht auf die Teufelsanbeter unterscheidet sich erheblich von dem, was Satanisten selbst von ihren Glaubens- und Wertvorstellungen sagen. Schon von einem geschlossenen Weltbild auszugehen, entbehrt jeder Grundlage. Neben der Church of Satan, die einen Alleingültigkeitsanspruch als a-christliche, satanistische Religion vertritt, gibt es eine Anzahl Gruppierungen mit unterschiedlichsten Prägungen. Die Religionswissenschaftlerin Dagmar Fügmann untersucht das Phänomen erstmals für den deutschsprachigen Raum mit wissenschaftlichen Methoden aus der Binnensicht der Anhänger satanistischer Kulte. Dazu hat sie nicht nur satanistische Literatur ausgewertet, sondern auch aktiv den Kontakt zu Mitgliedern verschiedener Gruppierungen gesucht. In diesem Buch beschreibt sie die Entstehungsgeschichte und Organisationsstruktur sowie grundlegende Lehrinhalte und Praktiken verschiedener satanistischer Gruppierungen. Die Ergebnisse ihrer Forschung liefern Einblicke unter anderem in die religiöse Biographie, die religiöse Praxis, verschiedene Weltbilder und Wertvorstellungen von Personen, die sich selbst als Satanisten bezeichnen.

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  • Rezension zu "Zeitgenössischer Satanismus in Deutschland" von Dagmar Fügmann

    Zeitgenössischer Satanismus in Deutschland

    Sophia!

    10. January 2011 um 16:41

    "Zeitgenössischer Satanismus in Deutschland" ist die Dissertation der Würzburger Religionswissenschaftlerin Dagmar Fügemann. In einer detaillierten Recherche setzt sie sich mit Weltbildern, Paradigmen und Konzepten von Einzelpersonen auseinander, die einer satanistischen Gruppierung angehören oder sich selbst als Satanisten bezeichnen. Den Forschungsgegenstand bilden also zeitgenössische Formen des Satanismus, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. In einer sozialempirisch, religionssoziologischen Vorgehensweise wurden gezielt Fragebögen erstellt, sowie Entwürfe für Einzelinterviews. Ziel dabei war es, die Mitglieder selbst zu Wort kommen zu lassen und exemplarische Meinungsäußerungen bzgl. Wertorientierungen und Wertvorstellungen, kurz ihrer Lebensrealität zu erhalten, jenseits der gängigen Vorstellungen zum Thema Satanismus. Untersucht wurden u.a. die religiöse Biografie, die religiöse Praxis, demographische Angaben und allgemeine Aussagen zum Satanismus. _ Satanismus wird im öffentlichen, medialen Diskurs als durchweg negativ konnotiert. So verbindet jeder bei dem Gedanken daran fast schon automatisch Friedhöfe, Blut trinken, schwarze Messen, rituelle Morde oder Teufelsanbetungen. Satanismus gilt als das Böse, als "Gefahr für Individuum und Gesellschaft". _ Mit diesen und weiteren gängigen (Vor-) Urteilen rechnet die Autorin ab. Sie stellt verschiedene Formen des Satanismus vor, so erhalten die Leser beispielsweise Einblicke die Church of Satan oder Gruppierungen wie Temple of Set und In Nomine Satanas. Interessant sind die Lehren dieser Gruppen, die anhand einiger Textbeispiele vorgestellt und erläutert werden. Daran schließt sich ein Diskurs über Religion, Gesellschaft und Werte im Allgemeinen an. Auch die Auswertung des Fragebogens mitsamt der Antworten der Befragten ist lesenswert. _ Fazit: Dagmar Fügmann widerlegt mit dieser Untersuchung die gängigen Vorurteile, Satanisten seien kaltherzige Menschen, die nur das absichtsvolle Tun des Bösen im Sinn haben. Dennoch sollte man sich davor hüten, die gesammelten Ergebnisse zu pauschalisieren, vor allem vor dem Hintergrund, dass es sich hierbei nur um offiziell anerkannte Formen des Satanismus handelt und weniger um Untergrundorganisationen. Auch die Gefahr, dass alle Gruppierungen des Satanismus gängige Teufelssymbole ( z.B. Baphomet) verwenden, sei es zur bewussten Abgrenzung der allgemeinen Werte der Masse oder zur reinen Provokation, birgt Gefahren. Die Autorin stellt ein einseitiges, harmloses Bild vor und versäumt dabei auf die negative Seite aufmerksam zu machen, auf kleinere Gruppen oder Sekten.

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