Dagmar Fohl

 4.2 Sterne bei 62 Bewertungen
Autorin von Die Insel der Witwen, Das Mädchen und sein Henker und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Dagmar Fohl

Dagmar Fohl, geboren 1958, absolvierte ein Studium der Geschichte und Romanistik in Hamburg und arbeitete mehrere Jahre als Kulturmanagerin. Nach Abschluss einer Gesangsausbildung war sie als Sängerin, Gesangslehrerin und Chorleiterin im In- und Ausland aktiv. Dann folgte ihre Tätigkeit als Schriftstellerin. Im Juli 2009 erschien ihr erster historischer Roman im Gmeiner-Verlag.

Alle Bücher von Dagmar Fohl

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Die Insel der Witwen

Die Insel der Witwen

 (14)
Erschienen am 12.07.2010
Alma

Alma

 (9)
Erschienen am 11.04.2018
Das Mädchen und sein Henker

Das Mädchen und sein Henker

 (10)
Erschienen am 01.07.2009
Der Duft von Bittermandel

Der Duft von Bittermandel

 (9)
Erschienen am 07.03.2011
Palast der Schatten

Palast der Schatten

 (8)
Erschienen am 05.08.2013
Schneemusik

Schneemusik

 (4)
Erschienen am 02.08.2017
Der Schöne im Mohn

Der Schöne im Mohn

 (4)
Erschienen am 03.08.2016

Neue Rezensionen zu Dagmar Fohl

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meppe76s avatar

Rezension zu "Alma" von Dagmar Fohl

Ein weiteres Beispiel, wie unfassbar grausam Menschen sein können
meppe76vor 6 Monaten

‚Alma‘ ist die Tochter des Musikalienhändlers Aaron Stern und seiner Frau Leah. Die Eltern müssen ihre 1939 gerade geborene Tochter in Deutschland bei einem befreundeten Ehepaar zurücklassen, um sich auf das Schiff zu retten, das sie nach Kuba bringen soll und damit weit weg von den Nazi-Schergen. Was zunächst wie die Rettung scheint, entpuppt sich als Irrfahrt über verschiedene Meere und an Ländern vorbei, die sich alle weigern, die Flüchtlinge aufzunehmen. Allein dieses Geschehen ist höchst beklemmend und kaum begreiflich, dass diese knapp tausend Menschen überall abgewiesen werden, so dass ihre Hoffnung auf Rettung immer weiter schwindet.

Für Aaron Stern und Leah endet die Flucht schließlich doch in einem Konzentrationslager und es ist die Musik und sein Cellospiel, das Aaron das Überleben sichert, wenn auch unter den schlimmsten vorstellbaren Verhältnissen. Nur der Gedanke, dass irgendwo seine Tochter Alma lebt und er sie unbedingt finden muss, hält ihn davon ab, sich selbst das Leben zu nehmen.

Die Jahre nach Kriegsende sind bestimmt von der Suche nach Alma.

Und als er die Suche schon aufgegeben hat und überzeugt ist, dass auch seine Tochter den Krieg nicht überlebt hat, geschieht etwas Unfassbares und es scheint, als dürfe Aaron Stern nach all dem Schrecklichen doch am Ende noch so etwas wie ‚Glück‘ erleben.

Eine sehr bewegende Geschichte, die die ganze Grausamkeit des Nazischreckens deutlich macht und doch nicht in Hoffnungslosigkeit versinkt.

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lesefreude_books avatar

Rezension zu "Alma" von Dagmar Fohl

Auf der Suche nach Alma
lesefreude_bookvor 6 Monaten

Während die Figur des Aaron Stern fiktiv ist, lehnt sich die Handlung an historische Ereignisse an. So hat die Schifffahrt auf der St. Louis im Jahre 1939 tatsächlich stattgefunden. 937 jüdische Passagiere sollten mit dem Schiff von Deutschland nach Kuba reisen und so den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs entgehen. Doch es kam alles anders.

Die dargestellten Szenarien wirken derartig skurril, dass man meinen möchte die Autorin hätte sie sich ausgedachte. Wirft man dann einen jedoch einen Blick auf das Mittelmeer, stellt man erschreckende Parallelen fest. Lediglich mit dem Unterschied, dass die Zustände schlimmer sind als damals auf der St. Louis. Denn die Überfährt an sich glich in “Alma“ mehr einer Kreuzfahrt denn einer Flucht.

Dieses Gefühl mit Aaron Stern mitzuerleben wie er seine Heimat verliert und plötzlich keinen Platz mehr hat wo er hin kann. Auf unserer ganzen großen Erde gibt es keinen Platz wo er erwünscht ist.

Und schließlich die Lagermusik. Eine Institution, die für einige wenige zur Überlebenschance wurde. Dabei zeigt die Lagermusik wie schändlich und grausam Musik missbraucht werden kann. Jeden Tag von fröhlicher Marschmusik auf dem Weg zur und von der „Arbeit“ begleitet zu werden, kommt ein ganz eigenen perfiden Folter gleich.

 „Alma“ geht unter die Haut. Ich habe die 220 Seiten in einem Zug gelesen. Es gibt schlicht keine Stelle, die zum Aufhören geeignet wäre. Im weiter trägt dieser kleine Funke der Hoffnung den Leser immer weiter durch die Geschichte. So schwer viele Seiten auch zu lesen waren, musste ich einfach wissen ob Aaron überlebte und was mit „Alma“ geschehen ist.

Besonders gut hat mir gefallen, dass auch das danach beschrieben wird. Was wurde aus den KZ-Häftlingen nach dem Ende des Kriegs. Wie lebten Sie weiter? Wo fühlten Sie sich sicher oder gar zu Hause?

Die Feinfühligkeit mit der Dagmar Fohl durch die Geschichte führt, ist beeindruckend. Bei so viel Grausamkeit, Schmerz und Leid schafft sie dennoch, dass man immer wieder weiterlesen möchte, auch wenn Tränen in den Augen dies erschweren.

„Alma“ ist eines der besten Bücher rund um die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs. Intensiv, schmerzhaft und nachhaltig zeigt Dagmar Fohl an der fiktiven Figur Aaron Stern ein schreckliches Schicksal. Dabei spannt sie einen breiten Bogen von den ersten leisten Vorwehen und der Wegbereitung zum Nationalsozialismus bis hin zu den schrecklichen Tagen und der Suche des Lebens danach. Denn immer wieder stelle ich mir die Frage, wie kann man als Überlebender weiterleben? Wie kann man diese schreckliche Bilder verarbeiten/vergessen/bewältigen.

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HEIDIZs avatar

Rezension zu "Alma" von Dagmar Fohl

Aaron und seine Familie im Zweiten Weltkrieg und danach
HEIDIZvor einem Jahr

„Alma“ erzählt vom Musikalienhändler und Cellisten Aaron Stern, der 1939 Deutschland verließ und seine Tochter zurücklassen musste. Seine Odyssee wird beschrieben – er versucht, in verschiedenen Ländern Heimat zu finden, schließlich gerät er auch noch in die Fänge der Nationalsozialisten, verschiedene Arbeiten nimmt er an, schlägt sich so durch … Schließlich kehrt er nach Hamburg zurück und er beginnt, seine Tochter zu suchen.

Es ist sehr interessant zu lesen, wie die Figur Aaron Stern den Aufstieg der Nationalsozialisten erlebt. Man wird in die Historie hineingezogen und erlebt die Geschichte vor dem Hintergrund der wahren Historie des Zweiten Weltkrieges.

Aaron kommt ins Konzentrationslager und Leah, seine Frau, schafft es, die Papiere zu besorgen, die Aaron benötigt, um aus dem Konzentrationslager entlassen zu werden, nämlich die Ausreisepapiere aus Deutschland. Sie beschafft außerdem Schiffspassagen nach Kuba, ist schwanger und erleidet auf Grund der ganzen Aufregungen eine Frühgeburt. Man muss das Kind zurücklassen in Deutschland und nach dem Krieg beginnt die Suche. All das wird lebendig und fesselnd spannend beschrieben, man kann das Buch kaum zur Seite legen. Man wird förmlich in einem Sog in die Geschichte hineingezogen.

Die Art und Weise, wie die Autorin ihre Geschichte an den Leser bringt ist eine sehr eingängige. Schön ist, wie sie die Geschichte während und nach dem Krieg einbezieht in ihre Geschichte vom Aaron Stern und seiner Familie. Man kann sich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen und die Szenen sind ebenso bildhaft und detailliert beschrieben, ohne langatmig zu sein, im Gegenteil, es passiert immer wieder etwas, man ist gefesselt und mir hat das Lesen große Freude bereitet, ich war kurzweilig spannend unterhalten.

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