Dagmar Fohl

 4,4 Sterne bei 95 Bewertungen
Autorin von Alma, Die Insel der Witwen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Dagmar Fohl

Dagmar Fohl, geboren 1958, absolvierte ein Studium der Geschichte und Romanistik in Hamburg und arbeitete mehrere Jahre als Kulturmanagerin. Nach Abschluss einer Gesangsausbildung war sie als Sängerin, Gesangslehrerin und Chorleiterin im In- und Ausland aktiv. Dann folgte ihre Tätigkeit als Schriftstellerin. Im Juli 2009 erschien ihr erster historischer Roman im Gmeiner-Verlag.

Alle Bücher von Dagmar Fohl

Cover des Buches Alma (ISBN: 9783839222423)

Alma

 (14)
Erschienen am 11.04.2018
Cover des Buches Die Insel der Witwen (ISBN: 9783839210703)

Die Insel der Witwen

 (14)
Erschienen am 12.07.2010
Cover des Buches Frieda (ISBN: 9783839224731)

Frieda

 (11)
Erschienen am 14.08.2019
Cover des Buches Palast der Schatten (ISBN: 9783839214619)

Palast der Schatten

 (11)
Erschienen am 05.08.2013
Cover des Buches Das Mädchen und sein Henker (ISBN: 9783839210031)

Das Mädchen und sein Henker

 (10)
Erschienen am 01.07.2009
Cover des Buches Der Duft von Bittermandel (ISBN: 9783839211403)

Der Duft von Bittermandel

 (9)
Erschienen am 07.03.2011
Cover des Buches Schneemusik (ISBN: 9783839221143)

Schneemusik

 (5)
Erschienen am 02.08.2017

Neue Rezensionen zu Dagmar Fohl

Cover des Buches Alma (ISBN: 9783839222423)
Monika58097s avatar

Rezension zu "Alma" von Dagmar Fohl

Berührend, emotional, erschütternd
Monika58097vor 10 Monaten

"Alma" - eine unheimlich berührende, emotionale und auch erschütternde Geschichte über ein junges Ehepaar, dass 1939 aus Deutschland flüchten und die zu früh geborene Tochter Alma bei einem befreundeten Arzt zurücklassen muss. Eine Odyssee auf dem Meer beginnt. Weder Kuba noch Amerika, die die Zusage erteilt haben, die 900 jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die vor der Nazi-Herrschaft geflohen sind, aufzunehmen, halten ihr Wort. Die Flüchtlinge werden abgewiesen. Dem Kapitän bleibt nichts anderes übrig, als zurück nach Europa zu fahren. Aaron, der Cellist ist, spielt als Lagermusiker um sein Leben, doch wird er auch seine Frau retten können und wird er jemals seine kleine Tochter wiedersehen?

Schlimm genug, dass man zugelassen hat, dass der Nazi-Terror in Deutschland solche furchtbaren Ausmaße annehmen konnte, doch fast genauso fassungslos macht mich immer wieder, dass so viele Länder die Flüchtlinge abgewiesen haben und sie damit in den sicheren Tod getrieben haben. 

"Alma" - ein unglaublich intensives Buch, das unbedingt gelesen werden sollte. 

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Cover des Buches Frieda (ISBN: 9783839224731)
Judithas avatar

Rezension zu "Frieda" von Dagmar Fohl

So authentisch, dass es weh tut
Judithavor einem Jahr

Dagmar Fohl schreibt diesen Roman in der Ich-Form, damit erreicht sie einen noch größeren Effekt der emotionalen Betroffenheit beim Leser. Frieda Wächtler wird in Dresden geboren und wächst in einer kleinbürgerlichen Atmosphäre auf, die ihrem wilden Geist diametral entgegensteht. Der Vater züchtigt sie und die Mutter verschwindet hinter einer Wand aus Misstrauen und Entsetzen gegenüber der Tochter. 

Frieda macht sich mit 16 los von diesem Zuhause und gelangt in die Künstlerszene. Sie möchte malen lernen und versucht alles, um mit ihrem künstlerischen Talent auch Geld zu verdienen. Recht schnell lernt sie "Lohse" kennen, in der Künstlerszene sind sie bald ein Paar, aber die verhängnisvolle Beziehung verläuft bei Weitem nicht so, wie Frieda sich das vorgestellt hat. Trotzdem wird sie ihren Lohse heiraten und versuchen, das Beste aus dieser Ehe zu machen.  Auch er züchtigt sie, sie streiten, schlagen und vertragen sich immer wieder, bis es zum Bruch kommt. Die räumliche Trennung endet damit, dass Frieda zu ihm nach Hamburg geht und ihn nach schwerster Krankheit gesund pflegt. Lohse aber nimmt eine andere (aus) und bekommt mit ihr drei Kinder. Frieda rutscht ab bis ins Obdachlosenmillieu und eines Tages findet sie sich auf einer psychiatrischen Station wieder. Sie hat Alpträume und Wahnvorstellungen, Angst- und Panikattacken lösen einander ab. 

Ihr einziger Halt in all den Jahren, seit sie das Zuhause in Dresden verließ, ist ihr jüngerer Bruder Hubert. Noch als er Kind war, hat Frieda immer wieder versucht, ihm ihre Freiheitsliebe und ihren Willen aufzudrücken. Er erweist sich als robuster als er aussieht und entwickelt sich trotz des bedrückenden Elternhauses gut. Immer wieder wird er Frieda besuchen und ihr auch Halt bieten.

Als sie aus Hamburg flieht und bei den Eltern Unterschlupf sucht, verschließen diese sich - zu meinem großen Erstaunen - nicht. Sie nehmen sie auf und die Mutter päppelt Frieda wieder auf. Aber die psychotischen Zustände und Wahnvorstellungen kommen immer wieder, Frieda hat dem nichts entgegenzusetzen. Sie wird - auf Betreiben ihres Vaters - in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen, das Leben in der Anstalt ist für sie die Hölle. Alle Bittbriefe an die Eltern helfen nichts, sie bleibt jahrelang eingesperrt in dieser Anstalt. Ihr Wunsch zu malen, immerzu zu malen, geht nur manchmal in Erfüllung. Die ärztliche Behandlung ist als solche nicht zu bezeichnen, wenn sie nicht spurt, wird sie ruhig gestellt, ansonsten hilft man ihr dort nicht.

Sehr authentisch sind die Berichte aus dem Krankenhaus, genauso wurden diese verfasst, stereotype Sätze wie "Patientin ist sehr zerstreut" oder "Stimmungslabil, weinerlich." sind typisch für diese Verwahranstalten.

Unterdessen ist Hitler an der Macht, psychisch Kranke sind den neuen Machthabern ein Dorn im Auge, die "Erbgesundheit des deutschen Volkes" ist gefährdet, heißt es. Menschen wie Frieda müssen hinter hohen Mauern bleiben, für sie ist kein Platz zwischen den "Erbgesunden" und "Ariern". 1935 erfolgt gegen Friedas Willen die Zwangssterilisation, die sie fast nicht überlebt. Von Lohse wird sie in diesem Jahr geschieden.

Friedas Ende ist für uns, die wir die Geschichte kennen, vorhersehbar, für sie ist es das nicht. Sie hofft und hofft, dass sie die Freiheit wiedererlangt, aber im tiefsten Innersten wird sie gewusst haben, dass sie sterben muss. Am 31. Juli 1940 wird sie in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein vergast. 

Dieses Ende ist unendlich traurig. Einziger Lichtblick, einige der Ärzte und Pfleger wurden in einem Prozess in Dresden 1947 zum Tode bzw. zu langer Haft verurteilt. Hubert Wächtler trat beim Prozess als Zeuge auf.

Für mich ist dieses Buch eine echte Entdeckung, wenn ich könnte, würde ich mich bei der Autorin persönlich bedanken. Ich kenne sie leider nicht, deshalb mache ich es auf diesem Wege. Danke für die Wahrheit!


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Cover des Buches Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt (ISBN: 9783839227718)
HEIDIZs avatar

Rezension zu "Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt" von Dagmar Fohl

Das Leben und Wirken des portugiesischen Oskar Schindler
HEIDIZvor einem Jahr


Dagmar Fohl hat sich mit dem Leben des portugiesischen Konsuls Aristides de Sousa Mendes beschäftigt und ein Buch über diesen portugisischen Oskar Schindler geschrieben - perfekt recherchiert, verständlich informativ und überaus berührend - ein Roman - ein Sachbuch - beides eine Romanbiografie und ein Stück Geschichte in einem.
Der Zweite Weltkrieg bricht aus. Verfolgte versuchen zu flüchten, was aber bald kaum noch möglich ist. Portugal ist noch als Transitland möglich. Salazar - Diktator - verschärft allerdings auch hier die Einreisebestimmungen. 
Da ist Aristides de Sousa Mendes, der sich erschüttert zeigt und einfach menschlich - als er von den Tausenden hört, die vor seinem Konsulat warten ... Er stellt sich gegen das Verbot seiner Regierung. 30 000 Flüchtlingen kann geholfen werden, eine wahnsinnige Zahl ... Dann aber wird er selbst wegen Ungehorsams nach Portugal zurückbeordert. 
All das ist in diesem bildhaften Roman zu lesen, aber auch, dass der Vater von 14 Kindern - 1938 nach Bordeaux beordert - sich in eine junge Französin verliebt. Es soll eine heimliche Liebe bleiben. Schließlich wird Mendes seines Amtes enthoben. Er kämpft viele Jahre für Gerechtigkeit und seine Rehabilitierung. 
Ein schicksalhafter Roman, der mich überaus beeindruckt hat - absolute Empfehlung !!!


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