Dagmar Fohl Das Mädchen und sein Henker

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Inhaltsangabe zu „Das Mädchen und sein Henker“ von Dagmar Fohl

Hamburg im 18. Jahrhundert: Jan Anton Kock, Sohn des Scharfrichters Anton Kock, muss nach dem plötzlichen Tod seines Vaters dessen Amt übernehmen und schon im Alter von 16 seine erste Hinrichtung vollziehen. Viele Jahre erfüllt er seine Arbeit pflichtbewusst, obwohl er dem Scharfrichterberuf zwiespältig gegenübersteht. Doch als er sich in das Lachen eines Mädchens verliebt, gerät seine Welt ins Wanken. Denn die junge Hanna Kranz, Dienstmädchen einer reichen Familie, ist des Kindsmordes angeklagt und bis zu ihrer Hinrichtung bleiben nur noch wenige Tage. Eine qualvolle Zeit für Jan Kock, aber auch für Dr. Friedrich König. Der Anwalt ist als Defensor der Hanna Kranz berufen. Als aufgeklärter Geist und Gegner der Todesstrafe versucht er ihr Leben um jeden Preis zu retten.

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  • Rezension zu "Das Mädchen und sein Henker" von Dagmar Fohl

    Das Mädchen und sein Henker
    sabisteb

    sabisteb

    13. August 2010 um 11:17

    Hamburg 1767. Jan Kock ist ein intelligenter Junge, der nichts mehr möchte als zu studieren und Arzt zu werden. Obwohl er der Sohn eines Scharfrichters ist, darf er aufs Gymnasium gehen scheitert aber an seinen Mitschülern und deren Grausamkeit. So tritt der sechzehnjährige Jan am letzten Tag des August 1767 in die Fußstapfen seines Vaters und macht seine Prüfung zum Scharfrichter. Jan bleibt sensibel und leidet unter seinem ererbten Beruf. In seiner Freizeit bietet er seine Dienste als Art an und kultiviert Heilkräuter. 1773 verliebt Jan sich der nun zweiundzwanzigjährige das erste Mal. Sie ist wunderschön, 19 Jahre jung und Jan liebt ihr lachen. Hanna Kranz ist mit ihren kobaltblauen Augen eine ausgesprochene Schönheit und Dienstmädchen bei Senator Broderjahn. Sie liebt es, dem Puppenspieler zuzusehen und dort wartet Jan, verkleidet als normaler Mensch, auf sie, nur um sie zu sehen, sie zu betrachten, bei ihr zu sein, bis er ihr eines Tages näher kommt als ihm liebt ist. Hanna wird beschuldigt ihr uneheliches Kind nach der Geburt getötet zu haben, und Jan soll sie köpfen. Hanna hat nur einen Fürsprecher, der zwischen ihr und den sensationsgierigen Massen steht: ihren Anwalt F. König, einen Anhänger der Aufklärung, der gegen die Todesstrafe ist, und alles versucht, Hannas Leben zu retten. Henker als literarische Figuren wie Oliver Plötzsch Henker Jakob Kuisl erfreuen sich derzeitig großer Beliebtheit. So wie Jakob Kuisl ist auch Jan Kock ein sensibler Mann, der seinen Opfern so wenig Schmerzen zufügen möchte wie möglich. Von seinem Vater hat er dazu die notwenigen Tinkturen, Tränke und Vorgehensweisen erlernt. Worauf ihn sein Vater jedoch nicht vorbereiten konnte ist die Ablehnung auf die er überall stößt und mit der Jan sein Leben lang umgehen muss. Obwohl er viele, für die Stadt lebenswichtige Aufgaben unter sich hat, wie die Beseitigung von Tierkadavern aus den Straßen, ist er dennoch ein ausgestoßener, zu dem die Menschen nur heimlich kommen, um sich Heilung zu erbitten. Um sich zumindest manchmal wie ein normaler Mensch zu fühlen, verkleidet sich Jakob und wandert durch die Stadt und die Cafés, die in gerade in Mode kommen. Dieses Buch ist ein Plädoyer gegen die Todesstrafe. Nicht nur leiden die möglicherweise unschuldigen Opfer, auch der Täter, der Henker, leidet für etwas, dass nicht seine Schuld ist. Dagmar Fohl bezieht in diesem Buch keine Stellung zu Schuld oder Unschuld von Hanna. Es wird nicht untersucht, ob sie ihr Kind wirklich getötet hat oder wer der Vater des Kindes ist, das ist nicht wichtig. Es geht darum, dass ein Mensch, der schon gestraft genug ist durch den Verlust des eigenen Kindes, auch noch sein eigenes Leben verlieren soll, nur damit sich die braven Bürger in ihrer eigenen Tugend sonnen können. Die Todesstrafe ist keine Gerechtigkeit, sie spricht kein Recht, sie ist selber eine Straftat, die Schuldige und Unschuldige zugleich trifft und zur Belustigung der Massen verkommt. Die Autorin arbeitet mit vielen historischen Texten, die geschickt in den Roman eingewoben sind. Die Sprache, besonders in den Briefen ist angemessen altertümlich. Mein Lieblingssatz findet sich auf Seite 101 als Schlußfloskel eines Briefes "In anhoffender hocheigenster Willfahrung habe die Ehre mit vollkommenster Verehrung allseits zu Verharren. Treu gehorsam [...]" Dieser Roman ist melancholisch und düster. Fast alle Protagonisten sind unglücklich und auf die eine oder andere Art schuldig. Trotzdem einige Charaktere, besonders Jan Kock, teilweise zweidimensional bleiben, ist dieses Buch spannend geschrieben und durchaus empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Das Mädchen und sein Henker" von Dagmar Fohl

    Das Mädchen und sein Henker
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. July 2010 um 17:25

    Hamburg im 18. Juhrhundert... Hanna Kranz arbeitet in Hamburg beim Senator als Dienstbotin. Während die Frau des Senators sie hasst, entwickelt der Senator eine gewisse vorliebe für Hanna. SIe wird schwanger und nach der geburt liegt das Kind tot neben ihr - und sie ist wegen Kindermord anklagt. Jan Kock ist der Scharfrichter in Hambrug, er folter, tötet und hofft gleichzeitig, seinen Opfern schmerzen ersparen zu können, in der er Mittel und Salben für sie benutzt. Als Aussetziger darf er nur selten am normalen geschehen teilnehmen und so wandert er verkleidet durch die schöne Stadt. Auf dem Marktplatz verliebt er sich in ein Mädchen mit einem bezaubernden lachen. Friedrich König ist Verteider und Feind der Todesstrafe. Als Mitglied der "oberen Schicht" versucht er auch die anderen von dem Irssinn der Todesstrafe zu überzeugen und wird deswegen nur all zu oft belächelt. Was all diese drei Personen gemeinsam haben? Jan Kock soll seine Angebetete töten: Hanna Kranz - und Friedrich König will sie retten... Vom Grund her erinnert es mich ein wenig an eine eigene Fassung des "Glöckner von Notre Damme". "Quasimodo"/Jan Kock lebt als Aussetziger und wird dennoch in der Stadt gebraucht. Er verliebt sich in die schöne Hanna Kranz und ist der einzige der sie wirklich retten kann,. Doch Hanna widerum hat sich schon längst in einen anderen verliebt. Eine Tragödie bahnt sich an und mindestens ein Tot ist zu wittern. Dagmar Fohl hat mit ihrem Buch ein sehr beeindruckendes Werk geschrieben. Es ist gut geschrieben, unterhält und fesselt einen. Was aber viel wichtiger ist, ist die Tatsache, dass sie es mit diesem Buch schafft einen zu "belehren" ohne einen zu belehren. Es spielt in der Vergangenheit und löst bei dem Leser dass Gefühl aus, er sei überlegen, er lacht fasst ein wenig über die Dummheit der Gesellschaft zu dieser Zeit. Dennoch schwingt da immer ein trauriges Gefühl beim Lesen mit. Todesstrafen sind nicht lustig. Am Ende betet und hofft man für Hanna und alles geht sehr schnell, ob gut oder schlecht wird natürlich nicht verraten. Der eigetlich "Knaller" in diesem Buch ist das Nachwort. Dort werden alle Länder aufgezählt, die die Todesstrafe praktizieren. Das sind einfach noch zu viele Länder und enigen Ländern hätte man dies gar nicht zugetraut. Das Mädchen und sein Henker ist ein sehr bewegendes und zugleich sehr unterhaltendes Buch mit einem sehr gelungenen Cover.

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  • Rezension zu "Das Mädchen und sein Henker" von Dagmar Fohl

    Das Mädchen und sein Henker
    h_anke

    h_anke

    05. April 2010 um 12:00

    Ein erstklassiger Roman voller Esprit und Spannung. Unbedingt lesen! Dagmar Fohl bricht mit ihrem Roman „Das Mädchen und sein Henker die ausgetretenen Wege des Genres „Historischer Roman“. Auf hohen Niveau spinnt sie eine intelligente Geschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Die Autorin erzählt keine Belanglosigkeiten. Sie setzt sich mit dem Thema der Todesstrafe auseinander. Sie macht die Gefühle des Scharfrichters Jan Kock wie der des Kindmords angeklagten Dienstmädchens Hanna Kranz eindrücklich nachspürbar und schildert kenntnisreich die Gedankenwelt des Anwalts Friedrich König, eines Gegners der Todesstrafe. Hervorragend ist ihre akribische Recherche, ihre niveauvolle Sprache und dichte Darstellung der Charaktere und ihrer Lebenswelt. Wie nur wenigen Autoren gelingt ihr die authentische Schilderung einer Zeit, die den Leser die Gegenwart vergessen und mit allen Sinnen in das Leben im Hamburg des 18. Jahrhunderts eintauchen lässt. Mögen noch viele Romane aus Dagmar Fohls Feder fließen!

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  • Rezension zu "Das Mädchen und sein Henker" von Dagmar Fohl

    Das Mädchen und sein Henker
    MichaelSterzik

    MichaelSterzik

    31. July 2009 um 21:54

    Das Mädchen und sein Henker Im frühen wie auch im späten Mittelalter lebten die Henker und Scharfrichter meisten fernab der Stadtgrenzen. In einer städtischen Gemeinschaft, waren diese Männer und auch wenige Frauen ausgegrenzt, fast schon stigmatisiert. Der Beruf des Henkers galt immer schon als „unrein“ und „unehrlich“, wer wollte schon mit dem Diener des Todes konfrontiert werden? Es gab wahre Henkersdynastien und die Söhne eines Henkers übernahmen traditionell die Nachfolge ihres Vaters, die Töchter heirateten meistens einen Henker aus einer anderen Familie. Auch wenn die Person des Henkers gefürchtet war, so ging auch immer eine etwas gewisse morbide Faszination von ihnen aus. Viele „töteten“ nicht nur für das Städtische Gericht oder folterten, nebenberuflich waren sie auch Ärzte und Apotheker, nicht offiziell versteht sich, doch waren sie für die Bader und Ärzte ernste Konkurrenz. Die Ausbildung zum Henker und Scharfrichter war sehr praxisorientiert, aber sicherlich gab es auch verschiedene Theoretische Stunden. Nur wenig andere Menschen hatten in dieser Epoche mit Leichen zu tun, also war es naheliegend, dass die Henker rudimentäre Medizin praktizierten und auch verschiedene Medikamente herstellen konnten. Die Autorin Dagmar Fohl hat in ihrem Debütroman „Das Mädchen und sein Henker“ den Beruf des Henkers thematisiert und recht anschaulich geschildert. Der Roman ist jetzt – 2009 im Gmeiner Verlag erschienen und reiht sich im Genre historischer Kriminalroman ein. Inhalt Hamburg 1733. Jan Anton Kock schon frühzeitiger, kindlicher Traum war, ein angesehener Arzt zu werden. Ein Beruf der im krassen Gegensatz zu dem seines Vaters steht, der im Dienste der Stadt Hamburg, als Henker und Scharfrichter sein Amt ausführt. Schon früh erkennt er sein Talent beim verarzten und behandeln der schuldig gesprochenen Verbrecher die sein Vater bestraft und foltert. Er möchte Leben erhalten, anstatt Leben nehmen, doch schon mit 16 Jahren meint es das Schicksal anders mit Jan. Als sein Vater plötzlich stirbt, muss Anton das Amt des Scharfrichters und Henkers übernehmen. Hinein gestoßen in eine Welt die er meiden wollte erfüllt er sechs lange Jahre seine Pflichten als Henker. Acht eindrucksvolle und fehlerfreie Hinrichtungen kann Jan Kock vorweisen, er hat sich an seine blutige Tätigkeit gewöhnen müssen, nicht aber daran das er gefürchtet und gemieden wird, selbst in der Kirche in der Nächstenliebe von der Kanzel gepredigt wird, steht er abseits und empfängt den Segen und das Abendmahl als letztes. Seine kleine Welt wird auf einmal von dem Lachen der 19-jährigen Hanna, einem Dienstmädchen auf den Kopf gestellt. Jan Kock verliebt sich in das junge Mädchen, dass nur kurze Zeit später des Kindsmords angeklagt wird. Sollte Hannas Schuld bewiesen werden, bzw. sollte sie ihr Verbrechen gestehen, so erwartet sie das Schwert des Henkers Jan Kock. Hanna Kranz die das Dienstmädchen der Familie des Senators und Fabrikinhabers Broderjahn ist, verheimlicht ihre Schwangerschaft so gut wie es möglich ist, doch nach der Geburt ist das Neugeborene ermordet worden. Die junge Mutter wird des Kindsmord angeklagt, vertreten wird sie durch Dr. Friedrich König, dessen Herz selbst für seine angeklagte Klientin schlägt. Hanna Kranz wird der Prozess gemacht und ihre Schuldigkeit vom hohen Gericht gesprochen. Dr. Friedrich König und dem Henker Jan Kock bleiben nur wenige Tage um Hanna zu retten... Kritik Dagmar Fohl beschreibt in ihrem Debütroman das historische Hamburg im 18 Jahrhundert sehr realistisch und glaubhaft. Die Geschichte wird aus der jeweiligen Perspektive der einzelnen Protagonisten erzählt. Atmosphärisch gibt es im Roman einige Höhen, aber auch Tiefen die ein wenig die Handlung starr erscheinen lässt. Einzig und allein der Figur von Jan Kock wurde viel an Raum gelassen sich zu erklären, von seiner Vergangenheit, seinen Träumen und seinen Erfahrungen erfährt der Leser am meisten. Alleine über das „Handwerk“ eines Henkers, über seine Aufgaben erzählt die Autorin in Rückblenden mit Jans verstorbenen Vater viel. Dagegen fallen andere Hintergrundinformationen über Hanna eher sehr ärmlich aus, so dass am Ende des Romans viele Fragen auch sie betreffend einfach ungeklärt bleiben. Aus der Handlung hätte man viel mehr machen können, sie schleppt sich von Kapitel zu Kapitel ohne mit wirklichen Höhepunkten anhaltende Spannung zu erzeugen. Viele Charaktere wirken unglaubwürdig und sehr eindimensional, etwas mehr „Leidenschaft“, etwas mehr an Gefühl hätte die Figuren viel greifbarer gemacht. Gerade bei einem Kriminalroman hat man die Erwartungshaltung das die Handlung strukturiert in sich logisch aufgebaut ist. In „Das Mädchen und sein Henker“ ist das des öfteren nicht der Fall; viele Fragen bleiben offen, eine nicht unwichtige Person verschwindet und auch das Ende ist nicht zufriedenstellend. Es gibt keine Auflösung der Tat, nur ein totes Kind, eine verurteilte Mörderin, einige Personen die man als Leser in den Kreis der Verdächtigen stellt und noch mehr Fragen die unbeantwortet bleiben. Fazit Dagmar Fohls Debütroman war ansatzweise spannend und ganz sicherlich besitzt sie auch Talent, doch überzeugt hat mich „Das Mädchen und sein Henker“ nicht. Als Kriminalroman zu undurchsichtig und verwirt, als historischer Roman absatzweise sehr gut, als Drama gesehen gerade mal ausreichend. Die Autorin hätte mehr Wert auf die konzentrierte Handlung nehmen müssen und weniger schnell die Charaktere einführen und wenig zu Wort kommen lassen, dass ist zu verwirrend. Dagmar Fohl hat schriftstellerisches Talent was noch in der Entwicklung steckt, und ich würde mich freuen, vielleicht wieder einen historischen Kriminalroman zu lesen. Autorin Dagmar Fohl, geboren 1958, absolvierte ein Studium der Romanistik und Geschichte in Hamburg und arbeitete mehrere Jahre als Kulturmanagerin. Nach Abschluss einer privaten Gesangsausbildung war sie als Sängerin, Gesangslehrerin und Chorleiterin im In- und Ausland tätig. Seit dem Jahr 2000 betätigt sie sich schriftstellerisch und führt Lesungen durch. „Das Mädchen und sein Henker“ ist ihr erster historischer Kriminalroman. Michael Sterzik

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