Erik ist ein Zweibeinelch, der es nicht gut findet, wenn man ihn mit einem Rentier verwechselt. Gerade zur Weihnachtszeit, wenn jedermann nur an Rudolf denkt, ist eine Verwechslung fast vorprogrammiert.
Jens Höhner erzählt auf erfrischende Weise seine Erlebnisse mit einem Elchjungen, den er in Köln zur Karnevalszeit auf den Stufen der Kirche Sankt Engelbert kauernd, antrifft und mit nach Hause nimmt. Im Verlauf des Buches erfahren wir in kurzen, aber phantastischen Episoden einiges über Norwegen, Elche und – was das Wichtigste ist - viel über das Zusammenleben von Mensch und Zweibeinelch, so wie alles über diese Zweibeinelche überhaupt.
So lässt diese wirklich gelungene Kurzgeschichtensammlung nicht nur Kinder und nicht nur in der Vorweihnachtszeit schmunzeln; nein, es ist ein Buch für alle Junggebliebenen, verzaubert jede Mußestunde in der restlichen Zeit des Jahres und lässt – gerade in der Vorweihnachtszeit – Rudolf und seine rote Nase im Dunkel der Geschichte verschwinden.
Die 3-5 Seiten umfassenden und in sich abgeschlossenen Kapitel sind hervorragend dafür geeignet, dieses Buch in mehreren Zeitabständen zu lesen, sei es für Kinder vor dem Einschlafen oder auf einer Reise in mehreren Etappen, auch wenn es durch die wunderbare Schreib-, und Erzählweise des Autoren höchstwahrscheinlich nicht möglich sein wird, diese Lektüre einfach beiseite zu legen. Durch ihre schwarzweißen und trotzdem nie langweiligen Illustrationen hat Dagmar Gosejacob ihr Scheffelchen dazu beigetragen, aus den Erlebnissen der beiden Protagonisten herrlich komische und eindringliche Bilder zu zaubern.
Fazit: Dieses Buch ist wie gemacht für eine Fortsetzung, denn der Leser wird sich auf weitere Abenteuer der beiden freuen.




