Dagmar Larini

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Die zehn Botschaften der Sterbenden

Die zehn Botschaften der Sterbenden

 (1)
Erschienen am 13.02.2015

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Rezension zu "Die zehn Botschaften der Sterbenden" von Dagmar Larini

Botschaften, die man gerne hört, aber selten umsetzt
R_Mantheyvor 3 Jahren

Obwohl wir alle genau wissen, dass wir einmal sterben werden, denken wir daran nicht gerne. Warum sollten wir es auch tun? Damit wir besser vorbereitet sind? Oder vielleicht, weil wir danach möglicherweise bewusster leben, was immer das auch konkret heißen mag? Gedanken oder Gespräche über den Tod sind kein Tabu, wie immer wieder gerne behauptet wird. Sie machen nur einfach keinen Spaß und heben nicht gerade die Laune.

Wir leben in Ungewissheit über das genaue Datum unseres Todes. Sowie wir jedoch Bescheid bekommen, dass es bald so weit ist, ändert sich alles. Uns wird schmerzlich bewusst, dass es uns bald nicht mehr geben wird, die anderen aber schon. Es tritt das Gefühl ein, irgendwie nicht mehr dazuzugehören, obwohl man noch lebt. Nichts ist mehr wichtig. Man kann alles loslassen. Auch wenn es noch so weh tut, wird man es akzeptieren oder akzeptieren müssen. Manche Menschen senden in einer solchen Situation Botschaften aus ihrer Zwischenwelt. Darum geht es in diesem Buch.

Sterbende denken über ihr Leben nach, erkennen ihre Irrtümer und Fehler. Und sie wollen, dass andere es besser machen. Doch hätten sie selbst auf solche Ermahnungen und Botschaften früher gehört? Man kann das bezweifeln, denn gewöhlich werden Erfahrungen immer von Generation zu Generation weitererzählt. Nur hören die Jüngeren selten auf diese Ratschläge. Und wenn man genauer hinsieht, dann sind all diese Erfahrungen der Älteren auch selten neu. Die Menschheit müsste also über die vielen Generationen immer klüger geworden sein. Ist sie aber nicht. In jeder Generation immer dieselben Fehler zu machen, immer den gleichen Irrtümern nachzulaufen, gehört offenbar zum Kreislauf des Lebens.

Wenn man dieses Buch liest, dann bekommt man Botschaften vermittelt, wie, dass wir das Leben genießen oder hungrig und verrückt bleiben sollen. Unsere innere Wahrheit mögen wir erkennen, nicht gegen uns arbeiten, unser und nicht fremdes Leben leben. Das sagt sich alles so einfach, vor allen Dingen, wenn man es selbst nicht mehr umsetzen kann. Dagmar Larini befasst sich auch mit dem Problem, wie Lebende mit einer noch ungewissen Perspektive solche Ratschläge umsetzen können. Ihre Antworten fand ich zwar ganz interessant, aber nicht wirklich überzeugend. Leider zieht sie all die vermeintlichen Botschaften dieses Buches auch noch übermäßig in die Breite. Ich fand darüber hinaus ihren etwas belehrenden Unterton gelegentlich ein wenig störend, auch wenn sie dies vielleicht so nicht beabsichtigt haben mag.

Im Grunde geht es bei all den Mitteilungen aus diesem Buch immer nur um eine zentrale Botschaft, nämlich ums Loslassen. Wenn man stirbt, wird klar, dass man nichts mitnehmen kann. Man tat gut daran, das Leben, das immer nur im Jetzt stattfindet, richtig auszuleben und nicht zu verschwenden. Das gehört natürlich auch zu den Botschaften dieses Buches. Was einst wichtig war, zählt nun nicht mehr. Dass Anhaften und Klammern unglücklich macht, wusste schon Buddha, denn das ist seine zentrale Botschaft. Doch eine solche Aussage im Alltagsleben wirklich zu verstehen und umzusetzen, ist verdammt schwer, weil sie dem gesellschaftlichen Konsens von Karriere, Besitz und vor allem Anerkennung diametral entgegensteht.

Das Buch ist trotz seiner gelegentlichen Längen und Breiten nicht schlecht. Wenn man sich mit diesem Thema jedoch schon einmal bewusst befasst hat oder die verwendete Literatur im Original kennt, dann erfährt man nicht viel Neues. "Nicht schlecht" bedeutet nach den Empfehlungen des Seitenbetreibers drei Sterne zu vergeben. Da das vielleicht einen falschen Eindruck vermittelt, gebe ich gerne einen Stern mehr.

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