Die Witwen

von Dagmar Leupold 
4,1 Sterne bei9 Bewertungen
Die Witwen
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Kluges und unterhaltsames Buch über vier interessante Frauen - aus dem Thema hätte aber mehr gemacht werden können, vieles blieb ungesagt.

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"Roadmovie" wird zu Lebensbeichten versöhnlicher Natur. Sprachlich meisterhaft gerade im Wortspiel, aber teils etwas zu viel davon.

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Inhaltsangabe zu "Die Witwen"

Witwe ist keine der vier Frauen, von denen hier erzählt wird. Dazu wären sie vielleicht auch noch zu jung. Aber zu Witwen fehlen ihnen vor allem die Männer. Nur die eine, Penny, war verheiratet. Ist verheiratet? Der Mann ist verschwunden, und so lebt sie mit Sohn und Schwiegereltern abgelegen am Moselstrand zwischen Weinbergen. Nicht allein, ihre drei Freundinnen (Beatrice, Dodo und Laura) sind ihr von Berlin in die Provinz gefolgt. Die vier haben sich gut eingerichtet, jede für sich, im Leben, im Warten. Aber worauf? Also beschließen sie eines Tages, große Fahrt zu machen, aufzubrechen. Sie mieten sich einen Wagen und suchen per Anzeige jemanden, der sie fährt. Wohin? An die Quelle, an den Ursprung, zurück. Dass sie unterwegs dahin eine Panne haben, wird zu unserem Glück. Und zum Glück ihres Chauffeurs, der auch etwas vermisst, nur nicht das, was er zurückgelassen hat: Zierfische mit den Namen von Philosophen. Die vier beginnen zu erzählen, ihm, den anderen, sich selbst, und sie erzählen wie im Rausch: herzzerreißend, vergnüglich und vergnügt, doch ungeschminkt ehrlich und schonungslos.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783990270882
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:234 Seiten
Verlag:Jung u. Jung
Erscheinungsdatum:26.08.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    StefanieFreigerichts avatar
    StefanieFreigerichtvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: "Roadmovie" wird zu Lebensbeichten versöhnlicher Natur. Sprachlich meisterhaft gerade im Wortspiel, aber teils etwas zu viel davon.
    „Ein Idiot, der davon träumte, unbehelligt zu bleiben…“

    Gefällig beginnt der Roman und gefällig ist auch das Leben der vier Frauen, Freundinnen seit der Einschulung, gefällig ist auch die Sprache der Autorin. Gefällig - so etwas wie nett.
    Die „Witwen“, das sind vier Frauen, Freundinnen seit der gemeinsamen Einschulung in Berlin, die jetzt in Steinbronn leben, zwischen zwei Moselarmen:
    „In einem solchen buchstäblich von allen Seiten umfassten Ort einsam zu sein, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit – und doch gelang es vier Frauen, nicht mehr jung, aber längst nicht alt. Nur ratlos. Und irgendwie übrig.“ S. 1 „Lasst uns etwas erleben!“ („Witwe“ Laura) S. 4 wird beschlossen, man sucht per Annonce einen Chauffeur, findet Bendix und fährt los, über Trier die Mosel entlang bis zur Moselquelle.

    Aus dem Roadmovie wird kapitelweise Lebensbeichte, als das Leihfahrzeug beim Hartmannswillerkopf, der Gedenkstätte zum Ersten Weltkrieg, symbolträchtig den Dienst verweigert. Keine der Frauen ist wirklich Witwe. Der von seiner Freundin verlassene Bendix, eigentlich studierter Philosoph und Geschichtswissenschaftler, definiert es so: „Er [Bendix] hatte keinerlei Wissen über ihren zivilen Status und nannte sie auch keineswegs Witwen, weil er annahm, ihren wären die Männer weggestorben. Aber es schwang etwas bei ihnen mit, das ihm zu benennen schwerfiel, außer mit: verwitwet. Als hinge allen eine zarte Schleppe aus Trauer und Abgelebtem an. Aus seiner Sicht war er auch Witwer. … Witwenschaft als Abwesenheit von Zukunft, Witwenschaft als Zustand der Abhandenheit.“ S. 36 „Nicht Männer waren ihnen abhandengekommen, sondern die Zuversicht oder die Verwegenheit oder die Fantasie.“ S. 20

    Jeder der fünf Protagonisten, ja, auch Bendix gehört irgendwann dazu, erzählt. Das geschieht milieugerecht gebildet, eloquent – man findet für sich kleine Sätze zum Herausschreiben wie „Witwe“ Pennys „Im Traum sind wir nicht die Summe unserer Jahre, sondern die Fülle unserer Erfahrung.“ S. 130; das geschieht versöhnlich (wobei mir der Schluss etwas zu viel rosarot andeutete); das geschieht vor allem voller Sprachmeisterschaft, wie dem Namen des Hundes, Zwiebel, er ist so vielschichtig“ S. 7; „In ‚Spanisch‘ steckte ‚panisch‘ “ S. 111 oder weiteren Wortspielen wie Pennys  „Man kann Verwobenes auch wieder auftrennen, aufrebbeln, rebellieren.“ S. 42 Ich mag so etwas, aber es wird mir hier gelegentlich zu viel des Guten. Wer das ebook hat, möge z.B. nach „Erstreckung“ suchen im Text.

    Ein Buch, das wohl eher Frauen gefallen wird, das auch eher nicht bei jüngeren Lesern Anklang finden wird – das mich aber, obwohl ich mich unbestimmt deutlich zu jung fühlte für die Witwen, mit seiner Thematik der Freundschaft und der Geheimnisse und Verletzungen, die wir mit uns herumtragen, dann doch ganz gut gefiel – besonders mit Blick auf die Milde, mit der man miteinander umgehen kann, sollte. Gefällig - so etwas wie nett, aber doch so meisterhaft in der Sprache.

    Kommentare: 2
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    wandablues avatar
    wandabluevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Roadmovie, nur mit inneren Höhepunkten. Sehr lyrisch, beinahe philosophisch. Hat was.
    Am Schluss gescheitert.

     Roadmovie an die Mosel.
    „Die Witwen“ sind keine. Aber das macht nichts. Dodo, Bea, Laura und Penny haben ihre Lebensgeschichte, denn sie sind nicht mehr jung. Aber auch noch nicht alt. Sie sind Freunde seit ewig und doch hat jede den anderen etwas vorenthalten.

    Auf einer Fahrt an die Mosel, umständebedingt, erzählen sie ihre bisher zurückgehaltenen Geschichten. Begleitet werden sie von einem Mann, einem Chauffeur, der weder Freund noch Feind ist und den man nicht gebraucht hätte, er hat lediglich Alibifunktion. Damit halt ein Mann im Spiel bzw. Buch ist.

    Die vier Frauen sind trotz zahlreicher Details, mit denen die Autorin sie versehen hat, kaum auseinanderzuhalten, was heißt, dass ihre Charakterisierung nicht richtig gegriffen hat, anders ist es mit ihren Lebensgeschichten, diese haben durchaus überzeugt.

    Der unaufgeregte Roman Dagmar Leupolds hätte mir mit seiner geruhsamen Moselatmosphäre, mit einem Ausflug längerer Verweildauer am Hartmannswillerkopf, Denkmal für die gefallenen Sodaten des Ersten Weltkriegs sowie mit seinen vielen klugen, fast philosophischen Sätzen über das Leben ganz hervorragend gefallen, denn die lyrische Erzählart fing mich ein und bezauberte mich, und alles, was sich zutrug, war in seiner Banalität ebenso real wie mit Charme durchwirkt.

    Doch Dagmar Leupold hat ihrem Roman einen gekünstelten Schluss gegeben, der gar keiner ist. Warum nur? Denn einen Schluss braucht ein Buch. Jedwedes. Möglichst einen gescheiten sogar und nicht eine, wahrscheinlich gefakte „ultimative Lobhudelei“ auf sich selbst aus Zeitungsausschnitten. Natürlich könnte man sagen, ein derartiges Ende sei eben moderne Kunst, doch in diesem Fall, würde ich, durchaus für solche zu haben, sagen: Das kann weg! (Ist das Kunst oder kann das weg?)

    Fazit: Gemütliches Roadmovie an die Mosel, dessen Schluss wirklich alles verdirbt und dennoch durch seine Erzählart mit vier Punkten zu Buche schlägt.

    Kategorie: Anspruchsvolle Literatur, Longlist 2016
    Verlag: Jung und Jung, 2016

    Kommentare: 2
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    Archers avatar
    Archervor 2 Jahren
    Aufbruch, Ausbruch ... Bruchlandung

    Das sind sie, die Witwen, die eigentlich keine sind. Penny, Laura, Beatrice, Dodo. Und er, der kein Witwer ist, ein Lahmer, ein Mann mit kaputten Bein, ihr Führer. Oder zumindest der mit dem Führer-Schein, Bendix.  Die Damen begehren eine Reise. Einen Aufbruch ins Unbekannte, einen Ausbruch quasi aus dem Alltag, aus allen Tagen, die sich gleichen, aus ihrem langweiligen Leben. Und Bendix, der Mann mit dem Schein, der Fahrer, was will er? Ich kann es nicht sagen, seine ewig lahmen, wenn auch geschliffenen Monologe und Briefe konnten sprachlich gelegentlich beeindrucken, aber wirklicher Druck, etwas von Substanz, fand sich dort nicht. Wie es sich überhaupt in dem ganzen Buch nichts von Substanz findet, außer Doro vielleicht, die zumindest körperlich etwas davon aufweisen konnte.

    Ansonsten: vier ältere Damen, ein nicht mehr junger Herr. Auf Reisen. Gut situiert, alle vier. Alle mit Wohlstandsproblemen, die zumindest von mir nicht wohl angenommen wurden, weil das für mich keine Probleme sind. Aber ausführlich und hochintellektuell diskutiert worden sind. Mein Gott, wie ausführlich. Wie langatmig. Wie langweilig. Wie doch teilweise sprachlich eingängig, immerhin das. Schlechtes Handwerk kann man der Autorin nun wirklich nicht vorwerfen.

    Zum Abschluss ein Fazit zu drei Büchern aus der Buchpreis-Longlist, die ich gelesen habe. Thema grundsätzlich: das Leben von nebenan. Deins, das deiner Eltern, der komischen Nachbarin von gegenüber oder dem Typen, den du im Verdacht hast, heimlich deine Fernsehzeitung zu klauen. Spannend? Verdammt, nein. Wie spannend kann schon das Leben dieser Leute sein? Alle scheinen deprimiert, keiner weiß, wie man überhaupt das Wort "Hoffnung" ausspricht, geschweige denn lebt und am Ende bist du als Leser deprimiert und fragst dich, ob du auch mal so enden wirst. Wenn mir die Lektüre dieser preisverdächtigen Bücher was gebracht hat, dann dieses: Niemals werde ich so enden wie diese uninteressanten Protagonisten in ihren lahmen Leben.

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Vier Frauen auf Pilgerreise - ein vergnüglicher Roman in klassischem Muster, das neu interpretiert wird.
    Dagmar Leupold - Die Witwen

    Ein beschauliches Winzerdorf an der Mosel. Zuerst hat es Penny dorthin verschlagen, eines Mannes wegen, der später einfach verschwinden würde. Ihre Freundinnen aus Kindheitstagen sind ihr aus dem fernen Berlin gefolgt, Beatrice, Dodo und Laura haben sich in der Provinz ein neues Leben aufgebaut. Alle vier sind ohne Mann, aber noch lange keine Witwen. Das Leben geht tagein tagaus seinen Lauf ohne große Überraschungen. Da muss noch etwas geschehen – eine Reise ist die Idee. Und dazu muss ein Chauffeur her. In dem jungen Benedix finden die vier Frauen einen Begleiter für ihre Fahrt, deren Ziel noch unbekannt ist.

    Auch den vier Witwen kam die Ehre zu, auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2016 zu stehen. Für mich das vierte der nominierten Bücher und im Vergleich zu den drei vorherigen eine positive Überraschung. Angenehm flüssig liest sich der Roman, die Dialoge sind glaubwürdig, die Sprache nicht gerad poetisch, aber genau passend zu den Figuren, dem Ambiente und der Geschichte. Alles wirkt einfach rund und stimmig und wird dadurch zu einer vergnüglichen Lektüre. Die vier Frauenfiguren ebenso wie der einzige Mann sind liebevoll mit kleinen Details entwickelt, auch wenn ich einige Zeit brauchte, sie wirklich auseinanderhalten zu können.

    Interessant machen den Roman jedoch weniger die präsentierten Charaktere, auch die Handlung der Reise – die tatsächlich nicht sehr weit führt und eher beschauliche Zwischenstopps als große Orte zu bieten hat – ist nicht das, was diesen Roman literarisch attraktiv gestaltet. Es ist letztlich der Rückgriff auf ein bekanntes Muster, das man länger nicht gelesen hat: Die Pilgerreise, auf der ganz klassisch die Figuren nacheinander eine Geschichte erzählen. Hier jeweils etwas, das die Freundinnen trotz der jahrelangen Verbundenheit nicht wussten, etwas ganz Persönliches, ein tiefer Blick in das Innerste der Freundin. Dieses alte Muster wird in neuem Gewand dargeboten und lässt sich doch leicht erkennen. Auch werden hier nicht bekannte Wege beschritten, es sind auch nicht fromme Gedanken, die die Wanderinnen leiten – aber sie suchen doch nach Sinn in ihrem Leben und finden am Ende sogar ein Ziel. 

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    serendipity3012s avatar
    serendipity3012vor 2 Jahren
    Reise ohne Ziel

    Reise ohne Ziel

    Die Witwen sind keine. Nur eine von ihnen, Penny, war verheiratet und weiß nicht einmal, ob sie inzwischen vielleicht verwitwet ist, denn ihr Mann Otto verschwand vor acht Jahren spurlos. Sie hat sich eingerichtet im Leben mit dem Sohn und bei den Schwiegereltern, arbeitet in der familieneigenen Gaststätte. Und die Zeit vergeht. Ihre Freundinnen Beatrice, Laura und Dodo sind ihr nach Steinbronn gefolgt, schon vor vielen Jahren. Die vier Frauen kennen sich schon fast ihr ganzes Leben, gingen in Berlin zusammen zur Schule. Penny verließ die Großstadt der Liebe wegen, die drei Freundinnen folgten in die Provinz. Eine jede von ihnen hat sich längst eingerichtet in einer Gärtnerei (Dodo), als Yogalehrerin und Feldenkraistherapeutin (Beatrice) und Logopädin (Laura). Die Tage vergehen. Die Jahre auch. Viel erleben sie nicht. Eines Tages beschließen sie, eine Reise zu unternehmen, ohne Ziel wollen sie losfahren, der Weg ist, was zählt. Heraus aus dem Alltag. Per Annonce suchen sie einen Chauffeur und finden Bendix, keinen ganz Unbekannten. Und so verlassen sie Steinbronn und das gleichmäßige Leben ohne Überraschungen, das sie dort geführt haben und werden sich auf ihrer Reise noch einmal von einer anderen Seite kennenlernen.

    Dagmar Leupolds schmaler Roman „Die Witwen“ ist bereits ihr zweiter, der es auf die Longlist des Deutschen Buchpreis geschafft hat. Ein unaufgeregter Roman um vier nicht mehr ganz junge Frauen, die noch einmal aufbrechen, wie um zu schauen, was es da noch gibt für sie. Und die natürlich alle ihr Gepäck dabei haben. Erfahrungen, die sie zu dem gemacht haben, was sie heute sind.

    Die Namen der vier: zeitlos und mit Bedeutung aufgeladen. Beatrice und Laura die Frauenfiguren, um die Dante Alighieri und Francesco Petrarca, die beiden wichtigsten Dichter der italienischen Literaturgeschichte, in ihren Werken stets kreisen, Penelope, die Frau des Odysseus, Dorothea, das „Geschenk Gottes“. Die Namen sind nicht zufällig gewählt: Wir haben es mit gebildeten, kulturell interessierten Frauen zu tun. Und auch Bendix, eigentlich Benedikt, der Fischfreund und von der Liebe gezeichnete, die männliche Hauptfigur des Romans und Chauffeur des Quartetts, entstammt diesem Milieu.

    „Die Witwen“ erzählt zwar von unerwarteten Begebenheiten, ist aber frei von Dramatik. Vor allem ist es Leupolds präzise Sprache, die den Roman lesenswert macht: Oft einfach, dann wieder in verästelten Sätzen, bringt sie stets auf den Punkt, was mit ihren fünf Protagonisten geschieht. Im Äußeren und im Inneren. Tatsächlich ist es schwierig, genau zu erfassen, was Leupolds Roman so lesenswert macht. Vielleicht ist es die Art und Weise, wie sie die Freundschaft dieser Frauen darstellt, die sich so lange kennen und die feststellen, dass sie trotzdem nicht alles voneinander wissen – und die nicht gekränkt oder wütend sind, als sie dies feststellen. Vier Frauen, die sich eingerichtet haben in einem Leben, in dem sie auf niemanden Rücksicht nehmen müssen, die zufrieden scheinen, denen aber etwas fehlt. Die sich nicht zufrieden geben möchten. „Die Witwen“ liest sich als lebensbejahendes Buch mit positiver Grundstimmung. Eine Geschichte, die wie ein Film vor den Augen des Lesers abläuft, so genau sieht man das alles vor sich: die Weinberge, die Gaststätte, die Orte, die sie besuchen, dann das Auto, in dem sie ihre Reise unternehmen und sich schließlich anvertrauen, was sie sich noch nie erzählt haben.

    „Die Witwen“ liefert so etwas wie eine Bestandsaufnahme im Leben dieser Frauen und ebenso ihres Chauffeurs Bendix, der seine eigenen Dämonen mit sich herumschleppt. Und am Ende steht die Hoffnung, dass etwas angestoßen wurde, sich ändern könnte. „Die Witwen“ ist eine sehr gut erzählte Geschichte um vier Frauen, die aus ihrem Alltag ausbrechen und schauen möchten, was da draußen vielleicht noch auf sie wartet. Wie die Longlist-Kandidaten Kaiser-Mühlecker und Kirchhoff scheint auch dieser Roman ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein. Vielleicht ist das Zufall oder doch ein Trend? Ob der Roman es auf die Shortlist schafft, bleibt abzuwarten. Verdient hätte er es.

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kluges und unterhaltsames Buch über vier interessante Frauen - aus dem Thema hätte aber mehr gemacht werden können, vieles blieb ungesagt.
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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor einem Jahr
    T
    ttowervor 2 Jahren
    heberschs avatar
    heberschvor 2 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

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    TanjaMaFis avatar

    Fragerunde mit Dagmar Leupold zu "Die Witwen"

    Auch in diesem Jahr habt ihr wieder die Möglichkeit, Autoren der Longlist des Deutschen Buchpreises 2016 Fragen zu ihren Werken zu stellen und ihre Bücher zu gewinnen. Welches Buch ist euer Favorit? Hier könnt ihr abstimmen!

    Den Abschluss unserer Fragerunden–Aktion zum Deutschen Buchpreis macht in diesem Jahr Dagmar Leupold.  Ihr Roman "Die Witwen" erzählt die Geschichte von vier Freundinnen, die eigentlich gar keine Witwen sind. Stattdessen warten sie – doch worauf? Eines Tages machen sie sich auf die Reise. Während einer Panne beginnen sie zu erzählen: herzzerreißend, vergnügt und doch schonungslos.

    Mehr zum Inhalt
    Witwe ist keine der vier Frauen, von denen hier erzählt wird. Dazu wären sie vielleicht auch noch zu jung. Aber zu Witwen fehlen ihnen vor allem die Männer. Nur die eine, Penny, war verheiratet. Ist verheiratet? Der Mann ist verschwunden, und so lebt sie mit Sohn und Schwiegereltern abgelegen am Moselstrand zwischen Weinbergen. Nicht allein, ihre drei Freundinnen (Beatrice, Dodo und Laura) sind ihr von Berlin in die Provinz gefolgt. Die vier haben sich gut eingerichtet, jede für sich, im Leben, im Warten. Aber worauf? Also beschließen sie eines Tages, große Fahrt zu machen, aufzubrechen. Sie mieten sich einen Wagen und suchen per Anzeige jemanden, der sie fährt. Wohin? An die Quelle, an den Ursprung, zurück. Dass sie unterwegs dahin eine Panne haben, wird zu unserem Glück. Und zum Glück ihres Chauffeurs, der auch etwas vermisst, nur nicht das, was er zurückgelassen hat: Zierfische mit den Namen von Philosophen. Die vier beginnen zu erzählen, ihm, den anderen, sich selbst, und sie erzählen wie im Rausch: herzzerreißend, vergnüglich und vergnügt, doch ungeschminkt ehrlich und schonungslos.

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    Mehr zur Autorin
    Dagmar Leupold wuchs in Oberlahnstein und Mainz auf. Sie studierte Germanistik, Philosophie, Theaterwissenschaft und klassische Philologie in Marburg und Tübingen. Sie arbeitete als Deutschlehrerin, Redakteurin und Dozentin unter anderem in Florenz und New York. Ihr Debütroman "Wie Treibholz" erschien 1988. Ihr aktuelles Werk "Die Witwen" wurde außerdem für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert, 2013 war sie ebenfalls nominiert mit ihrem Titel "Unter der Hand". Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in München.

    Gemeinsam mit Jung und Jung verlosen wir 1 Exemplar von "Die Witwen" unter allen Fragestellern! Außerdem haben alle, die an den Fragerunden teilnehmen, die Chance auf ein großes Buchpaket mit allen Titeln, die auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stehen!

    Dagmar Leupold wird eure Fragen am Sonntag, 18. September 2016 zwischen 14 und 18 Uhr. Bitte beachtet, dass wir die Fragerunde dementsprechend schließen werden!

    Ich bin gespannt auf eure Fragen und wünsche euch viel Spaß!


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