Die Waldgräfin

von Dagmar Trodler 
4,4 Sterne bei117 Bewertungen
Die Waldgräfin
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Thommy28s avatar

Bildgewaltiger Reihenauftakt - guter, spannender historischer Roman mit ein paar Längen

Peridot98s avatar

Bildstarker Historenschmöker, der mir viele schöne Lesestunden bescherte

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Inhaltsangabe zu "Die Waldgräfin"

In der Eifel, um das Jahr 1060: Alienor, die rebellische Tochter des Freigrafen zu Sassenberg, war ihr Leben lang eine Außenseiterin. Nach dem Tod ihrer Mutter wird sie von ihrem Vater gezwungen, die Pflichten der Burgherrin zu übernehmen und muss über das Schicksal eines gefangenen »Barbaren« enscheiden. Dieser erweist sich als letzter Sohn eines uralten nordischen Herrschergeschlechts — und ist somit auch der Erzfeind ihres Vaters. Da ergreift die junge Eifelgräfin die Chance, nicht nur Erik, sondern auch sich selbst aus der Abhängigkeit des Freigrafen zu befreien.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783641212605
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:855 Seiten
Verlag:Blanvalet Verlag
Erscheinungsdatum:02.02.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Thommy28s avatar
    Thommy28vor einem Monat
    Kurzmeinung: Bildgewaltiger Reihenauftakt - guter, spannender historischer Roman mit ein paar Längen
    Bildgewaltiger Reihenauftakt - guter, spannender historischer Roman mit ein paar Längen

    Einen Blick auf das Geschehen kann der Leser hier auf der Buchseite werfen. Ich ergänze lediglich meine persönliche Meinung:


    Das Buch ist der Auftaktband zur sogenannten "Eifelgräfin-Trilogie" und gleichzeitig der Debütroman der Autorin. In Anbetracht dessen kann man sagen - ein gelungenes Debüt!

    Der Schreibstil der Autorin ist wirklich aussergewöhnlich: Sehr gefühlvoll, blumig und sehr bildgewaltig. Sie vermag es mit ihrer Sprache starke Gefühle zu erzeugen und intensive Einblicke in die Lebenswelt des 11. Jahrhunderts zu erzeugen. Weniger gefallen haben mir die zahlreichen Einschübe in lateinischer, hebräischer und altnordischer Sprache. Diese haben den Lesefluss immer wieder gehemmt und gestört, auch wenn die Autorin selbst sagt, dass diese Einschübe für die Handlung nicht Wesentlich seien und diese auch im Glossar übersetzt werden.

    Die Handlung selbst ist spannend und bietet schöne Einblicke in das damalige Leben. Allerdings wird der Spannungsbogen doch oft durch deutliche Längen unterbrochen.

    Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Beide sind in ihrem Wesen aber sehr zwiegespalten. Die weibliche Hauptfigur ist zwar eine für ihre Zeit sehr aufgeschlossene, starke Frau, die aber immer wieder von Gewissenszweifeln - insbesondere religiöser Natur - geplagt wird. Ungewöhnlich: Die Autorin schreibt aus Sicht dieser Hauptfigur in Ich-Form! 

    Die männliche Hauptfigur ist zwar ein harter Mann, hat aber auch einen weichen Kern. 

    Beide entwickeln sich im Laufe der Geschichte, wobei das hin und her zwischen den beiden Charakterseiten etwas zu breit ausgewalzt wird, Überhaupt nimmt der religiöse Aspekt (sowohl der christlichen, als auch der nordischen) einen sehr breiten Raum ein. Selbstverständlich hat zu damaliger Zeit die Religion einen sehr dominanten Einfluss auf das Leben gehabt; im Buch war es mir dann aber doch etwas zu überbetont.

    Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen und mich teilweise ob der schönen Schreibweise sogar fasziniert. Da konnten mich auch die vorhandenen Längen nicht übermäßig stören. Ich werde auch die beiden Folgebände lesen.

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    Peridot98s avatar
    Peridot98vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Bildstarker Historenschmöker, der mir viele schöne Lesestunden bescherte
    Eine starke Frau und ein geheimnisvoller Fremder

    Alienor, Tochter des Freigrafen zu Sassenberg ist nicht gerade die Art von Frau, die sich ein Mann des Mittelalters vorstellt und wünscht. Ungebunden, aufsässig und mit einer Neigung zur Reiterei und Jagd, widerspricht sie dem gängigen Ideal der Zeit. Auch zum Leidwesen ihres Vaters. Als eines Tages der Freigraf nach der Jagd zurückkehrt und einen Wilderer mitbringt, ignoriert Alienor zu Beginn noch den Fremden, den keiner Versteht.

    Besessen von der Idee, dass der Fremde ein Geheimnis birgt, läßt der Herr zu Sassenberg seinen Gefangenen allerlei Torturen erdulden. Doch der Fremde schweigt, niemand versteht ihn. Erst als Alienor im Zuge der Barmherzigkeit ihn das erste Mal aufsucht, spricht er sie auf Normannisch an, eine Sprache, die Alienor durch ihre Mutter versteht. Nun keimt in dem Freigrafen eine neue Idee, seine Tochter solle den verstockten Gefangenen sein Geheimnis entlocken und so schenkt er diesen Alienor als Sklaven. Natürlich wehrt sich die aufmüpfige Tochter zuerst dagegen, doch langsam kommen sie sich näher und sie lernt seine Welt, die Welt der Dänen und auch seinen Glauben kennen. Im Laufe der Zeit stellt sich heraus, dass der Fremde ein Mitglied des dänischen Königshauses ist.

    Die Geschichte um Alienor und Erik war sehr schön zu lesen, mir gefiel die ausschmückende Art der Geschichte und ich lernte einiges über die nordländischen Religionen und Ansichten. Alienor ist eine Frau wider der Zeit, für das Mittelalter doch sehr emanzipiert, aber was soll’s? In jeder Zeit gab es Andersdenkende und Frauen erfuhren in der Geschichtsschreibung eh kaum Beachtung. Das einzige, was mich ein wenig daran störte war, dass Alienor ständig mit sich haderte und immer wieder betete. Die Leute der Zeit waren gläubig, das weiß man inzwischen, das muss man nicht ständig beschreiben. Hier gibt es einen Abzug, denn das wirkte auf mich, als wären diese Seiten nur Lückenfüller. Auch ein Kritikpukt war der doch recht perfekte Erik, der zuerst auf dem Zahnfleisch daher gekrochen kommt, aber immer im rechten Augenblick Alienor beistehen konnte. Schwäche zeigen? Fehlalarm. Aber gut, darüber sehe ich hinweg, weil das halt so gerne gelesen wird. Ansonsten eine nette Geschichte, die mir viele schöne Lesestunden bescherte, da sie mich wirklich ins Mittelalter hineinversetzte.

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    Curins avatar
    Curinvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein toller und spannender historischer Roman
    Eine spannende Handlung mit toller Protagonistin


    Alienor, die Tochter des Freigrafen zu Sassenberg führt nach dem Tod ihrer Mutter den Haushalt der Burg und kümmert sich um ihre jüngere und kranke Schwester. Doch ihr ganzes Leben ändert sich, als ihr Vater einen fremden Wilderer in seinem Wald erwischt und in seinem Keller schwer foltert. Als Alienor entdeckt, dass er die Sprache ihrer Mutter spricht, bekommt sie ihn als Diener geschenkt und soll ihm sein Geheimnis entlocken ... .
    ,,Die Waldgräfin" ist ein wunderbarer und unterhaltsamer Roman, der um 1066 in der Eifelgegend spielt. Die Handlung beginnt relativ unspektakulär mit ganz alltäglichen Dingen auf der Burg und den Aufgaben Alienors. Doch spätestens nachdem der Vater von der Jagd den halbtoten Fremden mitbringt, verändert sich nach und nach alles und die Spannung nimmt deutlich zu.
    Mir hat besonders gefallen, dass man durch den Roman einen authentischen Einblick in das Burgleben bekommt. Man begleitet Alienor bei ihren 
    Tätigkeiten und erfährt viel darüber, wie der christliche Glaube, Aberglaube und Nöte den Alltag der Menschen bestimmen.
    Die Figuren wirken teilweise etwas klischeehaft, aber sind gut konstruiert. So ist Alienor eine starke junge Frau, die es einerseits allen Recht machen möchte, aber andererseits auch Träume und Wünsche hat. Sie beweist im Roman viel Mut und Durchhaltevermögen und hat mich immer wieder beeindruckt. Der Fremde, über den man später viel mehr erfährt, ist auf jeden Fall ein sehr ehrbarer Mann, der ein ganz andere Sichtweise und einen anderen Glauben mitbringt.
    Dagmar Trodler gelingt es, den Leser in eine andere Zeit zu versetzen. Sie beschreibt alles sehr deutlich, aber ohne Langeweile zu erzeugen und bringt immer wieder Spannung ins Geschehen. Teilweise konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
    Insgesamt ist ,,Die Waldgräfin" ein tolles historisches Buch, dass ich gerne weiterempfehle.

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    MamaBuecherschranks avatar
    MamaBuecherschrankvor 5 Jahren
    GANZ GROSSES KINO

    Dieser historische Roman spielt zur Zeit von Wilhelm, dem Eroberer. Alienor ist die Tochter eines Freigrafen in der Eifel. Seit dem Tod ihrer Mutter ist es ihre Aufgabe, den Haushalt zu führen - eine Aufgabe, bei der sich das freiheitsliebende Mädchen wie eine Gefangene fühlt. Dann stellt ihr Vater auf seinem Land einen Wilderer und sperrt ihn in seinen Kerker. Der Mann spricht eine Fremde Sprache und schweigt selbst unter Folter. Als der Freigraf herausfindet, dass dieser geheimnisvolle Fremde Normannisch, die Muttersprache von Alienors Mutter spricht schenkt er den Fremden seiner Tochter als unfreien Knecht. Alienor verliebt sich in diesen geheimnisvollen Mann, und als sie von seiner wahren Herkunft erfährt wechselt sie die Seiten.  Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Der Roman setzt weniger auf Kitsch als auf knallharte Action gemischt mit packender Leidenschaft. Alienor ist zwar für ihre Zeit ungewöhnlich emanzipiert, verliert aber - im Gegensatz zu vielen anderen "Heldinnen" aus historischen Romanen nicht an Glaubwürdigkeit. Sie trägt die Konsequenzen für ihr Handeln, und genau das ist es, was dieses Buch für mich absolut lesenswert macht. Volle Punktzahl von mir! 

    Kommentare: 3
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    Huebners avatar
    Huebnervor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Waldgräfin" von Dagmar Trodler

    Wer sich noch nicht mit Grint, Eiter und Co. auskennt, sollte in die qualvolle Geschichte Alienors von Sassenberg eintauchen - und zwei Lesezeichen bereithalten, dazu unten mehr.
    Aber nun von vorn: Dagmar Trodler lässt mittels Ich-Perspektive den Leser eigentlich wohl im Regelfall die Leserin in Alienor von Sassenberg im Rheintal schlüpfen. Sie ist die Tochter eines mittelmäßig begüterten Grafen. Ihre Mutter und der Großteil ihrer Familie wurden von den Erschwernissen des Lebens im 11. Jh. dahingerafft. Die kleine Schwester Emilia und der cholerische, geizige Vater sind alles, was ihr bleibt. Sie lebt wie die Heilige Barbara eingesperrt auf dem Sassenberg und Dagmar Trodler, um es vorweg zu nehmen, versteht es hervorragend, den Leser auf den Bergfried in das vergangene Jahrtausend zu entführen.
    Dagmar Trodler spannt uns zunächst nicht auf die Folter, wenn es darum geht, in die Geschichte einzuführen - das kann nicht jeder, da schließe ich mich ein. Zu beginn nämlich, bringt Vater Albert von Sassenberg einen Wilddieb von der Beizjagd mit, einer jener ungezählten Ereignisse, zu derer Alienor nicht mitgenommen hat. Zunächst glaubt Alienor, der geschundene, gedemütigte Wilddieb sei tot, wird aber bald eines Besseren belehrt. Die Odyssee ihres Herzens, wenn man so sagen darf, beginnt zur Christnacht, wo sie dem Gefangenen gegenüber, dem Vorbild ihrer verstorbenen Mutter folgend, Mildtat mit Brot und Wein erweist, und in seinen blauen Augen versinkt. Auf S. 390 soll der Leser auch erfahren, dass sich der Gefangene bei dieser ersten Begegnung in die Grafentochter verliebt hat, aber das glaubt man nicht, denn die 390 Seiten, die dem Geständnis vorweggehen, sprechen eine ganz andere Sprache.
    Sowieso finde ich, dass Dagmar Trodler zwei Tenore anschlägt: zum einen die romantisierende, bildreiche Sprache einer jungen Frau, die sich den Konventionen tapfer entgegenstellt, zum anderen das rationale Abwiegen einer jungen Frau, die versucht, den ertragreichsten Weg zu gehen.
    Der Gefangene entstammt offenbar edlem Hause. Alienors Vater kann weder durch Folter noch durch Demütigung erfahren, wer der ominäse Fremde ist. Kurzerhand beschließt er den halb tot gefolterten Menschen seiner Tochter als Sklaven, Reitknecht, zur Verfügung zu stellen. Sie soll seinen Namen in Erfahrung bringen - selbstverständlich durchschaut der Sklave dieses Motiv sogleich. Und ab diesem Schachzug der Autorin wartet die geneigte Leserin auf den ersehnten Kuss. Der folgt auf S. 393! Bis dahin heißt es: Tage und Nächte durchlesen, um die schmerzhaften Peitschenstriemen, Lanzenverletzungen, Verbrennungen, Eiterwunden, Wundbrände, Kratzer und Herzschmerzen durchzustehen. Ein wirklich gekonnter Schachzug, die Leserin bei der Stange zu halten.
    In der Tat müssen der Sklave, Hans (Hans!), der nach wie vor seinen Namen und Herkunft verweigert zu nennen und Alienor einige Abenteuer durchstehen, denn die Sassenburg wird durch den missgönnerischen Heimbacher Nachbarn belagert und Hans (!) soll als Spion fungieren, wobei er verwundet wird - die besagte Lanze - und im Sterben liegt (nicht zum ersten, nicht zum letzten Mal).
    Alienor vergisst die Kriegsansage des Nachbarn und flieht bei Nacht und Nebel zum Versteck des Sklaven. Auf dem Sterbebett gesteht Hans (!) seine edle Herkunft als Erik von Schweden, Sohn des schwedischen Königs. Die Tortur geht weiter. Hans, nein von nun an Erik, braucht ärztliche Hilfe. Da gibt es Naphtail, den Juden auf der Sassenburg, der im Kellerlabyirnth seine Laboratorien und orientalischen Medizien hat. (Kellerlabyrinthe mit einem angeschlossenene paradiesischen Garten dürfen nicht fehlen, wenn eine Romanze noch nicht zu Ende ist!) Auf dem Weg zurück zur Sassenburg, welcher an die drei, vier Tage nimmt und jeder Augenblick dem Leser haarklein geschildert wird - und der Leser will auch das Bad des nackten Hühnen im Weier und die Prophezeiung der Kräuterhexe, Alienor würde einst einen Prinzen ehelichen, wissen, auf dem Weg zur Sassenburg jedenfalls müssen die beiden sich doch endlich ineinander verlieben - tun sie sicherlich, aber nicht offiziell ;-)
    Aber will der Leser seine Identifikationsfigur verstümmelt, entstellt, verbrannt, gebrandmarkt sehen?
    Das frage ich mich, die ich meinen eigenen Erik "Im Land der Sümpfe" ebenfalls habe brandmarken lassen - ein totaler Zufall, Dagmar Trodlers Buch habe ich diesen Sommer erst entdeckt.
    Will und kann die geneigte Leserin sich mit einer Heldin identifizieren, deren Gesicht durch eine quer über dasselbe verlaufenden Narbe entstellt wird und deren Haare zuerst abgebrannt, dann kurzgeschoren werden, identifizieren? Hier bricht Dagmar Trodler mit der Konvention. Der Leser will auf jeden Fall wissen, wie sich die heidnische von der christlichen Religion unterscheidet. Hier beruft sich Dagmar Trodler in verbissener Wiederkehr auf die altnordische Liederedda und an dieser Stelle lernte ich sehr viel über meine eigenen Fehler als Autorin: Das Glossar. Dagmar Trodler hinterließ ein Glossar, in dem es nicht in alphabetischer, sondern chronologischer Reiehnfolge zugeht und von Querschlägen nur so hagelt, denn Latein, Altnordisches, Hebräisches ... alles wird einfach runtergetextet und wenn man Glück und das oben erwähnte zweite Lesezeichen parat hat, findet man auch als trainierter Glossarist die passende Übersetzung von Eriks nordischen Aussprüchen. In der Tat ist es verblüffend, wie Erik zwar des Deutschen innerhalb kurzer Zeit mächtig wurde, aber die simpelsten Dinge in seiner Muttersprache sagt. Da hatte es mein eigener Erik leichter, den habe ich das Deutsche von Kindesbeinen an gelehrt, dann kommen solche Logikfehler nicht auf,. Hier verrät sich die collagehafte Arbeitsweise Dagmar Trodler. An mancher Stelle, zum Beispiel, als die Heldin eine Wassersetzung mitmachen musste, damit in der Gottesprüfung und vor der Hochzeit mit dem Kuchenheymer (ein sehr passender Name für den ungeliebten, stets alkoholisierten Anverlobten der Alienor) festgestellt wird, dass sie Jungfrau und vom Sklaven, den sie und der jüdische Arzt nach Einkehr in die Burg für tot erklärten, obschon er im besagten Kellerlabyrinth zusammen geflickt wird und auf die Liebe wartet - im wahrsten Sinne - jedenfalls bei solchen Szenen wie diesem Wassergang beschleicht mich der Verdacht, dass die Autorin absichtlich dramatisieren und auch noch einen Hexenprozess anschneiden wollte. Wenn schon denn schon.
    So wirkt der Roman zuweilen übervoll von Mittelalter-Klischees, jedes Thema muss abgerissen werden: der unaufrichtige Abt, der kluge Jude, die todkranke Schwester, der auf Vorteil bedachte Vater, die rebellierende Tochter, der fremdartige Hühne, die Kräuterhexe, das Gasthaus im Wald, der einsame Weier (sie hinterm Baum, lüstern ihn beobachtend, der Schauprozess ... Da klingeln einem die Ohren und man ertappt sich beim Ausspruch: das auch noch!
    Aber es ist gut, es macht Spaß zu lesen.
    Wie gesagt, folgt die Leserin fieberhaft der Hassliebe zwischen aufrichtiger Christin und stolzem Heiden und darf im letzten Viertel des Romans Zeugin der erfüllten Liebe sein, aber es wäre zu einfach: Erik nimmt Alienor mit nach Schweden, alles wird gut. Aber dem ist nicht so. Dagmar Trodler lässt sich Zeit mit und den Leser warten auf das letzte Wort.
    Es folgen "Freyas Töchter"
    und "Die Tage des Raben" - eine Trilogie.

    I.Hübner, September 2011

    Kommentare: 1
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    Bellexrs avatar
    Bellexrvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Waldgräfin" von Dagmar Trodler

    Ein Fremder ohne Namen
    .
    Die Eifel im Jahr 1066. Hier lebt die Grafentochter Alienor auf der Burg ihres Vaters und führt ein recht zufriedenes Leben. Bis eines Tages die Jagdgesellschaft einen verwilderten, halbtoten Mann mitbringt. Ihr Vater lässt den normannisch sprechenden Fremden foltern, ist er doch der Meinung, dass dieser ein Geheimnis verbirgt. Doch der Mann schweigt beharrlich. Da entwickelt der Graf einen perfiden Plan: Er schenkt Alienor den jungen Mann als Sklave, in der Hoffnung, dass ihr es gelingen mag, die Herkunft des Mannes herauszufinden.
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    Sehr farbenfroh und anschaulich lässt Dagmar Trodler das Mittelalter vor dem inneren Auge entstehen. Und sie verschönt hier auch nichts, sondern zeichnet sehr deutlich das Bild einer brutalen, dreckigen und gottesfürchtigen Zeit. Auch wenn von Anfang an klar ist, dass Alienor und Eric sich am Ende hin wohl finden werden, ist der Weg dorthin bildhaft, sprachgewaltig und sehr gut recherchiert beschrieben.
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    Neben dem kargen, beschwerlichen Leben auf einer Burg im 11. Jahrhundert schildert die Autorin auch sehr ausführlich wie stark der Einfluss der Kirche zu dieser Zeit war, wie schnell gerade ein Frau unschuldig in Verruf geraten konnte und wie groß der Aberglaube zur damaligen Zeit war, sodass selbst ein Graf sich nicht der Allmacht der Kirche entziehen konnte.
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    Alienor erzählt selbst ihr Geschichte und so lernt man schnell eine sehr eigenwillige, dickköpfige, selbstbewusste Frau kennen, die trotz ihrer Angst vor heidnischen Göttern sich tapfer auf Eriks Seite stellt. Auch hat sie kein Problem damit einen Streit vom Zaun zu brechen, sei es bei ihrem Vater oder auch bei Eric. Ja, und dann ist da natürlich Eric selbst, dieser stolze Nordmann mit seinen blauen Augen und den seltsamen Tätowierungen auf seinen Armen. Alienors Vater gelingt es zwar, ihn zu demütigen, doch seinen Willen zu brechen, das gelingt ihm nicht. So hält Eric seine Abstammung vor ihm geheim, nur dem jüdischen Arzt auf der Burg verrät er sein Geheimnis und auch Alienor soll dies bald erfahren. Und dieses Wissen wird ihr Leben von Grund auf ändern.
    .
    Die Sprache von Dagmar Trodler ist von Anfang an absolut fesselnd und ihr gelingt es sehr gut, einem die Gefühlswelt von Alienor näher zu bringen. Auch schafft sie es wunderbar zum einen warmherzig und gefühlvoll zu erzählen und gleichzeitig nie ins Kitschige abzurutschen oder zu gefühlslastig zu werden. Zudem ist die Geschichte der Waldgräfin so abwechslungsreich und auch stellenweise richtig gehend spannend angelegt, dass man sich durchweg hervorragend unterhalten fühlt.

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    Bini1005s avatar
    Bini1005vor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Waldgräfin" von Dagmar Trodler

    HERRLICHER MITTELALTERSCHMÖKER
    Dramatisch und spannend! Man fiebert richtig mit den Figuren mit. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können!

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    crazysepps avatar
    crazyseppvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Waldgräfin" von Dagmar Trodler

    Ein schöner, spannender historischer Roman, der im Jahr 1066 in Deutschland spielt. Ansatzweiße ist auch eine romantische Liebesgeschichte dabei, das Abenteuerliche überwiegt aber. Perfekt recherchiert. Buch hat keinen Hänger, habs in einem durchgelessen.

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    Lucretias avatar
    Lucretiavor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Waldgräfin" von Dagmar Trodler

    Wir schreiben das Jahr 1066. Auf einer Burg in der Eifel leben der Freiherr zu Sassenberg mit seiner Tochter Alienor. Alienor ist eine selbstständige junge Frau, die von früh auf lernen muss das harte Leben auf der Burg zu organisieren. Eines Tages entdeckt Sie im Kerker der Burg einen mysteriösen Gefangenen ,der mehr tot als lebendig zu sein scheint. Alienor nimmt sich den Gefangenen an und merkt sehr schnell , dass dieser Mensch nichts von seiner Herkunft preisgeben wird, egal wie lange Ihr Vater und seine Schergen ihn foltern werden. Sie findet auch heraus, dass er normannisch spricht, die Heimatsprache ihrer verstorbenen Mutter. Nach einger Zeit wird Alienors Vater ebenfalls klar, dass der gebranntmarkte und bis zur Unkenntlichkeit gefolterte Fremde nichts über sich preisgeben wird und Er schenkt seiner Tochter den Fremden als Sklaven. Alienor kann mit dem Fremden , der wie Sie später herausfindet mit Namen Eric heißt, zunächst nicht umgehen, Sie fürchtet sich sogar vor seiner Andersheit. Doch als Eric bei einem schweren Kampf fast ums Leben kommt , nimmt Sie sich Seiner an und Die Beziehung zwischen beiden wächst und entwickelt sich später auch zu Liebe. In dieser Zeit vertraut Eric ihr ein großes Geheimnis über seine edle Herkunft an und dass Er Heide ist. Alienor kann ohne Eric nicht mehr leben und versucht den Wundbrand zu bekämpfen, dies gelingt ihr aber ohne Hilfe nicht und Sie ist gezwungen, auch gegen ihren christlichen Glauben einen jüdischen Medicus aufzusuchen, um Eric zu Heilen. Es beginnt der Kampf um Erics Leben verbunden mit einer fatalen Hexenjagd auf Alienor, Eric und dem Medicus.

    Dieser Roman von Dagmar Trodler ist eines meiner Lieblingsbücher im Bereich der Historischen Romane. Es ist der 1. Teil einer Triologie, kann aber auch sehr gut als einzelnes Buch gelesen werden. Das Mittelalter wird nicht beschönigt, sondern zeigt sich auch in all seinen bitteren Facetten. Wenn man das Buch liest, spürt man die eisige Burg, die dreckigen Straßen und nimmt den Geruch von verbrannten Fleisch durch die Hexenverbrennungen wahr. Was mir dabei auch gefällt, ist dass wir auf der anderen Seite aber auch die Liebe von Alienor und Eric miterleben dürfen, die in dieser Zeit eigentlich gar nicht existieren dürfte. Ein sehr schönes , wenn auch trauriges Buch.

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    renatchens avatar
    renatchenvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Waldgräfin" von Dagmar Trodler

    Dies ist der erste Teil einer Trilogie. Er handelt im Jahre 1066 auf einer Burg in der Eifel. Die Tochter des Grafen bekommt einen Sklaven geschenkt, der als Wilderer aufgegriffen wurde. Da er auch unter Folter nicht seinen Namen nannte, weiß man zunächst nur, dass er kein Christ ist und wird somit als Heide oder Barbar abgestempelt. Doch im Laufe der Geschichte wird klar, dass er die nordischen Götter verehrt. Es kommt immer wieder zum Konflikt zwischen der Christin und dem Heiden und es wird oft sehr klar, wo die Unterschiede der beiden Religionen liegen. Eingebettet in eine spannende Geschichte wird dieses Buch zum reinen Lesevergnügen, das sehr anschaulich das Leben und Denken dieser Zeit wiederspiegelt.

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