Dai Sijie

 3.9 Sterne bei 505 Bewertungen

Lebenslauf von Dai Sijie

Dai Sijie, geboren 1954 in der Provinz Fujian in China, wurde von 1971 bis 1974 im Zuge der kulturellen Umerziehung in ein Bergdorf geschickt. Nach Maos Tod studierte er Kunstgeschichte und emigrierte 1984 nach Paris. »Balzac und die kleine chinesische Schneiderin«, sein erster Roman, wurde ein großer internationaler Erfolg und in einer französisch-chinesischen Produktion erfolgreich verfilmt. Zuletzt erschien von ihm auf deutsch »Der kleine Trommler«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Dai Sijie

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Balzac und die kleine chinesische Schneiderin (ISBN: 9783492272315)

Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

 (401)
Erschienen am 01.05.2011
Cover des Buches Muo und der Pirol im Käfig (ISBN: 9783492245203)

Muo und der Pirol im Käfig

 (40)
Erschienen am 01.03.2008
Cover des Buches Der kleine Trommler (ISBN: 9783492304009)

Der kleine Trommler

 (14)
Erschienen am 20.01.2014
Cover des Buches Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht (ISBN: 9783492263733)

Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht

 (15)
Erschienen am 01.02.2012
Cover des Buches Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht (ISBN: 9783886989591)

Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht

 (2)
Erschienen am 24.09.2009
Cover des Buches Balzac et la Petite Tailleuse chinoise (ISBN: 2070416801)

Balzac et la Petite Tailleuse chinoise

 (6)
Erschienen am 01.12.2002

Neue Rezensionen zu Dai Sijie

Neu

Rezension zu "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" von Dai Sijie

Schönes, ruhigeres Buch für zwischendurch
Lia48vor einem Monat

INHALT:
China, 1971:
Es ist die Zeit der „kulturellen Umerziehung“ – junge Intellektuelle werden dazu aufs Land zu revolutionären Bauern geschickt. Zwei Studenten, Luo 18 Jahre und der Ich-Erzähler 17 Jahre, kommen nach einem beschwerlichen Aufstieg auf den Berg „Phönix des Himmels“, im Bergdorf an. Ihre Eltern wurden als „Volksfeinde“ eingestuft, wodurch ihnen einige Jahre Umerziehung bevorsteht.
Es ist ein armes Dorf, in dem sie nun wohnen und arbeiten. Ein Wecker oder eine Geige – beides Gegenstände der Studenten – sind den Dorfbewohnern überaus fremd. Diese lieben jedoch die Geschichten der jungen Leute.
Westliche Inhalte (z.B. Literatur & Musik) sind zu dieser Zeit in China verboten. Ein Buch von Balzac hat es den Studenten besonders angetan, die darüber hinaus ganz verzückt von der kleinen Schneiderin aus der Gegend sind.
Was würden die drei nur darum geben, um an noch mehr Bücher zu gelangen… Da kommt ihnen der mysteriöse, dreifach gesicherte Koffer von ihrem Freund Brillenschang aus dem Nachbardorf, gerade recht…

MEINUNG:
Irgendwie haben es mir momentan Bücher angetan, die im asiatischen Raum spielen.
„Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ ist eine Geschichte, in der gar nicht all zu viel geschieht. Sie kommt auf leisen Sohlen daher und beschreibt Augenblicke, die zum Innehalten einladen. Doch genau das mochte ich an diesem Büchlein, das sich mit seinen etwas über 200 Seiten recht schnell lesen lässt und sich ganz hervorragend als Lektüre für zwischendurch eignet.
Es geht eine besondere Stimmung von dem Buch aus, die ich gar nicht richtig beschreiben kann. Vielleicht, da es viel um das Geschichtenerzählen und um das Lesen verbotener Bücher geht. Denn das ist es, was die beiden Studenten, die kaum eine Zukunftsperspektive haben, aufrecht hält. Ebenso die Wunschvorstellung, damit auch die kleine Schneiderin beeindrucken zu können, auf die sie beide ein Auge geworfen haben.
Ihre Liebe zur Literatur und die Erfahrung, dass Bücher Halt und Zuversicht bieten können, kamen hier gut zum Ausdruck.
Der Ich-Erzähler wirkt teilweise recht naiv. Aber das mochte ich hier ziemlich gerne, da es mir authentisch vorkam. Mit seinen 17 Jahren ist er noch jung und die Bildungsmöglichkeiten sind nicht besonders üppig. Dennoch habe ich seine Entwicklung gerne verfolgt und ich hatte das Gefühl, dass er mit der Zeit mutiger wird.
Auch die zarte Liebesgeschichte hat mir in dem Buch ganz gut gefallen.
Eindrücklich fand ich den kurzen Blick in den stationären Aufenthalt von Klinik-Patienten in China, bei dem die Patienten Töpfe und Pfannen auf den Zimmern hatten und ihre Mahlzeiten selbst zubereiteten – bei uns wäre das wohl undenkbar!
Das Ende ist sicherlich Geschmackssache. Mir war es etwas zu knapp, sonst hat mir das Büchlein aber wirklich gut gefallen!

FAZIT: Ein schönes Buch, in dem Bücher & Geschichten als etwas Besonderes & Haltgebendes dargestellt werden. Wer gerne zwischendurch auch mal eine etwas ruhigere Lektüre lesen möchte, die Bezug auf die Zeit der kulturellen Umerziehung Chinas nimmt, dem möchte ich das Buch gerne ans Herz legen! 4-4,5/5 Sterne!

Kommentare: 2
3
Teilen

Rezension zu "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" von Dai Sijie

Chinesische Geschichte und westliche Bücher
mariameerhabavor 3 Monaten

Das Buch zeigt einen kleinen Teil der damaligen chinesischen Politik, die Studenten aus intelligenten Familien dazu verdammte, ein Bauernleben zu führen. Dabei beschränkt es sich nicht auf die Fakten, sondern zeigt uns das Leben, das Leid, die Gefühle der Figuren, die sich nichts Sehnlicheres wünschen, als die Langeweile mit einem guten, westlichen Buch zu vertreiben. Dabei wirkt das Buch nicht wie eine Geschichtsstunde, sondern schleift den Leser mit den beiden mit.

Vor allem das Krankenhaus mit den rauchenden Ärzten hat mich schockiert. Es kam mir so falsch vor und doch habe ich dem Autor alles geglaubt, jeden einzelnen Satz und das ist etwas, was nur ein guter Autor kann. Das Buch ist bemerkenswert und ich habe es bis zum Schluss geliebt, wo es mir dann das Herz brach.

Die Sprache ist einfach und doch besitzt sie eine Schönheit, die einen zu fesseln weiß. Ich habe mich schnell in jede einzelne Figur verliebt und jede von ihnen bekommt ein Leben, eine Seele, ein Herz. Sie werden schnell sympathisch. Das Buch ist spannend, das Buch ist interessant, ohne Ecken oder Kanten. Es ist eine Geschichte, die liebevoll geschrieben wurde und jeden dazu verleitet, die kleine Schneiderin zu lieben.

Die Liebe zu den Büchern der beiden Protagonisten entfaltet sich am Schluss gewaltsam. Ich konnte die Tränen kaum zurückhalten. Das Buch ist gut, wirklich gut und ich habe es gern gelesen.

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht" von Dai Sijie

Ein Buch mit besonderer Stimmung und der Kraft zu verzaubern
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Eine in China lebende französische Studentin lernt während ihres Studiums in Peking „Tumschuk“ einen Gemüsehändler kennen und lieben. Gemeinsam versuchen sie den verschollenen Teil einer Sutra wiederzufinden, die in Verbindung zu Tumschuks Vater steht. Auf dieser nicht sehr einfachen Suche kommen sich die beiden immer näher: Die Studentin erwartet schließlich ein Kind.

 

Meine Meinung:

„Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht“ ist mein dritter Roman von Dai Sijie. Genau wie in seinem ersten Roman „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ liegt auch diesem Roman wieder eine besondere Stimmung zu Grunde. In einer ganz besonderen, warmherzigen und den Leser verzaubernden Art und Weise beschreibt der Autor die Grausamkeiten jener Zeit und die damit verbundenen menschlichen Schicksale. Sprache und Inhalt stehen für mich in einem Kontrast zueinander: Einerseits geht von dem Buch eine Wärme und Ruhe aus, die einen als Leser gedanklich völlig entspannt. Andererseits werden eine Fülle von Informationen, geschichtlicher Personen und Daten darin verarbeitet, die es dem Leser manchmal unmöglich machen, alles zu verstehen. Oftmals dachte ich während des Lesen: Schade, dass du so wenig über China weißt, denn dann könntest du gewiss bessere, klarere und gezieltere Schlussfolgerungen bezüglich der gedanklichen Intention des Autors ziehen. So bleibe ich mit meinen Deutungen leider nur an einer wahrscheinlich eher kläglichen Oberfläche. Und dennoch: Die Geschichte Chinas, das besondere der Denkweise dieser Kultur und die recht extremen Umstände unter denen die Menschen dort leben mussten, fängt er mit seiner Sprache so nachhaltig ein, dass ich die Geschichte sicherlich nicht so schnell vergessen werde und immer wieder Passagen davon in mein Gedächtnis zurückkehren werden. Ähnlich ergeht es mir auch mit „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“.

 

Daher gebe ich diesem Buch fünf Sterne und freue mich bereits auf ein weiteres Buch dieses Autors.


Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Dai Sijie wurde am 02. März 1954 in Chengdu (China) geboren.

Community-Statistik

in 749 Bibliotheken

auf 31 Wunschzettel

von 5 Lesern aktuell gelesen

von 2 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks