Dai Sijie

 3,9 Sterne bei 523 Bewertungen

Lebenslauf von Dai Sijie

Dai Sijie, geboren 1954 in der Provinz Fujian in China, wurde von 1971 bis 1974 im Zuge der kulturellen Umerziehung in ein Bergdorf geschickt. Nach Maos Tod studierte er Kunstgeschichte und emigrierte 1984 nach Paris. »Balzac und die kleine chinesische Schneiderin«, sein erster Roman, wurde ein großer internationaler Erfolg und in einer französisch-chinesischen Produktion erfolgreich verfilmt. Zuletzt erschien von ihm auf deutsch »Die lange Reise des Yong Sheng«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Dai Sijie

Cover des Buches Balzac und die kleine chinesische Schneiderin (ISBN: B00523CCEC)

Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

 (409)
Erschienen am 01.01.2012
Cover des Buches Muo und der Pirol im Käfig (ISBN: 9783492245203)

Muo und der Pirol im Käfig

 (41)
Erschienen am 01.03.2008
Cover des Buches Der kleine Trommler (ISBN: 9783492304009)

Der kleine Trommler

 (17)
Erschienen am 20.01.2014
Cover des Buches Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht (ISBN: 9783492263733)

Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht

 (16)
Erschienen am 01.02.2012
Cover des Buches Die lange Reise des Yong Sheng (ISBN: 9783492070164)

Die lange Reise des Yong Sheng

 (3)
Erschienen am 07.01.2022
Cover des Buches Die lange Reise des Yong Sheng (ISBN: 9783492319638)

Die lange Reise des Yong Sheng

 (0)
Erscheint am 27.04.2023

Neue Rezensionen zu Dai Sijie

Cover des Buches Balzac und die kleine chinesische Schneiderin (ISBN: 9783492272315)
Nadja_Kosneys avatar

Rezension zu "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" von Dai Sijie

China während der Kulturrevolution in den 1970er Jahren
Nadja_Kosneyvor 8 Monaten

Der Autor Dai Sijie hat selbst die Kulturrevolution in den 1970er Jahren in China miterlebt und wurde selbst als Schüler aufs Land geschickt, um dort "umerzogen" zu werden. Da es in seinem Roman um zwei Schüler geht, denen dasselbe passiert, kann man davon ausgehen, dass der Autor hier viel seiner persönlichen Erfahrungen hat einfließen lassen.

Trotz dieses ernsten Themas und dieser schwierigen Zeit, schafft Dai Sijie es die Geschichte mit einer gewissen Leichtigkeit zu erzählen, sodass ich nur durch die Seiten geflogen bin. 

Wir begleiten in diesem Roman den Ich-Erzähler (ich meine sein Name wurde nicht erwähnt) und dessen Freund Luo. Beide sehen sich selbst nicht gerade als Intelektuelle, doch da ihre Eltern dem Regime unter Mao negativ aufgefallen sind, landen die beiden in einem ärmlichen Bergdorf und sollen dort von den regimetreuen Bauern "umerzogen" werden. Während wir die beiden Jungs in ihrem täglichen Leben und bei der harten Arbeit auf den Feldern begleiten, lernen wir mehr über die Kulturrevolution und ihre Auswirkungen für das Land China und dessen Bevölkerung. Einfach war es nicht, vor allem nicht für diejenigen, die selbstständig denken und offen leben wollten.

Neben der Liebe und der Freundschaft spielt auch Literatur eine wichtige Rolle in diesem Roman, vor allem die westliche Literatur. Nach einigen Schwierigkeiten gelangen die beiden Freunde in den Besitz strengst verbotener westlicher Literatur (Bücher von Balzac, Dumas, etc.). Ins besondere unser Ich-Erzähler saugt den Inhalt dieser Bücher in sich auf und die Literatur schenkt ihm und seinem Freund ein wenig Hoffnung und Zuversicht, in ihrem trostlosen Dasein.


Fazit:

Balzac und die kleine chinesische Schneiderin ist ein wundervoller Roman, der eine mitreißende Story mit historischen sowie politischen Ereignissen verknüpft und dabei noch eine Verbindung zur Liebe für die Literatur, Freundschaft und Zusammenhalt schafft. Dies ist mein erstes Buch von Dai Sijie, wird aber nicht mein letztes von ihm sein.

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Cover des Buches Die lange Reise des Yong Sheng (ISBN: 9783492070164)
Sikals avatar

Rezension zu "Die lange Reise des Yong Sheng" von Dai Sijie

Der Weg einer Taubenpfeife
Sikalvor 10 Monaten

Der Autor Dai Sijie entführt uns in eine besondere Welt. In die Welt eines kleinen Dorfes, in dem ein einfacher Zimmermann Taubenflöten herstellt – und diese Arbeit hat er perfektioniert. Als 1911 sein Sohn auf die Welt kommt, verbringt dieser immer mehr Zeit beim amerikanischen Pastor des Dorfes und so kommt es, dass Yong Cheng als junger Mann in die Ferne zieht, um Theologie zu studieren. Bereits verheiratet und Vater einer Tochter bleibt die Familie zurück und Besuche sind nur sehr eingeschränkt möglich. Doch schließlich schafft er es und wird Pastor, was zur damaligen Zeit sicherlich eine äußerst ungewöhnliche Entscheidung war und von einigen schief begutachtet wurde.

 

Als Leser begleitet man Yong Sheng auf dieser ungewöhnlichen Reise seines Lebens, während man den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Chinas folgt. Von Armut geprägt, brutal und durchzogen von Denunziation und Intrigen ist es für Yong Cheng eine schwierige Reise bis er letztendlich wieder in die Welt der Taubenflöte eintaucht.

 

Der Autor schafft es, das Erschreckende, das der Protagonist erlebt und die Schicksale, mit denen er konfrontiert wird durch wunderbare Worte und eine schöne Sprache in eine leise Poesie zu verwandeln. Bilder werden gemalt und ziehen den Leser tief in die Erlebnisse hinein.

 

Diese Taubenflöten musste ich dann auch noch googeln, um mir diese besonderen Kunstwerke anzuschauen, die über die Geschichte ihre leise Melodie legen.

Dai Sijie, der hier die Geschichte seines Großvaters aufgeschrieben hat, erzählt mit leisen Tönen, etwas Melancholie, einem feinen Humor und doch so spannend.

 

Für mich war dieses Buch eine Bereicherung und ich wünsche ihm viele Leser. Gerne vergebe ich hier 5 Sterne.

Kommentare: 7
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Cover des Buches Die lange Reise des Yong Sheng (ISBN: 9783492070164)
angiolettas avatar

Rezension zu "Die lange Reise des Yong Sheng" von Dai Sijie

Die lange Reise durch das China im 20. Jahrhundert
angiolettavor einem Jahr

Das Cover vermittelt sofort das Gefühl, in China zu sein, was einerseits absolut schön auf den Inhalt des Buches einstimmt und andererseits eine Szene abbildet, die sich darin nicht wiederfinden lässt.

Der mit „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ international berühmt gewordene Schriftsteller Dai Sijie nimmt uns mit auf die chronologisch erzählte Lebensreise des Yong Shen, Sohn eines einfachen Zimmermanns und Herstellers von Taubenflöten. 1911 kommt er in der Nähe von Putian auf die Welt, wird früh verheiratet und entscheidet sich als junger Mann, quer durch China zu reisen, um Theologie zu studieren und schließlich Pastor zu werden – eine sehr ungewöhnliche Entscheidung für einen Chinesen!

Gerade dieser Aspekt hatte mich zur Lektüre dieses über 400 Seiten starken Romans hinreißen lassen und ich musste ziemlich enttäuscht feststellen, dass die wahren Gründe für Shens Hinwendung zum Christentum - welche einen beißenden Kontrapunkt zur traditionellen chinesischen Kultur bildet - in meinen Augen nicht wirklich nachvollziehbar ausgebreitet werden. Überhaupt geht der Autor ziemlich „technisch“ zugange: die Nebenfiguren tauchen nur auf, wenn sie für den Plot von Bedeutung sind, fast wie in einem Kasperletheater, nur dass man eben weiß, dass das Krokodil, wenn es nicht gebraucht wird, stumm und leblos in seiner Kiste liegt, während man bei menschlichen Figuren trotz ihrer Abwesenheit durchaus eine Entwicklung erwartet, auf die Sijie jedoch nicht weiter eingeht.

So war besonders der Einstieg in dieses Buch etwas holperig, ich musste mich erst an diesen ungewöhnlichen Schreibstil gewöhnen, der jedoch gerade in der zweiten Hälfte eine unheimliche Kraft entwickelt. Besonders Sijies liebevolle Beschreibungen von gerne übersehenen Einzelheiten und Kleinigkeiten entpuppen sich als wahre literarische Schatzkästchen (was sicher auch der vorzüglichen Übersetzung von Claudia Marquardt zu verdanken ist!) Ich bin jedenfalls sicher, ich werde nie wieder eine Taube im Flug beobachten, ohne an Yong Sheng denken zu müssen! ;)

Da dieses Buch der „Erinnerung an meinen Großvater Pastor Dai Meitai“ gewidmet ist, hatte ich zuerst den Eindruck, dass es sich um seine Biographie handelt, zumal auch etliche Fußnoten auf „echte“ historische Quellen und Zusammenhänge verweisen. Doch anscheinend ist die Figur des Yong Sheng dann doch der Fantasie Dai Sijies entsprungen – ich hätte allzu gerne gewusst, wo es Überschneidungen gibt und wo der Plot von seinem realen Vorbild abweicht.

Jedenfalls verwebt sich diese fiktive Geschichte auf eindrückliche Weise mit den wichtigen historischen Ereignissen des China des letzten Jahrhunderts.
Wer tiefe, persönliche, faszinierende, erschütternde und aufwühlende Einblicke in die uns so fremde Kultur Chinas sucht, wird hier fündig werden.

 

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Dai Sijie wurde am 02. März 1954 in Chengdu (China) geboren.

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