Eine französische Studentin macht sich auf nach Peking um nach der längst verlorenen Hälfte einer sehr alten Schriftrolle zu suchen. Bei ihren Nachforschungen taucht sie nicht nur tief ein in die Geschichte und Kultur Chinas, sonder trifft im Trubel Pekings auf einen chinesischen Gemüsehändler. Auch er interessiert sich für das wichtige Schriftstück und so beginnen die Beiden gemeinsam zu suchen und finden viel, auch die Liebe. Dai Sijie (Balzac und die kleine chinesische Schneiderin) hat ein großes Buch geschrieben über die fast zweitausend Jahre alte Kulturgeschichte von China und hat zwei wunderbare Protagonisten erschaffen und zeigt uns auch die Kraft der Liebe. Großartig!
Dai Sijie
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Dai Sijie
Balzac und die kleine chinesische Schneiderin
Muo und der Pirol im Käfig
Balzac und die kleine chinesische Schneiderin /Muo und der Pirol im Käfig
Der kleine Trommler
Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht
Die lange Reise des Yong Sheng
Balzac und die kleine chinesische Schneiderin
Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht
Neue Rezensionen zu Dai Sijie
Der Autor Dai Sijie hat selbst die Kulturrevolution in den 1970er Jahren in China miterlebt und wurde selbst als Schüler aufs Land geschickt, um dort "umerzogen" zu werden. Da es in seinem Roman um zwei Schüler geht, denen dasselbe passiert, kann man davon ausgehen, dass der Autor hier viel seiner persönlichen Erfahrungen hat einfließen lassen.
Trotz dieses ernsten Themas und dieser schwierigen Zeit, schafft Dai Sijie es die Geschichte mit einer gewissen Leichtigkeit zu erzählen, sodass ich nur durch die Seiten geflogen bin.
Wir begleiten in diesem Roman den Ich-Erzähler (ich meine sein Name wurde nicht erwähnt) und dessen Freund Luo. Beide sehen sich selbst nicht gerade als Intelektuelle, doch da ihre Eltern dem Regime unter Mao negativ aufgefallen sind, landen die beiden in einem ärmlichen Bergdorf und sollen dort von den regimetreuen Bauern "umerzogen" werden. Während wir die beiden Jungs in ihrem täglichen Leben und bei der harten Arbeit auf den Feldern begleiten, lernen wir mehr über die Kulturrevolution und ihre Auswirkungen für das Land China und dessen Bevölkerung. Einfach war es nicht, vor allem nicht für diejenigen, die selbstständig denken und offen leben wollten.
Neben der Liebe und der Freundschaft spielt auch Literatur eine wichtige Rolle in diesem Roman, vor allem die westliche Literatur. Nach einigen Schwierigkeiten gelangen die beiden Freunde in den Besitz strengst verbotener westlicher Literatur (Bücher von Balzac, Dumas, etc.). Ins besondere unser Ich-Erzähler saugt den Inhalt dieser Bücher in sich auf und die Literatur schenkt ihm und seinem Freund ein wenig Hoffnung und Zuversicht, in ihrem trostlosen Dasein.
Fazit:
Balzac und die kleine chinesische Schneiderin ist ein wundervoller Roman, der eine mitreißende Story mit historischen sowie politischen Ereignissen verknüpft und dabei noch eine Verbindung zur Liebe für die Literatur, Freundschaft und Zusammenhalt schafft. Dies ist mein erstes Buch von Dai Sijie, wird aber nicht mein letztes von ihm sein.
Der Autor Dai Sijie entführt uns in eine besondere Welt. In die Welt eines kleinen Dorfes, in dem ein einfacher Zimmermann Taubenflöten herstellt – und diese Arbeit hat er perfektioniert. Als 1911 sein Sohn auf die Welt kommt, verbringt dieser immer mehr Zeit beim amerikanischen Pastor des Dorfes und so kommt es, dass Yong Cheng als junger Mann in die Ferne zieht, um Theologie zu studieren. Bereits verheiratet und Vater einer Tochter bleibt die Familie zurück und Besuche sind nur sehr eingeschränkt möglich. Doch schließlich schafft er es und wird Pastor, was zur damaligen Zeit sicherlich eine äußerst ungewöhnliche Entscheidung war und von einigen schief begutachtet wurde.
Als Leser begleitet man Yong Sheng auf dieser ungewöhnlichen Reise seines Lebens, während man den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Chinas folgt. Von Armut geprägt, brutal und durchzogen von Denunziation und Intrigen ist es für Yong Cheng eine schwierige Reise bis er letztendlich wieder in die Welt der Taubenflöte eintaucht.
Der Autor schafft es, das Erschreckende, das der Protagonist erlebt und die Schicksale, mit denen er konfrontiert wird durch wunderbare Worte und eine schöne Sprache in eine leise Poesie zu verwandeln. Bilder werden gemalt und ziehen den Leser tief in die Erlebnisse hinein.
Diese Taubenflöten musste ich dann auch noch googeln, um mir diese besonderen Kunstwerke anzuschauen, die über die Geschichte ihre leise Melodie legen.
Dai Sijie, der hier die Geschichte seines Großvaters aufgeschrieben hat, erzählt mit leisen Tönen, etwas Melancholie, einem feinen Humor und doch so spannend.
Für mich war dieses Buch eine Bereicherung und ich wünsche ihm viele Leser. Gerne vergebe ich hier 5 Sterne.
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Zusätzliche Informationen
Dai Sijie wurde am 02. März 1954 in Chengdu (China) geboren.
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