Dai Sijie Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht

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Inhaltsangabe zu „Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht“ von Dai Sijie

Schicksalhaft kreuzen sich in Peking die Wege einer französischen Studentin und eines chinesischen Gemüsehändlers. Beide sind auf der Suche nach der verlorenen Hälfte einer uralten, seidenen Schriftrolle. Denn diese birgt nichts Geringeres als die geheimnisumwobenen Anfänge des Buddhismus. Fasziniert vom Zauber der Schrift und ihrer Macht begeben sie sich auf eine entbehrungsreiche Reise.

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  • Rezension zu "Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht" von Dai Sijie

    Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht
    tedesca

    tedesca

    15. February 2011 um 14:30

    Dai Sijie erzählt einmal mehr ein Stück chinesische Geschichte, indem er die Vergangenheit eng in Beziehung zur Gegenwart setzt. Poetisch und doch geradlienig und direkt berichtet er einerseits über die Liebesbeziehung zwischen einer französischen Studentin und dem chinesischen Gemüsehändler Tumschuk, und andererseits über die Zustände in den kommunistischen Gefangenenlagern, in denen Menschen für ihre Lebensanschauungen zu lebenslangen Qualen in Bergwerken und Arbeitslagern leiden müssen. Parallel dazu erfahren wir die Geschichte des letzten Kaisers von China, Pu Yi, der durch den - durchaus grandiosen - Film von Bernardo Bertolucci wohl sehr idealisiert und verfremdet in die westliche Geschichte einging. Ein verstörter Mensch, der nur durch die Umtriebe seiner machtgierigen Tante an die Macht gekommen ist, die so indirekt das Schicksal von Tumschuks Familie maßgeblich beeinflusst hat. Angenhem zu lesen, wenngleich mit den vielen chinesischen Namen auch leicht verwirrend, historisch interessant, durchaus spannend und berührend ist dieses Buch, wobei man sich mit der Erzählweise über mehrere Ebenen entsprechend anfreunden muss. Alles in allem ein Tip für Freunde großer Erzählkunst und chinesischer Literatur.

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  • Rezension zu "Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht" von Dai Sijie

    Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    „Nennen wir es eine verstümmelte Reliquie, jenes Frag- ment eines heiligen Textes, der in einer längst unterge-gangenen Sprache auf eine seidene Sutrenrolle kalligra- fiert war, die von einem tobsüchtigen Kaiser mit den Zähnen zerfetzt wurde....“ Mit diesen Zeilen beginnt „Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht“, der neueste Roman des chinesischen Schriftstellers Dai Sijie, der seit 1984 in Frankreich lebt und sich zuletzt mit „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ in die positiven Schlagzeilen der Literatur-kritik gebracht hat. Wir schreiben das Jahr 1978, als eine französische Sino-logiestudentin in Peking die zufällige Bekanntschaft des jungen Gemüsehändlers Tumschuk macht. Einerseits fas-ziniert von seiner Fähigkeit, alte chinesische Geschichten und Mythen kunstvoll zu erzählen, verfällt sie dem jungen Mann aufgrund seiner persönlichen Verstrickung in das Geheimnis eines längst verschollen geglaubten Dokumen-tes. Jener Tumschuk ist der Enkel eines vor langen Jahren in die Mandschurei verbannten Angehörigen der kaiser-lichen Familie, der durch einen puren Zufall in Besitz der Fragmente der geheimnisvollen antiken Schriftrolle kommt. Pu Yi, der letzte Kaiser Chinas, zu Beginn des 20. Jahr-hunderts als Kind auf den Thron des riesigen Landes ge-setzt, depressiv, einsam und von Halluzinationen geplagt, sucht Heilung in der Beschäftigung mit der Kalligrafie. Er versucht erfolglos, eine kryptische Schriftrolle über die geheimnisvollen Anfänge des Buddhismus in mühevoller und Jahre andauernder Kleinarbeit zu kopieren. “Jene kostbare Querrolle besteht aus zwei Seidenbah-nen, einer orangegelben und einer blassblauen, die mit kleinen Stichen zusammen genäht sind. Der Text auf der orangegelben ist in einer unbekannten Sprache geschrie-ben...“ Als er 1932 von Japanern gefangen genommen und de-portiert wird, hat er jene Schriftrolle bei sich und zerreißt sie in einem Akt der Verzweiflung bevor er sie über der Mandschurei aus dem Flugzeug wirft. Genau dort fällt sie Tumschuks Großvater wie ein lange ersehntes Geschenk des Himmels in die Hände. Als Tumschuk später von der Schriftrolle erfährt, begibt er sich nicht nur auf die Suche nach dem sagenumwo-benen Dokument. Begleitet von der französischen Stu-dentin, mit der ihn inzwischen Liebe und Leidenschaft vereinen, findet er die Spuren seiner eigenen Identität. Weit über die chinesisch-französische Liebesgeschichte hinaus wird der Leser Zeuge einer atemberaubenden Reise durch Asien, eine fremde und faszinierende Welt voller Rätsel. Dai Sijie lässt mich neben einem alten Geschichtenerzäh-ler Platz nehmen, reicht mir eine Tasse Tee und vermittelt mir einen tiefen Einblick in die chinesische Kultur und Denkweise. Verschlungen sind die Erzählpfade - detail-verliebt die Poesie der Sprache und manchmal bekomme ich die Handlungsfäden nur schwer zu fassen. Er reiht die kleinen Perlen innerhalb der Geschichte zu einer wert-vollen Kette zusammen, die nicht durch das Verständnis allein, sondern durch ihre unvergleichliche Schönheit zu einem schillernden Kunstwerk wird. Meine eigene west-liche Ungeduld hat es mir oft schwer gemacht, dem lang-samen und ausschweifenden Rhythmus folgen zu kön-nen. Ein Buch wie eine Therapie..... “Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht, der auf ei-nem einsamen Pfad schreitet. Und der Pfad verschmilzt in der Dunkelheit mit dem Berg, und der Berg verschmilzt mit dem Himmel, doch in der Mitte des Weges an einer Bie-gung angelangt, tritt der Wanderer ins Leere. Im Fallen klammert er sich an ein Grasbüschel, was seinen schick-salhaften Fall aufhält. Doch die Kraft seiner Hände lässt nach, und er wirft einen ... letzten Blick in die Tiefe und sieht nur die undurchdringliche Finsternis.“

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