Dai Sijie Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht

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Inhaltsangabe zu „Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht“ von Dai Sijie

Der neue Roman von Dai Sijie! Hochspannend verwebt Dai Sijie die zarte Liebe zwischen einer französischen Sinologiestudentin und einem chinesischen Gemüsehändler mit einer fast zweitausend Jahre alten Kulturgeschichte. Beide sind sie auf der Suche nach der verlorenen Hälfte einer uralten Schriftrolle, einem seidenen Sutra, das die geheimnisvollen Anfänge des Buddhismus in seinen fremdartig kalligraphierten Zeichen birgt. In einem Anfall von Wahnsinn soll einst Kaiser Pu Yi, der letzte Kaiser von China, das kostbare Relikt mit den Zähnen zerrissen haben. Ein sehr poetischer Roman über die geheimnisvolle Welt Chinas, der auf virtuose Weise einen unaufhaltsamen Sog entfaltet

Ein für mich als Europäer ohne engen Bezug zu Buddhismus und Ostasien zu vielschichtiges Buch, anstrengend hörend zu verfolgen...

— parden

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    Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht

    parden

    ÜBERFORDERUNG... Eine französische Sinologiestudentin verbringt einige Zeit ihres Studiums in Peking und lernt dort den chinesischen Gemüsehändler Tumschuk kennen und lieben. Durch Tumschuks persönliches Schicksal wird die Studentin auch in eine fast zweitausend Jahre alte Kulturgeschichte hinein gezogen... Beide sind auf der Suche nach der verlorenen Hälfte einer uralten Schriftrolle, einem seidenen Sutra, das die geheimnisvollen Anfänge des Buddhismus in seinen fremdartig kalligraphierten Zeichen birgt. In einem Anfall von Wahnsinn soll einst Kaiser Pu Yi, der letzte Kaiser von China, das kostbare Relikt mit den Zähnen zerrissen haben. Die Kurzbeschreibung des Inhalts hat mich fasziniert, so dass ich - wie schon etliche Male davor - den Mut zu etwas Neuem aufgebracht habe. Denn chinesische oder asiatische Kulturgeschichte gehört nicht zu den Themen, mit denen ich mich bislang beschäftig habe. Leider hat mich dieses Hörbuch dann gleich in mehrfacher Hinsicht überfordert und lässt mich nun mit einem Gefühl des Bedauerns zurück. Gerne hätte ich etwas anderes geschrieben... Zum einen wird der Roman nicht linear erzählt. Die Geschichte wirkt oft traumhaft, fast ebenso zerrissen und mysteriös wie die Sutrenrolle; der Autor springt von Ereignis zu Ereignis, wechselt Zeit und Ort, lässt aus den letzten Tagen des letzten Kaisers erzählen, schwenkt dann um ins Traumgleiche, wenn die Sinologiestudentin einen visionären Traum über den französischen Forscher Paul d'Ampère - den Vater von Tumschuk - hat, und kehrt wieder zurück in die Gegenwart. Dieser Erzählstil zieht sich durch das gesamte Werk. Außerdem ist der Roman nicht nur sprunghaft und zerfasert, sondern liefert häufig ganze Abschnitte lang endlose Auflistungen fremdartiger Namen, Orte, Ereignisse und verliert sich in versponnenen Details wie z.B. der genauesten Beschreibung der Herstellung von Seide oder der kalligraphischen Kunst. Gelesen sind diese Faktoren sicher schon nicht leicht nachzuvollziehen - gehört ist es fast unmöglich. Immer wieder merkte ich, dass meine Gedanken abschweiften und bereits nach wenigen Minuten die Konzentration nicht mehr ausreichte. Ein anstrengendes Unterfangen. Für einen Europäer ohne engen Bezug zu Buddhismus und Ostasien ist dieser Roman nicht einfach, und er eignet sich ganz gewiss nicht dazu, einen ersten Kontakt zu China und seiner Literatur und Kultur herzustellen. Dazu wirkt der Roman zu zerrissen, es treten zu viele scheinbar unbedeutende Figuren auf, die Szenerien wechseln ständig, und man gewinnt gelegentlich den Eindruck, der Autor verzettle sich - dies zum Beispiel, als die französische Ich-Erzählerin aus Trotz ihr Interesse an ostasiatischen Sprachen gegen die afrikanischen eintauscht und eine für den Fortgang des Romans völlig unerhebliche, doch ausführlich geschilderte Reise nach Afrika antritt. Echtes buddhistisches Gedankengut und die Eigenheiten einiger wichtiger ostasiatischer Länder und Regionen wie China, Tibet und Myanmar vermischt sich mit Imaginärem, denn das Land Tumschuk und seine Sprache sowie der berühmte Orientalist Paul d'Ampère sind frei erfunden und, wie der Autor in Interviews angab, als Hommage an die Geschichte Chinas und Ostasiens sowie an engagierte europäische Forscher zu verstehen. Auch die Kritik an den politischen Verhältnissen, nicht nur an den geradezu klassischen chinesisch-kommunistischen Praktiken von Umerziehungslagern und Zwangsarbeit, Selbstkritik und Sippenhaft, sondern auch an der bürokratischen Unbeweglichkeit benachbarter Länder ist nicht zu übersehen. Ein für mich eben als Europäer ohne engen Bezug zu Buddhismus und Ostasien zu vielschichtiges Buch, erst recht in der autorisierten, also überarbeiteten Hörbuchversion (393 Minuten). Sehr schade, denn stellenweise faszinierte mich durchaus die sehr leise und poetische Sprache des Romans - und die drei Leser (Svenja Wasser, Werner Rehm und Patrick Heppt) tragen die Erzählung keineswegs langweilig und ermüdend vor. Aber: leider nichts für mich! © Parden

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