Daisy Alpert Florin

 3,4 Sterne bei 40 Bewertungen

Lebenslauf

DAISY ALPERT FLORIN studierte an der Columbia University und der Bank Street Graduate School of Education. Ihre Texte erscheinen in verschiedenen Literaturmagazinen. Geboren in New York, lebt sie heute mit ihrer Familie in Connecticut. Mein letztes Jahr der Unschuld ist ihr erster Roman, der von Presse und Publikum begeistert aufgenommen wurde.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Daisy Alpert Florin

Cover des Buches Mein letztes Jahr der Unschuld (ISBN: 9783961612550)

Mein letztes Jahr der Unschuld

(40)
Erschienen am 30.05.2025

Neue Rezensionen zu Daisy Alpert Florin

Cover des Buches Mein letztes Jahr der Unschuld (ISBN: 9783961612550)
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Rezension zu "Mein letztes Jahr der Unschuld" von Daisy Alpert Florin

AnnieHall
Die Grauzonen des Erwachsenwerdens

Isabel Rosen hat noch ein Semester am Wilder College vor sich, doch nach einem Vorfall mit einem Kommilitonen gerät ihr Leben aus den Fugen und sie stürzt sich in eine komplizierte Affäre mit ihrem neuen Professor für Kreatives Schreiben...

Mein letztes Jahr der Unschuld ist eine leise und doch intensive Geschichte über das Erwachsenwerden, über Grenzen und darüber, wie leicht sie überschritten werden können. 

Nach einer nicht einvernehmlichen sexuellen Begegnung stürzt sich Isabel in eine unüberlegte Affäre mit einem verheirateten Professor. Er gibt ihr das Gefühl, gesehen zu werden, schön und talentiert zu sein. Doch die Beziehung ist komplex und die anfängliche Euphorie wandelt sich zunehmend in emotionale Verwirrung und Selbstverlust. Florin lässt die LeserInnen tief in Isabels Gedankenwelt eintauchen und schildert die Grauzonen dieser Verbindung mit großer Sensibilität, ohne vorschnelle moralische Urteile zu fällen. Besonders gelungen ist der Perspektivwechsel zwischen der jungen Isabel und ihren Rückblicken als Erwachsene, der ihre Entwicklung nachvollziehbar macht. Isabels innere Zerrissenheit und ihr Wunsch nach Anerkennung wirken glaubwürdig. Allerdings fehlt der Geschichte in Momenten, in denen Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen thematisiert werden, stellenweise die emotionale Wucht – was möglicherweise auch dem Zeitgeist der 1990er-Jahre geschuldet ist.

Alles in allem ein ruhiger und nachdenklicher Roman über subtile Machtstrukturen, gesellschaftliche Erwartungen und die Suche nach Selbstbestimmung, der dazu anregt, über die Komplexität menschlicher Beziehungen nachzudenken, ohne einfache Antworten zu liefern. Empfehlenswert für alle, die literarische, anspruchsvolle Romane mögen

Cover des Buches Mein letztes Jahr der Unschuld (ISBN: 9783961612550)
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Rezension zu "Mein letztes Jahr der Unschuld" von Daisy Alpert Florin

Jacky2708
Schöner Roman

Inhalt:

Isabel Rosen hat noch ein Semester am Wilder College vor sich, als ein neuer Professor ihren Kurs für Kreatives Schreiben übernimmt. R. H. Connelly ist ein charismatischer Lehrer und ein Mann mit Geheimnissen.
Er gibt Isabel das Gefühl, gesehen zu werden, schön und talentiert zu sein: die Frau, die sie sein möchte. Die beiden beginnen eine Affäre, die die Grundlagen dessen, wer Isabel zu sein glaubt, immer mehr erschüttert.
Während ein weiteres Drama um ein verheiratetes Paar am College alle um sie herum in Atem hält, ahnt Isabel, dass die Grenze zwischen Jugend und Erwachsensein weniger klar ist, als sie dachte.

Fazit:

Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen, auch wenn die Zeitsprünge nicht immer passend sind. Dadurch wirkt das Buch etwas wirr. Die erwachsene Isabel erzählt von ihrer Jugend und wie sie erwachsen wird. Im letzten Semester weiß Isabel noch nicht wohin ihre Reise danach hingehen soll. Sie will Schriftstellerin werden, glaubt aber eigentlich nicht an sich. Als der attraktive und charmante Connelly den Kurs für kreatives Schreiben übernimmt, fühlt sie sich sofort hingezogen zu ihm. Es dauert auch nicht lange bis sich eine Affäre entwickelt und Isabel sich endlich gesehen fühlt. So ganz konnte ich keine Verbindung zu Isabel aufbauen. Irgendwie hatte sie keine eigene Stimme und lies sich oft manipulieren. Für mich war auch die sprunghafte Handlung oft nicht nachvollziehbar, sodass sich die nötige Tiefe des Romans nicht einstellen konnte. Sehr schade, da die Geschichte durchaus Potenzial hat.

Cover des Buches Mein letztes Jahr der Unschuld (ISBN: 9783961612550)
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Rezension zu "Mein letztes Jahr der Unschuld" von Daisy Alpert Florin

nessabo
Ein literarisches Eintauchen in das Collegeleben der 90er mit subtilem Tiefgang

Daisy Alpert Florin hat hier einen gut lesbaren Roman geschrieben, der oft leise daherkommt, auf eine ganz subtile Art aber mit Spannungsmomenten und einigem Tiefgang aufwartet.

Ich fand es schon einmal toll, mit Isabel einer jüdischen Studierenden zu begegnen und so auch immer wieder Einblicke in jüdische Traditionen, Lebensweisen und Sprache zu bekommen. In ihrem Leben ist das Jüdischsein aber auch einfach ein Teil ihrer komplexen Identität und das finde ich insgesamt authentisch ausgearbeitet.

Ein Element, zu dem die Autorin immer wieder greift, ist eine sanfte Art des Foreshadowing. Manchmal nur in einem Nebensatz entfaltet das beim Lesen eine tolle Wirkung und ordnet das Geschehen noch einmal zusätzlich ein, ohne zu viel vorwegzunehmen. Denn immer wieder müssen wir uns hier #meToo-Fragen stellen. Den irgendwie verkrampften Sex mit dem Kommilitonen ordnet Isabel später anders ein als sie es direkt im Nachgang tut. Die gesellschaftlichen Dynamiken und das innere Zurechtreden, das in den 90ern wohl noch einmal mehr Realität war als jetzt, tun weh, obwohl oder gerade weil sie sprachlich gar nicht so laut formuliert sind.

Generell ist Subtilität ein tragendes Element der Handlung. Viele Figuren bekommen später zusätzliche Aspekte, sodass wir ihre Rolle retrospektiv noch einmal überdenken können/sollen. Die Konstellation aus Studentin und Professor sowie die damit einhergehende Machtdynamik ist literarisch natürlich nicht neu, doch Florin hat sich ihr auf eine vorsichtige und sprachlich tiefe Weise angenommen. Dass sowohl die Protagonistin angehende Autorin ist als auch die Autorin selbst logischerweise schreibt, spiegelt sich im wiederkehrenden Deep Dive zu den Themen Literatur und Schreibprozess wieder. Mein Interesse liegt da nicht unbedingt, weshalb ich das manchmal etwas langatmig fand, aber für viele ist es sicher ein spannender Einblick.

Neben der zentralen Affäre spielen aber auch andere Themen eine Rolle. Isabel befindet sich in einer fragilen Zeit des Erwachsenenwerdens und ich war wieder einmal froh, diese hinter mich gebracht zu haben. Es gibt außerdem familiäre Auseinandersetzungen, häusliche Gewalt sowie die Frage, was Männer tun, um sich gegenseitig zu schützen. Auch Depressionen werden nebenbei, aber sehr authentisch dargestellt. In all dem lotet die Protagonistin geschickt aus, was sie eigentlich vom Leben möchte und was Konsens genau bedeutet - und beantwortet das für sich manchmal erst viel später, manchmal auch gar nicht.

Wer einen Collegeroman lesen möchte, der einen leisen Tiefgang sowie politische Relevanz besitzt, kann beruhigt zu diesem Werk greifen. Er ist ganz sicher nicht DER #meToo-Roman schlechthin, greift Fragen rund um dieses Thema aber auf jeden Fall auf und hat mich dahingehend gut unterhalten. Manchmal schweift er vielleicht ein wenig ins Leben der Protagonistin ab, aber ich finde diese Darstellung nicht schlecht, sondern eine echte literarische Bereicherung.

4,5 ⭐️

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