Daisy Johnson

 3,4 Sterne bei 46 Bewertungen
Autor*in von Die Schwestern, Untertauchen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Daisy Johnson, geboren 1990, war mit ihrem ersten Roman »Untertauchen« die jüngste Autorin, die jemals Finalistin des Booker Prize war. Ihr zweiter Roman »Die Schwestern« stand auf der Shortlist für die Initiative »Futures« des Women's Prize for Fiction, welche die talentiertesten britischen Nachwuchsautor*innen auszeichnet, und wurde unter dem Titel »September & July« von Ariane Labed verfilmt. »Das Hotel« ist ihr zweiter Erzählband; für ihre Kurzgeschichten erhielt sie den Harper’s Bazaar Short Story Prize, den A. M. Heath Prize und den Edge Hill Short Story Prize. Ihr immersives Theaterstück »Viola's Room« hatte 2024 mit Helena Bonham Carter als Erzählerin Premiere. Daisy Johnson lebt mit ihrer Familie in Oxford.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Daisy Johnson

Cover des Buches Die Schwestern (ISBN: 9783442774395)

Die Schwestern

(16)
Erschienen am 10.07.2024
Cover des Buches Untertauchen (ISBN: 9783442717804)

Untertauchen

(16)
Erschienen am 14.09.2020
Cover des Buches Das Hotel (ISBN: 9783442775040)

Das Hotel

(11)
Erschienen am 08.10.2025
Cover des Buches Everything Under (ISBN: 9781910702345)

Everything Under

(2)
Erschienen am 12.07.2018
Cover des Buches Sisters (ISBN: 9780593188958)

Sisters

(1)
Erschienen am 25.08.2020

Neue Rezensionen zu Daisy Johnson

Cover des Buches Das Hotel (ISBN: 9783442775040)
Flaventuss avatar

Rezension zu "Das Hotel" von Daisy Johnson

Flaventus
atmosphärisch, aber erzählerisch uneinheitlich

Die Autorin Daisy Johnson entwirft ein loses Geflecht aus fünfzehn miteinander verbundenen Geschichten, die sich um ein unheimliches Hotel in den englischen Fens ranken. Das Gebäude wirkt weniger wie ein Schauplatz als vielmehr wie ein eigenständiges Wesen: Es zieht seine Gäste an, verändert sie und scheint insbesondere Frauen in seinen Bann zu schlagen. Die Geschichten reichen von klassischen Geistererzählungen bis hin zu beinahe märchenhaften, surrealen Episoden. Die Autorin benutzt in ihren Kurzgeschichten unterschiedliche stilistische Sprachelemente, um diese Unterschiede der Geschichten zu verdeutlichen.

Diese unterschiedlichen Elemente sind aber auch das, was mich am ehesten an dem Buch stört. Viele Geschichten bleiben zu vage und deuten nur an, was passieren könnte. Das zentrale Element ist zwar das Hotel, aber die Geschichten finden darüber hinaus keinen Verbindungspunkt, damit sich ein einheitliches Bild ergibt. Es wäre besser gewesen, wenn es außer dem Hotel noch andere Elemente oder Figuren gegeben hätte, die in den anderen Kurzgeschichten auftauchen. So bleibt am Ende eine mangelnde Kohärenz.

Das Buch verblasst in einer fragmentarischen Struktur, in der immer wieder Themen wie weibliche Erfahrung, Trauma und das Gefühl des Ausgeliefertseins auftauchen, diese Motive aber nicht weiter ausgearbeitet werden, was dazu führt, dass viele Geschichten schnell wieder verblassen.

Unterm Strich ist „Das Hotel“ eine atmosphärische Anthologie, die sich zwar stimmungsvoll und sprachlich versiert präsentiert, aber erzählerisch uneinheitlich wirkt. Wer sich auf Stimmung, Andeutung und literarischen Horror einlassen kann, wird hier fündig. Wer hingegen klare Handlungsbögen und ausgearbeitete Geschichten erwartet, dürfte enttäuscht werden.

Cover des Buches Das Hotel (ISBN: 9783442775040)
MademoiselleMeows avatar

Rezension zu "Das Hotel" von Daisy Johnson

MademoiselleMeow
Augen auf beim Grundstückskauf

𝐃𝐚𝐬 𝐇𝐨𝐭𝐞𝐥 schwirrte immer wieder durch meinen Feed und auch wenn die meisten Rezensionen nicht allzu begeistert klangen, fand ich die Idee zu diesem nicht mal 200 Seiten schmalen Roman unheimlich interessant.

Hier geht es um ein Hotel, welches auf verfluchtem Boden errichtet wurde und somit von bösen Mächten heimgesucht wird. Die Geschichte des klassischen Spukhotels ist das hier allerdings auch nicht.

Zunächst erläutert der Prolog einem in Kurzfassung den Werdegang des Hotels. Danach geht es in Kapiteln weiter, die in einem Zeitraum von mindestens über 100 Jahren linear fortgeführt werden.

Im ersten Kapitel erfahren wir, warum das Grundstück verflucht sein könnte. Im letzten, wie das Hotel sein Ende fand. Dazwischen kommen Personen zu Wort, die vorübergehend mit dem Hotel zu tun hatten, dort arbeiteten oder übernachteten. Manche Personen tauchen später noch einmal auf oder sind miteinander verwandt. Auch der „Präsenz“ des Hotels ist ein Kapitel zugedacht.

Der Roman enthält einige skurrile Horror-Elemente, die ich richtig schön unheimlich fand. Trotzdem bleibt vieles rätselhaft, die Geschichte wird nicht vollends aufgeklärt und lässt viel Spielraum für Interpretationen. Ein bisschen wie bei „The Autopsy of Jane Doe“ oder „The Blair Witch Project“ und das Ende erinnert auch sehr an den Film.

Einerseits möchte man mehr wissen, man möchte klare Antworten. Aber gerade dieses Unerklärbare macht bei Horror doch diesen besonderen Thrill aus.

„Das Hotel“ weicht von der Norm ab und ich verstehe, warum viele nichts damit anfangen können. Aber es liest sich gut und man ist schnell damit durch. Für mich war es eine gelungene Abwechslung von all den stereotypischen Spukhaus Geschichten die ich sonst lese.


Cover des Buches Das Hotel (ISBN: 9783442775040)
MelB2508s avatar

Rezension zu "Das Hotel" von Daisy Johnson

MelB2508
Horrorkurzgeschichten mit Atmosphäre

Das Hotel ist eine Sammlung von kurzen Geschichten, die teilweise zusammenhängen und chronologisch erzählt sind. Die Einleitung schildert bereits, was in den Geschichten dann wieder anhand von verschiedenen Personen und Sichtweisen erzählt wird - die Geschichte des Hotels. 

Beginnend damit, dass eine Frau, die die Gabe der Hellsichtigkeit besaß von den Dorfbewohnern im Teich ertränkt wird, auf dem später Das Hotel (immer mit groß geschriebenem Artikel) erbaut wird, über die Menschen, die bei der Trockenlegung dieses Teiches mitarbeiten und Geschichten, die in der Blütezeit des Hotels geschehen bis zu seinem Ende, werden immer wieder verschiedene Zeiten und Personen in den Fokus gestellt. Die Geschichten sind immer offen und lassen den Lesenden mit einem leichten und manchmal nicht ganz greifbaren Grauen zurück... 

Das Buch ist wirklich sehr schnell lesbar, schon, weil es recht kurz ist mit etwas über 150 Seiten. Ich lese gerne Horrorgeschichten und das Setting ist eindeutig sehr gut gewählt gerade in Verbindung mit dem gut gestalteten gruseligen Cover. Als Horror-Fan sind mir viele Geschehnisse auf jeden Fall so ähnlich bereits in Film und Literatur vorgekommen, was aber eindeutig den Charme des Buches nur verstärkt. 

Klare Leseempfehlung für eine gut geschriebene atmosphärische Geschichte, die sich in Kurzgeschichten aufblättert und sehr gut in die düstere und gruselige Zeit jetzt im Winter passt!

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